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15.4.14

Wie manche Juden Christen sehen

„Schlimmer als Muslime“

„Und du bist tatsächlich Christ?“ Die junge Frau starrt mich mit ungläubigen Augen an. An ihrem langen bunten Rock und dem kunstvoll um den Kopf gebundenen Leinentuch ist sie deutlich als religiöse Jüdin zu erkennen.

Schauplatz ist der Busbahnhof in Jerusalem. Bevor ich zu meinem Termin fahre, hole ich mir noch ein Stück Pizza und bleibe in dem Schnellimbiss sitzen. Die Frau setzt sich neben mich. Sie ist hochschwanger und sicher nicht älter als 24. Wir teilen unser Pizza-Gewürz und kommen ins Gespräch. Sie erzählt mir, dass sie seit einem Jahr verheiratet ist und außerhalb von Jerusalem wohnt, „in einer Siedlung, die von arabischen Dörfern umgeben ist“.


Ihre Reaktion erinnert mich an die Gesichter mancher, vor allem religiöser, Juden, wenn sie hören, dass ich für einen „Christlichen Medienverbund“ arbeite. „Ach, dann bist du gar keine Chilonit, keine säkulare Jüdin?!“ Würde ich sagen: „Ich bin Terrorist“ – das in ihrem Gesicht zu lesende Unbehagen könnte nicht größer sein. Mein Bekenntnis scheint wie eine Drohung zu klingen. Normalerweise tauscht man nach so einer „Offenbarung“ die üblichen Höflichkeitsfloskeln aus und verabschiedet sich. Die Jahrhunderte lange Verfolgung durch Christen steckt tief im Bewusstsein religiöser Juden.

„Bei Nonnen und Priestern schaue ich weg“

Doch Moriah wendet sich nicht ab. Das Interesse der hübschen Frau mit den feinen Gesichtszügen scheint geweckt. Sie stellt viele Fragen und erklärt nach anfänglicher Skepsis: „Ich habe mich noch nie mit einem Christen unterhalten. Wenn ich in die Altstadt, zur Klagemauer, gehe, schaue ich immer weg, wenn ich Christen sehe. Besonders bei Nonnen und Priestern.“ Die hätten einen bösen Geist. Moriah hält ihre Hand vors Gesicht, der Ekel ist ihr anzusehen.


Die Tochter eines Rabbiners scheint überrascht, dass sie sich mit mir normal unterhalten kann: „Aber du bist ganz freundlich.“ Ich kontere: „Die Nonnen sind es sicher auch. Aber du hast ihnen noch nie eine Chance gegeben.“ Das stimmt, sagt sie. Hätte sie gewusst, dass ich aus Deutschland komme und Christ bin, hätte sie sich ja auch nicht neben mich gesetzt, geschweige denn, ein Gespräch mit mir begonnen.

Sie fragt, wo ich hinfahren möchte, und als ich ihr erzähle, dass ich in ein muslimisches Dorf fahre und mit den Bewohnern Arabisch spreche, ist sie erstaunt: „Ich habe mich auch noch nie mit einem Muslim unterhalten.“ Nach einer kurzen Pause fragt sie neugierig: „Wie sind die denn so?“ Ich frage sie, wem sie lieber begegnen würde, einem Christen oder einem Muslim. Die Antwort kommt prompt: „Wenn ich die Wahl hätte? Natürlich dem Muslim. Christen sind doch viel schlimmer als Muslime.“

Moriah ist erstaunt, als ich sage, dass der Glaube an Gott auch für mich eine große Rolle spielt: „Ja, aber welche denn?“, fragt sie: „Du siehst aus wie eine Frau, die nicht an Gott glaubt – du trägst Hosen und hältst nicht die Gebote. Ich hingegen richte meinen gesamten Tagesablauf auf Gott und seine Gebote aus.“ Ich erzähle ihr, dass auch ich mich an biblische Gebote halte und dass ich vor allem meine Gedanken davon bestimmen lassen möchte. Aber irgendwie erscheinen mir alle meine Erklärungsversuche banal. Sie ist so viel frömmer …

Nach der Pizza zieht sie ihr kleines Gebetsbüchlein aus der Tasche und liest den Segen, der zu einem Teiggericht gehört. In meinem stotternden Hebräisch darf ich mit ihr lesen. Bei meinem Lesetempo dauert der Segen mehrere Minuten, doch sie ist eine geduldige Lehrerin.

Als wir uns verabschieden, sind eineinhalb Stunden vergangen. Moriah gibt mir ihre Telefonnummer und stellt fest: „Dieses Treffen war ein Geschenk des Himmels.“ Ich warte auf den nächsten Bus und wünsche mir, dass die Gottesbeziehung auch in meinem Leben sichtbarer wird, dass wir Christen insgesamt gottgefälliger leben. Sodass Menschen wie Moriah irgendwann antworten werden: „Wem ich lieber begegnen würde? Natürlich dem Christen!“

Aus: nai - Israelnetz.com

2.11.13

The Veiled Messiah

Warum haben die Juden solche Angst vor christlicher Mission? Warum haben sie Angst vor dem Mann aus Nazareth?
Warum wehren sie sich so vehement gegen den Glauben an den Messias Jesus Christus?





Das ist eine Video über Messianische Juden. Sie sind Juden, die an Jesus glauben. Sie empfinden ihren neuen Glauben nicht als Konversion zum Christentum, sondern die Erfüllung der Schrift und Vervollständigung ihres jüdischen Daseins. Jesus Christus kam als Jude für die Juden zuerst.  

Viele Juden glauben, dass die Prophetie des Jesaja in Jesaja 53 sich auf das Volk Israel bezieht. Die Schriftstellen, die sich auf Jesus beziehen, werden im Thora Unterricht der Juden vernachlässigt, verdreht oder vermieden.

Heute gibt es über 20 000 messianische Juden in Israel, die sich in etwa 100 Gemeinschaften treffen. 

Wer hat unserer Verkündigung geglaubt, und der Arm des Herrn, wem ist er geoffenbart worden? Er wuchs auf vor ihm wie ein Schößling, wie ein Wurzelsproß aus dürrem Erdreich. Er hatte keine Gestalt und keine Pracht; wir sahen ihn, aber sein Anblick gefiel uns nicht. Verachtet war er und verlassen von den Menschen, ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut; wie einer, vor dem man das Angesicht verbirgt, so verachtet war er, und wir achteten ihn nicht. Fürwahr, er hat unsere Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen; wir aber hielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und niedergebeugt. Doch er wurde um unserer Übertretungen willen durchbohrt, wegen unserer Missetaten zerschlagen; die Strafe lag auf ihm, damit wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt worden.

25.8.13

Nicolas Winton, die englische Variante des Schindler

Er ist heute 104 Jahre alt und wirkt dabei munter und humorvoll. Sir Nicholas Winton. Jahrzehnte lang hatte er nie über die Ereignisse gesprochen, denen annähernd 700 Menschen ihr Überleben im 2. Weltkrieg verdanken. Seine Frau fand eines Tages, Ende der 80er Jahre und damit fast 50 Jahre später, auf dem Dachboden des Hauses ein Notizbuch mit Aufzeichnungen ihres Mannes. Es waren Skizzen mit Fotos von Kindern aus dem Jahr 1939.

Nicky mit einem Kind
Nicky Winton arbeitete als junger Mann erfolgreich an der Börse. 1938 wollte er einen Skiurlaub in der Schweiz verbringen, wurde dann jedoch von Freunden nach Prag eingeladen. Er war damals 29 Jahre alt, als er in Prag miterlebte, wie jüdische Familien verzweifelt versuchten, aus Tschechien auszureisen und scheiterten. Tief berührt von ihren Schicksalen machte er sich zurück in London daran, einen Plan zur Rettung der Kinder zu erarbeiten. Ein britisches Gesetz erlaubte die Einreise von Flüchtlingskindern unter 17 Jahren. 
 
Trailer des Films: "Nicky's Family"

Also organisierte Nicky Winton Visa, sammelte Gelder für die Reisekosten und suchte nach Adoptivfamilien für die Kinder. Es waren mehrere Zugfahrten geplant, die letzte sollte am 3. September 1939 stattfinden, doch leider konnte dieser letzte Zug nicht mehr das Land verlassen.

Nicky (Mitte) mit einigen der Kinder, die er gerettet hatte
Die meisten Kinder, die Dank Sir Nicholas Winton überlebten, verloren ihre Familien in der Shoah.

Text von Gan Eden

26.7.13

Irena Sendler, weibliche Variante des Oskar Schindler

Passend zum Thema des Vorposts:

Sie versteckte und schmuggelte Kinder in Koffern, Rettungsautos, Särgen, Abwasserrohren, Rucksäcken und in einem Fall sogar in einer Werkzeugkiste. Diejenigen, die man heute noch fragen kann, die sich an sie erinnern, kannten ihre Retterin nur mit dem Code-Namen "Jolanta".
Sie selbst hatte sich alle richtigen Namen notiert und und auch die neuen Identitäten, die für die Kinder erdacht wurden, um sie vor dem Zugriff der Nazis zu schützen. Das alles tat sie, um die jungen Menschen später wieder ihren Familien zuführen zu können.

Ohne zu übertreiben, war Irena Sendler eine der bemerkenswertesten und edelmütigsten Figuren, die aus dem Horror des 2. Weltkrieges aufgetaucht waren, und bis vor kurzem waren ihr unglaubliches Mitgefühl und ihr Heldentum kaum entdeckt und niedergeschrieben. 

Als die Deutschen sie schließlich dann doch schnappten, hatte es die katholische Sozialarbeiterin geschafft, 2.500 jüdische Babys und Kleinkinder vor der Deportation in Konzentrationslager zu retten. Sie hatte sie aus dem schwer bewachten Warschauer Getto verschwinden lassen und ihre Identitäten sämtlichst in zwei Glasbehältern versteckt, die unter einem Apfelbaum im Nachbargarten vergraben waren.
Sie wurde geschlagen, gefoltert und von der Gestapo zum Tode verurteilt, welche auch ihre Hinrichtung meldete.

Sie starb im Mai 2008 in ihrer bescheidenen Warschauer Wohnung im Alter von 98.
Was für eine Frau, der die Bezeichnung "Heldin" wohl ansteht, aber von solch einem Beifall wollte sie nichts hören. Sie sagte nur: "Ich wurde in dem Glauben erzogen, dass ein Ertrinkender gerettet werden muss, gleich welcher Religion oder Nationalität er angehört. Das Wort Heldin ärgert mich ziemlich. Das Gegenteil stimmt doch. Ich bin ständig voller Schmerzen, dass ich so wenig getan habe."

Irena schrieb ihren Hang, Gutes zu tun, dem Einfluss der Eltern zu, insbesondere dem ihres Vaters, einem polnischen Mediziner aus einer kleinen Stadt bei Warschau. Dessen Patienten waren zum größten Teil arme Juden. Er starb bei einer Typhus Epidemie, als Irena sieben Jahre alt war. 
Als die Deutschen 1939 Polen überfielen, arbeitete Irena als verantwortliche Beamte im Warschauer Sozialamt. Dort war sie für Lebensmittelausgaben und finanzielle Hilfen für die Armen der Stadt zuständig.

Nachzulesen hier

11.6.13

Woher kommen Orangen....

Woher kommen Orangen und woher U-Bahn-Schläger?

Von

Dass Tätergruppen bestimmter Herkunft aufgrund ihrer Machokultur für brutale Morde verantwortlich sind, will bei Grünen und in Kreisen der evangelischen Kirche nicht ankommen. Von
Manchen Deutschen ist es sehr wichtig zu wissen, woher genau israelische Produkte stammen (Link: http://www.welt.de/116467701) . Denn sie möchten keinesfalls etwas kaufen, was von Juden hergestellt wurde, die auf dem Territorium der Palästinensischen Autonomiebehörde im Westjordanland wohnen. Unter anderem die Grünen und Kreise der evangelischen Kirche wünschen sich eine solche Kennzeichnung.
Offenbar sind sie der Ansicht, arabische Administrationen hätten das gute Recht, keine Juden in ihrem Machtbereich zu tolerieren, und man sollte dieses ethnische Reinheitsgebot durch Kaufboykott in Deutschland unterstützen.
Seltsamerweise werden die gleichen Leute, denen die Herkunft der Apfelsinen so furchtbar wichtig ist, ganz böse, wenn man anderswo nach der Herkunft fragt. Zum Beispiel bei in Deutschland lebenden Gewalttätern, die sich darauf spezialisiert haben, Passanten niederzuschlagen und dann durch Tritte auf den Kopf zu töten (Link: http://www.welt.de/116887517) .

Wer sind diese Jugendlichen?

In solchen Fällen stellt es geradezu eine Tabuverletzung dar, nach der Herkunft der Täter zu fragen - außer wenn es deutsche Neonazis sind. Die korrekte Bezeichnung für diese Herkunftsfreien heißt "Jugendliche". Auf wundersame Weise, weiß jedoch jeder, dass es sich höchst selten um Jugendliche aus Ghana, Vietnam, Polen, Thailand oder Österreich handelt. Obwohl doch Tausende junge Menschen aus diesen Ländern in Deutschland leben, zumeist Schulen besuchen oder arbeiten.
Warum ist den Verfechtern dieses Doppelstandards die Herkunft im einen Fall so wichtig und im anderen so egal? Wir vermuten, die jüdischen Siedler im Westjordanland sind diesen edlen Seelen besonders unsympathisch, weil es sich um stockreaktionäre, tief in archaischen Traditionen einer uralten Religion verhaftete Männer handelt, die mit einer offenen Zivilgesellschaft nichts am Hut haben.
Nun, misst man die so genannten Jugendlichen nach ihren Äußerungen, sind auch diese stockreaktionär bis faschistisch. Viele von ihnen halten sich selbst auch rassisch überlegen gegenüber Asiaten, Schwarzen und verweichlichten Westeuropäern. Und was ihre Religion (Link: http://www.welt.de/themen/islam/) angeht, kennen sie diese zwar kaum, finden aber gefallen an ihren archaischen Traditionen, zum Beispiel bezüglich Gewalt und Frauen. Aber mit ihrer Herkunft hat all dies natürlich nichts zu tun.

won

1.3.13

Juden, die an Jesus glauben - unerwünscht?

Die messianischen Juden haben keinen leichten Stand. Obwohl sie doch die Menschen sind, die Jesus in seiner Zeit als er in Judäa und Samaria das Reich Gottes predigte, zuerst erreichen musste und konnte.
 Nur eine kleine Schar – ein Überrest Israels – hatte die Botschaft angenommen – alle zwölf Apostel, die Frauen und Paulus waren Juden(!) - und kurz vor seiner Auffahrt in den Himmel gab Jesus seinen Aposteln die Vollmacht und den Auftrag, seine Worte und Taten den Menschen bekannt zu machen, und zwar genau dieser Reihenfolge: “.... ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde.” Und Paulus hat das aufgenommen indem er sagt:

“Denn ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht; denn es ist Gottes Kraft zur Errettung für jeden, der glaubt, zuerst für den Juden, dann auch für den Griechen”. (Für Griechen können alle Nicht-Juden stehen)
Römer 1,16.

Die Messianischen Juden werden mit Verachtung gestraft und sitzen sozusagen zwischen allen Stühlen. Sie werden in Israel kaum geduldet, vielleicht in Ruhe gelassen aber oftmals verfolgt und diskriminiert, und hier in Deutschland werden sie von den sogenannten Israel-Freunden, die sich ja ach so eifrig für Juden und Israel einsetzen – nicht dass ich ihren Einsatz geringschätze - leider ausgegrenzt. 

Sind Juden, die an Jesus glauben, keine Juden in ihren Augen? Zu den groß angelegten Konferenzen, wie die letztes Jahr in Frankfurt und die kommende Israel Konferenz in Berlin, sind die messianischen Juden, wenn sie offiziell auftreten, unerwünscht. Juden, die an Jesus glauben, und deren Organisationen, wie zum Beispiel “Beit Sar Shalom”, die sich für das Bekanntmachen des Evangeliums unter Juden stark machen, werden geschnitten und abgelehnt, weil viele Menschen der Meinung sind, “Judenmission”, wie es verächtlich genannt wird, das geht gar nicht.
Dass Muslime, vertreten durch Salafisten, bei uns im Land heftig für den Islam missionieren, scheint dagegen nicht zu stören. 
Über Jesu Kreuz war die Tafel angebracht, auf der stand, wer er war - wer er ist: "der König der Juden." Er kam als Jude, zu den Juden und ist ihr König, aber sie sollen ihn nicht kennenlernen dürfen? Das ist nicht nachzuvollziehen.  

Wladimir Pikman von der oben erwähnten Organisation Beit Sar Shalom drückt es so aus: "Brauchen Juden Jesus zum Heil? Die Frage ist echt komisch. Sind Juden keine Menschen? Warum erlauben sich Christen, Jesus von Juden fernzuhalten? Warum wagt derjenige, der behauptet, an Jesus zu glauben, überhaupt eine solche Frage zu stellen? Christen sollten wissen, dass Jesus das Beste ist, dessen jeder Mensch bedarf, und aufhören, Juden in Bezug auf ihren Messias zu benachteiligen. Sie sollten stattdessen überlegen, wie man den Juden durch Wort und Tat Jesu Güte und Liebe richtig vermitteln kann. Damit sowie mit weiteren Argumenten und entsprechenden Bibelstellen können wir messianische Juden gut und gerne den anderen Christen helfen." 

Dass jetzt auch die Kirchen diese – gegen Jesu Gebot gerichtete – Ansicht vertreten und den Jesus-gläubigen Juden die kalte Schulter zeigen, macht nur deutlich, dass die Kirchen sich um Jesu Missionsauftrag nicht mehr scheren und es ihnen nur noch darum geht, dem Mainstream zu folgen und mit allen Aktionen möglichst angepasst zu sein. 
Die Worte schrieb ich auf grund dieses Artikels: idea.de
Dazu gibt es auch zu lesen:  
  

28.1.13

Internationaler Holocaust Gedenktag

Warum begehen wir am 27. Januar in unseren Gemeinden diesen Gedenktag? Weil es alle christlichen Gemeinden und Kirchen tun, und wir uns verpflichtet fühlen, mitzumachen? Auf jeden Fall ist es für uns anders als in anderen Ländern. In Deutschland wird es immer ein wichtiges Element bleiben, weil wir im Land der Täter leben. Aber Gedenken um des Gedenken willens ist nur ein Ritual.

2007 sagte der damalige Europakommissar Jan Figel anlässlich des Holocaustgedenktages in Brüssel: „Der Holocaust ist nicht nur eine Tragödie die in der Vergangenheit geschah, sondern etwas woran man immer wieder erinnert werden muss, um nicht die Fehler der Vergangenheit zu wiederholen“.
Ich meine auch, heute gehört zum Gedenken auch das Mahnen und den Blick auf die Gegenwart zu lenken.

Wie steht es um unser Land?
Im vergangenen Jahr fand eine Umfrage durch das Magazin Focus heraus, das jeder 5. Deutsche unter 30 Jahren keine Ahnung hat, was Auschwitz eigentlich war. Was wissen wir Deutschen über den Holocaust? Haben wir die Vergangenheit bewältigt? Können bei uns Juden wieder in Frieden leben uns sich bei uns wieder wohlfühlen? Ist in unserer Gesellschaft Hass gegen Juden ausgemerzt? Und das Land der Juden – Israel? Besteht eine gute Beziehung zwischen Deutschland und Israel?

Die Fragen lassen sich Gott sei Dank nicht mit einem klare NEIN, aber leider auch nicht mit einem klaren JA beantworten. Solange auf deutschen Schulhöfen „Jude“ als Schimpfwort gilt, Menschen beleidigt oder gar angegriffen werden, weil sie als Juden zu erkennen sind, ist solange in Kirchen und in intellektuellen Kreisen hochmütige Moralprediger einseitige Kritik dem Staat Israel gegenüber äußern und helfen, dass alte Ressentiments wieder wachgerufen werden und Antisemitismus begünstigt wird, und solange nicht mal vor Boykottaufrufen gegen israelische Waren haltgemacht wird, solange steht es nicht so gut um unser Land.

Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen.“ Das Wort Gottes an Abraham gerichtet, sollten eigentlich wir Nationen uns zu Herzen nehmen.

Wir Christen können diesen Gedenktag nützen, um für unser Land zu beten, dass Gott Gnade hat, dass die Bevölkerung ihre Ressentiments überwindet und eine Liebe zu Israel aufkeimt.

Wir können für unsere Regierung beten, dass die Verantwortlichen ihre Entscheidungen auf christlichen Werten beruhen lassen und sich zu Israel stellen, auch dann, wenn ihnen das Schicksal der Palästinenser wichtig ist. Wir können für die Christen im Land beten, dass Israel ein Thema in den Gemeinden wird. Wir können vor allem auch für die Medien beten, dass sie durch eine gerechte, ungefärbte möglichst wahrheitsgemäße Berichterstattung ein unverfälschtes Bild über Israel verbreiten. Haben doch die Medien sehr viel Macht, die öffentliche Meinung zu beeinflussen und damit zu fördern, ob Israel verflucht oder gesegnet wird.

Es gehört Mut dazu, sich gegen die allgemeine Meinung zu stellen, leider ist es heute auch mutig, Juden oder Israel zu verteidigen. Heute wie damals, zur Zeit des Dritten Reiches. Nur dass man heute höchstens Angst haben muss, seine Zuhörer oder seinen Ruf zu verlieren. Damals musste man Angst haben, seine Freiheit oder sein Leben zu verlieren.
Ein Beispiel von einem Menschen, der damals keine Angst hatte, Juden zu verteidigen, möchte ich hier vorstellen.


Es dreht sich um Otto Mörike und seine Frau Gertrud.

Er war Pfarrer in der Evangelischen Kirche und Mitglied im Reichsbruderrat der Bekennenden Kirche von Württemberg. Der Bruderrat half Juden und stellte ihnen Zufluchtsorte zur Verfügung.

Mörike stellte sich von Anfang an den Nazis entgegen. Er und seine Frau Gertrud verfassten regimekritische Aufsätze gegen Hitlers Politik.
Währen andere schwiegen, beklagte Otto Mörike auch immer wieder öffentlich die Existenz der Konzentrationslager und die Verbrechen, die die Gestapo ungestraft beging. Die Aggression der Regierung gegen die Kirche und den christlichen Glauben, sowie auch die Abschaffung einer gerechten Gerichtsbarkeit und der Verfall jeglicher Moral, sah Mörike als Beginn einer Entwicklung voraus, die Verdammung von Gott auf sich ziehen würde und damit auch die Zerstörung des Landes.

Er erntete für diese Äußerungen zweimal Angriffe einer wütenden Menschenmenge, die von SA Leuten angeführt wurde. Er wurde schwer misshandelt bevor er inhaftiert wurde. Seine Stellung als Pfarrer in Kirchheim/Teck verlor er danach.

Im November 1943, versteckten Otto und seine Frau das jüdische Ehepaar Max und Karoline Krakauer in ihrem Haus in Flacht, zusammen mit einem verletzten Pflegekind, ihren eigenen fünf Kindern und noch weiteren Personen. Um jeglichen Verdacht von sich abzulenken, trat Mörike mit dem jüdischen Paar in der Öffentlichkeit auf und erklärte allen, sie seien aus Berlin geflohene arische Bekannte.

   Max und Karoline Krakauer
Die Krakauers konnten ohne Meldung bei der Polizei nicht länger als vier Wochen in Flacht bleiben, aber Mörike fühlte sich verantwortlich für das Paar und organisierte bis zum Ende des Krieges andere geheime Unterkünfte für sie.

Am 3. Nov. 1970 beschloss die israelische Organisation „Yad Vashem“, Otto und Gertraud Mörike als Gerechte unter den Völkern anzuerkennen.

27.3.12

Israels Araber leben ein Paradox

von Daniel Pipes
Können Araber, die ein Fünftel der Bevölkerung stellen, loyale Bürger des jüdischen Staates sein? Mit dieser Frage im Hinterkopf besuchte ich vor kurzem einige von Arabern bewohnte Regionen Israels (Jaffa, Baqa al-Gharbiya, Umm el-Fachm, Haifa, Akko, Nazareth, die Golanhöhen, Jerusalem) und diskutierte mit Mainstream-Arabern und jüdischen Israelis. 
Ich stellte fest, dass die meisten Arabisch sprechenden Bürger hin- und hergerissen sind, weil sie in einer jüdischen Staatsorganisation leben. Einerseits grollen sie dem Judentum als der im Land privilegierten Religion mit dem Rückkehrgesetz, das nur Juden erlaubt nach Belieben einzuwandern, Hebräisch als erster Sprache des Landes, dem Davidstern in der Flagge und der Erwähnung der "jüdischen Seele" in der Nationalhymne. Andererseits schätzen sie den wirtschaftlichen Erfolg des Landes, den Standard im Gesundheitswesen, die Rechtsstaatlichkeit und die funktionierende Demokratie. 

Diese Konflikte drücken sich auf viele Weisen aus. Die zahlenmäßig kleine, ungebildete und besiegte israelisch-arabische Bevölkerung von 1949 hat sich um das Zehnfache vermehrt, erwarb moderne Fähigkeiten und gewann ihr Selbstvertrauen wieder. Einige aus dieser Gemeinschaft haben prestigeträchtige und verantwortungsvolle Positionen erlangt, darunter Salim Joubran als Richter am Obersten Gerichtshof, der ehemalige Botschafter Ali Yahya, der ehemalige Minister Raleb Majadele und der Journalist Khaled Abu Toameh.

Doch diese Assimilierten verblassen neben den unzufriedenen Massen, die sich mit dem Land-Tag, dem Nakba-Tag und dem Bericht Future Vision solidarisch erklären. Bezeichnenderweise sind die meisten israelisch-arabischen Parlamentarier wie Ahmed Tibi und Hanin Zuabi Hitzköpfe, die widerlichen Antizionismus geifern. Israelische Araber haben gegen ihre jüdischen Mitbürger zunehmend auf Gewalt zurückgegriffen.

Eigentlich leben israelische Araber zwei Paradoxe. Obwohl sie innerhalb Israels Diskriminierung erfahren, erfreuen sie sich mehr Rechten und größerer Stabilität als irgendeine andere arabische Bevölkerung, die in ihren eigenen, souveränen Ländern leben (man denke an Ägypten oder Syrien). Zweitens besitzen sie die Staatsbürgerschaft eines Landes, das von ihren arabischen Geschwistern verleumdet und mit Auslöschung bedroht wird.

Meine Gespräche in Israel führten mich zu dem Schluss, dass die Komplexitäten eine robuste Diskussion der vollen Auswirkungen der anormalen Existenz der israelischen Araber verhindern, sowohl von jüdischer als auch von arabischer Seite. Extremistische Parlamentarier und gewalttätige Jugendliche werden als nicht repräsentativer Rand abgetan. Stattdessen hört man, wenn israelische Araber nur mehr Respekt und mehr kommunale Hilfen von der Zentralregierung erhalten würden, dass die derzeitigen Unzufriedenheiten geringer würden; dass man unterscheiden muss zwischen (den guten) Arabern Israels und (den schlechten) Arabern der Westbank und des Gazastreifens; und eine Warnung, dass die israelischen Araber in Palästinenser metastasieren werden, wenn Israel sie nicht besser behandelt.
Meine Gesprächspartner fegten allgemein die Fragen zum Islam beiseite. Es war gefühlt fast unhöflich den muslimischen Imperativ zu erwähnen, nach dem Muslime (die 84 Prozent der israelisch-arabischen Bevölkerung ausmachen) über sich selbst herrschen müssen. Den islamischen Drang nach Anwendung des islamischen Gesetzes diskutieren zu wollen, verursachte leere Blicke und einen Wechsel auf akutere Themen.

Diese Vermeidung erinnerte mich an die Türkei vor 2002, als die Türken des Mainstreams annahmen, dass Atatürks Revolution permanent sei und dass die Islamisten ein Phänomen am Rande bleiben würden. Sie lagen mächtig falsch: Ein Jahrzehnt, nachdem die Islamisten Ende 2002 demokratisch an die Macht ritten, wandte die gewählte Regierung stetig mehr islamisches Recht an und baute eine neuottomanische Regionalmacht auf.

Ich sage eine ähnliche Entwicklung in Israel voraus, da die israelisch-arabischen Paradoxe sich zuspitzen. Muslimische Bürger Israels werden weiter an Zahl, Fähigkeiten und Selbstvertrauen zunehmen, wobei sie gleichzeitig für das Leben des Landes wichtiger werden und mehr Ambitionen haben die jüdische Souveränität abzuwerfen. Das legt nahe, dass sich die israelischen Araber, während Israel die externen Bedrohungen überwindet, zu einem immer größeren Grund der Besorgnis entwickeln. Ich sage in der Tat voraus, dass sie dass ultimative Hindernis für die Errichtung des von Theodor Herzl und Lord Balfour erhofften jüdischen Heimatlandes darstellen.
Was kann man tun? Die libanesischen verloren die Macht, weil sie zu viele Muslime aufnahmen und ein zu kleiner Teil der Bevölkerung des Landes wurden, um darin zu herrschen. In Erinnerung an diese Lektion verlangen Israels Identität und Sicherheit, dass die Zahl der arabischen Staatsbürger minimiert wird – nicht durch Reduzierung ihrer demokratischen Rechte, noch weniger durch ihre Deportation, sondern durch Schritte wie die Anpassung der Grenzen Israels, den Bau von Zäunen entlang der Grenzen, Umsetzung strikter Familien-vereinigungs-Politik, Änderung der pro-natalistischen Politik und sorgfältige Überprüfung von Flüchtlingsanträgen.

Ironischerweise wird das größte Hemmnis für dieses Handeln darin bestehen, dass die meisten israelischen Araber nachdrücklich wünschen illoyale Bürger des jüdischen Staates zu bleiben (statt loyale Bürger eines Palästinenserstaats zu werden). Weiterhin streben viele Muslime des Nahen Ostens danach Israelis zu werden (ein Phänomen, das ich "muslimische Aliyah" nenne). Diese Einstellungen, sage ich voraus, werden der Regierung Israels den Wind aus den Segeln nehmen, so dass diese keine angemessenen Antworten entwickeln wird, womit sie aus der heutigen relativen Ruhe die Krise von morgen macht.
Daniel Pipes (www.DanielPipes.org) ist Direktor des Middle East Forum und forscht an der Hoover Institution der Universität Standford. © 2012 by Daniel Pipes. Alle Rechte vorbehalten.
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