Christen und messianische Juden - Ihr Stand, ihre Probleme, ihre Wünsche, ihre Ansichten
6.11.10
4.11.10
Es gibt erste Ergebnisse der Konferenz...
Deklaration anlässlich des 1. Deutschen Israelkongress 2010
„In einer Zeit der fortschreitenden Entsolidarisierung von Politik und Gesellschaft mit der einzigen rechtsstaatlichen Demokratie im Nahen Osten erklären wir unsere unverbrüchliche Freundschaft mit dem demokratisch-freiheitlichen jüdischen Staat Israel.
Wir blicken mit Besorgnis und Kritik auf die deutsche Nahostpolitik. Während einerseits das Bekenntnis zum Existenzrecht Israels in Deutschland als Staatsräson beschworen wird, artikuliert sich andererseits im Konkreten die Solidarität mit Israel bestenfalls kleinlaut. Schlimmer: Oft werden völlig einseitige Aufforderungen an die Adresse Israels formuliert.
Der Deutsche Bundestag verabschiedete am 30.06.2010 einstimmig zum Thema "Ereignisse um die Gaza-Flottille aufklären – Lage der Menschen in Gaza verbessern – Nahost-Friedensprozess unterstützen" eine Erklärung, die dies offensichtlich werden ließ.
Wir verurteilen diesen einseitig Israel belastenden Beschluss des Bundestages aufs Schärfste. Nach dem Bekanntwerden der Teilnehmer der Gaza-Flotte, u.a. die djihadistische und terroristische IHH mit Verbindungen zur Hamas, hätten wir vielmehr vom Deutschen Bundestag erwartet die mitreisenden Politiker der Linken und die türkische Regierung für ihre Protektion des Unternehmens zu verurteilen.
Zudem stellt die Einstimmigkeit dieser fraktionsübergreifenden Erklärung ein besorgniserregendes Novum dar, denn eine vergleichbare Einheit fehlt bei wichtigen Themen wie Maßnahmen gegen Antisemitismus und Israelfeindschaft in der deutschen Gesellschaft, konsequenten Bekämpfung des Islamismus und Forderungen nach einer harten Sanktionspolitik gegenüber dem Iran.
Gerade dann und nur dann parteiübergreifende Geschlossenheit zu demonstrieren, wenn man völlig einseitige Aufforderungen gegenüber Israel formuliert, kann vor dem Hintergrund deutscher Geschichte nur als Affront gegen Israel aufgefasst werden.

Mit dem 1. Deutschen Israelkongress "Gemeinsam für Israel" setzen wir als unterzeichnende Organisationen dazu einen ebenso bewussten wie auch notwendigen Kontrapunkt und fordern die deutsche Politik dazu auf
ISRAEL, DU BIST NICHT ALLEIN!
26.10.10
7.9.10
Rosh Hashana Teil II
TraditionenEine Woche Eine Woche vor Rosh Hashana, am Ende des Monats Elul, wird im jüdischen Leben etwas hinzugefügt, die „Selichot“, die speziellen Gebete um Vergebung, die in den frühen Morgenstunden in der Synagoge gebetet werden. Mit diesen Gebeten werden die Juden auf die kommenden Tage der Einkehr und Selbstprüfung vorbereitet. Am „Erev Rosh Hashana“ (der Abend davor), nehmen die orthodoxen Juden das „Mikveh“, das rituelle Bad. Der Vorhang, hebr.: parochet, in der Synagoge, der die Bundeslade, (bzw. das Allerheiligste) verdeckt, wird mit einem weißen Tuch, das die Reinheit symbolisiert, ausgetauscht. 
Man grüßt sich in dieser Zeit mit "L'shana tova tikatevu" (sinngemäß: für dich sei ein gutes Jahr im Buch des Lebens geschrieben.). Man erwidert: „gam lecha“ (für dich auch).
| September 2010 | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 |
| Tishri 5771 | |||||||
| 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 |
| <<<< Jamim Norai'm >>> | Kol Nidrei | Jom Kippur | | | |||
So wie bei allen jüdischen Feiertagen, wird auch an Rosh Hashana einleitend das Kerzenanzünden und das Kiddush über dem Wein sprechen zelebriert.
Apfelstücke in Honig getaucht vor dem Mahl, ist ein Brauch, der auf ein süßes neues Jahr hinweisen soll.
Runde "Challa" Brote, die zu einer Krone geformt werden, ehren Gott als den König und erinnern daran, dass der die Krone des Lebens erhält, der dem Wort Gottes gehorsam ist.
GeistlichesIn den Synagogen werden dann während der „Aseret Jemei Tschuwa“, den zehn Tagen vor Jom Kipur, viele Bittgebete vor Gott gebracht, um für das Buch des Lebens bereit gemacht zu werden, und in den Predigten geht es um Umkehr, Reue und Gottes Gericht.
Die Lesungen aus der Thora an Rosh hashana werden ab der Geburt Isaaks vorgenommen und der Gehorsam Abrahams, als er seinen Sohn opfern sollte, wird in den Mittelpunkt gestellt.
Die Textstelle in der Bibel, in der der HERR den Zeitpunkt ROSH HASHANA festgelegt hat lautet so:
Rede zu den Söhnen Israel: Im siebten Monat *), am Ersten des Monats, soll euch Ruhe sein, eine Erinnerung durch Lärmblasen, eine heilige Versammlung. Keinerlei Dienstarbeit dürft ihr tun, und ihr sollt dem HERRN ein Feueropfer darbringen.
Levitikus 23
Das Shofar wird während eines typischen Rosh hashana Gottesdienstes mindestens 100 Mal geblasen um den Festtag der Trompeten „Jom Teruah“ zu erfüllen.
Die vorgeschriebenen Arten,
ins Horn zu blasen, sind:
1. Tekia = ein langer Ton
2. Sherwarim = drei kurze Töne
3. Teru'ah = neun sehr kurze staccato Töne
4. Tekia gadol = langer Ton
Die angewandte Reihenfolge der Hornstöße variiert je nach jüdischem Brauch, man kann sie am Anfang des Gottesdienstes, nach der Thoralesung oder bei dem Segen hören. Sollte Rosh hashana auf einen Shabat fallen, wird allerdings nicht geblasen, denn wie auch am Jom Kipur darf keinerlei Arbeit verrichtet werden. Aber es wird am nächsten Tag noch nachgeholt, denn Rosh hashana wird die meisten Feste zwei Tage lang gefeiert.
*) Der biblische erste Monat im Jahr ist der Nissan (März – April) und in diesem findet der Zyklus der drei wichtigen Feste, die Gott für das Volk Israel festgelegt hat, seinen Anfang mit Pessach. Dieses Fest hat das Ereignis zur Grundlage, mit dem alles begann: Gott führte sein Volk aus der Sklaverei in die Freiheit und schloß einen Bund mit den Kindern Israels. Die anderen zwei Feste der „shalosh regalim“ (drei Hauptfeste) im Jahr sind schawuot (Pfingsten) und Sukkot (Laubhüttenfest), welches fünf Tage nach Jom Kipur gefeiert wird (Siehe Deut. 16, 16).
3.9.10
Rosh Hashana Teil I
UrsprungMit Rosh Hashana, was wörtlich "Kopf des Jahres" heißt, wird das jüdische Neujahr gefeiert. Wir gehen heute von dem Jahr 5770 in das Jahr 5771 des jüdischen Kalenders über. Der Feiertag wird am Ersten des jüdischen Monats Tishri, in diesem Monat der 9. September, besser gesagt, am Abend davor begangen. Man kennt dem Feiertag auch als „Jom Teruah“, der Tag der Trompeten.
Rosh hashana erinnert die Juden vor allem an Gottes Erschaffung des Universums, denn nach rabbinischer Überlieferung und Tradition erschuf der HERR das Universum an genau diesem Tag. Und ebenso glaubt die jüdische Tradition, dass das Schicksal der Gläubigen bzw. der Gerechten, der „tzaddikim“ im Buch des Lebens und das Schicksal der Sünder, der „resha-im“ im Buch des Todes aufgeschrieben wird.
Zehn Tage zur Umkehr
Jedoch hat der Mensch zehn Tage "Aseret Jemei Tschuwa", bis Jom Kipur, Zeit, umzukehren und seine Sünden zu bekennen, um eine Änderung seines Schiksals zu erreichten und erst am Jom Kipur kann er mit Gott versöhnt werden.
So löst Rosh Hashana eine zehn Tage Periode aus, in der Gebet, Selbstprüfung und Umkehr geübt wird, und die dann in den höchsten heiligen Feiertag, den Tag der Sühne, auch Versöhnungstag, dem JOM KIPUR mündet. Diese zehn Tage werden "Jamim Norai'm" genannt, die Tage der Ehrfurcht oder die höchsten heiligen Tage.
Am 9. Tishri wird von dem Vorsänger in der Synagoge das heiligste aller Gebete, das "Kol Nidrei" gesungen. Kol Nidrei heißt: alle Gelübde, und hierbei werden alle unerfüllten Schwüre und Gelübde, die im Laufe des Jahres gemacht wurden, für nichtig erklärt, damit Gott allen auch die schweren Urteile, die als Folge der unbeachteten Schwüre auf den Menschen lasten, erlassen mag.
| Sept. | |||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 |
| Eilul | Tishri | ||||||||||||
| 28 | 29 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 |
| Seli-chot | Erev R-h | Rosh ha-shana | Jamim Norai'm | Kol Nidrei | Jom Kippur | | | ||||||
Teil II folgt.
27.8.10
Warum drohen, wenn man miteinander reden kann.
Menachem Begin erschien bewaffnet mit einem Papier, auf dem 13 Ausdrücke standen, die auf keinen Fall Eingang in das Friedensabkommen finden dürften. Sie bezogen sich sämtlich auf die Palästinenser und beinhalteten u.a. „die legitimen Rechte des palästinensischen Volkes“, „das Problem in all seinen Aspekten“, „die Nicht-Akzeptierbarkeit gewaltsamer Landnahme“ usw.
Nach 13 Verhandlungstagen willigte Begin in die Aufnahme all der ‚verbotenen‘ Begriffe in den Vertrag ein. Die Mitarbeiter des Weißen Hauses unter der Führung Jimmy Carters präsentierten 23 verschiedenen Entwürfe für die Rahmenabkommen; in einem von ihnen waren all die ‚verbotenen‘ Begriffe verbal effektvoll verteilt. Sadat selbst zog seine Forderung nach der Errichtung eines palästinensischen Staates zurück, und das palästinensische Problem wurde unter den Teppich gekehrt.
Seitdem ist viel Wasser durch den Jordan geflossen und viel Blut vor und nach den Osloer Verträgen vergossen worden, die Arafat mit einem Cadillac-Konvoi voll von Waffen und Munition nach Gaza brachten. Der Traum vom Frieden zwischen beiden Völkern wurde zu einer Wirklichkeit von Blut, Hass, Tränen und Versäumnissen. Auch die Gesprächsversuche unter amerikanischer Vermittlung und direkt durch das israelische Friedenslager haben uns nicht aus der Wirklichkeit des Blutes und des Hasses herausgeführt.
Die Palästinenser haben die Gelegenheiten der Räumung von Gush Katif und von Sharons Abschied vom Traum von Großisrael verpasst. Sie haben die monatelangen direkten Gespräche mit Ehud Olmert und Tzipi Livni unter Schirmherrschaft der Bush-Administration nicht genutzt. Und vor allem haben sie den Besuch Obamas in Kairo und seine berühmte Ree über einen regionalen Frieden nicht genutzt und ebenso wenig die Bar-Ilan-Rede Netanyahus vom 14. Juni 2009, in der er erstmals zwei Staaten für zwei Völker als Ziel deklarierte.
Diese letztere Rede war von historischer Tragweite: Erstmals erkannte ein Führer der Rechten par excellence einen palästinensischen Staat an und zeigte sich implizit bereit, auf Gebiete und Siedlungen zu verzichten, um zu festen Grenzen zu gelangen. Doch die Palästinenser verhärteten ihre Haltung – ermutigt von der Tatsache, dass Präsident Obama den Mittelnamen Hussein trägt und ihre Forderungen unterstützt. Nach wie vor sind sie noch nicht einmal bereit, die Existenz Israels als jüdischer Staat anzuerkennen. Sie haben ihre Einstellung seit der UN-Resolution von 1947 schlicht und einfach nicht geändert.
Die enttäuschten Abgesandten Obamas und seine angedeuteten Drohungen gegenüber Israel haben die Palästinenser noch mehr verhärtet. Doch je näher die Kongresswahlen rücken, desto mehr versteht Obama, dass die Missachtung jüdisch-amerikanischer Macht ein Fehler war – sowohl da diese sein primärer Geldgeber bei den Wahlen war, als auch weil sie eine unterstützende Kraft für den Frieden sein könnten, wenn Obama in seiner Haltung Israel gegenüber ausgewogener wäre.
Die Tatsache, dass es Bibi gelungen ist, für zehn Monate ein Siedlungsbaumoratorium zu beschließen und dies pedantisch einzuhalten, beweist, dass er weiß, dass es für ihn kein drittes Comeback geben wird. Die Einladung nach Washington für den 2. September in Anwesenheit von Mubarak und Jordaniens König Abdallah wurde von George Mitchell als Neuanfang initiiert, welcher binnen eines Jahres zum Abschluss kommen soll, mit Verzichten auf beiden Seiten. Wie wurde Mitchell nach seinen enttäuschenden Besuchen in der Region zitiert? „In Irland hatten wir 700 traurige Verhandlungstage und nur einen Tag der Freude – den Tag der Unterzeichnung des Abkommens.“
Dieser Freudentag ist noch weit von uns entfernt. Aber es ist überaus wichtig, dass Bibi die Vertrauensbeziehungen mit der Administration stärkt. Erstens, muss er wie jemand erscheinen, der einen Erfolg des Gipfels wünscht und ggf. das Baumoratorium in den Gebieten verlängern würde; zweitens, muss er sich in einer Weise verhalten, die es der Administration unmöglich machen würde zu sagen, er hätte den Gipfel sabotiert.
Es wäre weise, wenn er auch gegenüber einem Abkommen mit Syrien sich offen zeigen würde, was den Interessen der Administration entspräche. Die beiden Tage des Gipfels sind gut vorbereitet worden, und es ist bedauerlich, dass die Palästinenser gemäß ihrer Tradition bereits zu drohen angefangen haben. Sowohl Abu Mazen [Mahmoud Abbas] als auch Saeb Erekat drohen, dass die Fortsetzung des Moratoriums eine unabdingbare Bedingung sei. Warum drohen, wenn man miteinander reden kann?
Bibi deutet in geschlossener Runde an, dass er überraschen werde, dass er bereit sei, über die Kernfragen und die Teilung des Landes zu verhandeln. Die Zeit ist gekommen, sich mit den wirklichen Problemen zu befassen, die Sadat und Begin unter den Teppich kehrten.
HaAretz v. 24.8.2010
30.7.10
Wenn sie es wieder verpassen
Und siehe da, der zehnte Monat kommt immer näher, und die Palästinenser sind noch immer nicht bereit für den Eintritt in direkte Verhandlungen mit Israel. Und das trotz des Drucks, den US-Präsident Obama und die Europäische Union auf die Führung der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) ausüben, und des Tickens der Uhr in Israel. Was haben sie davon, die zehn Monate des Moratoriums verstreichen zu lassen? Warten sie auf die Wiederaufnahme des Terrors? Oder versuchen sie schlicht auf Zeit zu spielen, oder handelt es sich hier um die Unfähigkeit Abu Mazens, seine Füße ins kalte Wasser des Friedens zu stecken (so eine hübsche Formulierung Moshe Dayans)?

Die Siedlungsbaumoratorium-Bedingungen der PA erinnern an die Zeit, da Israel die Verhandlungen mit den Palästinensern an die Bedingung „zuerst den Terror stoppen“ knüpfte, aus der Annahme heraus, dies würde ohnehin nicht geschehen. Mit der Zeit hörte der Terror auf, aber der Frieden brach nicht aus.
Diese Woche war Jibril Rajoub, früher Chef der PA-Sicherheitskräfte und heute ein vertrauter Abu Mazens, im Council for Peace and Security zu Gast, wo er an einer Diskussion darüber teilnahm, was zwischen beiden Völkern passiert und nicht passiert. Er sprach fließend Hebräisch, und eine einer der Teilnehmer lobte ihn für seine Sprachbeherrschung. Die Antwort war: „Ich wünsche Ihnen nicht, an der Universität zu studieren, an der ich mein Hebräisch gelernt habe“ (er saß 17 Jahre in einem unserer Gefängnisse).
General d. Res. Mendi Meron fragte ihn: „Warum zögert ihr, in direkte Gespräche mit uns einzutreten? Noch ein Haus, noch hundert Häuser, was bedeutet das schon, wenn wir Endstatusverhandlungen im großen Stil führen, die Gebietsaustausche beinhalten?“ Rajoub vermied es auf die Frage zu antworten, und sei auch nur indirekt. Er betonte abermals, dass er für das Abhalten direkter Gespräche sei, aber eine überzeugende Erklärung, warum die PA das Moratorium nicht zur Aufnahme direkter Verhandlungen nutzt, lieferte er nicht. So wird sich auch nach dem Ende des Moratoriums die Frage stellen: Was bedeutet schon ein Haus mehr oder weniger, wenn die Frage eines Gebietsaustauschs auf dem Tisch ist?
Einige der bei dem Gespräch Anwesenden hatten den Eindruck, dass es wahrscheinlich Opposition von innen gebe oder die PA nicht daran glaube, dass die Regierung Netanyahu wirklich bereit ist, zu einem Abkommen zu gelangen, während das internationale Klima die Palästinenser begünstigt. Kann es sein, dass es die in Gaza herrschende Hamas ist, die Druck auf die PA ausübt, keine direkten Gespräche zu beginnen? Rajoubs Antwort: Gaza gehört den Palästinensern; das ist unser Problem, und wir müssen selbst von innen heraus damit fertig werden. Parallel dazu empfiehlt er uns, keine Verhandlungen über die Flüchtlingsfrage zu beginnen. Damit warte man bis zum Schluss, das sei eine internationale Angelegenheit.
Der Gedanke, warum es eigentlich nicht möglich sein sollte, während der Zeit des Moratoriums direkte Gespräche zu führen, ging sicherlich mehr als einem der Teilnehmer an dem Treffen mit Rajoub durch den Kopf. Versteht denn die PA-Führung nicht, dass die radikale Rechte in Israel nur allzu glücklich sein wird, den Slogan, es gebe keinen Gesprächspartner, zu hören und zu Gehör zu bringen und ihn als Waffe gegen eine Verlängerung des Moratoriums zu benutzen? Da jedes zukünftige Abkommen ohnehin mit Änderungen der Grenzen von 1967 verbunden sein wird, fragt sich, was das Ultimatum Abu Mazens aus einem Interview mit der Irish Times von dieser Woche soll, in dem er sagte, trotz des internationalen Drucks beabsichtige er nicht, in direkte Gespräche einzutreten, bevor Netanyahu im voraus dem Prinzip eines palästinensischen Staaten auf Grundlage der Grenzen von 1967 zustimmt?
Vielleicht schiebt Abu Mazen die direkten Gespräche auf, weil er Netanyahu nicht wirklich vertraut. Er möchte auch warten, um zu sehen, ob es in der Macht von Präsident Obama steht, Netanyahu dazu zu drängen, sich noch vor Ende des Moratoriums zu Zugeständnissen zu verpflichten. Eine Art Verhandlungen de Luxe, bei denen die US-Administration den Palästinenser Antworten auf all ihre Forderungen auf einem silbernen Tablett präsentiert.
So wie es derzeit aussieht, wird Bibi das Moratorium noch nicht einmal als „vertrauensbildende Maßnahme“ verlängern können, ohne dass es zu einem Aufstand von Seiten der extremen Rechten und eines Teils des Likud kommt. Und vielleicht ist es das, was die Palästinenser erwarten – dass sich die US-Regierung und die Europäische Union zusammenschließen, um Israel ein Abkommen aufzuzwingen.
Angesichts dessen, was auf der Welt und vor allem in unserer Region wegen der iranischen Bedrohung vor sich geht, ist zweifelhaft, ob Präsident Obama sich so gegen Israel aussprechen wird, wie es die PA-Führung sich erhofft. Es wäre armselig, wenn die Palästinenser, die keine Gelegenheit verpasst haben eine Gelegenheit zu verpassen, ihre Lektion nicht lernen und auch diese verpassen würden.
von Yoel Marcus
Der Berliton
Ha-aretz.com
16.7.10
Hilfe für Kranke in Israel
In ganz Israel gebe es Krankenhäuser, die jeden Monat Menschen wieder gesund nach Gaza zurückschickten, nachdem sie wegen schwerer Krankheiten in Israel behandelt worden seien. Er verurteilte die Hamas, die davon nur Nutzen hat, aber im Gegenzug nichts tut. „Es ist an der Zeit, dass die Hamas uns etwas zurückgibt: wir wollen einen unserer Söhne zurück, der seit vier Jahren ohne medizinische Betreuung festgehalten wird - im Austausch für Hunderte von Menschen, deren Leben jeden Monat in israelischen Krankenhäusern gerettet werden“, so Barabasch.
ArutzSheva





