Christen und messianische Juden - Ihr Stand, ihre Probleme, ihre Wünsche, ihre Ansichten
19.8.13
Die unglaubliche Verwandlung
Bernd Wollschlaeger wurde 1958 als Sohn eines hochdekorierten Nazi Offiziers geboren. Er bemerkte schon als Junge die große Diskrepanz und unterschiedliche Haltung, die sich aus den Darstellungen seines Vaters über Hitlers 3. Reich und seine Taten im Krieg und konträr dazu die Ausführungen seines Lehrers in der Schule über den furchtbaren Krieg und den Holocaust ergab. Der Schock über die neuen Erkenntnisse, was sein Volk für ein Unglück über die Welt und speziell über die Juden gebracht hatte und wie sein geliebter Vater, den er verehrte, darüber dachte und sprach - mit dem Stolz eines Nazis - zerriss ihn innerlich. Er beließ es nicht dabei, sondern forschte weiter, befasste sich mit der Geschichte, forderte Antworten von seinem Vater, beschäftigte sich mit dem Judentum, lernte Juden kennen und freundete sich mit ihnen an. Schließlich kam es soweit, dass er zum Judentum konvertierte.
Heute ist Wollschlaeger israelischer Staatsbürger, amerikanischer Staatsbürger, er heiratete eine Jüdin, ist nun praktizierender Arzt in den USA und hat Kinder.
Hier ist seine Geschichte, von ihm selber erzählt in Atlanta, Georgia, vor einer Zuhörerschaft einer jüdischen Versammlung "Beth Tefillah" im Januar 2013.
Bernd Wollschlaeger sagt: "Ich habe gelernt, dass Hass nicht vom Himmel fällt, er wird in uns geboren, indem wir Worte des Hasses gebrauchen. Diese Worte, wenn sie nicht hinterfragt werden, führen zu Taten, welche, wenn unbehelligt gelassen, zu Gewohnheiten führen. Und wenn diese Gewohnheiten nicht bekämpft werden, formem sich Charakteren, die, in der Gesellschaft auch noch belohnt, gesellschaftliche Normen bilden."
11.2.12
Der Konflikt um Orthodoxe
Manche Ultraorthodoxe lehnen den Staat Israel ab, weil er nicht vom Messias, sondern von Menschen ausgerufen wurde. Sie hätten es gerne, dass Frauen und Männer in Bussen getrennt sitzen und wollen, dass auf Werbeplakaten keine Frauen mehr zu sehen sind. Sie wollen der Mehrheit vorschreiben, wie sie zu leben hat und konnten einige Erfolge erzielen. Der Mehrheitsgesellschaft ist der Konflikt bewusst geworden, sie setzt sich jetzt gegen die ultraorthodoxe Anmaßung zur Wehr. Es fanden große Demonstrationen und verschiedene Protestaktionen statt.
Es sind nicht alle Orthodoxen so gestrickt, wie die Eiferer. Viele Orthodoxe distanzieren sich von den Radikalen, einige kamen sogar zu den Demonstrationen. Viele Orthodoxe sind gelehrsame Gläubige, friedliebend und weltoffen, ebenso dem Wort verbunden, wie dem Nächsten zugewandt. Das Bild, das die Presse jetzt vom orthodoxen Judentum zeichnet, hat mit der Wirklichkeit nicht viel zu tun.
Medien funktionieren nach dem Schwarmprinzip. Wer als erster eine Story hat, von der man annehmen darf, dass sie Auflage und Quote nach oben treibt, löst damit eine Schwarmbildung aus: Flugs schwimmen alle Seit an Seit beschleunigt in dieselbe Richtung. Solange, bis woanders neue Beute gewittert wird.
Auch der "Spiegel" berichtete getreu dem Motto: "Die größte Übertreibung ist der dickste Köder" über das Geschehen. Das Land zwischen Hightech und Tugendwahn sei auf dem Weg der Talibanisierung. Bald werde der Sittlichkeitsterror die Oberhand behalten. Als Beleg präsentierte die Autorin eine rechte Schauergeschichte von zwei total verhüllten Frauen. Als Beweisfoto dienen zwei Kleiderberge, unter denen sich Frauen verbergen.
Berichtet wird von einer besonderen Gestrengen, die 27 (!) Lagen Stoff übereinander trage, um sicherzustellen, dass die Sittlichkeit gewahrt bleibe. Sogar die Wände der Dusche habe diese Frau verhüllt, sie wolle ihr Ehrgefühl auch nicht von den Wänden verletzen lassen. Sie halte es auch für sittlicher, nicht mehr zu sprechen, Schrift und Gesten genügen ihr. Dass sie als Kind missbraucht wurde und vier Jahre im Gefängniss saß, erfährt der Leser am Rande. Solch extreme Einzelfälle sind kaum eine Gefahr für ein freies Israel und sagen mehr über die Psyche der betreffenden Frau aus, als über die Realität des Landes.
Der "Spiegel" rechnet anhand der Geburtenrate der Frommen vor, wie lange es wohl dauert, bis alle Frauen in Israel so rumlaufen müssen, wie es die erwähnte Frau innerhalb ihrer vier Wände für richtig hält. Diese Gefahr existiert nicht. Keine relevante Gruppe im Judentum erhebt diese Forderung.
Aus: "Factum" Magazin, Ausg. 1/12, Autoren: TL u. JG
7.9.10
Rosh Hashana Teil II
TraditionenEine Woche Eine Woche vor Rosh Hashana, am Ende des Monats Elul, wird im jüdischen Leben etwas hinzugefügt, die „Selichot“, die speziellen Gebete um Vergebung, die in den frühen Morgenstunden in der Synagoge gebetet werden. Mit diesen Gebeten werden die Juden auf die kommenden Tage der Einkehr und Selbstprüfung vorbereitet. Am „Erev Rosh Hashana“ (der Abend davor), nehmen die orthodoxen Juden das „Mikveh“, das rituelle Bad. Der Vorhang, hebr.: parochet, in der Synagoge, der die Bundeslade, (bzw. das Allerheiligste) verdeckt, wird mit einem weißen Tuch, das die Reinheit symbolisiert, ausgetauscht. 
Man grüßt sich in dieser Zeit mit "L'shana tova tikatevu" (sinngemäß: für dich sei ein gutes Jahr im Buch des Lebens geschrieben.). Man erwidert: „gam lecha“ (für dich auch).
| September 2010 | |||||||
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| Tishri 5771 | |||||||
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So wie bei allen jüdischen Feiertagen, wird auch an Rosh Hashana einleitend das Kerzenanzünden und das Kiddush über dem Wein sprechen zelebriert.
Apfelstücke in Honig getaucht vor dem Mahl, ist ein Brauch, der auf ein süßes neues Jahr hinweisen soll.
Runde "Challa" Brote, die zu einer Krone geformt werden, ehren Gott als den König und erinnern daran, dass der die Krone des Lebens erhält, der dem Wort Gottes gehorsam ist.
GeistlichesIn den Synagogen werden dann während der „Aseret Jemei Tschuwa“, den zehn Tagen vor Jom Kipur, viele Bittgebete vor Gott gebracht, um für das Buch des Lebens bereit gemacht zu werden, und in den Predigten geht es um Umkehr, Reue und Gottes Gericht.
Die Lesungen aus der Thora an Rosh hashana werden ab der Geburt Isaaks vorgenommen und der Gehorsam Abrahams, als er seinen Sohn opfern sollte, wird in den Mittelpunkt gestellt.
Die Textstelle in der Bibel, in der der HERR den Zeitpunkt ROSH HASHANA festgelegt hat lautet so:
Rede zu den Söhnen Israel: Im siebten Monat *), am Ersten des Monats, soll euch Ruhe sein, eine Erinnerung durch Lärmblasen, eine heilige Versammlung. Keinerlei Dienstarbeit dürft ihr tun, und ihr sollt dem HERRN ein Feueropfer darbringen.
Levitikus 23
Das Shofar wird während eines typischen Rosh hashana Gottesdienstes mindestens 100 Mal geblasen um den Festtag der Trompeten „Jom Teruah“ zu erfüllen.
Die vorgeschriebenen Arten,
ins Horn zu blasen, sind:
1. Tekia = ein langer Ton
2. Sherwarim = drei kurze Töne
3. Teru'ah = neun sehr kurze staccato Töne
4. Tekia gadol = langer Ton
Die angewandte Reihenfolge der Hornstöße variiert je nach jüdischem Brauch, man kann sie am Anfang des Gottesdienstes, nach der Thoralesung oder bei dem Segen hören. Sollte Rosh hashana auf einen Shabat fallen, wird allerdings nicht geblasen, denn wie auch am Jom Kipur darf keinerlei Arbeit verrichtet werden. Aber es wird am nächsten Tag noch nachgeholt, denn Rosh hashana wird die meisten Feste zwei Tage lang gefeiert.
*) Der biblische erste Monat im Jahr ist der Nissan (März – April) und in diesem findet der Zyklus der drei wichtigen Feste, die Gott für das Volk Israel festgelegt hat, seinen Anfang mit Pessach. Dieses Fest hat das Ereignis zur Grundlage, mit dem alles begann: Gott führte sein Volk aus der Sklaverei in die Freiheit und schloß einen Bund mit den Kindern Israels. Die anderen zwei Feste der „shalosh regalim“ (drei Hauptfeste) im Jahr sind schawuot (Pfingsten) und Sukkot (Laubhüttenfest), welches fünf Tage nach Jom Kipur gefeiert wird (Siehe Deut. 16, 16).
3.9.10
Rosh Hashana Teil I
UrsprungMit Rosh Hashana, was wörtlich "Kopf des Jahres" heißt, wird das jüdische Neujahr gefeiert. Wir gehen heute von dem Jahr 5770 in das Jahr 5771 des jüdischen Kalenders über. Der Feiertag wird am Ersten des jüdischen Monats Tishri, in diesem Monat der 9. September, besser gesagt, am Abend davor begangen. Man kennt dem Feiertag auch als „Jom Teruah“, der Tag der Trompeten.
Rosh hashana erinnert die Juden vor allem an Gottes Erschaffung des Universums, denn nach rabbinischer Überlieferung und Tradition erschuf der HERR das Universum an genau diesem Tag. Und ebenso glaubt die jüdische Tradition, dass das Schicksal der Gläubigen bzw. der Gerechten, der „tzaddikim“ im Buch des Lebens und das Schicksal der Sünder, der „resha-im“ im Buch des Todes aufgeschrieben wird.
Zehn Tage zur Umkehr
Jedoch hat der Mensch zehn Tage "Aseret Jemei Tschuwa", bis Jom Kipur, Zeit, umzukehren und seine Sünden zu bekennen, um eine Änderung seines Schiksals zu erreichten und erst am Jom Kipur kann er mit Gott versöhnt werden.
So löst Rosh Hashana eine zehn Tage Periode aus, in der Gebet, Selbstprüfung und Umkehr geübt wird, und die dann in den höchsten heiligen Feiertag, den Tag der Sühne, auch Versöhnungstag, dem JOM KIPUR mündet. Diese zehn Tage werden "Jamim Norai'm" genannt, die Tage der Ehrfurcht oder die höchsten heiligen Tage.
Am 9. Tishri wird von dem Vorsänger in der Synagoge das heiligste aller Gebete, das "Kol Nidrei" gesungen. Kol Nidrei heißt: alle Gelübde, und hierbei werden alle unerfüllten Schwüre und Gelübde, die im Laufe des Jahres gemacht wurden, für nichtig erklärt, damit Gott allen auch die schweren Urteile, die als Folge der unbeachteten Schwüre auf den Menschen lasten, erlassen mag.
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| 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 |
| Eilul | Tishri | ||||||||||||
| 28 | 29 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 |
| Seli-chot | Erev R-h | Rosh ha-shana | Jamim Norai'm | Kol Nidrei | Jom Kippur | | | ||||||
Teil II folgt.


