Der folgende Text ist eine Antwort auf ein Video des „Bethlehem
Bible College“, in dem Christen in Bethlehem ihre Meinung zum Konflikt
in Gaza vor der Kamera ausdrücken.
Traurig für mich ist, dass sich die Einstellung und theologischen Interpretationen, und damit die Haltungen zum Staat Israel von Bshara im Laufe der Jahre - offensichtlich unter dem Druck des zunehmenden Islam im Ort - so sehr gewandelt haben. Denn Bshara Awwad kenne ich aus meinen Jahren in Bethlehem/Beit Jala noch gut. Damals wollte er nichts weiter als in gutem Glauben das Evangelium verbreiten. Jetzt macht er wie andere Kirchenführer politische Propaganda und hetzt gegen Israel.
Bishara Awad (Foto), Gründer und ehemaliger Präsident des „Bethlehem
Bible College“, eröffnet das Video mit einer emotionalen Ankündigung:
„Es gibt eine Kirche des Jesus Christus hier in diesem Land und es ist
die palästinensische Kirche.“ Daraufhin warnt er die Zuschauer, dass
„diese Kirche aus diesem Teil der Welt verschwinden wird“, wenn ihr
nicht geholfen wird.
Die Kommentare von Awad legen die theologische Basis für die
hochpolitische Aussage des kurzen Videoclips. Nach Aussage Awads hat nur
die palästinensische Kirche das Recht die Unterstützung der Christen zu
bekommen, da nur sie die „Kirche des Jesus Christus“ im Lande ist. Mit
diesem Satz hat Awad die Gemeinde des Messias als „Judenrein“ erklärt,
während gleichzeitig die Hamas ihren Willen ausdrückt „Palästina“ von
allen Juden zu säubern. Awad und Hamas haben eine gemeinsame Theologie,
die „Ersatztheologie“: Palästinenser ersetzen die Juden, ob im
spirituellen, oder im nationalen Sinne.
Da Awad die Gemeinde der messianischen Juden (zwischen 10.000 – 15.000
Mitglieder) aus der christlichen Gemeinschaft ausgeschlossen hat, lässt
er die Lüge fortbestehen, dass der israelisch – arabische Konflikt „ein
Krieg der Juden gegen Christen“ ist, weswegen Christen weltweit für ihre
Bedrückten palästinensischen Glaubensgenossen intervenieren müssten.
Allerdings sind weniger als zwei Prozent der palästinensisch arabischen
Bevölkerung offiziell Christen (die meisten sind römisch katholisch und
griechisch orthodox). Die große Mehrheit sind Muslime, von denen viele
terroristische Organisationen wie die Hamas unterstützen.
Deswegen ist es nicht überraschend wenn ein Befragter im Video sagt,
„Wir leben schon 65 Jahre unter israelischer Besatzung“, also seit der
Errichtung des jüdischen Staats im Jahre 1948. Für die Produzenten des
Videos kann die Befreiung von der „Besatzung“ nur durch die Zerstörung
Israels kommen, also indem die „Nakba“ rückgängig gemacht wird, die
Katastrophe, die über die Feinde Israels kam als sie versuchten den neu
entstandenen jüdischen Staat bei seiner Geburt zu vernichten.
Anstatt christliche Inhalte zu senden, hat sich die BBC vor den
islamistischen Wagen spannen lassen und sich zum „christlichen Sprecher“
einer Bewegung gemacht, die in ihrem Kern eine antichristliche und
antisemitische Dschihad Bewegung ist. obwohl Awad mit einer Bitte um
Hilfe ... Gebete ... Liebe für die Kirche beginnt, hat sein wahres Ziel
nichts mit diesen erhabenen spirituellen Prinzipien zu tun. Stattdessen
ist der immer wiederkehrende Refrain im Video zu hören „Druck in den USA
auszuüben“, „Die Regierung zu beeinflussen“ und „Abgeordnete, Senatoren
und den Präsidenten einzuschalten“.
Das „Bethlehem Bible College“ (Bild) gibt an, eine Kraft für „Frieden,
Gerechtigkeit und Versöhnung“ zu sein, im Dienste des „Königreichs
Gottes“. Es versucht messianische Juden in ihre Bewegung zu rekrutieren,
indem man behauptet „pro palästinensisch und pro Israel“ zu sein.
Solche Behauptungen verlieren jedoch in Anbetracht dieses Videos ihre
Glaubwürdigkeit, wenn Zitate gefilmt werden wie: „Das Leid wird noch
verschlimmert und auf das israelische Land übergehen, wenn sie (die
Israelis) so weitermachen ... Das ist kein Krieg, das ist Völkermord“.
Sogar Kinder werden für die Propaganda ausgenutzt und wiederholen die
gleichen Texte, die Sprecher der Hamas jeden Tag vor westlichen Medien
wiedergeben: „Genug der Unterstützung Israels! Diese Unterstützung
zerstört Gaza. Es werden illegale Bomben eingesetzt, die Krankenhäuser,
Schulen und Bunker zerstören und damit die die Bevölkerung Gazas.“
Wenn das das Evangelium des Bible College ist, ist es ein „anderes
Evangelium“ (Galater 1:6), nicht würdig Dem, in Dessen Dienst es vorgibt
zu dienen.
israelheute
Christen und messianische Juden - Ihr Stand, ihre Probleme, ihre Wünsche, ihre Ansichten
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19.8.14
31.5.14
Er führt mich auf rechter Straße um seines Namens willen
Dieses Ereignis, das zeigt, dass das Gebet von Christen oftmals größere Wirkung hat, als Widerstand und Kampf gegen die unerwünschten Umstände, was ohnehin nur ein Feindbild aufbaut und zermürbt, wird hier von Johnny Shahwan dargestellt.
Johnny Shahwan ist der Leiter eines christlichen Begegnungszentrum mit Kindergarten und Schulungszentrum in Beit Jala bei Bethlehem. Mit großem Garten, Kinderspielplatz, vielen Räumen mit Aktivitäten für Frauen und Jugendliche ist es ein wahrer Zufluchts- und Friedensort in der Region. Eine klare christliche Botschaft wird in vielfältiger Form vermittelt und gibt vielen Christen in der Stadt, aber auch muslimischen Menschen neue Sichtweisen.
Er führt mich auf rechter Straße um seines Namens willen
Seit vielen Generationen ist meine Großfamilie im Besitz eines Grundstückes am Rande unserer Stadt, von dem auch mir ein Erbteil von etwa 400 Quadratmetern zusteht. Etwa im Jahr 1997 wollten zwei Geschwister meines Vaters ihren Anteil verkaufen, weil sie in finanziellen Schwierigkeiten waren. Wir hatten damals zwar kein Geld, doch ich wollte nicht, dass das Land in fremde Hände fällt. Unsere eigene Wohnsituation war damals nicht gut und ich wünschte mir so sehr, dass wir irgendwann einmal als Familie auf diesem Land bauen können. Durch Freunde bekamen wir einen zinslosen Kredit, kauften das Land und zahlten es über viele Jahre hinweg ab.
Einige Zeit später wurde die Sicherheitsmauer von der israelischen Regierung rund um die Provinz Bethlehem gebaut und auf unserer Seite der Stadt sollte die Mauer mitten durch mein Grundstück führen. In anderen Gebieten stand die Mauer bereits und ich hatte schon viele Geschichten von Leuten gehört,
die ihr Land dadurch verloren hatten. Doch als ich jetzt plötzlich selbst betroffen war, hat mich das unheimlich wütend gemacht. Oft wusste ich nicht, wie ich mit meiner Wut umgehen sollte. Immer wieder gab ich sie im Gebet an Gott ab, doch es dauerte Jahre, bis ich wirklich Frieden über die Situation hatte.
Obwohl der Mauerbau beschlossene Sache war, wurde auf dem Abschnitt, der durch mein Grundstück führt, erstmal nur ein Sicherheitszaun gezogen. Einige der betroffenen Familien klagten gegen den Bau und vor etwa drei Jahren begannen die Gerichtsverhandlungen. Sie forderten, dass die Mauer weiter in
Richtung Jerusalem versetzt werden sollte. In dieser Zeit fragte mich unser Bürgermeister einige Male, ob ich mich nicht beteiligen wollte. Doch ich lehnte jedesmal ab. Ich hatte die Sache Gott abgegeben und wollte mich nicht wieder damit beschäftigen und mich ärgern.
Vor etwa zwei Monaten gab es die letzte Gerichtsverhandlung wegen dieser Mauergeschichte. Es sollte entschieden werden, ob die Mauer an der geplanten Stelle, an der schon achtzig Prozent der Fundamente und der Infrastruktur vorbereitet war, gebaut werden sollte, oder ob sie versetzt wird. Wieder
rief mich unser Bürgermeister an und fragte, ob ich nicht mitkommen wollte, um für mein Grundstück zu kämpfen. Auch dieses Mal lehnte ich ab. Doch in der Nacht vor der Gerichtsverhandlung konnte ich nicht schlafen. Gott gab mir so viele Gedanken und ich dachte, vielleicht bekomme ich beim Obersten
Gerichtshof in Jerusalem ja die Möglichkeit, etwas zu sagen!? Ich wollte so gerne etwas von dem weitergeben, was Gott mir aufs Herz gelegt hat.
Ich entschied mitzufahren. Wir waren insgesamt etwa neunzig Leute aus unserer Stadt und aus einem Nachbardorf. Auf dem Weg zum Gericht betete ich immer wieder: „Gott, ich will diese Mauer hier nicht mehr sehen. Das ist eine Mauer, die Men-schen trennt und das ist nicht gut. Du hast vor vielen Jahren das Wunder getan, dass die Mauer in Deutschland gefallen ist. Ich möchte solch ein Wunder auch hier bei uns erleben!“
Als wir vor dem Gerichtshof ankamen und noch warten mussten, setzte ich mich zu dem Bürgermeister, der mit einigen Männern über den bevorstehenden Prozess sprach. Als man mich um meine Meinung bat, sagte ich, dass ich nicht will, dass die Mauer versetzt wird. Verständnislos schauten die Männer mich
an. „Wenn die Mauer versetzt wird, schadet sie anderen Leuten! Ich fordere, dass der Bau der Mauer ganz gestoppt wird!“ Mit dieser Aussage erntete ich nur Gelächter. „Träum weiter!“, sagten einige. „Du kannst die Mauer nicht stoppen, der Staat Israel hat schon 800 Millionen Schekel für den Bau
ausgegeben. Du glaubst doch nicht im Ernst, dass die Mauer nicht weitergebaut wird?“
Während wir weiter auf unseren Termin warteten, schaute ich mich ein bisschen in den Räumlichkeiten um. Ich entdeckte einen Informationstisch und begann, einen der ausgelegten Flyer über das Gerichtsgebäude zu lesen. In den Ausführungen des Architekten wurden immer wieder alttestamentliche
Bibelverse zitiert. Gleich im ersten Abschnitt stand ein Vers aus dem 23. Psalm, in dem es heißt: „Du führst mich auf rechter Straße um deines Namens willen (oder auch auf der Straße der Gerechtigkeit)“ Nachfolgend wurde auf den Begriff Zedakah (Gerechtigkeit) eingegangen. Ich hielt einen Moment inne
und sprach mit meinem Vater im Himmel: „Ja, Gott. Du bist ein gerechter Gott und ich möchte, dass Deine Gerechtigkeit heute hier in diesem Prozess sichtbar wird!“
Zu Beginn der Verhandlung bat unser Anwalt darum, dass der Bürgermeister und ich als Pastor etwas sagen dürfen. Doch das wurde leider abgelehnt. „Siehste“, meinte der Bürgermeister, der neben mir saß. „Das hab ich mir gedacht, dass sie uns nicht anhören werden!“ „Kein Problem“, entgegnete ich ihm. „Wenn der Richter uns nicht zu Wort kommen lässt, dann rede ich eben mit seinem obersten Chef!“ Fünf lange Stunden dauerte die Gerichtsverhandlung und die ganze Zeit über war ich nur am Beten. Und
während ich mit Gott redete, breitete sich sein Frieden mehr und mehr in meinem Herzen aus. Ich spürte auf einmal, dass alles gut werden wird.
Wir fuhren wieder nach Hause und warteten jeden Tag ungeduldig auf die Entscheidung des Gerichts. Nach zehn Tagen wurde in einer israelischen Zeitung bekanntgegeben, dass der Bau der Mauer zwischen dem Rahels Grab und Har Gilo bis auf weiteres gestoppt wird! Das hat mich so ermutigt! Ich
war einfach überwältigt von dem Eingreifen Gottes!
Einige Tage später traf ich unseren Bürgermeister und er sagte mir: „Johnny, du weißt schon, dass das noch keine endgültige Entscheidung ist?!“ „Ja, das weiß ich“, entgegnete ich. Wenn es Gottes Wille ist, dass die Mauer weiter gebaut wird, dann soll es eben geschehen. Aber ich glaube nicht, dass Gott diese Mauer gefällt und ich weiß, dass seine Gerechtigkeit siegen wird!“
Wenn ich Euch heute diese Erfahrung erzähle, dann hat das nur einen Grund: Ich möchte diese Mauer in unserem Land nicht mehr sehen! Es ist mein größter Wunsch, dass die Menschen aufeinander zugehen, anstatt weitere Trennungen zu schaffen. Ich bete dafür, dass Gott uns eine friedliche Lösung unseres Problems schenkt genau so wie damals die Berliner Mauer. Damals habe ich für den Fall Eurer Mauer gebetet. Helft Ihr jetzt uns? Und denkt immer daran, Beter sind Wundervollbringer!
Aus Beit AlLiqa - Rundbrief Nr. 80, Mai 2014
Johnny Shahwan ist der Leiter eines christlichen Begegnungszentrum mit Kindergarten und Schulungszentrum in Beit Jala bei Bethlehem. Mit großem Garten, Kinderspielplatz, vielen Räumen mit Aktivitäten für Frauen und Jugendliche ist es ein wahrer Zufluchts- und Friedensort in der Region. Eine klare christliche Botschaft wird in vielfältiger Form vermittelt und gibt vielen Christen in der Stadt, aber auch muslimischen Menschen neue Sichtweisen.
Er führt mich auf rechter Straße um seines Namens willen
Seit vielen Generationen ist meine Großfamilie im Besitz eines Grundstückes am Rande unserer Stadt, von dem auch mir ein Erbteil von etwa 400 Quadratmetern zusteht. Etwa im Jahr 1997 wollten zwei Geschwister meines Vaters ihren Anteil verkaufen, weil sie in finanziellen Schwierigkeiten waren. Wir hatten damals zwar kein Geld, doch ich wollte nicht, dass das Land in fremde Hände fällt. Unsere eigene Wohnsituation war damals nicht gut und ich wünschte mir so sehr, dass wir irgendwann einmal als Familie auf diesem Land bauen können. Durch Freunde bekamen wir einen zinslosen Kredit, kauften das Land und zahlten es über viele Jahre hinweg ab.
Einige Zeit später wurde die Sicherheitsmauer von der israelischen Regierung rund um die Provinz Bethlehem gebaut und auf unserer Seite der Stadt sollte die Mauer mitten durch mein Grundstück führen. In anderen Gebieten stand die Mauer bereits und ich hatte schon viele Geschichten von Leuten gehört,
die ihr Land dadurch verloren hatten. Doch als ich jetzt plötzlich selbst betroffen war, hat mich das unheimlich wütend gemacht. Oft wusste ich nicht, wie ich mit meiner Wut umgehen sollte. Immer wieder gab ich sie im Gebet an Gott ab, doch es dauerte Jahre, bis ich wirklich Frieden über die Situation hatte.
Obwohl der Mauerbau beschlossene Sache war, wurde auf dem Abschnitt, der durch mein Grundstück führt, erstmal nur ein Sicherheitszaun gezogen. Einige der betroffenen Familien klagten gegen den Bau und vor etwa drei Jahren begannen die Gerichtsverhandlungen. Sie forderten, dass die Mauer weiter in
Richtung Jerusalem versetzt werden sollte. In dieser Zeit fragte mich unser Bürgermeister einige Male, ob ich mich nicht beteiligen wollte. Doch ich lehnte jedesmal ab. Ich hatte die Sache Gott abgegeben und wollte mich nicht wieder damit beschäftigen und mich ärgern.
Vor etwa zwei Monaten gab es die letzte Gerichtsverhandlung wegen dieser Mauergeschichte. Es sollte entschieden werden, ob die Mauer an der geplanten Stelle, an der schon achtzig Prozent der Fundamente und der Infrastruktur vorbereitet war, gebaut werden sollte, oder ob sie versetzt wird. Wieder
rief mich unser Bürgermeister an und fragte, ob ich nicht mitkommen wollte, um für mein Grundstück zu kämpfen. Auch dieses Mal lehnte ich ab. Doch in der Nacht vor der Gerichtsverhandlung konnte ich nicht schlafen. Gott gab mir so viele Gedanken und ich dachte, vielleicht bekomme ich beim Obersten
Gerichtshof in Jerusalem ja die Möglichkeit, etwas zu sagen!? Ich wollte so gerne etwas von dem weitergeben, was Gott mir aufs Herz gelegt hat.
Ich entschied mitzufahren. Wir waren insgesamt etwa neunzig Leute aus unserer Stadt und aus einem Nachbardorf. Auf dem Weg zum Gericht betete ich immer wieder: „Gott, ich will diese Mauer hier nicht mehr sehen. Das ist eine Mauer, die Men-schen trennt und das ist nicht gut. Du hast vor vielen Jahren das Wunder getan, dass die Mauer in Deutschland gefallen ist. Ich möchte solch ein Wunder auch hier bei uns erleben!“
Als wir vor dem Gerichtshof ankamen und noch warten mussten, setzte ich mich zu dem Bürgermeister, der mit einigen Männern über den bevorstehenden Prozess sprach. Als man mich um meine Meinung bat, sagte ich, dass ich nicht will, dass die Mauer versetzt wird. Verständnislos schauten die Männer mich
an. „Wenn die Mauer versetzt wird, schadet sie anderen Leuten! Ich fordere, dass der Bau der Mauer ganz gestoppt wird!“ Mit dieser Aussage erntete ich nur Gelächter. „Träum weiter!“, sagten einige. „Du kannst die Mauer nicht stoppen, der Staat Israel hat schon 800 Millionen Schekel für den Bau
ausgegeben. Du glaubst doch nicht im Ernst, dass die Mauer nicht weitergebaut wird?“
Während wir weiter auf unseren Termin warteten, schaute ich mich ein bisschen in den Räumlichkeiten um. Ich entdeckte einen Informationstisch und begann, einen der ausgelegten Flyer über das Gerichtsgebäude zu lesen. In den Ausführungen des Architekten wurden immer wieder alttestamentliche
Bibelverse zitiert. Gleich im ersten Abschnitt stand ein Vers aus dem 23. Psalm, in dem es heißt: „Du führst mich auf rechter Straße um deines Namens willen (oder auch auf der Straße der Gerechtigkeit)“ Nachfolgend wurde auf den Begriff Zedakah (Gerechtigkeit) eingegangen. Ich hielt einen Moment inne
und sprach mit meinem Vater im Himmel: „Ja, Gott. Du bist ein gerechter Gott und ich möchte, dass Deine Gerechtigkeit heute hier in diesem Prozess sichtbar wird!“
Zu Beginn der Verhandlung bat unser Anwalt darum, dass der Bürgermeister und ich als Pastor etwas sagen dürfen. Doch das wurde leider abgelehnt. „Siehste“, meinte der Bürgermeister, der neben mir saß. „Das hab ich mir gedacht, dass sie uns nicht anhören werden!“ „Kein Problem“, entgegnete ich ihm. „Wenn der Richter uns nicht zu Wort kommen lässt, dann rede ich eben mit seinem obersten Chef!“ Fünf lange Stunden dauerte die Gerichtsverhandlung und die ganze Zeit über war ich nur am Beten. Und
während ich mit Gott redete, breitete sich sein Frieden mehr und mehr in meinem Herzen aus. Ich spürte auf einmal, dass alles gut werden wird.
Wir fuhren wieder nach Hause und warteten jeden Tag ungeduldig auf die Entscheidung des Gerichts. Nach zehn Tagen wurde in einer israelischen Zeitung bekanntgegeben, dass der Bau der Mauer zwischen dem Rahels Grab und Har Gilo bis auf weiteres gestoppt wird! Das hat mich so ermutigt! Ich
war einfach überwältigt von dem Eingreifen Gottes!
Einige Tage später traf ich unseren Bürgermeister und er sagte mir: „Johnny, du weißt schon, dass das noch keine endgültige Entscheidung ist?!“ „Ja, das weiß ich“, entgegnete ich. Wenn es Gottes Wille ist, dass die Mauer weiter gebaut wird, dann soll es eben geschehen. Aber ich glaube nicht, dass Gott diese Mauer gefällt und ich weiß, dass seine Gerechtigkeit siegen wird!“
Wenn ich Euch heute diese Erfahrung erzähle, dann hat das nur einen Grund: Ich möchte diese Mauer in unserem Land nicht mehr sehen! Es ist mein größter Wunsch, dass die Menschen aufeinander zugehen, anstatt weitere Trennungen zu schaffen. Ich bete dafür, dass Gott uns eine friedliche Lösung unseres Problems schenkt genau so wie damals die Berliner Mauer. Damals habe ich für den Fall Eurer Mauer gebetet. Helft Ihr jetzt uns? Und denkt immer daran, Beter sind Wundervollbringer!
Aus Beit AlLiqa - Rundbrief Nr. 80, Mai 2014
16.5.14
O Bethlehem, du kleine Stadt – wo sind alle deine Christen?
Unbekannte Tatsachen palästinensischer Christen, die nicht erzählt werden
Inmitten der Unzahl von Geschichten, die von denen erzählt werden, die sich über den palästinensisch-israelischen Konflikt äußern, gibt es auch noch eine Stimme, die komplett untergegangen ist. Es ist die Stimme der verfolgten palästinensischen Christen, die zwischen allen Stühlen sitzen. Ja sicher, da gibt es "Sabeel" und "Kairos" und dergleichen, aber diese setzen sich nicht für alle Christen in den palästinensischen Gebieten ein - genau genommen überhaupt nicht.
Um einen Eindruck dieser aufkommenden Tragödie zu bekommen, muss man nur auf die Statistiken schauen. 1931 hat eine britische Erhebung ergeben, dass die christliche Bevölkerung vom Gebiet Bethlehem bei 81% liegt. In den späten 80er Jahren kurz vor der ersten Intifada war die Bevölkerung der Christen immerhin noch 85%, heute sind nur noch 7% Christen und sie nehmen rapide ab.
"Wir nehmen an, dass es in fünf Jahren keine Christen in Bethlehem mehr geben wird", sagt der Pastor einer evangelikalen Untergrundkirche. Seine Kirche hält Versammlungen aus Sicherheitsgründen im Geheimen ab. In Ramallah, der Hauptstadt, gab es 1931 90% Christen, wogegen diese Stadt jetzt islamisch ist. Kritiker behaupten die Christen seien wegen der israelischen Besatzung geflohen. Man sieht aber bei genauer Betrachtung, dass das nicht ganz stimmt. Die Gesamtbevölkerung der palästinensischen Gebiete nimmt Jahr für Jahr um 2,2% zu.
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| Bethlehem |
Ein junger Palästinenser textete mir neulich und sagte: "Wir wollen nicht unter einer PA-Kontrolle leben, wir wollen unter israelischer Herrschaft leben. Wir wollen, das Israel Bethlehem einnimmt, denn das ist besser für uns Christen."
Die Fakten sind, das heute Gaza 99,99% islamisch ist. Gaza wird von der Hamas regiert, die von einigen westlichen Regierungen als terroristische Gruppe bezeichnet worden ist; eine Partei, die dem winzigen christlichen Überrest, der sich auf 1.300 Menschen von 1,7 Millionen beziffert, die Sharia aufzwingt!
Die Westbank, oder Judäa und Samaria ist zu 95,2% muslimisch. Wenn man also die Gesamtsituation betrachtet, muss man bedenken, dass die palästinensischen Gebiete im wesentlichen islamische Staaten sind und wie bei den benachbarten Cousins, die ideologisch gleich gestrickt sind, nimmt die Radikalisierung der islamischen Kräfte beständig zu; das wiederum führt zu Verfolgung und Diskriminierung der übrigen Christen.
Ein anderer unserer Kontakte sprach die selbe Botschaft so aus: "Ich wünschte wirklich, dass Israel Bethlehem einnehmen und die Kontrolle darüber übernehmen würde."
Ich fragte warum und bekam das als Antwort: "Der Islam versucht uns aus dem Land hinaus zu drängen und haben uns getötet. Sie nehmen uns alles."
Einen der erstaunlichsten Kommentare, die ich von vielen Palästinensern hörte, ist, "Israels Besatzung ist unser Schutz."
Viele Christen der Westbank, die mitbekommen haben, was im Gazastreifen passiert ist, sehen Israel als einzige hindernde Kraft, die den Islam in Schach hält. Sie sehen auch, was in Syrien, Jordanien, Irak und Ägypten geschieht.
Kürzlich erst, Ende Oktober, habe ich extrem erschreckende Videos aus Syrien von drei Christen bekommen, die vor einer johlenden Menge junger Männer und Jugendlichen öffentlich enthauptet worden waren - nur weil sie Christen waren. Als die Messer durch ihre Kehlen fuhren brüllte ein aufgeheizte Meute "Allah hu akbar", während eine Schar Mobiltelefone diesen Moment für die Nachwelt aufzeichnete.
Nonnen des griechisch-orthodoxen Klosters in Betanien schickten dem Palästinenser Präsidenten Mahmoud Abbas einen Brief, in dem sie ihn inständig baten auf die eskalierenden Attacken auf das christliche Haus zu reagieren, das das Werfen von Steinen, zerbrochene Scheiben, Diebstahl und Plünderungen auf dem Klostergelände beinhaltete. "Jemand will uns hier vertreiben", schrieb Schwester Ibraxia an Abbas, "aber wir werden nicht fliehen." Wie es auch zunehmend bei anderen Klöstern der Fall ist - wie das Kloster aus dem fünften Jahrhundert in der Türkei - hat, nach Angaben von Christen dort, eine muslimische palästinensische Familie das Land des Klosters "eigenmächtig" für sich gefordert!
Das Problem mit Organisationen wie Kairos und Sabeel, die behaupten die Christen zu repräsentieren, ist, dass indem sie die weitgefassten politischen und meistens Anti-israelischen Geschichten unterstützen, sie die Position der muslimischen PA verstärken. Das wird am Ende der Christen Schaden sein, denn, wie man es jetzt schon überall sehen kann, werden am Ende die Radikalen versuchen, die christlichen Institutionen zu vertreiben. Das ist einfach nicht logisch - sie schießen sich selbst ins Bein - und die Geschichte lehrt, dass Apeasement mit Arabern nicht funktioniert, die es nur als Schwäche sehen.
Die Kirche muss aufstehen und für Wahrheit und Gottes Gerechtigkeit eintreten. Egal was falsch oder richtig auf beiden Seiten ist, Kairos, Sabeel und all die anderen christlichen NGOs und Gruppen, die dort operieren müssen die palästinensischen Christen ermutigen, sich zuallererst unter das Wort Gottes zu stellen, so wie es in Hebräer heißt: "Jagt nach dem Frieden mit jedermann und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird!" (Hebräer 12,14) Gott kann Gebete von denen, die entgegengesetzt zu seinem Willen leben, nicht erhören.
Als Christ muss ich deshalb die Leute fragen: "Warum versucht ihr den Splitter aus dem Auge Israels zu nehmen, wenn in eurem Auge ein Balken ist?"
"Glückselig sind die Friedfertigen, denn sie werden Söhne Gottes heißen!" Matthäus 5,9
Original:
O little town of Bethlehem – where are all your Christians?,HEART of Sussex
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