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4.5.14

Ein Segen für das Land

Sozialarbeit, Hilfe für Randständige, Kampf für Menschenrechte: Die wachsende Jesusgemeinde in Israel engagiert sich in vielfältiger Weise für das Land.

Von Susanne Wustl und Lisa Loden

Immer mehr Israelis erkennen in Jesus den in der Bibel verheißenen Messias. Die schätzungsweise 12 000 messianischen Juden Israels und die arabischen Christen haben über das eigentliche Gemeindeleben hinaus regen Anteil am gesellschaftlichen und politischen Leben des Landes. So setzen sich die in 120 Gemeinden organisierten messianischen Juden für sozial Benachteiligte ein, engagieren sich für Menschenrechte und beteiligen sich am Kampf gegen diskriminierende Gesetze.

Israel leidet an den Konflikten zwischen Juden und Arabern, zwischen Juden aus Osteuropa und solchen aus dem Nahen Osten, zwischen ultraorthodoxen Juden und säkular eingestellten. Und auch die Dauerbedrohung durch benachbarte Länder zermürbt die Menschen. Armut ist ein großes Problem in Israel. Von der Regierung veröffentlichte Statistiken belegen, dass ein Viertel der israelischen Bevölkerung unter der Armutsgrenze lebt. Mehr als ein Drittel der israelischen Kinder und 20 Prozent der Senioren leben in Armut. Davon sind auch viele Überlebende der Shoah betroffen. Diese soziale und politische Entwicklung blieb den messianisch-jüdischen Gemeinden im Land nicht verborgen und sie sehen einen geistlichen Auftrag darin, hier Verantwortung zu übernehmen. 

 
Von Eilat im Süden bis Kirjat Schmonah im Norden gibt es viele Gemeinden, die helfen wollen. In Israel ist es üblich, dass sich nahezu jede Gemeinde sozial engagiert. So hat die russisch-stämmige Gemeindebewegung Living Israel landesweit Drogenrehabilitationszentren gegründet und ist am Tel Aviver Busbahnhof, einem der sozialen Brennpunkte des Landes, aktiv.

Viele sind durchs soziale Raster gefallen und ins Elend gestürzt, das nirgenswo so sehr ins Auge sticht, wie hier in der Gegend um den alten zentralen Busbahnhof von Tel Aviv. Wer ihn noch in den 70er Jahren gesehen hat, wird ihn heute nicht mehr wiedererkennen: Aus Wohnraum wurden Bordelle, in Gassen und Hinterhöfen werden Drogen konsumiert und Gewalt ist allgegenwärtig – alles am helllichten Tag. Flüchtlinge leben als Obdachlose in den Straßen.

Hier engagiert sich besonders das Red Carpet Center, eine weitere Initiative messianischer Juden. Das Red Carpet Center ist eine Anlaufstelle für die hier Gestrandeten, meist sind es Prostituierte, viele von ihnen sind drogenabhängig.

Das Zentrum bietet den Frauen eine Pediküre und Maniküre an, hier bekommen sie ein warmes Essen, es eröffnet sich ein vertrauensvoller Rahmen für Gespräch und auch für Gebet. In einem Bericht der vom messianischen Israel College of the Bible herausgegebenen Zeitschrift Vehaskel heißt es: „Die Frauen sind Jüdinnen und Araberinnen, Frauen aus der ehemaligen Sowjetunion …, ja sogar aus Europa und Fernost. Die meisten sind drogenabhängig und alle gehen auf den Strich. Auch Menschen aus der Transgender-Gruppe und sogar ein Homosexueller kamen ins Zentrum und wurden behandelt. Während der Behandlung haben wir Gelegenheit, ihnen zuzuhören, Rat zu geben, ihnen das Evangelium zu verkündigen ...“

Machaseh Association
Ein weiteres Beispiel gelebter Nächstenliebe ist die Sozialarbeit Machaseh in Jerusalem. Die Gründerin Lena Levin, selbst alleinerziehende Mutter von vier Kindern, bezeichnete dem Philippus-Dienst gegenüber, einem Versöhnungs- und Hilfswerk, welches arabische und jüdische Christen in Israel unterstützt, Machaseh als eine Zuflucht für Menschen, die sonst niemand mehr haben. Sie sieht ihre Berufung darin, die bedingungslose Liebe Gottes an alle Menschen weiterzugeben, ohne Ansehen der Person oder Religion. Sei es eine Speisung für Holocaustüberlebende , die Versorgung bitterarmer Familien oder auch Seelsorge und Gebet für Missbrauchte – dies alles bringt die aus Kiew eingewanderte Lena mit ihren ehrenamtlichen Helfern zuwege. Selbst Jerusalemer Gemeinden vertrauen traumatisierte Mitglieder der Fachkompetenz des Machaseh-Teams an.

Eine Betroffene schreibt über Machaseh: „Vor sieben Jahren bin ich von Ashdod nach Jerusalem gezogen. Ich wurde von meinem Mann geschlagen. Daher versuchte ich es allein. Ich hatte große wirtschaftliche Probleme. Ich wandte mich an die Sozialbehörden und bat sie, für meine Kinder zu sorgen und sie woanders unterzubringen … im Laufe der Zeit wurde ich emotional und körperlich immer schwächer … Dann kam ich in Kontakt mit Machaseh. Die Leiterin half mir und machte einen Plan mit mir, der Seelsorge, Gebet, Englischunterricht, Berufsberatung und Erziehungsberatung beinhaltete. Jetzt bin ich bald an meinem wichtigsten Ziel angelangt: meine Kinder zurückzubekommen und ihnen ein stabiles, gutes Zuhause zu geben. Mit der Hilfe von Machaseh habe ich vieles bewältigen können und heute studiere ich Jura ...“

Eine wichtige Rolle im christlich motivierten politisch-sozialen Engagement spielt auch das 2004 von dem jüdisch-messianischen Rechtsanwalt Calev Meyers gegründete Jerusalem Institute of Justice, JIJ (Jerusalemer Institut für Gerechtigkeit). Menschenrechtsfragen und die Fürsprache für die Schwachen stehen im Mittelpunkt der Aktivitäten dieser Organisation. Der Einsatz für die Opfer von Menschenhandel sowie die aktive Unterstützung von Fördermaßnahmen für eingewanderte Äthiopier sind dafür zwei Beispiele. Calev Meyers begründet seine breit angelegte Arbeit für Ausgegrenzte und Benachteiligte im jüdischen Staat mit seinem Glauben.

Calev Meyers
Immer wieder stellt das JIJ diskriminierende Vorgehensweisen der Regierung innerhalb des israelischen demokratischen Systems in Frage. In den acht Jahren seines Bestehens war es mit mehr als 500 Fällen befasst, bei denen es nicht selten um die Wahrung der Religionsfreiheit ging. Durch Anrufung der Gerichte gelang es der Organisation, für „Gebetshäuser“ aller Glaubensrichtung eine Befreiung von Kommunalsteuern zu erwirken. Außerdem nimmt das Institut messianische Gläubige gegen die Anklage der illegalen Evangelisation in Schutz und verteidigt das Recht Geschiedener, ihre Kinder im messianisch-jüdischen Glauben zu erziehen.

 
Im vergangenen Jahr betrieb das Institut Lobbyarbeit für einen Gesetzentwurf, der es ermöglicht, Kunden Prostituierter strafrechtlich zu belangen. Schon in der ersten Lesung vor der Knesset wurde dieser Entwurf einstimmig verabschiedet.

Mit einer Petition an den Obersten Gerichtshof möchte das JIJ auf die Abschaffung des „Civil Union Law“ hinwirken, wodurch die Bürger das Recht bekämen, ungeachtet der Religion in Israel zu heiraten. Ein Erfolg dieser Campagne hätte große Auswirkungen auf die messianischen Juden, da viele Ehepaare in den Gemeinden aus einem jüdischen und einem nicht jüdischen Teil bestehen. Bisher müssen diese Paare für eine vom Staat rechtskräftig anerkannte Ehe noch im Ausland heiraten.

Neben diesen vielfältigen Einsätzen für Bürgerrechte und Gerechtigkeit erhebt das Institut seine Stimme auch für Israel selbst als Gegengewicht zu den antiisraelischen Vorurteilen in internationalen Kreisen und bedient sich unterschiedlicher Strategien, um dieses Ziel zu erreichen: pro-israelische Kundgebungen, Social-Media-Kampagnen, Weiterbildungen und Informationen für israelische Rechtsanwälte und Präsentationen vor hochrangigen Führungspersonen der US-Regierung oder Vertretern des Europäischen Parlaments. Calev Meyers hatte im Frühjahr 2012 – als mitten in der Finanzkrise von der EU eine weitere Milliarde Euro für die palästinensische Autonomiebehörde bereitgestellt werden sollte – EU-Parlamentariern einen Bericht vorgelegt, der die schweren Menschenrechtsverletzungen der palästinensischen Führung dokumentiert. Meyers konnte hohen EU-Vertretern darlegen, dass ihre finanzielle Unterstützung der PA in die Hände von Terroristen gelangt. 

 
Aus Sicht auch der palästinensischen Christen ist es völlig unverständlich, dass die EU die korrupten palästinensischen Behörden mit gewaltigen Summen unterstützt. Die führende Oberschicht würde sich bereichern während kaum Geld für die Infrastruktur oder Bildung investiert wird.
Wir hoffen, die EU stoppt diese Gelder oder achtet darauf, dass sie nicht in dunklen Kanälen verschwinden“, sagen sie.

Die vielfältige und wachsende christliche Gemeinde Israels – seien es messianische Juden, palästinensische oder russisch-stämmige Christen – versteckt sich nicht in einem geistlichen Elfenbeinturm, sondern übernimmt Verantwortung. Die Jesus-Nachfolger Israels sind ein Segen für das Land. Der Philippus-Dienst unterstützt sie in ihrem Engagement.
Wenn Jesus heute nach Israel käme, würde man ihn vielleicht im Bereich des Busbahnhofs von Tel Aviv oder in den Armensiedlungen von Jerusalem antreffen.

aus: Factum, aktuelles Heft 3/2014


14.4.14

Freiheit der Religion in der Palästinensischen Autonomie - wie es bei der Konferenz "Christ at the Checkpoint" gesehen wird

Freiheit in Palästina? Vielleicht nicht

Ein Thema der dritten „Christ at the Checkpoint“-Konferenz, die im März 2014 in Bethlehem stattfand, war, dass palästinensische Christen mit der moslemischen Mehrheit in ihrer Gesellschaft angeblich gut zurechtkommen, aber die israelische „Unterdrückung“ ihnen Probleme beim Ausleben ihres Glaubens bereitet. 

Die Organisatoren der Konferenz waren derart auf diese Argumentation fixiert, dass sie sich hinreißen ließen, einen Treueschwur auf die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) zu leisten und deren Hymne sangen.

Die Probleme der christlichen Gemeinde auf die „israelische Besatzung“ zu schieben, ist jedoch absolut falsch. Wie die Internationale Christliche Botschaft Jerusalem berichtete, ergab die letzte britische Volkszählung von 1948 etwa 30.000 christliche Araber in Jerusalem, während die erste israelische Volkszählung in Ost-Jerusalem von 1967 nur 11.000 vorfand. Fast zwei Drittel der christlichen Einwohner haben in der Zeit unter jordanischer und damit moslemischer Hoheit die Stadt verlassen. 

Viele christliche Araber fühlen sich jedoch nicht diskriminiert. „Gesetze diskriminieren keine Mitglieder der palästinensischen Gesellschaft“, sagte Dimitri Diliani, ein christlicher Sprecher der Fatah, welche die Regierung der PA stellt. „Praktisch existiert allerdings Diskriminierung, aber nur auf persönlicher Ebene, und zwar viel weniger als in anderen Demokratien. 

Palästina ist die Wiege des Christentums.“ Diliani rühmte „den toleranten Charakter des palästinensischen Volkes“. Christen und Moslems kämen in der Gegend gut miteinander zurecht.

Aber nicht alle stimmten ihm zu. Waleed Al Husseini ist ein palästinensischer Blogger, der als Moslem aufwuchs, sich heute jedoch als Atheist bezeichnet. Al Husseini erzählte IsraelHeute, dass es nicht ganz so einfach sei. „Obwohl es stimmt, dass Christen ihre Religion ausüben dürfen und zur Kirche gehen können, sind sie vielen Restriktionen ausgesetzt“, erläuterte er. 

„Das Bildungssystem zwingt auch christliche Schüler, den Koran zu lernen, auch solche Passagen, die andere Religionen als minderwertig beschreiben.“ 

Diliani besteht jedoch darauf, dass „der palästinensische Lehrplan von einem Komitee ausgearbeitet wurde, an dem auch Christen beteiligt waren.“ Deswegen sei es unverdächtig, Hass gegen Christen zu schüren. Al Husseini meint, dass Christen wie Diliani die Realität leugnen, weil sie Angst haben: „Jeder weiß, dass man die PA nicht kritisieren darf. Es ist viel bequemer, für alles Israel die Schuld zu geben. Leute, die diese Regel brechen, werden am Ende beschuldigt, mit dem Feind zusammen zu arbeiten.“ 


Der Blogger hatte am eigenen Leibe zu spüren bekommen, von welcher Sorte die Freiheit der palästinensischen Demokratie ist. „Ich war zehn Monate im Gefängnis, da bin ich physisch und psychisch gefoltert worden.Und das nur, weil ich gegen den Islam gesprochen und mich für einen Atheisten erklärt habe“, sagte Al Husseini. „Anfangs war es meiner Familie egal, ob ich bete oder Fastentage halte. Aber als ich dann inhaftiert war, kritisierten sie mich.“ Er ist sich sicher, dass die Veränderung bei seiner Familie von Angst motiviert war. 

Während Diliani behauptet, dass die palästinensische Gesellschaft tolerant gegenüber anderen Glaubensrichtungen und Weltanschauungen sei, wendet Al Husseini ein, dass er immer noch Droh E-Mails bekomme, weil er vom Islam abgefallen sei. Damit ist er nicht allein: „Drei Freunde von mir, aus Qalqilya (einer Stadt im Westjordanland), wurden verdächtigt, Atheisten zu sein. Sie bekamen Drohungen von der Hamas und von der Hizbul Tahrir. Sie gingen zur Polizei. Dort hat man ihnen nur geraten, ihre atheistische Lebensweise aufzugeben, da sie sonst verhaftet würden.“
 
Anhänger der radikalen, religiösen Partei Hizbul Tahrir demonstrieren in der West Bank


Al Husseini versteht nicht, dass die Palästinensische Autonomie einen eigenen Staat fordert, obwohl sie nicht einmal Willens ist, grundlegende Menschenrechte zu garantieren.„ Die PA versucht, die Welt zu überzeugen, dass sie Freiheit (von Israel) will, aber wenn dies wirklich so wäre, hätten sie mich nicht eingesperrt“, unterstrich er. „Sie lügen über meinen Fall, um internationale Anerkennung zu bekommen und ihre politische Agenda voranzutreiben. Genauso lügen sie über die Gleichberechtigung der Christen.“

Aus: IsraelHeuteMagazin

8.11.13

„Illegaler“ Wohnungsbau

von Ulrich W. Sahm

Reflexartig empört sich die Welt bei jeder Ankündigung neuer Siedlungswohnungen, ohne zu bemerken, dass die gleichen Wohnungen in früheren Planungsphasen längst angekündigt worden sind.

Was sind eigentlich „völkerrechtlich illegale jüdische Siedlungen“? Es gibt kein Völkerrecht, das Juden verbietet, irgendwo zu wohnen. Die Genfer Konvention von 1949 verbietet einem Besatzerstaat, seine Bevölkerung in besetztes Gebiet zu „deportieren oder zu transferieren“. So der bindende englische Wortlaut. Gemeint war das Vorgehen der Nazis in den Ostgebieten. Weil das mit Nahost nicht vergleichbar ist, hat das IKRK die Begriffe „deportieren“ und „transferieren“ in „Umsiedeln“ verwandelt. Niemand behauptet ernsthaft, dass die „extremistischen“ jüdischen Siedler unfreiwillig ins Westjordanland oder nach Ostjerusalem „deportiert“ worden seien. Da in vielen Siedlungen christliche Familien und Palästinenser leben, ist auch das Wort „jüdisch“ problematisch. Korrekter wäre es, sie „israelisch“ zu nennen.

Die Besetzten Gebiete gehören keinem Souverän - (Maale Adumim)
 „Siedlungen“ sind Wohnviertel mit 70.000 Einwohnern in Jerusalem, die Universitätsstadt Ariel, Dörfer und Städte mit Industrievierteln und Wohnsilos. Israelische Rechtsexperten wie Alan Baker behaupten, dass die Konvention auf Israel nicht angewandt werden könne, weil die besetzten Gebiete keinem Souverän gehören. Die Ägypter hatten den Gazastreifen bis 1967 nur „verwaltet“. Cis-Jordanien ist vom Königreich Jordanien erst besetzt und dann „völkerrechtswidrig“ annektiert worden. Palästinensische Souveränität steht noch aus. Ob ein palästinensischer Staat entsteht und welche Gebiete Palästina oder Israel zugeschlagen werden, muss durch Verhandlungen geklärt werden. Sowie sich Israel und Palästinenser auf eine Grenze geeinigt haben, wäre automatisch auch die Siedlungsfrage geklärt.

Für Frieden mit Ägypten hat Israel 1982 alle Siedlungen im Sinai geräumt, darunter die Stadt Jamit. 2005 hat sich Israel aus dem Gazastreifen zurückgezogen. Dabei wurden alle 8.000 Siedler nach Israel geholt. Gleichzeitig hat Israel seine Siedlungen im nördlichen Cisjordanien geräumt.
Die ersten „Siedlungen“ entstanden nach dem 6-Tage-Krieg von 1967 als eine Erfindung der linken Arbeiterpartei. Nach dem dreifachen Nein der arabischen Liga in Khartum – „kein Frieden, keine Anerkennung, keine Verhandlungen mit Israel“ – war klar, dass Israel auf den besetzten Gebieten sitzen bleiben würde. Um Hunderttausende feindselig gesinnte Araber zu kontrollieren, kam mangels Soldaten die Idee auf, Zivilisten an strategischen Stellen zu positionieren.

Der 1967 begonnene Bau riesiger Wohnviertel (Siedlungen) in Jerusalem sollte es unmöglich machen die Stadt jemals wieder zu teilen. Das hat für Juden emotionale, religiöse und nationale Gründe, die weder von Moslems noch von der „christlichen Welt“ geteilt werden. Mit der Wahl Menachem Begins 1977 begann eine religiös motivierte Siedlungspolitik.

Heute vertrauen die Linken auf palästinensischen „Friedenswillen“, trotz zweifacher Intifada, Tausenden Toten und Drohungen, den jüdischen Staat Israel zu zerstören. Die Rechten sehen das „verheißene Land“, haben kein Vertrauen in die Araber und meinen, dass Israel nur mit Kontrolle über die Palästinenser überleben könne. Die Palästinenser wiederum halten ihre Ansprüche auf Ostjerusalem mitsamt allen Heiligen Stätten für verbrieftes Recht und bauen ihrerseits „illegal“, ohne Baugenehmigung. Mitten in Jerusalem.
Palästinensische Siedlung (?) ohne Genehmigung in Jerusalem errichtet (Silwan)
Ein Tipp für politische Aktivisten aller Seiten: Seit dem 2. Weltkrieg ist in Europa kein Friedensvertrag unterzeichnet worden. Die Auflösung Jugoslawiens mit mehr Toten als in allen Nahostkriegen zusammengenommen, das besetzte Nordirland und die Spaltung Zyperns sind Beispiele für ungelöste Probleme. Es gibt genug zu tun.

28.9.13

Die schleichende Landenteignung

Im Juli schickten die Nonnen des griechisch-orthodoxen Klosters in Bethanien in Jerusalem einen Hilferuf an den Palästinenservertreter Abbas. Der Grund sind die eskalierenden muslimischen Angriffe auf ihr Kloster. Die Nonnen leben verbarrikadiert aus Schutz vor den gewalttätigen Übergriffen.

Zu den Angriffsmethoden gehören Steinwürfe, Zerbrechen von Glasscheiben, Diebstahl, Plünderungen von Klostereigentum sowie Lautsprecher, die von benachbarten Häusern auf das Kloster ausgerichtet sind. Fünf mal pro Tag dröhnen die Gebetsrufe in ohrenbetäubender Lautstärke in das Kloster. Die Nonnen nennen das eine Strategie der Einschüchterung.

Zwar erhalten sie Solidaritätsbesuche von befreundeten Christen und Muslimen, aber die Angriffe gehen weiter. Die orthodoxen Nonnen wissen, diese Angriffe sind ein Zeichen, dass sie fliehen und das Gebiet verlassen sollen. Aber sie werden nicht weggehen.

Das Kloster der Auferweckung des Lazarus
Das Kloster steht an dem Ort, wo seit frühester Tradition Christen die Auferweckung des Lazarus am Samstag vor dem Palmsonntag feiern und die Palmenprozession am nächsten Tag nach Golgatha beginnt. In den letzten Jahren stören Radikalmuslime auch diese Feiern.
Am Ostabhang des Ölberges, in einem idyllischen Jerusalemer Vorort gelegen, war das Kloster eine Oase für Beter weltweit. Seit Arafats Zeiten wird dieses Gebiet nun islamisiert. Unkontrollierte Bebauung und Umweltverschmutzung gehen einher mit steigender Kriminalität. Kürzlich deklarierte eine muslimische Großfamilie den Klostergrundbesitz als ihr Eigentum.
Zum Leidwesen der Kirche verlegt die israelische Sperrmauer das Kloster in den palästinensischen Bereich. Bislang weigern sich die palästinensischen Behörden, Kontrolle über das wachsende Sozialproblem auszuüben. Das Kloster ist wie ein Niemandsland geworden, wo Kriminalität, Machtmissbrauch und Korruption florieren.

Die Situation des Klosters in Bethanien ist kein Einzelfall. Da, wo es eine muslimische Majorität gibt, leiden Christen. Der Westabhang des Ölbergs ist auf diese Mobbingweise bereits fast christenrein gemacht worden. Muslime übernehmen eine Gegend, Haus für Haus, immer nach dem gleichen Muster.
So gaben die Marienschwestern ihr Kloster auf der Westseite des Ölbergs vor Jahren auf, wegen des gefährlichen muslimischen Mobbings, das, zusammen mit der ohrenbetäubenden Lautstärke der Minarettrufe, das Leben der Schwestern unerträglich machte. Das danebengelegene internationale christlichen Gästehaus musste ebenfalls dem muslimischen Mobbing Platz machen. Die Pilger wurden von dem muslimischen Nachbarn überfallen und im Haus selber von dem schreienden Lärm der Minarette gemartert.

Daneben lag das Haus der Kirche Church of God, das als Pfarrhaus diente. Nach jahrelangem, lebensbedrohlichem Mobbing gegen die Pfarrfamilie musste die Kirche das Haus den Nachbarn überlassen.
In der Altstadt von Nazareth, neben der griechisch-orthodoxen Verkündigungskirche, bekam der Jahrtausende alte griechisch-orthodoxe Brunnen der Jungfrau Maria einen neuen Namen: Nazareth-Brunnen. Unter der Leitung des muslimischen Bürgermeisters heißt nun auch die Bushaltestelle „Nazareth Brunnen“. Kein Pilger wird an dem nun unsauberen den bekannten Marienbrunnen vermuten. Die Islamisierung schleicht voran.

Nahe Bethlehem wurde das griechisch-orthodoxe Kloster aus dem 4. Jahrhundert aus Schutz vor den gewalttätigen Überfällen muslimischer Nachbarn mit Eisentüren verbarrikadiert. 

Mar Saba, griechisch-orthodoxes Kloster in der Nähe von Bethlehem
Der 80-jährige Abt wurde neulich durch Steinwürfe schwer verletzt. Dabei verlor er ein Auge. Als die muslimischen Nachbarn eins der großen Häuser des Klosters beschlagnahmten, intervenierte der tapfere Abt. Vergeblich. Die zum Kloster gehörende zweitausend Jahre alte Zisterne ist kürzlich zerschlagen und zugemüllt worden.
Der Grund all dessen? Die Christen sollen endlich gehen.

von Khamal Idran
Aus israelheute 

20.7.13

Ein offener Brief


Danny Ayalon, Israels Botschafter in verschiedenen Ländern, zuletzt in USA und früherer stellvertretender Außenminister Israels, hat wegen der neuen Förderrichtlinien-Kampagne der EU einen Brief an die Kanzlerin Angela Merkel geschrieben. 

An open letter to Her Excellency Angela Merkel


Dear Madam Chancellor,

I have had the privilege of meeting with you several times in my various positions serving the government of the State of Israel. I have always been impressed with your leadership and commitment to Israel's security and well-being in our region, with its risks and uncertainties.

A special relationship exists between our two countries, and Germany has been a true friend of Israel and the Jewish people, proven many times over. Under your direction, Germany has become the leading country in the European Union economically and financially. You have overcome historical sensitivities to become leaders politically and militarily as well. There is no doubt that today Germany is the most influential country in the EU and a major player in the global arena.

I am quite sure that decision to impose economic sanctions on Israel, made by the EU bureaucracy in Brussels, was an unexpected surprise for you, as it was for all friends of Israel worldwide. This is not only because of your support of Israel, but also because of your sense of justice and morality.  This decision lacks any political and diplomatic logic.

Modern history cannot recall a case in which democratic nations imposed sanctions on any other democratic country which shares with them the rule of law, transparency, and preservation of minority rights. Nor has there been a case of imposing such sanctions without going through the legal process in the UN Security Council according to its mandate.

Even dictatorships like Iraq of Saddam Hussein, South Africa during the apartheid and Iran today, were punished with sanctions only after exhaustive international deliberations and resolutions made by the Security Council.

The immorality of this action without a legal international case is especially flagrant in light of the EU's refusal to impose sanctions on terrorist organizations such as Hezbollah after murderous acts committed on European soil as demonstrated in Burgas, Bulgaria.

Imposing sanctions on Israel which has an existential conflict with the Palestinians is blatant interference in the process that should be dealt with directly between the parties, without preconditions. Active interference in favor of one side will cause irreversible damage. Such a step will harden the position of the Palestinians who will lose any reason to negotiate. This, in turn, will stifle any flexibility that Israel may have thought to offer, thus alienating prospects for peace.

Israel has always deemed Europe as a partner based on shared values of democracy and freedom, and common economic and security interests.

The fate of Europe, Israel and other Western democracies are intertwined in the common fight against international terrorism and extremism. We have always viewed Europe as a role model, objective and fair, that can bring both sides together, rather than driving them apart.  Europe should encourage a peaceful solution and not perpetuate the conflict.

This unilateral and brutal move planned by the European Commission is not only morally unjust and politically illogical, but it undermines the trust and confidence of Israel in its allies in Europe.

I know, Madam Chancellor, you realize the tremendous responsibility Germany has as the leading country in the European Union, and as an ally of Israel, to intervene in time to stop and roll back this harmful development coming out of Brussels.

With great respect,

Sincerely yours,

Danny Ayalon