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30.11.14

Immer mehr Christen stellen sich auf die Seite Israels

Vater Unser in der israelischen Armee


In der israelischen Armee gibt es ein paar Christen, die sich freiwillig zum Dienst verpflichtet haben - obwohl sie es nicht müssten. Sie bekennen sich zu Israel als ihrem Staat. Aber der Weg, den sie gehen, ist kein leichter.

"Ich habe mir gesagt, ich werde studieren, meinen Abschluss in Jura machen und dann zur Armee gehen. Und das habe ich getan. Ich glaube, ich bin realistischer. Ich lebe nicht in Palästina oder sonst wo, ich lebe in Israel. Ich bin israelische Staatsbürgerin. Und das ist mein Leben, das ist meine Heimat."

Arin ist eine von rund 60 Christen in der israelischen Armee. Eigentlich müssen in Israel Männer drei und Frauen zwei Jahre dienen. Doch Muslime, Beduinen und die mehr als 123.000 Christen in Israel sind von der Wehrpflicht befreit. Für viele kommt es auch nicht infrage, sich freiwillig zu melden. Sie fühlen sich als Minderheit in Israel diskriminiert. Manche sehen sich als Palästinenser oder wollen zumindest nicht in einer Armee dienen, die Teile des Westjordanlandes kontrolliert. Arin muss deshalb viel Kritik aushalten, auch in ihrer Heimatstadt Nazareth.

"Am Anfang war es sehr hart, weil die Leute es nicht verstehen. Das ist nicht gewöhnlich in Nazareth, vor allem ein Mädchen in Uniform. Ich habe dadurch Freunde verloren. Aber ich glaube an das, was ich mache. Ich hatte anfangs einen sehr, sehr schweren Weg. Aber jetzt, vier Jahre später, geht es mir gut, ich habe gelernt, damit umzugehen, und gehe zum Beispiel nicht in Uniform nach Nazareth, um die Lage ruhig zu halten." 

Arin ist nicht allein.  
Immer mehr Christen wollen nicht mehr Araber genannt werden und stellen sich auf die Seite Israels. 
Einige haben sich deshalb zum "Forum für die Rekrutierung von Christen" zusammengeschlossen und für das kommende Jahr bereits rund 150 Christen rekrutiert – mehr als doppelt so viele wie bisher. Pater Gabriel Nadaf von der griechisch-orthodoxen Gemeinde in Nazareth unterstützt das Forum. Heute ist er auf dem Weg in die Knesset, um für die Ziele des Forums zu werben. Unterstützung findet er vor allem bei den Mitte-Rechts-Parteien.

"Dass wir uns in die israelische Gesellschaft integrieren wollen, hat moralische und historische Gründe und hängt mit den Wurzeln der Christen im Nahen Osten und speziell in Israel zusammen. Denn das Christentum kommt direkt vom Judentum und ist davon nicht wegzudenken. Das ist das Land unserer Väter und Großväter. Wir wollen nun zu unseren Wurzeln zurückkehren, denn mit den arabischen Staaten haben die Christen ja nichts zu tun."

File:Flickr - Israel Defense Forces

Selbst der Krieg kann die Christen nicht von ihrem Vorhaben abbringen. An einem lauen Sommerabend im Juli, als die Operation „Fels in der Brandung“ in vollem Gange ist, versammeln sich in der Stadt Haifa rund 100 Christen. Sie schwenken die Flaggen des Vatikans und Israels. Später werden einige sogar die israelische Nationalhymne “Hatikvah” anstimmen. Die Christen wollen Solidarität mit Israel und der Armee zeigen und auf die Verfolgung von Christen in Syrien und im Irak aufmerksam machen.  Auch Gabriel Nadaf ist gekommen und beginnt die Demonstration mit einem gemeinsamen Gebet.

Zahlreiche Mitglieder des Forums für die Rekrutierung von Christen sind an diesem Abend nach Haifa gekommen. Shadi Khalloul ist der Sprecher des Forums und hat den Protest organisiert. Er erklärt, was die Verfolgung von Christen im Nahen Osten mit dem Krieg im Gazastreifen zu tun hat.

"Wir können nicht nur für die Christen im Irak und in Syrien protestieren und dabei ignorieren, was hier im Land passiert. Wir sind hier im Krieg. Es werden Soldaten und Zivilisten getötet. Es wäre falsch, das zu ignorieren. Denn wir glauben, dass der Terror hier derselbe ist wie dort. Hamas hat dieselbe Ideologie wie al-Qaida oder die Hisbollah, und sie akzeptieren niemanden, der anders ist als sie." 

Beim Treffen in Haifa im August 2014

Auch einige Israelis sind zur Demonstration in Haifa gekommen. Shadi hat zum Beispiel die jungen Mitglieder der konservativen Likud Partei eingeladen, die sich über den Zuspruch der Christen freuen. Für sie ist dies eine Bestätigung der Politik Netanyahus.

Unter den zahlreichen Christen an diesem Abend ist die 18-jährige Jennifer. Noch in diesem Jahr wird sie ihren Dienst in der israelischen Armee antreten. Auch, wenn sie dadurch viele Freunde verliert - Jennifer positioniert sich klar:

"Ich bin nicht gegen den Krieg. Wir müssen uns gegen die Terroristen verteidigen. Es ist unsere Pflicht. Die Armee hat das Recht anzugreifen, um uns zu schützen."

Jennifer spricht von "uns" und "wir". Für sie ist klar, dass sie nicht Araberin ist, sondern Israelin und damit Teil dieses Landes.

"Ich bin Christin und Israelin und stolz darauf."

Lissy Kaufmann: "Und du würdst dich nicht als Araberin bezeichnen."

"Auf keinen Fall. Das ist eine Beleidigung. Ich sehe mich nicht als Araberin." 

Auch der Organisator Shadi Khalloul diente in der israelischen Armee - als Fallschirmjäger. Er glaubt, dass Muslime eine Gefahr für die christliche Minderheit darstellen. Israel sei das einzige Land im Nahen Osten, in dem Christen frei leben könnten. Seine Position ist radikal. In Israel hört man solche Meinungen sonst nur aus dem rechten Lager. Und sie verschafft ihm Feinde: sowohl muslimische als auch christliche. Diese glauben, dass Shadi Khalloul mit seinem Vorgehen die gesamte arabische Minderheit in Israel schwächt. Shadi ist nicht sicher, wie weit die Feindschaft reicht. Deshalb trägt zur Sicherheit immer einer Pistole bei sich:

"Ich trage seit meinem Militärdienst 1998 immer eine Waffe bei mir. Denn die arabische Bevölkerung weiß, dass ich meinen Armeedienst absolviert habe. Als ein Bürger, natürlich, als ein Christ, der sein Land verteidigen will. Sie akzeptieren diese Entscheidung nicht, die Freiheit, die ich als Bürger dieses Landes habe. Deshalb habe ich die Waffe dabei, um mich zu verteidigen, das ist meine Einstellung im Leben."

Shadi Khalloul will sich von der arabischen Minderheit abgrenzen. Zu dieser Minderheit zählen Christen, Beduinen, Drusen, Tscherkessen und Muslime. Sie machen gut ein Viertel der Bevölkerung in Israel aus. Shadi Khalloul findet dafür Unterstützung im israelischen Parlament. Auch der Knesset-Abgeordnete Yariv Levin von der Likud Partei glaubt, dass die Regierung schon längst zwischen den verschiedenen Minderheiten in Israel hätte unterscheiden sollen. Er hat das erste Gesetz auf den Weg gebracht, das die Christen als eigenständige Minderheit anerkennt.

"Wir haben in Israel lange Zeit einen großen Fehler gemacht, dass wir alle Minderheiten in Israel in einen Topf geworfen und sie Araber genannt haben. Die Tatsache ist, dass sie sehr verschieden sind. Und was dann passiert ist, ist, dass die Mehrheit der Muslime die Repräsentation dieser Minderheit übernommen hat und daher meistens nur ihre Probleme und ihre Gruppe vertreten hat, während die anderen keine wirkliche Repräsentanz hatten."

Doch die Christen zieht es nicht nur aus ideologischen Gründen in die Armee. Denn während der zwei bis drei Jahre knüpfen sie Kontakte fürs Leben und sammeln Erfahrung für das Berufsleben.  Der Druse Ahmad Ramiz ist in der israelischen Armee für die Rekrutierung und die Eingliederung von Minderheiten verantwortlich. Die Drusen haben eine eigene Religion. Sie sind weder Christen noch Muslime, auch wenn ihre Wurzeln im Islam gründen. Für drusische Männer ist der Dienst in der israelischen Armee Pflicht.  Ahmad kennt die Vorteile. 

"Die Armee stärkt und bereitet die Soldaten auf den israelischen Arbeitsmarkt vor, denn sie dienen in einer Armee mit jüdischen Israelis, und in diesem militärischen Rahmen lernen sie Pünktlichkeit, Selbstständigkeit, körperliche und mentale Fitness und Entscheidungsfindung. Das ist das eine. Das andere ist, dass ehemalige Soldaten während des Studiums unterstützt werden, zum Beispiel durch verschiedene Stipendien. Um all das kümmert sich der Staat."

Die Christin Arin Sha’abi ist gleich Berufssoldatin geworden. Wo andere einen Widerspruch sehen – eine christliche Araberin, die muslimische Araber aus der Westbank anklagt – sieht Arin Sha’abi den Dienst für ihr Land. Christen aber zum Armeedienst zu verpflichten halten sie und die Mitglieder des Forums für falsch. Doch sich freiwillig zu melden soll zukünftig einfach werden. So versendet die Armee nun an junge Christen ein Schreiben, das sie einlädt, in der israelischen Armee ihren Dienst zu tun. Entscheiden kann dann immer noch jeder selbst, was für ihn am besten ist.

Von Lissy Kaufmann - Deutschlandradio Kultur

28.10.14

Heiliges Land: Die Gefahren für die Christen

von Pierre Rehov

 Wenn man im Nahen Osten jemanden nach der Bedeutung der Redewendung: "Erst die Samstagsleute, dann die Sonntagsleute" fragt, wird die Antwort mit einem Lächeln kommen: "Zuerst werden wir die los, die samstags beten und dann die, die sonntags beten."

Eine kürzlich vorgenommene Untersuchung ergab, dass die christliche Bevölkerung in Bethlehem von 90 Prozent im 19. Jahrhundert auf 60 Prozent in den 90er Jahren sank. Heute machen die Christen lediglich 10 Prozent der Bevölkerung aus. Was ist geschehen?

Natürlich sind in den 40er und 60er Jahren viele Christen aus Furcht vor dem Krieg geflohen, oder vielleicht auch auf Grund von massiver Anti-jüdischer Propaganda. Zu der Zeit litten die Christen bereits Diskriminierung durch Muslime und viele stellten sich auch der Wiedergeburt der jüdischen Nation entgegen. Ihre Einstellung - abgesehen von ihrem Glauben - wurde mehr von der örtlichen arabischen Kultur beeinflusst, als von europäischer Aufklärung.

Der eigentliche Niedergang der christlichen Bevölkerung jedoch, entstand als Nebeneffekt der Oslo-Verhandlungen. Ab dem Zeitpunkt, als Arafat und die PLO die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) in der Westbank und in Gaza gründete, wurden die Christen verfolgt. 

Trotz des öffentlichen Vorzeigens offizieller Posten für Christen, wie z. B. Bethlehems Bürgermeister, lebten christliche Bewohner in der PA (unter ihnen Hanan Ashrawi, die erste gewählte Frau in der PA) als dimmis: Nach muslimischen Gesetz, zweite-Klasse Bürger, beschützt durch muslimische Autoritäten, solange sie bestimmte Regeln akzeptierten. Eine dieser Regeln verbietet es einem Christen, seinen Besitz - ein Geschäft oder ein Haus - an einen anderen Christen zu verkaufen, wenn er plant ins Ausland zu ziehen. Nur an Muslime. Aber das ist nur der Anfang.

Eine andere Praxis, die die PA anwandte, besonders während er zweiten Intifada Anfang 2000, war, sich in den Häusern der Christen zu verschanzen und von dort aus über das Tal auf die Häuser der Juden zu schießen. Was die israelischen Soldaten sehen, ist dann ein Blitz aus einer Gewehrmündung, das in einem Fenster erscheint und so erwidern sie den Beschuss und schießen zurück. Sie können nicht unterscheiden, ob es von einem "muslimischen" oder einem "christlichen" Fenster kommt. Die Christen also hatten es schließlich satt, beschossen zu werden und zogen aus -- und ihre Nachbarn zogen ein.

Während der Belagerung der Geburtskirche 2002, brauchten die Terroristen dieselbe Strategie, nämlich von der heiligsten Stätte der Christen in Bethlehem auf Israelische Truppen zu schießen und die Stätte innen zu entweihen. Nonnen und Priester riefen um Hilfe, aber niemand hörte sie. Solch eine Geschichte schlägt nur ein, wenn Israel die Schuld gegeben werden kann.

Zwei Jahre zuvor musste Papst Paul II bei seinem Besuch in Bethlehem, stumm die Schmach hinnehmen, dass er mitten in seiner Ansprache von dem Mufti mit dem lauten Aufruf zum Gebet unterbrochen wurde, obwohl es nicht einmal Zeit für das Gebet war. Die Szene hatte Italiens Rai 2 Sender gefilmt und auf Bitte des Vatikan wurde die Sequenz später aus den Archiven gelöscht. Ähnliche Vorgänge gab es während des Besuchs von Papst Franziskus, der angehalten wurde, einen Stopp bei der Sicherheitsmauer zu machen und dort zu beten, die kurz zuvor mit frischer hetzerischer Graffiti besprüht worden war. Dieser Halt war nicht Teil des offiziellen Protokolls, und wäre es auch nicht geworden, selbst wenn seine Delegation aus Höflichkeit darum hätte bitten dürfen. 

Jedenfalls verkündete 2006 Hassan El Masalmeh, ein Mitglied des Bethlehemer Gemeinderats, öffentlich sein Vorhaben, eine diskriminierende Steuer für alle nicht muslimischen Bewohner zu erheben. Diese Steuer namens "dschisiah", gibt es seit der Entstehung des Islam als ein Teil der "Dhimmi"-Gesetze, wie in vielen Ländern im Nahen Osten.

Jetzt haben sich viele christliche Familien bitter beklagt, dass ihre Töchter mit erzwungener Bekehrung zum Islam bedroht werden und, da sie nicht nach islamischer Sitte bedeckt genug bekleidet sind, oft Vergewaltigung zu erwarten haben. 

Offizielle Beschwerden gibt es allerdings, verständlicherweise, kaum. Nach Jahren der Verfolgung haben dhimmis Angst vor Vergeltung und stellen sich, wenn sie in ihren Gebieten und Ortschaften weiterhin leben wollen, wo sie für sich Frieden erhoffen, oft auf die Seite ihrer Verfolger.

In 2012, zum Beispiel, hatte die "Holy Land Christian Ecumenical Foundation" (Christliche ökumenische Stiftung im Heiligen Land), welche für ihre antisemitische Sichtweise bekannt ist, die Bewerbung des Landes "Palästina" für eine Mitgliedschaft in der UNO in Gänze befürwortet, indem sie eine Brief veröffentlicht hat, in dem Israel mit scharfen Worten verurteilt wird:
  • "Wir, die palästinensischen Christen, sind die Nachkommen der ersten Christen. Wir sind ein natürliches und integrales Bestandteil des palästinensischen Volkes. Und ebenso, wie unsere muslimischen Brüder und Schwestern, wurden wir unserer nationalen und menschlichen Rechte fast ein Jahrhundert lang beraubt ... Wir haben 64 Jahre lang Exil und Besetzung ausgehalten und an Seiner Botschaft des Friedens festgehalten. Wir, die palästinensischen Christen sagen: Genug! Unsere Botschaft ist einfach: Um den Frieden zu erlangen, muss die Welt auch "genug" zu Besatzung und Herabsetzung der menschlichen Würde sagen.
Andere christliche Persönlichkeiten, so wie der Erzbischof von Canterbury, Rowan Williams und der Kardinal Cormac Murphy-O'Connor, verbergen ihren grundsätzlichen Antisemitismus gar nicht erst, wenn sie Juden (und sogar auch den Christen) die Schuld dafür geben, dass ihre Schäfchen unter der muslimischen Herrschaft leiden. Was man aus dem Brief nicht herauslesen kann, ist die Realität des Lebens in den meisten Gebieten der Palästinensischen Autonomie.

"Das ganze Gerede darüber, dass Israel hinter der Qual der Christen in den palästinensischen Gebieten stecke, ist völliger Quatsch", sagte ein christlicher Politiker, der aus Sicherheitsgründen anonym bleiben möchte. "Die Muslime schüchtern ein. Sie zünden unsere Geschäfte an, stehlen unsere Grundstücke. Sie bauen ihre Moscheen direkt neben unseren Kirchen und sorgen dann dafür, dass ihre lauten Gebetsrufe unsere Gottesdienste stören.
Sie greifen unsere Töchter an und beleidigen sie. Es gibt so viele Fälle von Vergewaltigung, die nie angezeigt worden sind. Die Familien verstecken die Sache aus Scham und ziehen dann weg. Sie fliehen."

2013 haben einige Familien aus Bethlehem und Ramallah schließlich einen Brief an den Präsidenten, Mahmoud Abbas, geschrieben. Mehr als 150 Angriffe auf christlichen Besitz sind dokumentiert und gemeldet worden, einschließlich Landdiebstahl, Zwangsbekehrungen, Todesdrohungen und physische Gewalt.

Weil aber unter Dhimmi-Gesetz Nichtmuslime, die unter muslimischer Herrschaft leben, nicht gegen Muslime aussagen dürfen, ist es geradezu unmöglich für Christen, deren Land gestohlen wurde oder deren Leben bedroht wurde, vor dem örtlichen Rechtssystem zu klagen. Viele, die es gewagt hatten, Beschwerde einzureichen, warten immer noch auf eine Antwort von den Behörden.
In der Zwischenzeit hört die christliche Bevölkerung innerhalb Israels nicht auf, anzusteigen und hat ungefähr die Zahl von 140.000 erreicht.


Es gibt einen orthodoxen Priester, Pater Gabriel Nadav, der kürzlich eine Organisation gegründet hat, die Registrierung von Christen in die israelische Armee (IDF) fördert. Die Zahlen sind von den Verteidigungskräften in Israel noch nicht veröffentlicht worden, aber hunderte Christen, die sich gemeldet haben, haben die Kampfverbände gewählt.

Eine israelische arabische Filmemachterin, Suha Arraf, hat neulich auf dem Filmfestival in Venedig ihr neuestes Werk präsentiert und bekam sehr viel Aufmerksamkeit für den Film "Palestinian", nachdem sie nahezu 400.000 US Dollar vom Israel Film Fund erhalten hatte. Der Film beschreibt angeblich das Leben einer christlichen Familie in Ramallah, die unter einer Identitätskrise leidet ... aufgrund der israelischen Besatzung.

Aber Suha Arraf ist nicht Palästinenserin, sie ist eine israelische christliche Araberin. Natürlich hat das israelische Kultusministerium, da es sich hier betrogen sah, den Preis zurückverlangt - denn der Sinn des Israel Film Funds ist, sich an Produktionen zu beteiligen, die eine eindeutige israelische Identität tragen.
Auf die diesbezügliche Frage der israelischen linksgerichteten Zeitung Haaretz in einem Interview mit der Filmemacherin, antwortete diese, sie sei Israelin, Christin und Araberin aber sie fühle sich als "Palästinenserin", wie die meisten Araber es tun würden, die in Israel leben.

Was Suha Arraf da in einer mehr oder weniger romantisierten Art beschreibt, würde wesentlich schrecklicher sein, wenn sie sich nur an die Fakten gehalten hätte und nicht die politisch korrekte Umschreibung wählte, indem sie die Araber in den Gebieten als die "unter der Besatzung leidenden" beschrieben hat.

Sicherlich gibt es eine Verbindung zwischen der Art, wie Christen in Israel trotz muslimischer und antisemitischer Propaganda behandelt werden und dieser zunehmenden Entschlossenheit, die Religion ihrer Wahl frei ausleben zu können: als christliche Israelis. Ganz bestimmt nicht als Palästinenser.

Tut mir leid, ihr, die ihr denkt, alle Araber in der PA würden unter "der Besatzung leiden". Ihr liegt alle falsch. 


   Pierre Rehov ist Reporter und Dokumentar Filmemacher. Er schuf zwei
   Filme  über die Situation der Christen im Nahen Osten: "Heiliges Land:
   Christen in Gefahr" und "Erst kommt Samstag, dann kommt Sonntag". 
 
GATESTONE

28.9.14

Israel ist der einzige Ort, wo Christen sicher sind!

Der griechisch-orthodoxe Priester Pater Gabriel Nadaf, Leiter der Aramäischen Christlichen Minderheit in Israel, sprach am 23. September 2014 vor dem UN-Menschenrechtsrat (UNHRC) und zeigte dabei seine klare Unterstützung für den jüdischen Staat. 

Obwohl er vor einem Organ stand das in der Vergangenheit Israel immer wieder verurteilt hat - kürzlich berief es ein einseitiges Komitee zur Erforschung von "Kriegsverbrechen" Israels in Gaza und lobte die Menschenrechts-"Errungenschaften" des Hamas und IS unterstützenden Landes Katar - sprach Nadaf selbstsicher, rief die Welt auf, auf der Seite Israels gegen den Terror zu stehen.


"In den letzten zehn Jahren wurden überall im Nahen Osten jedes Jahr 100.000 Christen ermordet. Das bedeutet, dass alle fünf Minuten ein Christ wegen seines Glaubens getötet wird", berichtete Nadaf. "Die, die der Verfolgung muslimischer Extremisten entkommen können, sind geflohen... die, die bleiben, leben als zweite-, wenn nicht gar dritte-Klasse Bürger unter ihren muslimischen Herrschern.

Nadaf fuhr fort: "im Nahen Osten gibt es heute nur ein Land, wo Christen nicht nur nicht verfolgt werden, sondern ihnen von Herzen Redefreiheit, Freiheit, ihren Gottesdienst zu begehen und Sicherheit gewährt werden ... das ist Israel, der jüdische Staat. Israel ist der einzige Ort, wo Christen im Nahen Osten sicher sind."

Nadaf rief bei seiner Rede nach der Podiumsdiskussion über die "Menschenrechtssituation in Palästina und anderen besetzten arabischen Gebieten", "es ist Zeit, das die Welt die Tatsachen wahrnehme, dass die, die den israelischen Staat zerstören wollen, das Todesurteil für die letzten freien Christen im Heiligen Land bedeuten."
"Führer der Völker, Friedenssucher, beendet eure Hexenjagd nach dem einzigen freien Land in der Region", sagte Nadaf und warf damit der UNHRC den Fehdehandschuh hin.

Pater Nadaf, ein Eingeborener Nazareths, der der Griechisch Orthodoxen Kirche in Yafia, nahe seiner Heimatstadt, vorsteht, hat sich - trotz starken Widerstandes der offiziellen Griechisch Orthodoxen Kirche und arabischen Knessetmitgliedern -  für eine intensive Verbindung zu Israel und einem Armeedienst für christliche Bürger eingesetzt.
Die Opposition gegen ihn ist so stark, dass das Griechisch Orthodoxe Patriarchat ihn aus der Verkündigungsbasilika in Nazareth verbannt hat und wiederholt droht ihn von seinem Posten in Yafia zu entlassen.  

Auch arabische Knessetmitglieder haben ihn verurteilt, indem sie ihn "Agent des Zionismus, der die Araber spalten will" nennen. Nadaf bekannte auch, dass ihm mit Gewalt und sogar dem Tod gedroht wurde, aber er besteht darauf, eine beträchtlichen Anteil der christlichen Gemeinschaft in Israel zu vertreten.

"Wir fühlen uns im israelischen Staat sicher", sagt Nadaf, "und wir sehen uns als Bürger eines Landes mit allen dazugehörigen Rechten und auch Pflichten."
Pater Nadafs Reise nach Genf wurde von "The Face of Israel" einer privaten Organisation, die Israel international fördert, arrangiert.23.9.2014
Virtual Jerusalem

14.5.14

Stimmung vor Papstbesuch heizt sich auf


Die Vorbereitungen zum Besuch des Papstes im Heiligen Land laufen auf Hochtouren. Gleichzeitig erhitzen sich die Gemüter auf allen Seiten.  

von Ulrich W. Sahm, 12. Mai 2014
 
Der lateinische Patriarch in Jerusalem, Fouad Twal, befürchtet, dass „Hassverbrechen“, darunter Todesdrohungen und diffamierende Graffiti an kirchlichen Gebäuden die Atmosphäre vor dem Papstbesuch am 25. Mai „vergiften“ könnten. Bestürzt über die „Zeichen der Intoleranz“ verlangt Twal von den israelischen Behörden, diese Vandalen zu stoppen und hart zu bestrafen. „Wer steckt hinter dieser Gewalt. Sind die Attacken das Werk isolierter Individuen? Wer hat ihnen derart schlechtes Benehmen beigebracht? Wie kann es sein, dass die Täter nicht geschnappt werden?“, fragte der Patriarch.

Mutmaßlich stecken radikale Siedler aus dem Westjordanland und Extremisten aus Israel hinter den Schmierereien. Autoreifen werden zerschlissen und Davidsterne auf die Autotüren gesprüht. In Jerusalem wurden Geistliche bespuckt und tätlich angegriffen. „Ich gehe nur noch selten in Kutte auf die Straße“, gestand ein Dominikaner.


Israelische Politiker verurteilen regelmäßig diese „abscheulichen“ Hassverbrechen und fordern von der Polizei ein schnelles Durchgreifen. Das versprach auch der Minister für innere Sicherheit, Yitzhak Aharonovitch, während einer Visite in Umm el-Fahm, Yokneam und Furadis, arabischen Ortschaften mitten in Israel, wo Moscheen beschmiert und Autoreifen arabischer Unternehmer zerstochen worden sind. Es hat Verhaftungen gegeben. Aber den Behörden sind die Hände gebunden, selbst wenn Polizisten wie in Jokneam einen mutmaßlichen Täter auf frischer Tat bei Zerstechen von Autoreifen erwischen. Die Polizei tut sich schwer, gerichtsfeste Beweise beizubringen, während die Richter nur leichte Strafen wegen “Sachbeschädigung” verhängen können. Initiativen von Abgeordneten, diese Graffiti-Attacken als “Terroranschläge” zu definieren, hatten noch keinen Erfolg.

Jüdische Kreise im In- und Ausland werfen Abramowitsch vor, lediglich Hassattacken auf christliche oder muslimische Einrichtungen zu besuchen und zu verurteilen, ähnliche Verunglimpfungen jüdischer oder israelischer Stätten zu ignorieren. So wurden Gedenkstätten für gefallene israelische Soldaten beschädigt, über 50 israelische Flaggen in Jaffo und in Jerusalem am Unabhängigkeitstag mit roter Farbe besprüht. In Hadera, Lod, Beer Schewa und Saffed wurden Hakenkreuze und antisemitische Zeichnungen an Häuserwänden gefunden. In diesen Fällen stehen muslimische Palästinenser unter dringendem Tatverdacht. Ein Sprecher des Ministers, Yaron Zamir, behauptete, dass sein Minister die Hälfte seiner Zeit der Aufklärung antisemitischer Hassverbrechen von Arabern widme. 

Schlagzeilen machte der israelische Schriftsteller Amos Oz. Der bezeichnete die die Hassverbrecher als „Hebräische Neo-Nazis“. Das hat ihm schon eine Klage der Siedlervereinigung wegen Verunglimpfung und Hetze eingetragen, mit der Absicht, Oz „ins Gefängnis zu stecken“.

Während in Israel und internationalen Medien vor allem Hassverbrechen jüdischer Extremisten höchste Aufmerksamkeit erhalten, gibt es kaum beachtete Vorfälle auch in den palästinensischen Gebieten. Hochrangige Kirchenvertreter hätten gemäß einem Bericht von „Camera“ erklärt, dass die Zusammenstöße „vorbei“ seien und dass jetzt alles „fein“ sei. In Bethlehem, wo die radikale Hamas-Bewegung über eine Mehrheit im Stadtrat verfügt und wo nur noch wenige Christen leben, werden antichristliche Ausschreitungen verschwiegen und unter den Teppich gekehrt. 

Das hatte Christy Anastas, eine junge Frau aus Bethlehem, bei gefilmten Auftritten in Schweden und London eindrücklich beschrieben. Die Studentin erhielt Todesdrohungen und ihre in Bethlehem lebende Familie hat sich von ihr distanziert, nachdem sie als „Verräterin“ abgestempelt worden ist. 

Auch der Konflikt um den griechisch-orthodoxen Priester George Nadaf aus Nazareth eskaliert. Der hatte angesichts der Christenverfolgungen in arabischen Ländern behauptet, dass die arabischen Christen keine „Araber“ sondern „Aramäer“ seien, also die Nachfahren der Juden. Junge arabische Christen rief er auf, sich freiwillig zum Militärdienst bei der israelischen Armee zu melden. Die Aufregung bei Moslems wie bei palästinensischen Christen war groß. 

Ein Sprecher des griechischen Patriarchats ließ über die französische Nachrichtenagentur afp verbreiten, dass Nadaf seines Amtes enthoben worden sei. Doch möglicherweise war diese Meldung nur Teil der Kampagne gegen den Priester. Denn gemäß den Statuten hätte einen solchen Schritt allein der Patriarch bei einem persönlichen Treffen aussprechen können. Nadaf behauptet, keine Einladung nach Jerusalem erhalten zu haben. Derweil hat Shadi Khalloul, ein Mitstreiter von Nadaf, um Hilfe gerufen, nachdem beide Todesdrohungen erhalten hätten. 

Auf Facebook hat Sasha Antipus, eine arabische Frau aus Jerusalem, ein Plakat mit der Überschrift „Wanted“ (Gesucht) veröffentlicht. Unter dem Bild von Nadaf und Khalloul wird eine hohe Belohnung „in bar“ angekündigt. Darunter steht die Warnung: „Sie gelten als sehr gefährlich und sind bewaffnet.“