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17.1.14

Messianische Juden in Israels Armee

Soldaten der israelischen Armee warnen vor Kontakten mit messianischen Juden

27. Dez. 2013

Die Bewohner Israels wachten an einem Morgen mit einer speziellen Ankündigung der israelischen Armee im landesweiten Radio-Rundfunk auf:

Der Verteidigungsminister hatte angeordnet, dass Soldaten, die über den Schabat Feiertag in Jerusalem blieben, mit Mitgliedern der Sekte der Juden, die den Glauben an Yeshua (Jesus) predigen, keinen Kontakt haben dürfen.
 
Ist der Glauben an Yeshua solch eine Bedrohung für unsere nationale Sicherheit, dass eine der stärksten militärischen Organisationen der Welt meint, seine Soldaten vor der "Sekte der Juden" "beschützen" zu müssen?
Alles fing an, als eine kleine Gruppe messianischer Juden zum Schabat eine Herberge für einsame Soldaten in Jerusalem besuchte. Die Armee stellt diese Unterkunft für Soldaten, die keine Familie in Israel haben, bereit. An den Wochenenden, wenn die Soldaten außer Dienst sind, können sie im "Beit Hachajal" oder Soldaten Heim übernachten. Eine Gruppe messianischer Israelis hatten am Schabat Soldaten in diesem speziellen Haus einen Besuch abgestattet und mit ihnen über ihren Glauben geredet.

Viele Soldaten haben sich über diese Besuche gefreut und einige haben angefangen, regelmäßig im Neuen Testament und anderer messianischer Literatur zu lesen. Man lud die Soldaten auch ein, die Messianischen zu Hause zu besuchen, wo sie während der Schabat-Essen und in Bibelstudien in den messianischen Glauben eingeführt wurden.
Die jüdischen Gläubigen hatten Freundschaften zu den Managern und den Mitarbeitern des Hostels aufgebaut, welche diese positiven Auswirkungen, die die Besuche auf die einsamen Soldaten hatte, schätzten. Einer der Soldaten kam sogar zum Glauben an Yeshua.

Niemand in der Herberge, oder in der Armee hatte ein Problem damit, jedenfalls nicht bis "Anti-Missions"-Organisationen Ärger machten.
Diese sogenannten "Anti-Missionare" merkten, dass hier ein Soldat wahrscheinlich über das Lesen einer der vielen messianischen oder christlichen Newsletter und Webseiten, die sie führen, zum Glauben an Yeshua kam. Und so machten sie beim Verteidigungsministerium und bei der israelischen Militärführung Meldung, dass "der Kult der Juden, die Christentum predigen sich im Beit Hachajal missionarisch betätigen."

Die ultraorthodoxe Obrigkeit, zu denen die Anti-Missionare gehören, haben großes politisches Gewicht und können viele Schwierigkeiten machen. Und so hat das Verteidigungsministerium und das Militär sofort ohne die die vorliegenden Tatsachen zu untersuchen, einen öffentliche Warnung gegen eine Verbindung mit der messianischen Gruppe herausgegeben. Messianische Juden haben dann auch einen Brief vom Verteidigungsministerium erhalten, in dem ihnen "verboten wird, das Beit Hachajal ohne ausdrückliche Erlaubnis zu betreten, einschließlich einer Beschreibung der geplanten Aktivitäten."

Vor einigen Jahren wurden die messianischen Juden von den Streitkräften wie so etwas wie ein Sicherheitsrisiko betrachtet. Vielen wurde nicht erlaubt in Elite- oder sensiblen Spezialeinheiten zu dienen. Heute jedoch sind Messianische von den Militärbehörden in hohem Maße geachtet und werden sogar speziell ausgewählt, um als Kommandeure und Offiziere in allen Abteilungen des israelischen Militärs zu dienen, einschließlich des militärischen Geheimdienstes, in dem nur Geheimnisträger zugelassen sind.

 Ein messianischer jüdischer Sabra (gebürtiger Israeli), ein Unteroffizier bei der israelischen Luftwaffe, fragte neulich seinen Oberbefehlshaber ob er bei seinem nationalen Treueschwur auf den Staat Israel auch das Neue Testament neben der hebräischen Bibel dazunehmen könne. "Ja, er darf", erwiderte der Offizier ohne mit der Wimper zu zucken. Und so ergänzte der junge Mann die wachsende Zahl von hunderten von messianischen jüdischen Soldaten, die stolz in der Streitmacht dienen. 

Warum also lehnt das Verteidigungsministerium öffentlich messianische Aktivitäten in Jerusalem ab? So wie ein Kampfsoldat, der nicht messianisch ist, es erklärte, sei das alles politisch. "Die Regierung hat kürzlich ein Gesetz verabschiedet, um religiöse (Ultra-Orthodoxe) Juden zum Militär einzuziehen, aber die meisten weigern sich zu dienen", erklärte er. "Die Armee versucht die orthodoxe Gemeinde in Jerusalem zu besänftigen, indem sie diese absurden Ankündigung gegen den messianischen Glauben macht. Wir sind alle hier unserem Land zu dienen und es darf nicht die Aufgabe der Armee sein, den Leuten zu sagen, welchem Weg des Glaubens sie folgen sollen."

israel today

30.12.13

Das Messianische Trainingslager

Wenn junge Israelis die Schule beenden, bereiten sie sich auf die Ehre vor, ihre olivgrüne Armee-Uniform anzulegen, die sie in den nächsten Jahren tragen werden. Sicherlich schmerzt es jedoch auch, der Kindheit Lebewohl zu sagen. Doch die Motivation ist hoch und erstaunliche 72 Prozent aller neuen Rekruten wollen in Kampfeinheiten dienen.

Trotzdem fällt die Übergangszeit ziemlich schwer. Viele dieser jungen Menschen sind zum ersten Mal von zuhause fort, viele haben Angst. Aus diesem Grund hat die messianisch-jüdische Gemeinschaft in Israel ein neues Programm zur Unterstützung der Rekruten ins Leben gerufen. Das intensive, neuntägige Trainingslager mit dem Namen „Nazor“ bietet jungen messianischen Israelis die Hilfe, die sie brauchen, um in der israelischen Armee zu dienen und dabei Gott, Jeschua und die Nation zu ehren. 

„Wir kombinieren geistliche, physische und mentale Übungen, um sie in Form zu bringen. Wir bereiten sie darauf vor, ihrem Herrn und ihrem Land zu dienen“, sagt Yochanan Stanfield, einer der Übungsleiter. „Wir ermutigen sie, in der Armee zu ihrem Glauben zu stehen. Diese jungen Menschen sind wahrscheinlich die wichtigsten Zeugen Jesu einer ganzen Jugendgeneration in Israel.“

 Den Berichten der Nazor-Teilnehmer zufolge verspüren die meisten einen besonderen Ruf für ihr Leben in den Streitkräften. „Wir werden nicht nur für die israelische Armee ausgerüstet, sondern auch für Gottes Armee,“ so einer der Trainingsabsolventen. Programmdirektor Joel Goldberg sieht in Nazor einen Weg, jungen messianischen Menschen zu helfen, an ihrem Glauben während der Jahre im Militär festzuhalten. 

„Viele von ihnen werden Beziehungen zum anderen Geschlecht aufbauen, während sie in der Armee sind. Sie können sich vom Herrn entfernen und nicht mehr in die Gemeinde kommen“, sagteGoldberg. „Es ist so wichtig, dass wir alle diese jungen Menschen während ihres Dienstes unterstützen“, forderte Goldberg die Eltern und Besucher der diesjährigen Abschlussfeier auf. 
„Diese jungen Mädchen und Jungs geben ihr Leben, um uns und unserer Nation zu dienen. Sie sind hier für uns da und wir müssen für sie ebenso da sein.“

Goldberg organisiert die Teilnahme von Jugendgruppen aus örtlichen Gemeinden an besonderen Zeremonien für messianische Soldaten. Wenn ein Soldat eine Grundausbildung absolviert hat, erhält er eine Auszeichnung oder erreicht einen neuen Rang. Hier stellt Goldberg sicher, dass die ganze Gemeinde involviert wird. Wenn ein Soldat einen Schabbat allein in der Armeebasis verbringen muss, wird darauf geachtet, dass ein messianischer Freund zu Besuch vorbeischaut. 
„Das Armeeleben ist sehr ermüdend. Ohne die Unterstützung der Familie und der Gemeinde würden es viele Gläubige nicht schaffen.“ Alle jungen Rekruten in der Armee machen sich darüber Gedanken, wo sie dienen müssen. Einige träumen davon, in der berühmten Armee-Musikband zu spielen, andere wollen Scharfschützen auf den Golanhöhen sein, wieder andere möchten als Computerexperten im Geheimdienst dienen. 


Die meisten finden sich allerdings dort wieder, wo die Armee sie braucht. Ein junges Mädchen hatte vor dem Nazor-Trainingscamp für sich entschieden, dass sie die Armee verlassen würde, wenn sie nicht in einer von ihr favorisierten Einheit dienen könne. Sie konnte sich einfach nicht vorstellen, wie es sein würde, zwei Jahre lang etwas zu tun, das sie hasst. „Während des Trainingscamps habe ich mit meiner Angst gerungen, wo ich in der Armee landen werde“, sagte sie bei der Abschlusszeremonie. „Jetzt weiß ich, dass der beste Platz für mich der Ort ist, an dem Gott mich haben will. Wo immer auch Gott mich einsetzt, werde ich etwas Gutes finden. Ich möchte Gott dienen, wo immer ich auch bin.“ 

„Du wächst dort, wo Gott dich einpflanzt“, ermutigt Goldberg die jungen Rekruten. „Und du wirst herausfinden, dass du ein Segen und ein Zeuge für Jeschua bist, wo immer du auch bist.“ 

von David Lazarus, Pastor einer messianischen Gemeinde in der Tel Aviver Umgebung.

Printausgabe: israelheute