13.8.07

Vortrag von Johannes Gerloff 24.07.07 Teil II

Israel, eine Großmacht mit dem Rücken zur Wand


Bibelarbeit über die Namen Jakob und Israel

Jakob, der Bruder Esaus, der sowohl diesen, als auch seinen Schwiegervater Laban betrogen hatte, war nach Norden geflüchtet und jetzt wieder auf dem Rückweg, um zu versuchen, sich mit seinem Bruder auszusöhnen. So lesen wir in Genesis 32 die Geschichte. Jeder kennt den Kampf des Jakob, der daraufhin folgte, bei dem Jakob einen neuen Namen erhielt (Genesis 32, 23-33).

Was für ein Mensch war Jakob eigentlich? Abgesehen davon, dass er den Segen des Vaters und damit die Verheißungen Gottes erhalten hatte, war er doch, bei genauerem Hinsehen, nicht der bessere der beiden Brüder. Jakob, hebr. jiakov = Ecke bzw. Ferse, Jakob ist der Fersenhalter. Er war der fähige Viehzüchter mit dem Hirtenstab, gleichsam dem Stammvater des Guten Hirten. Aber mit seinem Stab hat er nicht nur Gutes im Sinn gehabt. Er kann auch als der Hinterlistige, der Betrüger betrachtet werden. Jakob hatte schon im Mutterleib seinen Zwillingsbruder Esau betrogen (Genesis 25, 22-26), hatte ihn zum Stolpern gebracht, weil er seine Ferse festgehalten hatte, er hat sich später den Erstgeborenen-Segen des Vaters erschlichen, indem er seinen blinden Vater täuschte, er trickste auch bei Laban und kam dadurch zu Reichtum. Jakob meint sogar eigenmächtig dem Heilsplan Gottes nachhelfen zu müssen.

Wenn man alle Stellen in der Schrift betrachtet, wo Jakob erwähnt wird, oder das Volk Israel als „Haus Jakob“ oder als „Söhne Jakobs“ bezeichnet werden, dann findet man kein positives Bild mehr vor. (Beispiel: Maleachi 3, 6-7). Sogar über die Gottlosigkeit des Jakob wird gesprochen, (Röm. 11, 26).

Der berühmte Kampf mit Gott fand in der Schlucht von Jabok statt. Es ist ein Kampf auf Leben und Tod, der sich Stunde um Stunde hinzieht und erst als die Morgendämmerung zu sehen ist, erhält Jakob von dem Gegenüber eine schmerzhafte Berührung an der Hüfte, was verschleiert darstellen soll, dass er an seinem empfindlichen Organ, das für die Zeugungsfähigkeit zuständig ist, getroffen wird. Jüdische Rabbiner betonen diesen Punkt in ihren Auslegungen, da es um die Nachkommenschaft Jakobs geht. Wir alle wissen, wie die Sache endet und Jakob bekommt seinen neuen Namen: ISRAEL.

Entgegen der üblichen Meinung und vielen Übersetzungen, Israel hieße Gotteskämpfer, heißt Israel, hebr.: jis-ra-el aber: Es wird streiten / kämpfen Gott. Die Betonung im Namen Israel liegt nicht auf dem Handeln Jakobs, sondern auf dem Handeln Gottes.

In unseren heutigen Diskussionen und Betrachtungen des heutigen Israels, legen wir oftmals zu viel Gewicht auf das Handeln, oder nicht Handeln oder das Benehmen der Israelis. Bei kritischen Berichten wollen wir Israel sofort verteidigen, und manche bekommen sogar Zweifel über die Auserwählung Israels, bei negativen Nachrichten über die politische und gesellschaftliche Situation.
Wir sollten aber unseren Fokus auf die wahre Bedeutung des Namens Israel richten: Gott wird streiten – Gott wird kämpfen! Das ist im Namen ISRAEL zusammengefasst. „Der Herr wird für euch kämpfen, ihr aber werdet stille sein!“ Diesen Ausspruch tat Mose um das Volk zu beruhigen, als sie durch das Schilfmeer gehen sollten.

Im Namen Israel steckt aber auch noch der Name: SARA = Fürstin, Herrscherin, und somit der Anspruch Gottes zu herrschen. Unser Bekenntnis für die Zukunft: „Ja, jedes Knie wird sich vor mir beugen, jede Zunge mir schwören und sagen: Nur in dem HERRN ist Gerechtigkeit“ (Jesaja 45, 23) ist hier zusammengefasst. Das ist auch der Grund, warum Moslems, die diesen Herrschaftsanspruch erkannt haben und ihn als große Herausforderung für sich sehen, sich bis aufs Blut dagegen wehren, während Christen reglos bleiben. Deswegen sollten wir im Hinblick auf unsere Beschäftigung mit Israel Gottes Absichten, dass er nicht nur kämpft, sondern auch herrschen wird, nicht aus den Augen verlieren.

Zusammenfassung aus dem Vortrag v. Johannes Gerloff am 24.07.2007 Christuskirche, Reutlingen

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