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19.9.14

Eine neue Nationalität

Israel erkennt die Aramäer als eine eigenständige nationale Bevölkerungsgruppe an. Bisher wurden diese als Araber geführt.

Eine entsprechende Anordnung hatte Innenminister Gideon Sa‘ar am Dienstag unterzeichnet – als eine seiner letzten Amtshandlungen. Am Mittwoch gab er seinen Rücktritt bekannt.

Von der Entscheidung sind fast 200 christliche Familien betroffen. Sie können nun wählen, ob sie sich als Araber oder als Aramäer registrieren lassen möchten.

In den vergangenen Jahren hatten immer wieder zahlreiche Christen beim Innenministerium eine Registrierung als „Aramäer“ beantragt. Drei Expertengutachten kamen schließlich zu dem Schluss, dass die Aramäer die Bedingungen für eine offizielle Anerkennung als Nationalität erfüllten: Sie haben eine gemeinsame Kultur, Religion und Sprache, ein historisches Erbe sowie eine gemeinsame Herkunft.

Die Christlich-Aramäische Vereinigung sprach von einer „gerechten und rechtzeitigen Entscheidung“, die etwas richtig stelle, was lange falsch lief. Sie kündigte an, Israel werde davon einen großen Nutzen haben.

Laut dem israelischen Nachrichtensender „i24News“ leben in Israel etwa 120.000 arabische Christen. Sie machen rund 9 Prozent der arabischen Bevölkerung aus, die sich auf 1,5 Millionen beläuft. Viele dieser Christen sähen sich als Aramäer und nicht als Araber. 

Die Flagge der Aramäer

Knessetmitglied Jariv Levin kündigte weitere Maßnahmen an, um zwischen christlichen und muslimischen Bürgern Israels zu unterscheiden. Dies soll die Integration der christlichen Bevölkerung in die israelische Gesellschaft fördern. Christen sollen zudem ermutigt werden, in der Armee zu dienen. 

Levin hatte sich besonders für die Anerkennung der Aramäer eingesetzt. Bereits im Februar war ein von ihm eingebrachter Gesetzesvorschlag angenommen worden, der die christlichen Araber stärkt und diese als eine separate Minderheitsgruppe betrachtet. Muslimische Araber hatten dies scharf kritisiert.
Die Anerkennung der Aramäer führte ebenso zu heftiger Kritik der Muslime. Knessetmitglied Ahmed Tibi (Vereinigte Arabische Liste) sprach von einem Versuch, die arabische Minderheit in Israel zu spalten. „Die Christen sind ein authentischer Teil der nationalen arabisch-palästinensischen Minderheit in Israel, und keine rechte politische Entscheidung wird diese Tatsache ändern.“
Levin verteidigte die Entscheidung. Er betonte: „Wenn ich ihnen erlaube, sich separat zu registrieren, dann zwinge ich sie zu nichts, sondern gebe ihnen vielmehr die Möglichkeit, zu sein, wer sie sein möchten.“

israelnetz.com

24.3.14

Weltkirchenrat: Keinen Keil zwischen die Araber treiben

Der Weltkirchenrat warnt vor einer rechtlichen Unterscheidung zwischen christlichen und muslimischen Arabern in Israel.
 
Eine Ende Februar vom israelischen Parlament Knesset verabschiedete Gesetzreform definiere den Status palästinensisch-arabischer Christen im Staat Israel »gegen ihren eigenen Willen«, erklärte der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) in Genf. 

Auch der frühere Patriarch von Jerusalem, Michel Sabbach, und der Präsident des Lutherischen Weltbundes (LWB), Bischof Munib A. Younan von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land, kritisierten eine "Unterscheidung zwischen christlichen und muslimischen Palästinensern".

Hintergrund ist die Änderung bei der Besetzung einer Regierungskommission für gleiche Chancen bei der Arbeitsplatzvergabe. Bislang waren fünf benachteiligte Bevölkerungsgruppen durch jeweils einen Vertreter in der Kommission vertreten.

Künftig sollen zehn Gruppen repräsentiert werden, davon drei separate für die arabische Bevölkerung: Christen, Drusen und Muslime.

Tsiona Koenig-Yair, Vorsitzende der Kommission, lehnt die Reform ab, die sie als "künstlich" empfindet. "Die Araber haben sich bisher gesamt um die arabische Bevölkerung gekümmert", erklärte sie am Donnerstag dem Evangelischen Pressedienst. Es gäbe keinen Grund das künftig anders zu handhaben.

Der Likud-Abgeordnete Jariv Levin, der die Reform initiierte, macht keinen Hehl daraus, genau das zu beabsichtigen.
"Dies ist ein historischer Schritt", kommentierte Levin, der weitere Reformen plant. Ziel ist "uns (Juden) mit den Christen zu verbinden, und ich achte sorgsam darauf, sie nicht Araber zu nennen, denn sie sind keine Araber". Mit den Christen habe man vieles gemein. "Sie sind unsere natürlichen Verbündeten, ein Gegengewicht zu den Muslimen, die unser Land von innen zerstören wollen."

Mit der Rechtsreform ändert sich für Israels Christen konkret kaum etwas.
Doch zum ersten Mal in der Geschichte des Staates Israel wird die arabische Bevölkerungsgruppe mit zweierlei Maß gemessen. Bislang schien kein Zweifel darüber zu bestehen, dass sich die Christen selbst als Teil der arabischen Gruppe empfinden. Beide Religionen gehörten bei der Staatsgründung zur selben Schicksalsgemeinschaft.

Die jüdische Führung wiederum machte umgekehrt keinen Unterschied zwischen Christen und Muslimen.
Anstatt eine Aufspaltung zu fördern, sollte die Knesset "Barrieren abreißen, die die Menschen aufgrund ihrer ethnischen und religiösen Zugehörigkeit voneinander trennen", forderten jetzt Kirchenvertreter. 

Auch die derzeit von Politikern erwogene Wehrpflicht für Christen stößt auf Widerstand. "Die Christen sind stolzer Teil der arabischen Nation und des palästinensischen Volkes", erklärte ein christlicher Knesset-Abgeordnete.

UK UnsereKirche Evangelistische Zeitung für Westfalen und Lippe

siehe auch in diesem blog:

Neues Gesetz erlassen: Unterscheidung zwischen muslimischen und christlichen Arabern

 

6.3.14

Neues Gesetz erlassen: Unterscheidung zwischen muslimischen und christlichen Arabern

Kritiker verurteilen das Gesetz als Versuch, die israelische arabische Bevölkerung zu "teilen und zu erobern".
Die Knesset hat ein kontroverses Gesetzt verabschiedet, dessen ultimatives Ziel es gemäß seines Initiators ist, zwischen muslimischen und christlichen Arabern zu unterscheiden und die Einbindung von Christen in der israelischen Gesellschaft zu verstärken.

Kritiker schmetterten das Gesetz, das der Abgeordnete Yariv Levin (Likud) initiert hatte, mit der Begründung ab, dass es einen Versuch forme, die arabische Bevölkerung zu "spalten und zu erobern" - eine Anschuldigung, die Levin anscheinend in einem kürzlichen Interview bestätigt hat.

Das Gesetz fordert, was ursprünglich nur eine kleine Veränderung in der Zusammensetzung des öffentlichen Beirats zu sein schien, der durch das "Equal Employment Opportunities Gesetz" von 1988 ernannt wird. 
Es würde dieses Gremium von fünf Mitgliedern, welche Arbeiterrechte vertreten, auf zehn Mitglieder erweitern, die nun auch christliche, muslimische, drusische und tscherkessische Vertreter mit einschließen.

Das Gesetzt kam mit 31 gegen sechs Stimmen durch, obwohl Equal Employment Opportunity-Beauftragte Ziona Koenig-Yair in einer Gesprächsrunde des Kommitees vor zwei Wochen klar machte, dass sie dagegen sei und es als überflüssig ansieht - "wie ich auch nicht an einer getrennten Vertretung für litauische Haredim und sephardische Haredim interessiert wäre", sagte sie. "Außerdem gibt es ja auch keine Gruppen, die Arbeit für verschiedene Gruppierungen in der arabischen Bevölkerung an sich anbieten, sondern immer für die arabische Bevölkerung als Ganzes."

Chaim Katz, der Vorsitzende des Knesset Arbeits-, Sozial- und Gesunheitskomitees, stellte das Gesetz dem Plenum mit den Worten vor: "Das Ziel ist, sich um Bevölkerungsgruppen, die es im Arbeitsmarkt schwerer haben, zu kümmern und für sie im Öffentlichen Beirat eine Repräsentierung zu schaffen." 
Aber die opponierenden Parlamentsmitglieder waren davon nicht überzeugt. "Vielleicht sollten wir die jüdische Bevölkerung auch in Polen, Yemeniten und Marokkaner aufteilen?" fragte die Vorsitzende der Meretz-Partei, Sahava Gal-On. Und der Abgeordnete Isawi Freij fügte hinzu: "Wir sind im Grunde genommen in einer Situation, wo versucht wird, den Staat gemäß der Religionen zu definieren. Hier will man behaupten, dass es einen Unterschied zwischen muslimischen Arabern und christlichen Arabern gäbe."
 
Das Gesetz wurde nach Wochen erhitzter Debatten im Arbeitskomitee verabschiedet. In der letzten Diskussion kritisierte der Vorsitzende der "Balad-Partei" Levin. "Die Rechte der Araber interessieren Herrn Yariv Levin in keiner Weise", sagte er. "Es ist nicht ein spezielles Problem von Beschäftigung von Christen oder Drusen. Levin will nur die arabische Öffentlichkeit auf grausame Weise spalten, die schon genug unterdrückt ist. Wir werden aber nicht seine Lakaien sein."
In einem Interview, das Levin für die Maariv Zeitung gab, gab er dies auch als seine Absicht zu, die Gesetzgebung dahingehend zu verändern, dasss eine Unterscheidung zwishcen der christlich-arabischen Bevölkerung, (die er nur "Christen" nennt) und der muslimischen Bevölkerung gemacht wird. "In meiner Amtszeit", so Levin im Interview, "soll es getrennte Vertretungen und getrennte Zuwendung für die Christliche Öffentlichkeit geben, getrennt von den muslimischen Arabern... und das ist ein historischer und wichtiger Schritt, der helfen könnte, den Staat Israel auszubalancieren, und uns und die Christen verbände - ich will sie nicht mal Araber nennen, denn sie sind keine Araber. 
Wenn es nach Levin geht, können Christen Vorsitzende von Regierungsfirmen sein, sie werden eine extra Vertretung bekommen in den lokalen Ämtern und gleiche Beschäftigungsgelegenheiten. Das erste Gesetz, das ich durchbringen werde, wird den Christen Macht in der öffentlichen Kommission des "Equal Employment Gesetz"geben. 

Er fügte hinzu: "Wir und die Christen haben vieles gemeinsam. Sie sind unsere natürlichen Verbündeten, ein Gegengewicht zu den Muslimen, die das Land von innen heraus zerstören wollen. Im Übrigen haben wir eine Botschaft: Wir werden uns eisern zeigen wenn wir null Toleranz gegenüber Arabern zeigen, die meinen, sich mit dem Terror des Palästinensischen Staates zu identifizieren."

Original: Haaretz   v. 25.2.2014

7.2.14

Heftiger Streit um den Status der israelischen Christen

Sollen israelische Christen mit arabischer Muttersprache als eigenständige Minderheit anerkannt werden, getrennt von den Arabern muslimischen Glaubens? 
Um diese Frage wurde im Ausschuss für Arbeit, Soziales und Gesundheit des israelischen Parlaments heftig gestritten. Die Debatte wurde durch eine Gesetzesinitiative des Abgeordneten Yariv Levin (Likud-Partei) ausgelöst.

 Nach seinen Vorstellungen haben die christlichen Araber Anspruch auf eine eigenständige Vertretung in Gemeinderäten und anderen Gremien. Die muslimischen Parlamentsabgeordneten reagierten entsetzt und verärgert.

Levin hatte zuvor in einem Interview erläutert, seine Gesetzesinitative sei sinnvoll, „weil wir (Juden) viele Gemeinsamkeiten mit den Christen haben. Das sind unsere natürlichen Verbündeten, und sie sind ein Gegengewicht zu den Muslimen, die unser Land von innen heraus zerstören wollen.“
Die arabischen Knesset-Abgeordneten waren aufgebracht. „Levin will die arabische Öffentlichkeit auseinanderdividieren, die ohnehin schon unterdrückt wird. 
Wir sind doch nicht seine Sklaven“, rief der Abgeordnete Jamal Zahalka (arabische Balad-Partei).

 Seine Parteifreundin Hanin Zoabi (Foto) meinte, das Gesetz führe zu einer wachsenden Feindlichkeit der Araber gegenüber Israel.

Der Ausschuss hörte auch den nordisraelischen Christen Shadi Halul an. Er setzt sich dafür ein, dass junge Christen mit arabischer Muttersprache in der Armee dienen. Dabei verweist er auf ihr aramäisches Erbe, das viel bedeutender sei als eine aufgezwungene arabische Identität. „Ich bin stolz, ein Christ zu sein“, unterstrich Halul, „wir haben das Recht auf Selbstbestimmung.“ Halul zeigte auf die muslimischen Abgeordneten und riet dem Ausschuss: „Hören Sie nicht auf diese Rassisten!“

Hanin Zoabi beschimpfte Halul daraufhin als Feigling. Er solle diese Botschaft auf den Straßen von Nazareth verkünden, dort würde er von den örtlichen Muslimen und Christen mit anderer Auffassung „die passende Antwort erhalten.“ Die kaum verhüllte Drohung führte zum Rauswurf Zoabis aus der Anhörung.
Israelische Knesset
 Tatsächlich haben Halul und seine Freunde keine Scheu, in den christlichen Dörfern für Loyalität zum israelischen Staat zu werben. Sie werden seither von Muslimen bedroht. Doch immer mehr junge Leute hören auf ihre Botschaft und verabschieden sich von dem Hass, der ihnen durch ihre angebliche „arabische Identität“ vermittelt wurde.

israelheute

24.10.13

Die Wahrheit über Nazareth

Nazareths schwindende christliche Bevölkerung - zerrissen zwischen Wegzug und Kampf

Die diesen Monat stattfindende Kommunalwahl unterstreichen die trostlosen und bitteren Rivalitäten in der Stadt von Jesu Kindheit.

Kann aus Nazareth etwas Gutes kommen? Fragte sich Natanael, ein Jünger Jesu, im Evangelium von Johannes. Dieselbe Frage heute gestellt, würde viele der Bewohner der Stadt schwer unter Druck bringen.
Die anstehenden Gemeinderatswahlen, die am 22. Oktober geplant sind (Anmerk.: Aktuelles über die Wahl, siehe unten), treffen eine verarmte und niedergedrückte arabische Stadt in Israel an. 

Eine landesweite Studie, die das Ministerium für öffentliche Sicherheit im August durchführte, deckte auf, dass die Bewohner Nazareths die Israelis sind, die am meisten Angst haben, Opfer eines Verbrechens zu werden. Man fand auch, dass hier, zusammen mit Bewohnern von Verbrechen-heimgesuchten Städten, wie Ramle und Lod, das geringste Gefühl für persönliche Sicherheit besteht.
„Die Dinge haben sich verschlechtert in dieser Stadt“, sagt eine ältere Frau, eine Kette mit einem goldenen Kreuz um den Hals, die an diesem Tag auf Nazareths Hauptstraße unterwegs ist. „Keiner der Leute hier bekommen irgendwelche Hilfe – weder von der Gemeinde, noch von der Regierung, noch von der Polizei.“
Wie sein christlicher Zwilling, Bethlehem, in der West Bank, hat auch Nazareths demographische Zusammensetzung in den letzten sechs Jahrzehnten einen dramatischen Wandel erlebt, eine Tatsache, die manche Einwohner an dem sich verschlechterten Sinn für Sicherheit und an der allgemeinen „niedrigen Lebensqualität“ festmachen. Die Stadt war vor 1948 eine Stadt mit einer großen christlichen Mehrheit, heute sind 70 Prozent von Nazareths 80 000 Einwohnern Muslime. Die Veränderung begann schon zur Zeit von Israels Unabhängigkeitskrieg, als sich ein Strom von inländisch vertriebenen Dorfbewohnern in Nazareth niederließen. Die Forscher der Studie sehen aber auch eine höhere Geburtenrate der Muslime.

Islamische Banner im Eingangsbereich vor der Verkündigungsbasilika in Nazareth mit Koranversen: "Sag: Er ist Allah, der Einzige, Allah der Ewige, Absolute, er hat nicht gezeugt noch wurde er gezeugt, und keiner ist ihm gleich." (gesehen 2010)
Religiöse Spannungen traten in den frühen 2000er Jahren in den Vordergrund, als die ortsansässigen Muslime eine neue Moschee nahe der Verkündigungs-Basilika, dem überragenden christlichen Wahrzeichen der Stadt, zu bauen anfingen. Anfang 2002 beschloss die Regierung, die Bautätigkeiten auf der Baustelle, die über dem Grab von Schihab A-Din, dem Neffen Saladins, lag, auf Grund massiven Drucks von Seiten des Vatikans, zu stoppen. Die Muslime waren von diesem Schritt erzürnt, leisteten jedoch wenig Widerstand, als im Jahr darauf ein illegaler Bau auf genau diesem Platz niedergewalzt wurde.
 
Rames Jareisi, der kommunistische, christliche Bürgermeister der Stadt, der bald 20 Jahre im Amt ist, spielt Konfessionalismus als maßgeblichen Faktor in Nazareth herunter. Tawfik Sayyad, sein Vorgänger im Amt, der 1994 bei einem Autounfall ums Leben kam, war ein Moslem, bemerkt er. Während des ganzen letzten Jahrhunderts regierten christliche und muslimische Bürgermeister die Stadt, ohne der religiösen Ausrichtungen ihrer Untergebenen großartig Bedeutung beizumessen.

Ich bin viermal durch direkte Wahlen von beiden, Muslimen und Christen, gewählt worden“, sagte Jareisi. „Manche Leute benützen Religion, um politische Ziele zu erreichen. Wir haben keinerlei religiöse Auseinandersetzungen außerhalb kleiner fundamentalistischer muslimischer und christlicher Gruppen. Aber die sind eine sehr kleine Minorität.“

Ein Mitglied dieser „sehr kleinen Minoritäten“ ist der Bürger Bshara Schlayan, ein pensionierter Kapitän der israelischen Handelsmarine, der dabei ist, eine politische Partei für christliche Araber in Israel zu gründen. Die Partei, so Schlayan, zielt darauf ab, einer, wie er es nennt, allmählichen Beanspruchung von Nazareths historischen christlichen Symbolen durch die städtische muslimische Mehrheit, entgegenzutreten.
 
An der 'Marienquelle' war immer ein großes blaues Schild angebracht, das seine Geschichte erklärte. Sie entfernten das Zeichen, um jegliche Spur des Christentums auszulöschen und nannten die Quelle 'Nazareth Strom'. Warum? Andere mögen das unwichtig finden, ich betrachte es als wesentlich.“


(die Marienquelle ist eine unterirdische Wasserquelle, und war in vergangenen Jahrhunderten die einzige Wasserquelle für die Bewohner Nazareths. In der Nähe des Ortes der Verkündigung gelegen, ist sie mit hoher Wahrscheinlichkeit der Ort, an dem Maria Wasser für die heilige Familie geschöpft hat. Anmerk. d. Übers.)

Schlayan meint, um das Problem der Christenabwanderung aus der Stadt zu lösen, braucht es mehr, als nur einen christlichen Bürgermeister zu wählen. Veränderung, meint er, muss von der Knesset kommen, bevor „alle Christen der Stadt weggehen, weil die Banden Schutzgeld verlangen.“

Jareisi sagt, Schlayan sei ein „Kollaborateur“, der mit den israelischen Behörden zusammenarbeitet und danach trachtet, unnötige Spannungen zwischen Christen und Muslimen in der Stadt zu schaffen. „Es wird ihm nicht gelingen“, erklärt der Bürgermeister.

Aber Schlayan ist nicht der einzige Christ in der Stadt, der offen seine Meinung sagt. Ibrahim hat nur noch gewartet, bis sein Sohn das christliche Gymnasium in der Stadt fertigmachte, dann verließ er Nazaret vor 14 Jahren, um ins nahegelegene Obere Nazareth zu ziehen – und er schaute nie mehr zurück. „Wenn du mir ganz Nazareth umsonst geben würdest, würde ich nicht zurückkommen“, sagt Ibrahim und fügt hinzu, dass er neulich sein Mehrfamilienhaus in der muslimischen Nachbarschaft, Jabal Hammudeh, verkauft hat. „ Wir haben es dort mit Rassismus Problemen zu tun. Fast in jeder Wohnung des Hauses gibt es illegale Waffen.

Die Religion spielt schon eine große Rolle in Nazareth. Als die Christen noch in der Mehrheit waren, gab es keine Probleme... unsere Mentalität ist eher europäisch und unsere Religion sag: 'liebt einander!'. Ibrahim erklärt, dass seine neuen jüdischen Nachbarn in Ober-Nazareth sehr freundlich sind, solange man mit ihnen nicht über Politik spricht.
 
Vor der Verkündigungsbasilika: "Wer immer eine andere Religion sucht als den Islam, wir von Ihm nicht angenommen, er wird künftig einer der Verlierer sein." (gesehen 2010)

Hanin Zoabi, umstrittenes Mitglied der Knesset von der arabischen Nationalistischen Partei „Balad“, ist Ende August in den Wahlkampf um den Posten des Bürgermeisters eingestiegen. Zoabi, nicht-gläubige Muslimin – die 2010 auf der Mavi Marmara nach Gaza mitgefahren war und das israelische Militär für das Abfangen des Schiffes geißelte, dann erst nach Einschalten des Gerichts für die Kandidatur für die Knesset zugelassen wurde – anerkannte, dass Christen in größerer Zahl als Muslime aus Nazareth abwanderten, schrieb das aber einem allgemein höheren sozioökonomischen Niveau der Christen zu.
Muslime möchten genauso dringend Nazareth verlassen, wie Christen“, sagt sie. „Christen ziehen nicht nach Ober-Nazareth, weil sie dort willkommener sind als Muslime... für den Staat Israel bist du, wenn du kein Jude bist, entweder Ausländer oder eine Bedrohung.“ Indem er eine Christliche Partei gründete, fügt Zoabi hinzu, „verkaufte Schlayan seine Ehre und sein Land!“

Aber der christliche Marinekapitän nimmt diese Kritik unbeschadet auf. Während er jetzt auf die Papiere für die neue Partei wartete, wandte er sich neulich an den Minister für Tourismus Usi Landau mit der Bitte, die größte Jesus-Statue der Welt auf den „Berg des Abgrunds“ zu stellen, wo – nach christlicher Tradition – die ungläubigen Einwohner Nazareths versucht hatten, ihren Erlöser in den Tod zu stürzen, was misslang.

Original: Nazareth’s dwindling Christian populace torn between moving out, fighting back
aus Times of Israel 

Wie die Zeitung „TheChristianPost“ am 23. Oktober berichtet, ist die israelische arabische Politikerin Hanin Soabi im Wahlkampf um Nazareths Bürgermeisteramt, nach 20 Jahren Regierung durch Rames Jareisi, gescheitert. Sie hatte mit 3812 Stimmen nicht die Prozentzahl Jareisis von 43,37 % erreicht.
Soabi hat einen Sitz in Israels Parlament, der Knesset, tut sich aber permanent als Kritikerin ihrer Regierung hervor und spornt ihre arabischen, vor allem muslimischen Landsleute an, sich nicht mit den Gegebenheiten in Israel zufrieden zu geben, nicht allzuviel Sympathien zu entwickeln und nicht auch noch dankbar zu sein, dass sie 1948 nicht aus dem Land vertrieben wurden.

11.8.13

Apartheid ?

In Israel dürfen Araber frei ihre Meinung sagen

In einer Sitzung der Knesset steht ein arabisches Mitglied der Knesset, Mr. Zahalka, am Redepult und sagt die folgenden Worte: "Wir waren vor euch hier. Ich war vor euch hier. Und wir werden nach euch hier sein!"
Premierminister Netanjahu meldet sich daraufhin zu Wort und gibt am Redepult folgende Antwort: "Ich hörte, was MK Zahalka von sich gab. Das erste, was Mr. Zahalka sagte, stimmt nicht. Und das zweite, was er sagte, wird niemals sein!"


 

In der Palästinensischen Autonomiebehörde darf niemand, kein Beamter, kein Journalist und erst recht kein Politiker frei sagen, was er denkt. Zum Beispiel, dass er Israel gut findet und er den Staat anerkennt, oder ähnliches. Er würde so schnell eins übergebraten bekommen, wie er gar nicht gucken kann.

aus Israel HAJOM

11.7.13

Arabische Christen sagen: "Israel ist der einzige Staat, für den es sich lohnt, zu kämpfen."


Arabisch-christliche Einwohner von Nazareth, die stolz in der israelischen Armee dienen und ihre Kinder ermutigen, das auch zu tun, werden zunehmend angegriffen, und Israel beginnt davon Notiz zu nehmen und ihnen zu Hilfe zu kommen.

Seit inzwischen einigen Jahren ist eine Gruppe Christen aus Nazareth, die Offiziere in der israelischen Armee sind, aktiv darin, junge örtliche Araber zu rekrutieren, um ihrem Beispiel zu folgen und dem jüdischen Staat zu dienen.
Zwar selber kein Offizier, aber eine der wichtigsten Persönlichkeiten in dieser Bewegung, ist der griechisch-orthodoxe Priester Gabriel Nadaf. Letzten Monat drohte der griechisch-orthodoxe Patriarch in Jerusalem aufgrund von Forderungen muslimisch-arabischer Knesset-Miglieder, Nadaf zu feuern. Die israelische Justizministerin Tzipi Livni und Innenminister Gideon Sa’ar riefen sofort den Priester an, um ihre Unterstützung zu übermitteln und ihre Hilfe anzubieten.
Am Mittwoch kündigte Israels Büro des Generalstaatsanwalts an, es habe eine Ermittlung zu den Aktivitäten der muslimischen Knessetabgeordneten eröffnet, die auf Nadafs Entlassung drängten. „Es ist inakzeptabel, dass arabische Abgeordnete glauben, sie könnten trojanische Pferde in der Knesset sein und Hetzbriefe gegen einen christlichen Priester verschicken, der junge Christen ermutigt Soldaten in der IDF zu werden“, sagte Likud-MK Miri Regev während einer Anhörung des innenpolitischen Ausschusses der Knesset zu der Sache.
Viele arabische Politiker stellen sich vehement gegen die Mitwirkung von Arabern am israelischen nationalen Dienst; aus Angst, das werde die Existenz des jüdischen Staates legitimieren (der ihnen ihre Gehälter zahlt).

Derweil werden die pro-israelischen arabischen Christen von Nazareth zunehmend mutiger in ihrer Haltung und wagten letzten Monat sogar eine öffentliche Versammlung abzuhalten, um auf die Leistungen ihres neuen Forums anzustoßen, dessen Ziel es ist, mehr junge Araber zu überzeugen, in die Armee zu gehen, wie Israels Zeitung Ma’ariv berichtet.
„Wir entschieden uns, die Konferenz abzuhalten, um zu demonstrieren, dass uns nichts abhalten wird“, sagte Sprecher Moran Khaloul der Zeitung. „Wir leben nicht in Syrien, wo Christen nicht reden dürfen … oder im Irak, wo Kirchen bombardiert werden. Wir leben in einem jüdischen Staat, der demokratisch und frei ist. Als israelische Christen betrachten wir uns als Teil dieses Staates und nicht als Teil derer, die gegen ihn sind.“
Khaloul sagte, bisher waren viele in der Gemeinschaft zu verängstigt, um sich zu äußern; doch das sollte sich ändern. Viele bezeichnen sich jetzt sogar offen als „israelische Christen“. Ali, ein Organisator des Forums, merkte an, dass die örtlichen Araber sehen, was im gesamten Nahen Osten geschieht und erkennen, dass Israel der einzige Ort in der Region ist, an dem Christen sich sicher und dazu gehörig fühlen können. „Das ist der Grund, warum mehr und mehr von uns erkennen, dass es hier kein anderes Land gibt, für das es sich zu kämpfen lohnt“, fügte er hinzu.

Manche gehen in ihrer Argumentation in die Armee des jüdischen Staates einzutreten noch tiefer. Henry Zahav, ein Zwölftklässler, der in die IDF gehen möchte, gab heute Morgen Antwort, als er von Ma’ariv gefragt wurde, warum er diese Entscheidung traf: „Letztlich sind wir aus religiöser Sicht eins. Jesus war Jude, seine Mutter war eine Jüdin und seine 12 Jünger waren Juden. The Balfour Post logo Danke heplev für die Übersetzung