11.7.13

Arabische Christen sagen: "Israel ist der einzige Staat, für den es sich lohnt, zu kämpfen."


Arabisch-christliche Einwohner von Nazareth, die stolz in der israelischen Armee dienen und ihre Kinder ermutigen, das auch zu tun, werden zunehmend angegriffen, und Israel beginnt davon Notiz zu nehmen und ihnen zu Hilfe zu kommen.

Seit inzwischen einigen Jahren ist eine Gruppe Christen aus Nazareth, die Offiziere in der israelischen Armee sind, aktiv darin, junge örtliche Araber zu rekrutieren, um ihrem Beispiel zu folgen und dem jüdischen Staat zu dienen.
Zwar selber kein Offizier, aber eine der wichtigsten Persönlichkeiten in dieser Bewegung, ist der griechisch-orthodoxe Priester Gabriel Nadaf. Letzten Monat drohte der griechisch-orthodoxe Patriarch in Jerusalem aufgrund von Forderungen muslimisch-arabischer Knesset-Miglieder, Nadaf zu feuern. Die israelische Justizministerin Tzipi Livni und Innenminister Gideon Sa’ar riefen sofort den Priester an, um ihre Unterstützung zu übermitteln und ihre Hilfe anzubieten.
Am Mittwoch kündigte Israels Büro des Generalstaatsanwalts an, es habe eine Ermittlung zu den Aktivitäten der muslimischen Knessetabgeordneten eröffnet, die auf Nadafs Entlassung drängten. „Es ist inakzeptabel, dass arabische Abgeordnete glauben, sie könnten trojanische Pferde in der Knesset sein und Hetzbriefe gegen einen christlichen Priester verschicken, der junge Christen ermutigt Soldaten in der IDF zu werden“, sagte Likud-MK Miri Regev während einer Anhörung des innenpolitischen Ausschusses der Knesset zu der Sache.
Viele arabische Politiker stellen sich vehement gegen die Mitwirkung von Arabern am israelischen nationalen Dienst; aus Angst, das werde die Existenz des jüdischen Staates legitimieren (der ihnen ihre Gehälter zahlt).

Derweil werden die pro-israelischen arabischen Christen von Nazareth zunehmend mutiger in ihrer Haltung und wagten letzten Monat sogar eine öffentliche Versammlung abzuhalten, um auf die Leistungen ihres neuen Forums anzustoßen, dessen Ziel es ist, mehr junge Araber zu überzeugen, in die Armee zu gehen, wie Israels Zeitung Ma’ariv berichtet.
„Wir entschieden uns, die Konferenz abzuhalten, um zu demonstrieren, dass uns nichts abhalten wird“, sagte Sprecher Moran Khaloul der Zeitung. „Wir leben nicht in Syrien, wo Christen nicht reden dürfen … oder im Irak, wo Kirchen bombardiert werden. Wir leben in einem jüdischen Staat, der demokratisch und frei ist. Als israelische Christen betrachten wir uns als Teil dieses Staates und nicht als Teil derer, die gegen ihn sind.“
Khaloul sagte, bisher waren viele in der Gemeinschaft zu verängstigt, um sich zu äußern; doch das sollte sich ändern. Viele bezeichnen sich jetzt sogar offen als „israelische Christen“. Ali, ein Organisator des Forums, merkte an, dass die örtlichen Araber sehen, was im gesamten Nahen Osten geschieht und erkennen, dass Israel der einzige Ort in der Region ist, an dem Christen sich sicher und dazu gehörig fühlen können. „Das ist der Grund, warum mehr und mehr von uns erkennen, dass es hier kein anderes Land gibt, für das es sich zu kämpfen lohnt“, fügte er hinzu.

Manche gehen in ihrer Argumentation in die Armee des jüdischen Staates einzutreten noch tiefer. Henry Zahav, ein Zwölftklässler, der in die IDF gehen möchte, gab heute Morgen Antwort, als er von Ma’ariv gefragt wurde, warum er diese Entscheidung traf: „Letztlich sind wir aus religiöser Sicht eins. Jesus war Jude, seine Mutter war eine Jüdin und seine 12 Jünger waren Juden. The Balfour Post logo Danke heplev für die Übersetzung

8.7.13

Wie lange grüßt das Murmeltier - Essay von Claudio Casula

Die Lage in Nahost gibt keinen Anlass zu irgendwelchen Hoffnungen -
und das hemmt früher oder später die Motivation, sich dazu zu äußern. Eine Erklärung.


von Claudio Casula

Da sind einmal die nackten Fakten: Weltweit sind aktuell 45,2 Millionen Menschen auf der Flucht. Laut Unicef-Report gehen 132 Millionen Kinder nicht zur Schule. Mindestens 800 Millionen Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Und so weiter und so fort. Was die Palästinenser angeht, um die sich ein Großteil der von der internationalen Gemeinschaft bekundeten „Besorgnis“ dreht, so sind sie von keinem dieser Probleme betroffen. Weder teilen sie, denen pro Kopf ein Mehrfaches der Marshallplan-Hilfe zuteil wurde, die existenziellen Probleme echter Flüchtlinge, noch mangelt es ihnen an Wasser, Nahrung oder Zugang zu Bildungseinrichtungen. 

Dennoch erfreuen sie sich einer Aufmerksamkeit, die in keinem Verhältnis zu ihrer – in nicht unerheblichem Maße selbst verschuldeten – Lage steht. Das gilt allerdings nicht für die definitiv von ihnen geschaffenen Verhältnisse, etwa den Umgang mit missliebigen Journalisten oder den mit „Kollaborateuren“, gilt auch nicht für die jeden Ausgleich torpedierende unselige Politik der vermeintlich gemäßigten Fatah, und dass die seit 2005 im Gazastreifenden herrschende Hamas „Summer Camps“ unterhält, in denen Hunderttausende Jungs paramilitärisch gedrillt werden, um sicherzustellen, dass auch die nächste Generation den Krieg gegen die Juden weiterführt, merkt (oder berichtet, en passant) Spiegel online erst im Juni 2013.

„Hüpfburg, Tanzkurs, Stacheldraht“ heißt der Artikel, wobei für Hüpfburg und Tanzkurs die UNO zuständig ist und Hamas sowie Islamischer Jihad für den Stacheldraht (und die Waffen). Erstere sind für die Mädchen gedacht, letztere für das potenzielle Kanonenfutter der radikalen Islamisten. Irgendeinen Einfluss auf den Umgang mit dem palästinensischen Nationalislamismus hat dessen Gebaren allerdings nicht. Nichts deutet darauf hin, dass die Zahlungen von Millionen bzw. Milliarden Dollar und Euro an die beiden Regierungen in Gaza und Ramallah eingestellt oder auch nur als Druckmittel eingesetzt werden könnten. Die EU bringt es nicht einmal über sich, die radikale Hisbollah-Miliz im Libanon als Terrororganisation zu listen. Von der westlichen Welt ist also wenig bis gar nichts zu erwarten, vom Rest wollen wir an dieser Stelle schweigen.

Wie sieht es im Brennpunkt des Geschehens aus? Die Palästinenser haben die vergangenen zwei Jahrzehnte seit den Osloser Abkommen nicht genutzt, um brauchbare staatliche Strukturen aufzubauen. Wirtschaftlich hängen sie nach wie vor am Tropf Amerikas und Europas, die Gesellschaft wurde islamisiert und politisch radikalisiert, und irgendwelche Anstrengungen seitens der Machthaber, die Menschen von der Notwendigkeit einer Zweistaatenlösung zu überzeugen und damit auch auf den Verzicht auf Maximalforderungen vorzubereiten, sind beim besten Willen nicht zu erkennen. 

Im Gegenteil darf man getrost davon ausgehen, dass die Einsicht, sich nach der Decke strecken zu müssen, unter den gewöhnlichen Palästinensern allgemein weiter verbreitet ist als in der korrupten Fatah-Kaste, die ein brennendes Interesse an der Aufrechterhaltung des Ist-Zustands hat. Von bürgerlichen Rechten, von demokratischen Strukturen zwischen Jenin und Hebron kann auch keine Rede sein. Und da der sich selbst opfernde Terrorist weiterhin als role model dient, während Landsleute, die den sinnlosen Kampf gegen Israel gern beenden würden, als „Kollaborateure“ aus der Gesellschaft ausgeschlossen und nicht selten gelyncht werden, muss man wohl jede Hoffnung auf Frieden auch für die nächsten Generationen fahren lassen.

Machen wir uns nichts vor: So lange die einzigen Länder, die etwas bewirken könnten, die PA weiter hofieren statt sie in den Schwitzkasten zu nehmen, bis sie „Uncle!“ ruft, wird diese so weiter machen wie bisher. Frieden bleibt eine gut gemeinte Illusion, und das gilt auch für die übrige arabische Welt. Selbst wenn die sogenannte Friedensinitiative der Arabischen Liga ernst gemeint und für Israel akzeptabel wäre, würden sich die selbst ernannten Gotteskrieger der Hamas, der Hisbollah und des Islamischen Jihad ohnehin nicht an irgendwelche Abkommen gebunden fühlen, ebenso wenig wie das Mullah-Regime in Teheran. 

Schon die mit der „moderaten“ Fatah geschlossenen Verträge waren ja – spätestens die „Al-Aqsa-Intifada“ lieferte den Beweis – das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt waren. Und wie schnell im guten Glauben auf einen vermeintlichen Frieden abgetretene Gebiete zum Aufmarschgebiet für Terroristen und zu Raketenabschussrampen umfunktioniert werden können, haben wir im Südlibanon, im Gazastreifen und in der Westbank gesehen. Im Sinai auch schon, und was heute auf dem Golan los wäre, wenn Rabin die Höhenzüge Assad dem Älteren in den Schlund geworfen hätte, lässt sich lebhaft vorstellen.

Israel hingegen wird weiter wehrhaft bleiben müssen und diese Einsicht, so schwer sie auch fällt, hat das Land wohl auch verinnerlicht. Denn die Welt wird grundsätzlich feindselig bleiben, wird wie gehabt jede Aktion des jüdischen Staates mit dem Vergrößerungsglas betrachten und die fortgesetzte Aggression gegen ihn entweder ignorieren oder als gerechtfertigt durchgehen lassen. 

Die Feinde Israels schrecken ohnehin vor keiner Verleumdung, keinem unsäglichen Vergleich, keiner Boshaftigkeit zurück, und selbst die jüngste Glanzleistung der Süddeutschen Zeitung, die arabische Welt – mit ihrer offenkundigen Rückständigkeit, ihren Gewaltherrschern, der Unterdrückung von Minderheiten, all den zum Himmel schreienden Grausam- und Ungerechtigkeiten – vorzuschieben und ausgerechnet auf das freie und demokratische Israel als „Moloch“ blicken (und das durch den Kontext auch als durchaus verständlich erscheinen) zu lassen, wird hier und da getoppt werden, immer wieder. Israel jedoch wird wachsam bleiben, und stark genug ist es auch, um sein Überleben in einer antagonistischen Welt sicherzustellen.

Und deshalb wird alles mehr oder weniger so bleiben, wie es ist. Nicht, dass sich damit nicht leben ließe – die vitale, innovationsfreudige, lebensfrohe und lustvoll streitende israelische Gesellschaft beweist es jeden Tag; allein, der Missmut über die Verhältnisse bleibt. 

Ach, wenn doch die Regierungen dieser Welt vernünftiger wären! Wenn doch die Medienschaffenden ihren Job ernst nähmen! Wenn die Palästinenser den Ägyptern nacheiferten und ihre „Befreiungsbewegungen“, die doch nur ihre Unfreiheit dauerhaft zementieren, zum Teufel jagten! Wenn sich endlich etwas bewegte – dann erwachte auch die Lust, sich wieder häufiger der Thematik anzunehmen. Zurzeit sieht es nicht nach einem dieser größeren Wunder aus.

SPIRIT OF ENTEBBE

23.6.13

Jewish-Arab Peace Song

Wir geben euch Frieden! 
Wir haben nichts schöneres als Frieden!

Kein Frieden im Titel der Symphonie

Zwang zum Boykott

Die ursprüngliche Idee war so gut. Das Stück sollte "Symphony For Peace" heißen. 
Das ist schon verrückt, da hätten die Deutschen - die Musiker der Dresdner Sinfoniker - die einmalige Chance, ganz wunderbar mittels der Musik, die ja bekanntlich grenz- und völkerübergreifend ist und wie kaum etwas anderes besser geeignet ist, friedenstiftend und versöhnlich zu wirken, zwei in Feindschaft lebende Völker zusammenbringen und Hoffnung auf Verständnis und Versöhnung in diesem schwierigen Konflikt zu erwecken - aber nein!... sie lassen sich zum Boykott gegen Israel zwingen und machen Konzerte nur für Palästinenser, nennen die neu komponierte Synfonie "Symphony for Palestine" und spielen vor der muslimischen palästinensischen Bevölkerung, deren reliöse Vorschriften in vielen Ländern - auch in Gaza - Musik unter Androhung von Gewalt verbietet. Sie spielen und widmen ihre Musik zwei getöteten Palästinensern... als wenn es keine von Palästinensern getötete Israelis gäbe!

Da sagt einer der Initiatoren der Aktion frei und offen: "Wir hatten ständig damit zu kämpfen, dass man uns gesagt hat: 'Wir haben gehört, es gibt Gerüchte. Das ist nicht so astrein, euer Projekt. Ihr arbeitet mit Israel zusammen. Das ist Normalization.' Normalization ist ein Schimpfwort. Normalization heißt, dass man gegen die Politik der Palästinenser, mit Boykott und Sanktionen gegen Israel, verstößt. Nach dem Ende der Intifada ist es jetzt der Kampf mit friedlichen Mitteln. Alles wird boykottiert, das mit Israel zu tun hat. Eben auch die kulturelle Zusammenarbeit." 



Da fällt mir eben nichts mehr ein! Was haben diese Musiker im Kopf? Hat nicht wenigstens einer von ihnen ein schlechtes Gewissen? 
Wie kann man nur mit dem Schönsten, was Gott uns geschenkt hat - der Musik - Politik machen, Hass und Konflikt bestärken und Boykott betreiben?

Die Projekt-Chefs haben aber damit nicht genug. Sie wollen ihre Sinfonie - natürlich unter anderm Namen - auch noch in dem einen Land aufführen, das von Israel als schlimmster Feind gesehen wird: der Iran. 
Vielleicht kriegt die Sinfonie dort den Namen: "Symphony for Allah" oder "Symphony for hanging men" ?

Video anschauen: www.3sat.de.

21.6.13

Antizionismus im palästinensischen Christentum


Der Aufstieg des modernen Zionismus und der Höhepunkt des jüdischen Nationalismus in der Wiedergeburt Israels als Nation überschnitt sich mit einer nachhaltigen Welle von arabischem Nationalismus. Diese einander entgegenstehenden Kräfte stellen Christen in der Region vor die Wahl, entweder die Lage biblisch zu betrachten und sich an die Seite Israels zu stellen oder zusätzlicher Verfolgung zu entgehen und sich der antiisraelischen Meute anzuschließen.

Der messianische Historiker Gershon Nerel weist in einer Studie für die Hebräische Universität Jerusalem nach, dass ein Großteil der palästinensischen Christen letzteres gewählt haben. Sie benutzen ihre Kirchen und immer häufiger auch die modernen Medien wie das Internet dazu, die nachfolgende Generation mit der Ersatztheologie zu indoktrinieren. „Arabische Christen verschiedener Denominationen reproduzieren die antiisraelische Theologie, die in historischen Kirchen entstanden ist“, schreibt Nerel. 

„Die Leitungsgremien der palästinensischen Katholiken, Protestanten und Griechisch-Orthodoxen verbreiten antizionistische und antiisraelische Propaganda, die angeblich biblisch begründet sei. Arabische Christen weisen regelmäßig darauf hin, dass sich die Geschichte der Kirche in zwei Jahrtausenden entfaltet hat, um ihre jeweilige Theologie und nationale Position zu rechtfertigen.“ Um dies zu tun, müssten palästinensische Theologen sich an der „systematischen Entjudaisierung“ beteiligen, um „Ansprüche zu legalisieren, indem sie auf einem palästinensischen Evangelium fußen“. Dies lasse mittlerweile sogar Jesus „palästinensisch“ erscheinen, obendrein Maria und die Apostel. 

Einige gingen so weit, den palästinensisch-arabischen nationalistischen Kampf mit dem Kampf Jesu gegen Sünde und Tod zu vergleichen. Der lutherische Bischof Munib Younan erklärte im Jahr 2001 in seiner Osterpredigt: „Die palästinensische Kirche ist eine Kirche, die das Kreuz trägt ... eine Kirche wahren Märtyrertums.“ Die Verfolgung aber ist keine, die aus der Verbreitung des Evangeliums resultiert. Bischof Younan bezeichnet seine Kirche als „Märtyrer“, weil sie erleiden müsse, was Jesus litt: die brutale Unterdrückung von Wahrheit und Gerechtigkeit. Nerel schreibt, dass „der Tod derjenigen Palästinenser, die im Kampf gegen Israel umkamen, mit dem Opfertod Christi am Kreuz gleichgestellt wird“. 

Nicht nur Jesus muss für solche Propaganda und Manipulation herhalten. Manche palästinensischen christlichen Leiter vergreifen sich auch an jüdischen Helden aus dem Alten Testament. „War Samson nicht ein Selbstmordattentäter?“, fragt Rev. Naim Ateek von Sabeel in seinem vierteljährlichen Magazin Cornerstone. „Handelte er im Auftrag des Gottes der Gerechtigkeit, der die Befreiung der Unterdrückten will?“ Ateek hat gewissermaßen die Larve weggezogen und das Vertrauen der modernen palästinensischen Kirche in die Ersatztheologie demaskiert, so Nerel. „Die Geschichte Samsons wird benutzt, um den Vorwurf gegen die ‚Ungerechtigkeit des Gottes Israels im Alten Testament‘ zu untermauern. 

Ateek hält ‚die alte Heilsgeschichte des jüdisch-zionistischen Gottes‘ für ‚irrelevant‘.“ Als Israel nach langem Exil wie durch ein Wunder ein nationaler Staat wurde, war die Kirche gezwungen, einige falsche Lehren zu hinterfragen, die man lange Zeit aufrechterhalten hatte. 

Viele wissen heute: Das moderne Israel ist ein Beweis dafür, dass Gott die Juden weder zu ersetzen gedenkt noch Seine Zusagen an sie zurücknimmt. Ein Großteil der palästinensischen Kirche geht den entgegengesetzten Weg. Pastor Phillip Saad steht der baptistischen Gemeinde in Haifa vor. Der israelisch-arabische Christ beklagt in Bezug auf die Bemühungen der palästinensischen Kirche, sich auf die Seite des muslimischen Nationalismus zu stellen, dass es christliche Denominationen im Land gebe, die „Verbindungen mit Gruppen eingehen, welche sich Gottes Plan widersetzen“.

Von Ryan Jones

20.6.13

Rohani, der neue Präsident Irans - und Israel

Aus einem Essay von Matthias Küntzel:

Rohani und Israel

Zum Abschluss seines fünftägigen Besuchs von 1993 erklärte Rohani gegenüber den Pressevertretern in Bonn, dass „die USA und das zionistische Regime die Haupturheber der gegen den Iran gerichteten Propaganda (seien).“

Diese Neigung zur antisemitischen Verschwörungstheorie scheint auch zwanzig Jahre später noch sein Weltbild zu prägen. Dies belegt ein Interview, dass Rohani unmittelbar vor seiner Wahl der in London erscheinenden Zeitschrift al-Sharq al-Awsat gab. Israel, behauptet er hier in aller Ernsthaftigkeit, habe die Debatte um das iranische Atomprogramm „angeheizt und angeleitet …, um die internationale Aufmerksamkeit nicht nur von seinem eigenen heimlichen und gefährlichen Atomwaffenprogramm sondern auch von seiner destabilisierenden und unmenschlichen Politik und Praxis in Palästina und im Nahen Osten abzulenken.“ Bedauerlicherweise habe sich der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen diskreditiert, „als er es den USA erlaubte, dieses kontraproduktive israelische Programm durchzusetzen.“

Aus seinem Hass auf Israel leitet sich auch Rohanis Haltung zum Assad-Regime ab: Syrien sei „das einzige Land in der Region geblieben, das der expansionistischen Politik Israels und dessen Praktiken widersteht.“ 

Natürlich werde der Iran auch weiterhin „die palästinensische Sache aus vollem Herzen unterstützten“. Eine Lösung der Palästina-Krise sei aber nur dann möglich, „wenn die Rechte des palästinensischen Volkes vollständig wiederhergestellt und dessen nationale Aspirationen verwirklicht“ seien. Full restauration of the rights of the Palestinian people klingt natürlich freundlicher als wipe Israel from the map. Gemeint ist aber das Gleiche.

MK

17.6.13

Israels Friedens(un-)willigkeit in der Diskussion

Hier ein aufschlussreicher Artikel in der WeltOnline von Michael Wolffsohn. 
Danke Herr Wolffsohn, für diese Einsichten. Beschämend, zu hören, wie egal unseren Politikern das Schicksal der Überlebenden unseres großen Verbrechens, war ... und heute vielen immer noch ist. Uns allen sollte unsere Geschichte nicht egal sein. Deutschlands Verhältnis zu Israel war nie stark genug, dass sich Israel drauf verlassen konnte, von Deutschland im Notfall Beistand zu bekommen. Das haben die Israelis gelernt.
Dass hier einiges am Bild Israels richtiggestellt wird, ist natürlich gut, und wichtig.


Israel, Brandt und die SPD

In Israel haben die Medien engagiert über den Artikel zum Thema "Wie Willy Brandt im Sommer 1973 die nahöstliche Friedenskarte verspielte" berichtet. Deutsche Medien hingegen reagierten kaum auf das Stück, das vergangene Woche in der "Welt am Sonntag" stand. Für die meisten Deutschen ist das Thema Geschichte. "Es war einmal" – kein Märchen, aber: "Lang, lang ist's her."

Diese Sicht ist auch tagespolitisch falsch, denn damals wie heute galt und gilt Israel als kompromisslos, konfrontativ, dickköpfig und friedensunwillig. Die von Hagai Tsoref und mir in dem Artikel vorgelegten Dokumente beweisen das Gegenteil. Man fragt sich, weshalb Willy Brandt 1973 nach der Israel-Reise sein friedenspolitisches Prestige nicht für jene Friedenschance oder danach für ein gerechteres Urteil über Israels Politik in die Waagschale warf. Mehr noch: Nach 1973 schüttete er, gemeinsam mit Österreichs jüdischem (!) und antizionistischem Bundeskanzler Bruno Kreisky Öl ins antiisraelische Feuer und hofierte PLO-Führer Jassir Arafat, dessen Organisation das Münchner Olympiamassaker von 1972 zu verantworten hatte.

Deutsche Medien und Politiker reagierten auf unseren Artikel wohl auch deshalb zurückhaltend, weil sie nicht am "Willy-Brandt-Denkmal" kratzen wollten. Das ist pietätvoll, doch sinnlos. Ein Leser war von Brandts im Artikel erkennbarer Israel-Distanz so begeistert, dass er auf der "Welt"-Website verkündete, im Herbst dieses Jahres SPD wählen zu wollen. Wenn Willy Brandt das wüsste, würde er sich gewiss im Grabe umdrehen. Wie finden das heutige Sozialdemokraten? Sie schweigen. Die Geister, die sie riefen…
In Israel wird nun nicht über Willy Brandt diskutiert, sondern über Golda Meir persönlich sowie politisch über Israels damalige grundsätzliche Friedenswilligkeit oder -unwilligkeit. Von den deutschen Sozialdemokraten erwartet das politische Israel seit Brandt wenig bis nichts.


 Das war nicht immer so. Im Gegenteil, denn von 1948 bis zum Mai 1977 wurde Israel von Sozialdemokraten regiert, und bis zum Sommer 1973 hielt auch Genossin Golda sehr viel von ihrem Genossen Willy. Das änderte sich spätestens seit dem Oktoberkrieg 1973. SPD-Kanzler Helmut Schmidt provozierte mehrfach nicht nur Israels Rechtsparteien, sondern das gesamte Spektrum des jüdischen Staates. Schmidt legte der ägyptisch-israelischen Friedenspolitik, sprich Sadat und Begin, seit 1977 Knüppel zwischen die Beine. Trotzdem wurde im März 1979 zwischen beiden Staaten ein Friedensvertrag geschlossen, der bis heute (wie lange noch?) gültig ist.

Im Herbst 1980 erklärte Kanzler Schmidt Israel zur "größten Gefahr für den Weltfrieden", der bis heute, so weit bekannt, nicht von Israel gebrochen wurde. Im Januar 1981 wollte Schmidt Saudi-Arabien deutsche Leopard-II-Panzer liefern – gegen den Protest Israels. Im April 1981 verkündete Helmut Schmidt in Saudi-Arabien (!), dass deutsche Politik nicht mehr von Auschwitz überschattet werden solle. Bei der Aufzählung der Opfer deutscher Kriegsverbrechen nannte er viele Völker – die Juden blieben unerwähnt. Der nächste SPD-Bundeskanzler war Gerhard Schröder. Er gab nicht einmal vor, Sympathien für Israel zu hegen, weigerte sich seit dem Jahr 2000 (trotz mehrfach ausgesprochener Einladungen), Israel zu besuchen, und ist heute Ehrenpräsident der Deutsch-Arabischen Gesellschaft. Das ist durchaus ehrenwert und legitim, aber kein Beleg für eine israelfreundliche Politik. Deshalb diskutierte Israel nicht über Brandt und andere SPD-Kanzler.

In der Jerusalem Post war der Inhalt des Artikels Aufmacher der gedruckten Seite eins und der Online-Ausgabe. Tenor: Wir haben schon immer Frieden gewollt; das wird und wurde verkannt. Die linksliberale Tageszeitung "Haaretz" berichtete, ebenfalls in der Druck- und Onlineausgabe, an prominenter Stelle und zeigte sich (weil grundsätzlich regierungsskeptisch) über die meirsche Friedensgeste überrascht. Man ließ kritische Zeithistoriker zu Wort kommen. Deren Hauptargument: Tsoref und ich hätten nur eine Auswahl, nicht alle Dokumente vorgelegt. Das stimmt, doch die vorgelegten Dokumente belegen den Sachverhalt aller Dokumente. Diese Auseinandersetzung führt freilich ins Fachchinesische und interessiert hier nicht.

Den Artikel griffen auch die große Online-Plattform Ynet und das quoten- sowie qualitativ stärkste Morgenmagazin des Israelischen Rundfunks, Kanal 2, auf. Auch hier widmete man sich vornehmlich der willkommenen Überraschung: dass Israels Politik damals faktisch deutlich kompromissbereiter war als im In- und Ausland wahrgenommen. Nur damals? Vielleicht sollten sich Israelkritiker diese selbstkritische Frage auch heute stellen?
DIE WELT

11.6.13

Woher kommen Orangen....

Woher kommen Orangen und woher U-Bahn-Schläger?

Von

Dass Tätergruppen bestimmter Herkunft aufgrund ihrer Machokultur für brutale Morde verantwortlich sind, will bei Grünen und in Kreisen der evangelischen Kirche nicht ankommen. Von
Manchen Deutschen ist es sehr wichtig zu wissen, woher genau israelische Produkte stammen (Link: http://www.welt.de/116467701) . Denn sie möchten keinesfalls etwas kaufen, was von Juden hergestellt wurde, die auf dem Territorium der Palästinensischen Autonomiebehörde im Westjordanland wohnen. Unter anderem die Grünen und Kreise der evangelischen Kirche wünschen sich eine solche Kennzeichnung.
Offenbar sind sie der Ansicht, arabische Administrationen hätten das gute Recht, keine Juden in ihrem Machtbereich zu tolerieren, und man sollte dieses ethnische Reinheitsgebot durch Kaufboykott in Deutschland unterstützen.
Seltsamerweise werden die gleichen Leute, denen die Herkunft der Apfelsinen so furchtbar wichtig ist, ganz böse, wenn man anderswo nach der Herkunft fragt. Zum Beispiel bei in Deutschland lebenden Gewalttätern, die sich darauf spezialisiert haben, Passanten niederzuschlagen und dann durch Tritte auf den Kopf zu töten (Link: http://www.welt.de/116887517) .

Wer sind diese Jugendlichen?

In solchen Fällen stellt es geradezu eine Tabuverletzung dar, nach der Herkunft der Täter zu fragen - außer wenn es deutsche Neonazis sind. Die korrekte Bezeichnung für diese Herkunftsfreien heißt "Jugendliche". Auf wundersame Weise, weiß jedoch jeder, dass es sich höchst selten um Jugendliche aus Ghana, Vietnam, Polen, Thailand oder Österreich handelt. Obwohl doch Tausende junge Menschen aus diesen Ländern in Deutschland leben, zumeist Schulen besuchen oder arbeiten.
Warum ist den Verfechtern dieses Doppelstandards die Herkunft im einen Fall so wichtig und im anderen so egal? Wir vermuten, die jüdischen Siedler im Westjordanland sind diesen edlen Seelen besonders unsympathisch, weil es sich um stockreaktionäre, tief in archaischen Traditionen einer uralten Religion verhaftete Männer handelt, die mit einer offenen Zivilgesellschaft nichts am Hut haben.
Nun, misst man die so genannten Jugendlichen nach ihren Äußerungen, sind auch diese stockreaktionär bis faschistisch. Viele von ihnen halten sich selbst auch rassisch überlegen gegenüber Asiaten, Schwarzen und verweichlichten Westeuropäern. Und was ihre Religion (Link: http://www.welt.de/themen/islam/) angeht, kennen sie diese zwar kaum, finden aber gefallen an ihren archaischen Traditionen, zum Beispiel bezüglich Gewalt und Frauen. Aber mit ihrer Herkunft hat all dies natürlich nichts zu tun.

won