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| Pastor Steven Khoury |
Christen und messianische Juden - Ihr Stand, ihre Probleme, ihre Wünsche, ihre Ansichten
23.12.14
Palästinenser, die Israel lieben - Interview mit Naim Khoury
9.9.13
Uralte Kupferminen unter Kontrolle von David und Salomo
Laut dem Archäologenteam aus Tel Aviv lag der Höhepunkt des Kupferabbaus im zehnten Jahrhundert vor Christus. In dieser Zeit herrschten die Könige David und Salomo. Festgestellt wurde das Dank der C-14-Methode – einer Technologie, die es noch nicht gab, als die Stätte zum ersten Mal untersucht worden war. „Zwei Statuen alter Ägypter empfangen jeden, der durch den Eingang geht,“ erklärte Dr. Erez Ben-Yosef. „Dennoch wurde der gesamte Ort 'König Salomos Minen' genannt. Eine Bezeichnung, die der mythologische Archäologe Nelson Glueck in den 1930er Jahren prägte. Der Begriff wurde jedoch schon in den 1960er Jahren wieder abgeschafft.“ Laut Ben-Yosef wurde der Begriff verworfen, nachdem der antike Tempel der ägyptischen Gottheit Hathor in der Nähe der Minen gefunden worden war.
Der Altertums-Wissenschaftler Beno Rothenberg sah den Hathor-Tempel als Beweis, dass der gesamte Bereich vom späten 14. Jahrhundert bis in die ersten Jahrzehnte des 12. Jahrhunderts vor Christus vom neuen ägyptischen Königreich aus unterhalten wurde. „Rothenberg war ein exzellenter Archäologe, aber die C-14-Methode gab es noch nicht, als er seine Recherchen durchführte.“, so Ben-Yosef.
Das Team aus Tel Aviv benutzte elf Proben – zehn Dattel-Samen und einen Oliven-Kern – aus den hunderten Samen und Knochen, die im sogenannten „Sklavenhügel“ gefunden wurden. Dort sollen die Sklaven gelebt haben, die in der Mine arbeiteten. Diese Annahme war jedoch immer umstritten. Ben-Yosef warnte, dass diese neue Entdeckung nicht beweisen kann, wer tatsächlich dort arbeitete. „Es gibt keinen Beweis, der nahelegt, dass Salomo oder David wirklich an dieser Stätte waren. Und wir konnten keinerlei Tongefäße aus Jerusalem entdecken. Aber das ist auch in Ordnung. Akzeptiert man die biblische Geschichte, so haben die Israeliten die Minen nie selbst unterhalten.“
„Die Geschehnisse in der Bibel stimmen mit den Funden am Sklavenhügel überein. Es ist denkbar, dass die Bevölkerung nahe der Mine eine antike Gruppe der Edomiter war. Diese standen unter Jerusalemer Kontrolle, als David mit seinen Eroberungen begann,“ erklärte Ben-Yosef. „Ich glaube, Jerusalem hatte eine Garnison dort stationiert, deren Aufgabe es war, das Gebiet zu verteidigen und von den Edomitern Steuern einzutreiben.“
israel heute
21.6.13
Antizionismus im palästinensischen Christentum
14.5.13
Shavuot
„So sollst du von den Erstlingen aller Frucht des Erdbodens nehmen, die du von deinem Lande einbringen wirst, das Jehova, dein Gott, dir gibt, und sollst sie in einen Korb legen und an den Ort gehen, welchen Jehova, dein Gott, erwählen wird, um seinen Namen daselbst wohnen zu lassen“ (Deut 26:2)
Shavuot wird in der Erntezeit gefeiert, daher ist ein anderer Name für das Fest auch Chag HaKatzir, das Erntefest. Während der Zeit des ersten und zweiten Tempels gingen die jüdischen Bauern hinaus auf ihre Felder und markierten die Früchte die zu treiben beginnen mit einem Faden. Dann legten sie die Früchte in einen besonderen Korb, um sie zum Tempel nach Jerusalem als Opfer zu bringen.
Shavuot markiert den ersten Tag an dem die Bauern begannen die ersten Früchte zu bringen, daher ist er auch als Yom HaBikkurim, Tag der Erstlingsfrüchte bekannt.
Shavuot ist eine Feier des Lebens, eine Zeit in der wir unsere Völkerschaft beteuern und unseren Überfluß feiern. Gewöhnlich essen wir Milchprodukte an Shavuot und dekorieren unsere Häuser und Synagogen mit Blumen und Ziergrün.
Shavuot bedeutet Wochen und bezieht sich auf das Zählen der sieben Wochen ab Pessach bis zu der Zeit an der die Israeliten die Tora erhielten, am sechsten Silvan.
1.3.13
Juden, die an Jesus glauben - unerwünscht?
Sind Juden, die an Jesus glauben, keine Juden in ihren Augen? Zu den groß angelegten Konferenzen, wie die letztes Jahr in Frankfurt und die kommende Israel Konferenz in Berlin, sind die messianischen Juden, wenn sie offiziell auftreten, unerwünscht. Juden, die an Jesus glauben, und deren Organisationen, wie zum Beispiel “Beit Sar Shalom”, die sich für das Bekanntmachen des Evangeliums unter Juden stark machen, werden geschnitten und abgelehnt, weil viele Menschen der Meinung sind, “Judenmission”, wie es verächtlich genannt wird, das geht gar nicht.
Wladimir Pikman von der oben erwähnten Organisation Beit Sar Shalom drückt es so aus: "Brauchen Juden Jesus zum Heil? Die Frage ist echt komisch. Sind Juden keine Menschen? Warum erlauben sich Christen, Jesus von Juden fernzuhalten? Warum wagt derjenige, der behauptet, an Jesus zu glauben, überhaupt eine solche Frage zu stellen? Christen sollten wissen, dass Jesus das Beste ist, dessen jeder Mensch bedarf, und aufhören, Juden in Bezug auf ihren Messias zu benachteiligen. Sie sollten stattdessen überlegen, wie man den Juden durch Wort und Tat Jesu Güte und Liebe richtig vermitteln kann. Damit sowie mit weiteren Argumenten und entsprechenden Bibelstellen können wir messianische Juden gut und gerne den anderen Christen helfen."
Dass jetzt auch die Kirchen diese – gegen Jesu Gebot gerichtete – Ansicht vertreten und den Jesus-gläubigen Juden die kalte Schulter zeigen, macht nur deutlich, dass die Kirchen sich um Jesu Missionsauftrag nicht mehr scheren und es ihnen nur noch darum geht, dem Mainstream zu folgen und mit allen Aktionen möglichst angepasst zu sein.
9.3.12
17.2.12
Der Konflikt um Orthodoxe
Der "Spiegel" geht von zehn Prozent Orthodoxen in Israel aus. Aber selbst bei einem Anteil von 30 Prozent Orthodoxen, mit dem der "Spiegel" in 50 Jahren rechnet, wären die Orthodoxen noch immer eine Minderheit. Das Magazin schreibt, Israel ähnele in vielem "mehr Iran als Europa". Diese Bewertung ist abwegig. Damit macht er aus einem Phantom eine Wirklichkeit.
Auf elementare Fakten in dieser Debatte weist der Nahost-Korrespondent Johannes Gerloff hin. Er schreibt über die israelische Realität: "Für den Fall, dass dies nicht klar sein sollte, sei betont: In Israel wird niemand hingerichtet, weil er die Ehe gebrochen, eine Demonstration gefilmt oder einen wie auch immer gearteten ideellen 'Krieg gegen Gott' initiiert hat - alles Gründe, um im Iran zum Tode verurteilt zu werden. Wir haben hier in Israel eine größere Freiheit zur Äußerung unserer Meinung als in Deutschland. Auch gibt es in Israel keine Gesetzgebung, die jemanden - vergleichbar mit den Nürnberger Gesetzen von 1935 - aufgrund seiner Abstammung oder rassischen Zugehörigkeit diskriminieren würde.
Die Vergleiche des modernen jüdischen Staates Israel mit dem nationalsozialistischen Deutschland, Mullahregime in Teheran oder dem Apartheidsystem Südafrikas sind falsch, unwahr und - falls wider besseres Wissen und mit propagandistischer Absicht verbreitet - gelogen!
Dass diese und viele andere Unwahrheiten auch von Menschen jüdischen Glaubens oder jüdischer Abstammung verbreitet werden, macht sie noch lange nicht wahr. Vielmehr belegen diese schamlos übertriebenen Aussagen von Juden über ihre eigene Gesellschaft und ihren eigenen Staat, dass uns keine Wahl bleibt, als den alten Ratschlag des Juden Saul aus Tarsus zu beherzigen: < Prüft aber alles und das Gute behaltet. > (1. Thessalonicher 5,21)"
Dazu gehört auch zu bedenken, dass es keine Bibel gäbe, wenn nicht ernsthaft gläubige Juden das Wort Gottes auf das Genaueste gehütet, bewahrt und getreulich abgeschrieben hätten. Rabbiner Yehuda Teichtal, der das jüdische Bildungszentrum Berlin leitet, hat unlängst geschrieben: < Wenn Moses heute in eine Synagoge kommen und aus unserer Thora lesen würde, so könnte er feststellen, dass diese Buchstabe für Buchstabe, Wort für Wort, Abstand für Abstand genauso ist, wie die, die er vor 3284 Jahren geschrieben hat. >Gerade aus einer christlichen Perspektive gehört auch dieser Aspekt zu einer fairen Bewertung orthodoxer Lebenswirklichkeit.
Aus: "Factum" Magazin, Ausg. 1/12, Autoren: TL u. JG
11.2.12
Der Konflikt um Orthodoxe
Manche Ultraorthodoxe lehnen den Staat Israel ab, weil er nicht vom Messias, sondern von Menschen ausgerufen wurde. Sie hätten es gerne, dass Frauen und Männer in Bussen getrennt sitzen und wollen, dass auf Werbeplakaten keine Frauen mehr zu sehen sind. Sie wollen der Mehrheit vorschreiben, wie sie zu leben hat und konnten einige Erfolge erzielen. Der Mehrheitsgesellschaft ist der Konflikt bewusst geworden, sie setzt sich jetzt gegen die ultraorthodoxe Anmaßung zur Wehr. Es fanden große Demonstrationen und verschiedene Protestaktionen statt.
Es sind nicht alle Orthodoxen so gestrickt, wie die Eiferer. Viele Orthodoxe distanzieren sich von den Radikalen, einige kamen sogar zu den Demonstrationen. Viele Orthodoxe sind gelehrsame Gläubige, friedliebend und weltoffen, ebenso dem Wort verbunden, wie dem Nächsten zugewandt. Das Bild, das die Presse jetzt vom orthodoxen Judentum zeichnet, hat mit der Wirklichkeit nicht viel zu tun.
Medien funktionieren nach dem Schwarmprinzip. Wer als erster eine Story hat, von der man annehmen darf, dass sie Auflage und Quote nach oben treibt, löst damit eine Schwarmbildung aus: Flugs schwimmen alle Seit an Seit beschleunigt in dieselbe Richtung. Solange, bis woanders neue Beute gewittert wird.
Auch der "Spiegel" berichtete getreu dem Motto: "Die größte Übertreibung ist der dickste Köder" über das Geschehen. Das Land zwischen Hightech und Tugendwahn sei auf dem Weg der Talibanisierung. Bald werde der Sittlichkeitsterror die Oberhand behalten. Als Beleg präsentierte die Autorin eine rechte Schauergeschichte von zwei total verhüllten Frauen. Als Beweisfoto dienen zwei Kleiderberge, unter denen sich Frauen verbergen.
Berichtet wird von einer besonderen Gestrengen, die 27 (!) Lagen Stoff übereinander trage, um sicherzustellen, dass die Sittlichkeit gewahrt bleibe. Sogar die Wände der Dusche habe diese Frau verhüllt, sie wolle ihr Ehrgefühl auch nicht von den Wänden verletzen lassen. Sie halte es auch für sittlicher, nicht mehr zu sprechen, Schrift und Gesten genügen ihr. Dass sie als Kind missbraucht wurde und vier Jahre im Gefängniss saß, erfährt der Leser am Rande. Solch extreme Einzelfälle sind kaum eine Gefahr für ein freies Israel und sagen mehr über die Psyche der betreffenden Frau aus, als über die Realität des Landes.
Der "Spiegel" rechnet anhand der Geburtenrate der Frommen vor, wie lange es wohl dauert, bis alle Frauen in Israel so rumlaufen müssen, wie es die erwähnte Frau innerhalb ihrer vier Wände für richtig hält. Diese Gefahr existiert nicht. Keine relevante Gruppe im Judentum erhebt diese Forderung.
Aus: "Factum" Magazin, Ausg. 1/12, Autoren: TL u. JG
27.8.11
Mit dem Wort Gottes in den Kampf
3.9.10
Rosh Hashana Teil I
UrsprungMit Rosh Hashana, was wörtlich "Kopf des Jahres" heißt, wird das jüdische Neujahr gefeiert. Wir gehen heute von dem Jahr 5770 in das Jahr 5771 des jüdischen Kalenders über. Der Feiertag wird am Ersten des jüdischen Monats Tishri, in diesem Monat der 9. September, besser gesagt, am Abend davor begangen. Man kennt dem Feiertag auch als „Jom Teruah“, der Tag der Trompeten.
Rosh hashana erinnert die Juden vor allem an Gottes Erschaffung des Universums, denn nach rabbinischer Überlieferung und Tradition erschuf der HERR das Universum an genau diesem Tag. Und ebenso glaubt die jüdische Tradition, dass das Schicksal der Gläubigen bzw. der Gerechten, der „tzaddikim“ im Buch des Lebens und das Schicksal der Sünder, der „resha-im“ im Buch des Todes aufgeschrieben wird.
Zehn Tage zur Umkehr
Jedoch hat der Mensch zehn Tage "Aseret Jemei Tschuwa", bis Jom Kipur, Zeit, umzukehren und seine Sünden zu bekennen, um eine Änderung seines Schiksals zu erreichten und erst am Jom Kipur kann er mit Gott versöhnt werden.
So löst Rosh Hashana eine zehn Tage Periode aus, in der Gebet, Selbstprüfung und Umkehr geübt wird, und die dann in den höchsten heiligen Feiertag, den Tag der Sühne, auch Versöhnungstag, dem JOM KIPUR mündet. Diese zehn Tage werden "Jamim Norai'm" genannt, die Tage der Ehrfurcht oder die höchsten heiligen Tage.
Am 9. Tishri wird von dem Vorsänger in der Synagoge das heiligste aller Gebete, das "Kol Nidrei" gesungen. Kol Nidrei heißt: alle Gelübde, und hierbei werden alle unerfüllten Schwüre und Gelübde, die im Laufe des Jahres gemacht wurden, für nichtig erklärt, damit Gott allen auch die schweren Urteile, die als Folge der unbeachteten Schwüre auf den Menschen lasten, erlassen mag.
| Sept. | |||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 |
| Eilul | Tishri | ||||||||||||
| 28 | 29 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 |
| Seli-chot | Erev R-h | Rosh ha-shana | Jamim Norai'm | Kol Nidrei | Jom Kippur | | | ||||||
Teil II folgt.
11.1.10
40 Tage Fasten und Gebet Für die Gemeinde Jesu, Deutschland und Israel

Deutschland befindet sich – wie alle Nationen – auf dem Weg in das biblische „Tal der Entscheidung“ (Joel 4,14). Dort wird sich letztendlich entscheiden, ob unser Volk zu den „Schafen“ oder den „Böcken“ (Matt. 25,31ff) zählen wird. Auf dem Weg dorthin wird es zu Vorentscheidungen kommen. Zum Beispiel in Bezug auf unsere Stellung zu Gottes Plänen mit Israel und Jerusalem einerseits und den Plänen der EU und der UN auf der anderen Seite. Diese Frage wiederum hängt zusammen mit der Frage, wie ernst Deutschland – nicht zuletzt im Umgang mit dem radikalen Humanismus und dem radikalen Islam – seine eigenen jüdisch-christlichen Wurzeln nimmt.
Das Schicksal Deutschlands wiederum wird maßgeblich davon beeinflusst, inwieweit wir als Gemeinde Jesu in der Gnade Gottes (Röm. 5,20) in unsere Berufung hineinwachsen, inmitten unserer Gesellschaft „Salz und Licht“ (Matt. 5,13–14) und eine „königliche Priesterschaft“ (1. Petr. 2,9) zu sein.
Und für einen derartigen nationalen geistlichen Durchbruch hin zu dieser neuen Ebene der Vision, der Einheit, der Demut und der Vollmacht der Gemeinde Jesu bedarf es des kollektiven Fastens und Gebets. Sich daran zu beteiligen, dazu möchte ich allen Lesern, ja allen gläubigen Christen in Deutschland von Herzen Mut machen! Die 40-Tages-Initiative Anfang 2010 bietet dazu eine hervorragende Gelegenheit.
Unterstützt wird diese Initiative durch:
Harald Eckert - Christen an der Seite Israels
Ortwin Schweizer - Wächterruf
Michael Winkler - Forum Leben Networking
Jobst Bittner - TOS
Keith Warrington -
11.11.09
Auf welcher Seite stehst du?

Er war ein echt netter Mensch. Alle Palästinenser, die ich kennenlernte, waren nett und haben mich gut behandelt. Meine angeheiratete Familie hat mich angenommen, hineingenommen und die herzliche Verbindung besteht bis heute.
Ich wage heute gar nicht daran zu denken, welche Lehre mich beeinflusst und welche Sichtweise ich entwickelt hätte, wäre ich jedoch in Beit Jala geblieben. Ich hätte es aber wahrscheinlich gar nicht als falsch empfunden.
Man muss ja nur verhindern, dass ein Mensch die Bibel liest, als Gottes Wort ernst nimmt und die praktische Lehre dazu bekommt. (Normal in vielen Kirchen, nicht wahr?). Dann ist er offen für alles, was die Welt an Ideologien, Lehren, politischen Ansichten und Religionen zu bieten hat. Und das Vermischen mit dem christlichen Glauben ist dann kein Kunststück mehr. Für die Christen in Bethlehem sowieso nicht. Ihre Tradition und Gemeinschaft gibt ihnen zwar Halt aber keinen wirklichen Glauben. Schon damals konnte ich sehen, das nur da, wo echter Glaube da war, die Leute sich von ihren moslemischen Landsleuten deutlich distanzierten. Allerdings hörte ich auch niemanden Solidarität mit Israel bekunden.
Ich glaube, die palästinensischen Christen lebten und leben heute noch in einer permanenten ideologischen Zwickmühle. Ihr Ausweg: möglichst über beide Themen, die Moslems und Israel, so wenig wie möglich reden. Dann kommt man auch nicht in die Verlegenheit, sich offenbaren zu müssen. Das führte bei vielen aber auch zu einer Identitätskrise. Die Lösung daraus war: a) emigrieren, b) sich klar auf die eine oder andere Seite schlagen. Die meisten, die im Land blieben, schlugen sich auf die andere Seite, wie man an Jadalla Shihade sieht.
Ich wäre wahrscheinlich sowohl geistlich als auch politisch in einer Grauzone steckengeblieben. Aber bei mir hatte Gott - wie an vielen Stellen meines Lebens - seine Hand im Spiel.
Dass ich aber in dieser Zeit in meiner politischen Haltung (sofern ich überhaupt eine politische Haltung hatte!) sehr pro-palästinensisch beeinflusst worden war, lässt sich daran erkennen, dass ich in den ersten Jahren in Deutschland (ab 1989) zu pro-palästinensischen Veranstaltungen gegangen bin. Ich hatte, weil mein Leben bei den Arabern ja nicht schlecht war, meine Identität verlagert und mich ganz eins mit den Palis gefühlt. Und dass wollte ich auch zeigen. Ich war sogar bei Felicia Langers Veranstaltungen in Tübingen und habe ihr Beifall geklatscht!
Allerdings hatte ich nie eine Israel-feindliche Einstellung. Da ich mit meinem Mann sehr oft in Israel rumgereist bin, haben wir viele nette Israelis kennengelernt.
Dennoch konnte ich in den ersten Jahren in der CGR bei Vorträgen und Predigten über Israel nur mit Unruhe zuhören und musste manches Mal vorzeitig rausgehen, weil ich die Lobhudelei, wenn von dem wunderbaren, auserwählten Volk, das die Wüste zum Blühen bringt, geschwärmt wurde, nicht ertragen konnte. Erst nach und nach fing sich mir an, das Wort Gottes zu erschließen.
Wir wurden in der Gemeinde dazu angehalten, die Bibel ganz zu lesen. Die Bibel nach Bibelleseplan in einem Jahr durch! Das blieb nicht ohne Auswirkung. Zusammen mit einer guten Auslegung bzw. Lehre hat es den Effekt, dass man die größeren geistlichen Zusammenhänge erkennt, Gottes Wort als sein Wort an uns Menschen wertet und natürlich entdeckt, was die Bedeutung von Israel ist.
Wie ich allerdings eine geradezu enthusiastische Liebe für Sein Volk bekommen habe, ist mir bis heute unerklärlich. Denn Er hat mir diese Liebe für die Juden und Israel in mein Herz gelegt.
Ich wurde verwandelt, meine Haltung um 180 ° gedreht. Dennoch, mein Herz schlägt noch immer sehr für die Palästinenser, die ich immer als liebenswürdige, warmherzig Menschen kenengelernt habe. Aber es ist mittlerweile schwer, das zu zeigen. Denn die Palis sind einfach so erbärmlich und machen alles falsch, was man nur falsch machen kann. Die Christen lassen sich von den Moslems in eine politische Haltung drängen, die Moslems werden vom Islam verkorkst, und alle lassen sich von ihren moslemischen "Brüdern" im Ausland in diesem Konflikt gängeln und missbrauchen. Sie lassen zu, dass Radikale und Korrupte das Sagen haben und haben nicht den Mut gegen die Lügen und das offensichtliche Unrecht aufzubegehren. Sie überlassen ganz Bethlehem - die berühmteste christliche Stadt der Welt - und die angrenzenden Orte den Moslems und weinen dann, weil die Israelis in die gefährliche Region keine Touristen mehr lassen wollen.
Sie lassen sich seit sechzig (!) Jahren in dreckigen Flüchtlinglagern einpferchen. Wobei es wohlhabende Palis gibt, die ihr neues komfortables Haus mitten ins Lager bauen, aber so dass es nicht gleich sichtbar ist. Die teilweise immensen sozialen Unterschiede, werden aber natürlich ungern zu Sprache gebracht. Es geht dabei ja auch nicht um Mangel an Geld, sondern um ein politisches Druckmittel der Welt gegenüber, die nicht aufhören soll, das Leid der Palästinenser zu bedauern und als Ergebnis der unmenschlichen Unterdrückungspolitik der israelischen Besatzung anzuklagen.
Diese schwache und ganz eindeutig ungerechte und nicht friedensbereite Haltung der Palästinenser, wie sie sich heute mehr und mehr zeigt, macht es mir eher leicht, meine Sympathiebekundungen für die die Palästinenser zu zügeln.
Aber ich sehe, dass es auch anders geht. Es gibt ganz wenige echte Christen, die in ihrem Umfeld das Evangelium und die Liebe Gottes verbreiten. Ohne Rücksicht auf Verluste. Man weiß nicht, wie lange noch. Sie gilt es zu unterstützen und für sie zu beten.
Wenn ich die Fotos betrachte, denke ich immer mit etwas Wehmut an die Zeit zurück, als die Lage dort noch nicht ganz so hoffnunglos war die Grenzen offen und Bethlehem, Beit Jala und Beit Sahour noch christlich waren.
Wann werden die Palästinenser zum Frieden finden? Ich denke erst, wenn sie die Bibel aufschlagen und es einsehen:
"Auch wenn ich nicht bei euch bleibe, sollt ihr doch Frieden haben. Meinen Frieden gebe ich euch; einen Frieden, den euch niemand auf der Welt geben kann. Seid deshalb ohne Sorge und Furcht!" (Jesus zu seinen Jüngern)









