Posts mit dem Label 6-Tage Krieg vor vierzig Jahren (d) werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label 6-Tage Krieg vor vierzig Jahren (d) werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

9.9.07

60 Jahre Israel


Dies ist das neue Symbol für den Geburtstag im nächsten Jahr, wenn der Staat ISRAEL 60 Jahre alt wird.

Ein Kind wirbelt ein blaues Band zu der Zahl 60, in der und darunter zu lesen steht: ISRAEL, heute und morgen. Bei der Entscheidung zu dieser Präsentation meinte einer der Minister des Komitees, das Kind sei zu altmodisch gekleidet und auch nicht ordentlich frisiert. Er sagte, das Kind bräuchte einen Haarschnitt, womit er sehr zur Heiterkeit der anderen Mitglieder beitrug. Das Bild wurde trotz seiner Einwände abgesegnet.


16.8.07

Ein palästinensischer Staat wird Konflikt nicht lösen

Yoram Ettinger, ein Experte bezüglich der amerikanisch-israelisch Beziehungen, hat ein Papier herausgegeben, in dem er der Idee, dass durch einen Palästinenser-Staat die Krise in der Region gelöst werden würde, eine Absage erteilt.
Ettinger bringt mehrere Gegenbeispiele aus der neueren Geschichte als Beweis, dass diese von der US-Regierung vorangetriebene Theorie
nicht funktioniert. Hier zeigt sich die lange zurückliegende arabisch Abneigung gegenüber Israel, angefangen mit Israels Unabhängikeitskrieg 1948, den die arabischen Staaten „auf Kosten der palästinensischen Bestrebungen“ führten. In diesem Krieg eroberte Ägypten den Gazastreifen, wobei palästinensische nationale Aktivitäten untersagt und die palästinensische Führung vertrieben wurde. Jordanien besetzte Samaria und Judäa und anstatt diesen Gebieten die Unabhängigkeit zu ermöglichen, wurden sie Jordanien angegliedert und „West Bank“ benannt. Syrien, für seinen Teil, besetzte und annektierte das Hama Gebiet im Golan, während die arabische Liga eine provisorische palästinensische Regierung per Gesetz verbot.

Ebenso der Sinai-Krieg im Jahre 1956 erfüllte keineswegs die Wunschvorstellungen der Palästinenser, wurde er doch durch ägyptisch geförderten palästinensischen Terrorismus ausgelöst, um Ägyptens Kontrolle über den Negev durchzusetzen. Dies stand im Zusammenhang mit dem ägyptisch-französisch-britischen Konflikt über den Suezkanal und der ägyptischen Hilfe für die Rebellen in Nord Afrika.
Ähnlich dann, der Sechs-Tage-Krieg, dessen Ausbruch durch verschiedene Faktoren beeinflusst worden war, deren Bedeutenster jedoch der ägyptisch-syrische-jordanisch Pakt zur Auslöschung
Israels war. Es begann mit der Blockade der südlichen Handelswasser- straßen durch Ägypten, gefolgt von Ägyptens Verstoß gegen die Entmilitarisierung des Sinai und Syriens Beschuss israelischer Ortschaften unter den Golan Höhen und schließlich kam Jordanien mit dem Beschuss Jerusalems dazu. Ironischerweise verstärkten sich nach dem Sechs-Tage-Krieg die nationalen Aktivitäten der Palästinenser, die Ägypten im Gazastreifen nach wie vor zu unterdrücken versuchte.

Der nächste Krieg, 1986-1970, fand ungeachtet der Palästinensischen Sache statt und ebenso der Jom Kippur Krieg 1973, den Ägypten, Syrien, Jordanien und Irak initierten, ohne den Palästinensern einen Deut Beachtung zu schenken. Wie Ettinger bemerkt, fanden alle Kriegshandlungen seit dieser Zeit nur noch zwischen Israel und den palästinensischen Terrorgruppen statt, ohne dass die übrigen Araber einschritten. Und auch 1982 kämpfte Israel mit der PLO (Palestinian Liberation Organisation) im Libanon, was aber keineswegs zu einem arabisch-israelischen Konflikt wurde.

Die Araber vergossen immer viel pro-palästinensische Rhetorik, jedoch kein Blut, um der palästinensischen Sache willen. Die Intifadas und Gefechte mit palästinensischen Terrorgruppen veranlassten die Araber kein einziges Mal, den Palästinensern zu Hilfe zu kommen, und finanzielle Hilfe aus den USA und Europa für die Palästinenser hat die Zuwendungen der Araber längst überstiegen.
Ettingers Schlussfolgerung: kein arabisch-israelischer Konflikt im Nahen Osten hatte je mit der Palästinenser-Frage zu tun, denn für die Araber ist es nicht gerade ihr „Kronjuwel“. Aber ein palästinensischer Staat würde wichtige Interessen der USA
untergraben: der globale Terrorismus würde verschärft, es würde den gemäßigten Staaten am Persischen Golf zum Verhängnis, die radikalen Regimes wären belohnt, dem Iran, Russland und China wäre die Plattform am Mittelmeer bereitet und der Unterdrückung palästinensischer Christen wäre Tor und Tür geöffnet.

Arutz Sheva, Artikel von Hillel Fendel

2.7.07

Die bittersüßen Illusionen

Es ist noch gar nicht so lange her, dass der „gemäßigte“ PA-Chef Mahmoud Abbas damit einverstanden war, dass im Erziehungswesen der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA), die Kinder Palästinas gelehrt werden, ein Feindbild zu haben und nach der Zerstörung des Staates Israel zu trachten.
Es ist noch gar nicht lange her, dass der PA Vorsitzende es ausreichend fand, eine Verurteilung von Terrorakten und Morden
auszusprechen – und das nur, weil diese die „palästinensische Sache“ nicht weiterbringen- anstatt den Terror aktiv zu bekämpfen.
Es ist ebenfalls noch nicht lange her, dass der „moderate Partner“ und seine Kollegen in der PA-Führung ein Verständigungsabkommen
s mit der Hamas unterzeichneten, welches sagt, „das Recht der Flüchtlinge, in ihre Heimat und zu ihrem Eigentum zurückzukehren, muss garantiert sein“.
Die Kairoer Erklärung, die gemeinsam mit der Hamas unterzeichnet wurde, und von der sich Mahmoud Abbas niemals losgesagt hat, erklärt sogar, dass die Palästinenser ein Recht haben, Gewalt gegen Israel anzuwenden bis dieses Rückkehrrecht realisiert ist.

Dies ist nur symbolisch gemeint? Oder nur Gerede? Nein, das ist ganz praktisch gemeint und nicht bezüglich eines palästinensischen Staates in Gaza und im Westjordanland, sondern bezüglich Safed, Akko, Lod und Jafo (Israel in den Grenzen von 1967). Und wie praktisch es auch gemeint ist, zeigen deutlich die Gewehre, die Israel in der Vergangenheit den „Guten“ übergab, denn sie reden in der Sprache des Feuers und verwundeten und töteten. Palästinensische Polizisten, Tansim-Aktivisten, Mitglieder der Al-Aksa-Märtyrer-Brigaden (militanter Arm der Fatah) und Mitglieder der Präsidentengarde Force 17 kämpften gegen Soldaten der israelischen Verteidigungsarmee und übten Terroranschläge aus oder halfen dabei, sie auszuführen.

Die Gebiete, die der Kontrolle der „Moderaten“ unterstellt wurden, sind zu Brutkästen des Terrors geworden. Und ein Teil der wirtschaftlichen Unterstützung hat einen Weg zu den Terrororganisationen gefunden. Auch dieses Mal wird dies wieder geschehen. Was die Hamas angeht, so weiß man wenigstens woran man ist: Hamasmitglieder sagen die Wahrheit über die Zukunft, die sie für Israel erstreben und streuen uns keinen Sand in die Augen. Die Fatah dagegen gibt vor, ein Partner zu sein, macht Versprechen unterzeichnet Abkommen, doch genau wie in der Vergangenheit ist dies nur Taktik. Einziger Plan auch hier: die Realisierung des Rückkehrrechts aller Palästinenser und damit das Ende des jüdischen Staates und ein Ende des Themas Jerusalem.

Jassir Arafat verglich einst die Abkommen mit dem Vertrag von Hudaibiya zwischen Mohammed und den Mitgliedern des Stammes Quraish. Dieser Vertrag wurde anschließend von Mohammed aufgehoben. „Hudaibiya“ wurde ins islamische Bewusstsein als Modell legitimer Taktik eingebrannt. Das musste selbst Shimon Peres erkennen, dass die Palästinenser Abkommen als „Dekoration“ behandeln. Sie benutzen sie und werfen sie dann fort.

Der einzige Grund, warum die Fatah nun Hamasmitglieder in Judäa und Samaria verfolgt, ist die dortige Bedrohung des Status der Fatah. Es gibt kein neues Bewusstsein, das plötzlich hervorgebrochen ist und nach dem Terror inakzeptabel ist und deshalb ausgeschlossen werden muss.

Selbst der vorübergehende Erfolg von Mahmoud Abbas, die Hamas in Judäa und Samaria in eine Ecke zu drängen, kann nicht seiner Fähigkeit angerechnet werden, sondern der Tatsache, dass dort überall der Sicherheitsdienst des Shin Bet (israelischer Inlandsgeheimdienst) und die israelische Verteidigungsarmee präsent sind. Ohne israelische Militärkontrolle vor Ort würden Terrorangriffe nicht nur nicht verhindert werden sondern die Hamas würde dort auch um einiges erfolgreicher sein.

Die israelische Regierung ist seit Oslo in dem Konzept, dass andere für den Nahost Konflikt erarbeitet haben, gefangen und andere bestimmen, wer die „Moderaten“ sind und daher die Waffen erhalten, um die Extremisten zu bekämpfen. Und Immer wieder verfielen die israelischen Regierungen dieser bittersüßen Illusion. Doch wie Arafat so wird auch Mahmoud Abbas nicht gegen seine Brüder kämpfen. Am Ende des Tages wird er seinem Bruder den Vorzug vor seinem Feind geben. Um zu überleben, ist es praktischer für ihn, die Maske aufzubehalten, die Fassade zu präsentieren. Doch das wird sich schneller ändern als die Leute glauben.
Ehud Olmert beschwerte sich erst kürzlich, dass Mahmoud Abbas ihn dreimal betrogen habe. Beim Sharm-el-Sheikh-Gipfel in dieser Woche erlaubte Olmert ihm, ihn das vierte Mal zu betrügen. Doch vor allem betrog Olmert sich selbst.

Quelle: Nahost Focus

Englische Version: http://www.haaretz.com/hasen/spages/875940.html 29.06.07

5.6.07

6-Tage Krieg vor vierzig Jahren

Wir werden sie in den Boden stampfen. Wir werden sie ins Meer werfen", brüstete sich Gamal Abdel Nasser. "Wir werden Israel auslöschen." Dem ägyptischen Diktator war es ernst. Im Mai 1967 ließ er seine Armee auf dem Sinai aufmarschieren und blockierte die Meeresstraße von Tiran. Gleichzeitig verlegten Syrien und Jordanien Truppen an die Grenzen zu Israel. Freiwillige Kämpfer aus Irak, Algerien und Kuwait verstärkten die arabischen Heere. In dieser Situation begann die israelische Armee am 5. Juni 1967 einen Präventiv-Krieg. Binnen sechs Tagen besiegte sie nacheinander Ägypten, Jordanien und Syrien und eroberte den Sinai, den Gaza-Streifen, das Westjordanland, Ostjerusalem und die Golanhöhen.

Die Welt jubelte. Der brillante Sieg des tapferen kleinen Israel über die blutrünstige arabische Übermacht begeisterte die Europäer. In niederländischen Kirchen wurde für Israel gebetet, in Polen gab es spontane Sympathie-Kundgebungen. Am radikalsten und am dauerhaftesten aber änderte sich die Haltung der USA. In den ersten Jahren nach der Staatsgründung hatte Washington Abstand zu Israel gehalten, in der Suezkanal-Krise 1956 Israel zum Rückzug gezwungen. Und trotz der sowjetischen Militärhilfe für Ägypten und Syrien erhielt Israel keine amerikanischen Waffen. Stattdessen kam die Ausrüstung aus Frankreich und heimlich auch aus Deutschland. Frankreich half sogar beim Bau der israelischen Atombombe.

"Amerika ist neutral in Gedanken, Worten und Taten", erklärte Sicherheitsberater McGeorge Bundy vor Beginn des Sechs-Tage-Kriegs. Nach dem israelischen Durchmarsch galt davon nichts mehr. Die amerikanische Öffentlichkeit begeisterte sich über den Sieg Davids über Goliath, und auch die US-Regierung frohlockte, dass Moskaus Verbündeten ein so schwerer Schlag zugefügt worden war. Fast über Nacht wurde Israel zum wichtigsten Verbündeten im Nahen Osten, der nun auch mit Waffen beliefert werden durfte. Von besonderer Bedeutung waren die Auswirkungen auf die jüdische Minderheit. Bis in die 60er Jahre war das US-Establishment von weißen Protestanten angelsächsischer Herkunft geprägt gewesen. Juden hatten keinen Zutritt zu manchen Clubs, und an den guten Universitäten gab es für sie Höchstquoten. Noam Chomsky hat die antisemitische Stimmung in Harvard beschrieben, wo er in den 50er Jahren studierte. 1967 sei ein Wendepunkt gewesen, schreibt er. "Wenn der Respekt für Israel zunimmt, verringert sich tendenziell der Antisemitismus."

Zugleich identifizierten sich die amerikanischen Juden stärker mit Israel. Der arabische Aufmarsch hatte der Diaspora vor Augen geführt, wie bedroht der Judenstaat war. Allein in den USA meldeten sich zehntausend junge Juden als Kriegsfreiwillige. Israels Überraschungssieg hob dann auch das eigene Selbstbewusstsein. Nach dem Trauma des Holocausts war es den Juden nun endgültig gelungen, sich aus der Opferrolle zu befreien.

Bis heute treten die meisten jüdischen Verbände für unbedingte Solidarität mit Israel ein. Sehr erfolgreich setzen sie sich zudem dafür ein, die Außenpolitik der USA in diesem Sinne zu beeinflussen. Nach einer Umfrage unter US-Abgeordneten gilt AIPAC, die amerikanisch-israelische Lobby, als einer der einflussreichsten Interessenverbände in Washington. AIPAC verfügt inzwischen über wichtige Bündnispartner: die christlichen Fundamental isten, die glauben, dass Gott Israel den Juden gegeben hat, und die Neokonservativen, die Israel als Vorposten der Demokratisierung im Nahen Osten sehen.

All das hat trägt dazu bei, dass die US-Regierung Israel seit 40 Jahren finanziell und diplomatisch nahezu bedingungslos unterstützt. Nicht einmal gegen die Siedlungspolitik der Israelis schreitet Washington energisch ein - vielleicht auch deswegen, weil sich unter den Siedler viele Auswanderer aus den USA befinden.

Die Vertreibung von Hunderttausenden von Palästinensern, die israelische Besatzungspolitik und der Siedlungsbau gehören zum unseligen Erbe des Sechs-Tage-Kriegs. Mit seinem Sieg gegen die arabische Welt sicherte Israel damals auf beeindruckende Weise sein Überleben, aber es schuf sich auch viele der Probleme, die seine Sicherheit bis heute gefährden. Es sind Probleme, die sich nur mit Hilfe der Supermacht USA werden lösen lassen - aber auch nur dann, wenn die USA auch die Interessen der Palästinenser berücksichtigen. Sonst wird es keinen Frieden im Nahen Osten geben. Unbedingte Solidarität ist nicht immer ein Freundschaftsdienst.

von Bettina Vestring
Berliner Zeitung, 05.06.2007