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25.8.13

Nicolas Winton, die englische Variante des Schindler

Er ist heute 104 Jahre alt und wirkt dabei munter und humorvoll. Sir Nicholas Winton. Jahrzehnte lang hatte er nie über die Ereignisse gesprochen, denen annähernd 700 Menschen ihr Überleben im 2. Weltkrieg verdanken. Seine Frau fand eines Tages, Ende der 80er Jahre und damit fast 50 Jahre später, auf dem Dachboden des Hauses ein Notizbuch mit Aufzeichnungen ihres Mannes. Es waren Skizzen mit Fotos von Kindern aus dem Jahr 1939.

Nicky mit einem Kind
Nicky Winton arbeitete als junger Mann erfolgreich an der Börse. 1938 wollte er einen Skiurlaub in der Schweiz verbringen, wurde dann jedoch von Freunden nach Prag eingeladen. Er war damals 29 Jahre alt, als er in Prag miterlebte, wie jüdische Familien verzweifelt versuchten, aus Tschechien auszureisen und scheiterten. Tief berührt von ihren Schicksalen machte er sich zurück in London daran, einen Plan zur Rettung der Kinder zu erarbeiten. Ein britisches Gesetz erlaubte die Einreise von Flüchtlingskindern unter 17 Jahren. 
 
Trailer des Films: "Nicky's Family"

Also organisierte Nicky Winton Visa, sammelte Gelder für die Reisekosten und suchte nach Adoptivfamilien für die Kinder. Es waren mehrere Zugfahrten geplant, die letzte sollte am 3. September 1939 stattfinden, doch leider konnte dieser letzte Zug nicht mehr das Land verlassen.

Nicky (Mitte) mit einigen der Kinder, die er gerettet hatte
Die meisten Kinder, die Dank Sir Nicholas Winton überlebten, verloren ihre Familien in der Shoah.

Text von Gan Eden

26.7.13

Irena Sendler, weibliche Variante des Oskar Schindler

Passend zum Thema des Vorposts:

Sie versteckte und schmuggelte Kinder in Koffern, Rettungsautos, Särgen, Abwasserrohren, Rucksäcken und in einem Fall sogar in einer Werkzeugkiste. Diejenigen, die man heute noch fragen kann, die sich an sie erinnern, kannten ihre Retterin nur mit dem Code-Namen "Jolanta".
Sie selbst hatte sich alle richtigen Namen notiert und und auch die neuen Identitäten, die für die Kinder erdacht wurden, um sie vor dem Zugriff der Nazis zu schützen. Das alles tat sie, um die jungen Menschen später wieder ihren Familien zuführen zu können.

Ohne zu übertreiben, war Irena Sendler eine der bemerkenswertesten und edelmütigsten Figuren, die aus dem Horror des 2. Weltkrieges aufgetaucht waren, und bis vor kurzem waren ihr unglaubliches Mitgefühl und ihr Heldentum kaum entdeckt und niedergeschrieben. 

Als die Deutschen sie schließlich dann doch schnappten, hatte es die katholische Sozialarbeiterin geschafft, 2.500 jüdische Babys und Kleinkinder vor der Deportation in Konzentrationslager zu retten. Sie hatte sie aus dem schwer bewachten Warschauer Getto verschwinden lassen und ihre Identitäten sämtlichst in zwei Glasbehältern versteckt, die unter einem Apfelbaum im Nachbargarten vergraben waren.
Sie wurde geschlagen, gefoltert und von der Gestapo zum Tode verurteilt, welche auch ihre Hinrichtung meldete.

Sie starb im Mai 2008 in ihrer bescheidenen Warschauer Wohnung im Alter von 98.
Was für eine Frau, der die Bezeichnung "Heldin" wohl ansteht, aber von solch einem Beifall wollte sie nichts hören. Sie sagte nur: "Ich wurde in dem Glauben erzogen, dass ein Ertrinkender gerettet werden muss, gleich welcher Religion oder Nationalität er angehört. Das Wort Heldin ärgert mich ziemlich. Das Gegenteil stimmt doch. Ich bin ständig voller Schmerzen, dass ich so wenig getan habe."

Irena schrieb ihren Hang, Gutes zu tun, dem Einfluss der Eltern zu, insbesondere dem ihres Vaters, einem polnischen Mediziner aus einer kleinen Stadt bei Warschau. Dessen Patienten waren zum größten Teil arme Juden. Er starb bei einer Typhus Epidemie, als Irena sieben Jahre alt war. 
Als die Deutschen 1939 Polen überfielen, arbeitete Irena als verantwortliche Beamte im Warschauer Sozialamt. Dort war sie für Lebensmittelausgaben und finanzielle Hilfen für die Armen der Stadt zuständig.

Nachzulesen hier

21.7.13

Die Übergabe von Oskar Schindlers Koffer






 

Der Nahost Korrespondent Ulrich Sahm, der in Jerusalem wohnt, wurde von einer seiner Zeitungen in Deutschland im November 1999 beauftragt, den Koffer von Oskar Schindler, voll mit Dokumenten und der berühmten "Schindlers Liste", zur Holocaust Erinnerungsstätte Yad VaShem in Jerusalem zu bringen.

Dieses Video zeigt Sahm, wie er den Kofferinhalt und die berühmte Liste, auf der der Name Isaak Stern steht, in die Kamera hält und das wertvolle Material Avner Shalev und den Mitarbeitern von Yad VaShem übergibt.

Wer Schindler ist und wer Isaak Stern ist, weiß jeder, der den gleichnamigen Film von Steven Spielberg gesehen hat. Sahm zeigt uns im Video auch das Grab von Oskar Schindler in Jerusalem.