11.1.10

40 Tage Fasten und Gebet Für die Gemeinde Jesu, Deutschland und Israel


Zeit: von 6. Januar bis 14. Februar 2010

Deutschland befindet sich – wie alle Nationen – auf dem Weg in das biblische „Tal der Entscheidung“ (Joel 4,14). Dort wird sich letztendlich entscheiden, ob unser Volk zu den „Schafen“ oder den „Böcken“ (Matt. 25,31ff) zählen wird. Auf dem Weg dorthin wird es zu Vorentscheidungen kommen. Zum Beispiel in Bezug auf unsere Stellung zu Gottes Plänen mit Israel und Jerusalem einerseits und den Plänen der EU und der UN auf der anderen Seite. Diese Frage wiederum hängt zusammen mit der Frage, wie ernst Deutschland – nicht zuletzt im Umgang mit dem radikalen Humanismus und dem radikalen Islam – seine eigenen jüdisch-christlichen Wurzeln nimmt.
Das Schicksal Deutschlands wiederum wird maßgeblich davon beeinflusst, inwieweit wir als Gemeinde Jesu in der Gnade Gottes (Röm. 5,20) in unsere Berufung hineinwachsen, inmitten
unserer Gesellschaft „Salz und Licht“ (Matt. 5,13–14) und eine „königliche Priesterschaft“ (1. Petr. 2,9) zu sein.

Und für einen derartigen nationalen geistlichen Durchbruch hin zu dieser neuen Ebene der Vision, der Einheit, der Demut und der Vollmacht der Gemeinde Jesu bedarf es des kollektiven Fastens und Gebets. Sich daran zu beteiligen, dazu möchte ich allen Lesern, ja allen gläubigen Christen in Deutschland von Herzen Mut machen! Die 40-Tages-Initiative Anfang 2010 bietet dazu eine hervorragende Gelegenheit.

Unterstützt wird diese Initiative durch:

Harald Eckert - Christen an der Seite Israels
Ortwin Schweizer - Wächterruf
Michael Winkler - Forum Leben Networking
Jobst Bittner - TOS
Keith Warrington -

Mehr Info hier

31.12.09

Arabische Christen im Heiligen Land

Arabische Christen sind kulturell, sprachlich und ethnisch gesehen Araber und Anhänger des christlichen Glaubens. Sie sind Einheimische der arabischen Welt und ihre Anwesenheit bestand schon bevor der Islam sich in West-Asien ausbreitete. Viele arabische Muslime der heutigen Zeit stammen von den Christen der vorislamischen Zeit, die aus verschiedenen Gründen zum Islam konvertiert waren, ab. Die meisten waren konvertiert, um die erzwungene Zahlung des Tributs zu umgehen, den die nicht muslimischen Bevölkerung an die muslimischen Herrscher zu zahlen hatte. Die Christen der Levante sind ethnisch gesehen Araber, die von den Kalani Kahtani Stämmen des antiken Jemen abstammen. (Z.B. Rhassanid, Lachmids, Banu Judham und Hamadan).

Die Mehrheit der Maronitischen Patriarchen der letzten 100 Jahre gingen aus dem weit bekannten noblen Volksstamm der Kahtani Rhassanid Araber hervor, die über Levante im Römischen/Byzantinischen Zeitalter herrschten. Arabische Christen erbrachten bedeutende Beiträge für die arabische Zivilisation und tun es noch heute. Einige der hervorragensten Dichter waren arabische Christen, und viele arabische Christen waren Ärzte, Schriftsteller, Regierungsangehörige und Literaten.

Es wurde sogar der Anspruch erhoben, dass die Maroniten ihre Abstammung bis zu den Phöniziern zurückverfolgen könnten. Unbestritten ist, dass die Maroniten Einwohner des Orontes (Al-Assi) Tales in Syrien waren. Sie sind möglicherweise Nachkommen arabischer Stämme, die nie zum Islam konvertiert waren oder Teile der Aramäer. Der bedeutende libanesische Historiker Kamal Salibi (übrigens ein Christ) schreibt in seinem Werk: „A House of Many Mansions“ (1988)(Kap.6): „Es ist gut möglich, dass die Maroniten, als Gemeinschaft arabischer Herkunft, unter den letzten arabischen christlichen Stämmen waren, die noch vor dem Islam in Syrien ankamen. Natürlich war ihre Sprache seit dem 14. Jahrhundert arabisch. Syrisch, welches die christliche literarische Form des Aramäischen ist, war, war ursprünglich die liturgische Sprache aller semitischen christlichen Sekten, in Arabien, wie auch in der Levante und Mesopotamien.“

Ein Teil der arabisch sprechenden Christen gehören auch noch den Assyrisch / Kaldäisch / Syrisch ethnischen Volksgruppen an. Sie halten ihre Liturgie in Syrisch-Aramäisch und manche von ihnen sprechen es sogar noch im Alltag. Sie sind eine separate Ethnie.

Einige der einflussreichsten säkularen arabischen Nationalisten waren levantine griechisch-orthodoxe Christen, wie Michel Aflak, der Gründer der Baath Partei, George Habash, Gründer der PFLP und Constantin Zureik.

Etwa 75.500 palästinensische Christen leben in den Palästinensischen Gebieten der West Bank und Gaza Streifen, ca. 122.000 palästinensische Christen in Israel und 400.000 in der palästinensischen Diaspora.

Hebrew Online Blog

6.12.09

Wer dir flucht

Verbrecher müssen vor Gericht. Darüber darf es keine Diskussion geben. Und es darf auch nicht unterschieden werden, wer Unrecht begeht, seien das nun Deutsche in Afghanistan, Amerikaner im Irak, Russen in Georgien, Israelis im Gazastreifen oder Palästinenser in Israel. Kein Land, das Kriegsverbrechen in den eigenen Reihen duldet oder vertuscht, wird auf Dauer blühen. Deshalb zollen wir jedem Menschen und jeder Organisation, die dabei helfen, Verbrechen ans Licht zu bringen, unseren Respekt.

„Ich werde segnen, die dich segnen, und wer dir flucht, den werde ich verfluchen“, hatte Gott den Abram wissen lassen (1. Mose 12,3). Segnen heißt, das Gute an jemandem sehen, das Gute suchen und Gutes wünschen. Segnen bedeutet, jemanden zu würdigen. Wenn man dagegen jemandem flucht, dann sieht man das Böse an ihm, sucht und wünscht das Schlechte. Verfluchen bedeutet, jemanden zu entwürdigen.

Interessant ist in bei diesem Wort Gottes noch die Beobachtung, dass zwei im Hebräischen vollkommen unterschiedliche Worte für „Fluchen“ verwendet werden: „Wer dir flucht (Wortwurzel „qalal“), den werde ich verfluchen (Wortwurzel „arar“).“ Qalal ist „nur deklarativ“, erklärt der deutsch-jüdische Schriftausleger Benno Jacob, während arar „auch effektiv“ ist. Gott sagt dem Abram also: „Wer dir Schlechtes wünscht, den wird das Böse treffen.“

Der Goldstone-Bericht ist kein Bemühen, das Unrecht aufzudecken, das im Zusammenhang mit Israels Feldzug „Gegossenes Blei“ zum Jahreswechsel 2008/2009 im Gazastreifen begangen wurde. Sonst hätte er beide Seiten gleichermaßen kritisch betrachten müssen. Dann hätte er die seit spätestens 1948 ausgestreckte Hand des jüdischen Volkes gegenüber seinen arabischen Nachbarn und den bis heute un-verschämt ausgesprochenen Vernichtungswillen der arabischen Welt gegenüber dem jüdischen Staat nicht gleichermaßen ignoriert, – um gleichzeitig den Augenzeugen im Gazastreifen, die mehrfach in der Vergangenheit als Lügner entlarvt wurden, unkritisch Glauben zu schenken.

Wenn es Goldstone und seinen Mitarbeitern tatsächlich darum gegangen wäre, ganz unbefangen Unrecht anzuprangern, hätten sie nicht nur von Israel Reparationen für die Schäden in Gaza gefordert, sondern auch die – materiellen und psychischen – Zerstörungen auf israelischer Seite in Betracht gezogen, um von „der anderen Seite“ – seien das nun die Palästinenser, die arabische Welt oder deren Sponsoren – eine Wiedergutmachung für die Schäden auf israelischer Seite zu fordern. Aber was der Raketenbeschuss für Israel bedeutet und wie ihm effektiv Einhalt geboten werden kann, scheint die UNO überhaupt nicht zu interessieren.

Ich habe keine Sorge um Israel, weil ich weiß, dass der lebendige Gott seine Hand über dieses Volk und Land hält. Der Hüter Israels schläft und schlummert nicht! Aber ich habe Angst um die Welt, die so unreflektiert, ja dumm, den Fluch des südafrikanischen Juden Richard Goldstone unterschreibt – und gar nicht merkt, wie sie dadurch ihr eigenes Schicksal besiegelt. Wer Israel flucht, kann keinen Segen erwarten.

von J. Gerloff

4.12.09

Im Rahmen der Friedenswochen in Metzingen

Im Rahmen der Friedenswochen in Metzingen -
Vortrag von Karl-Hermann Blickle:
"Wirtschaftsethik und Globalisierung im Zeichen der Krise" am 25.11.2009 in Metzingen

Persönlicher Wahrnehmungsbericht

Der Ex-Bürgermeister von Metzingen, Dieter Feucht leitete den Abend mit einer ausführlichen Huldigung des Engagements von Karl-Hermann Blickle ein und betonte besonders dessen 2007 erworbene Otto-Hirsch Medaille. Blickle hatte sie bekommen für seine Arbeit in der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Stuttgart, sein Engagement im Verein „Alte Synagoge e. V. Hechingen“, sowie die Mitarbeit in dem Freundeskreis „Shavei Zion“. Feucht holte weiter aus, um etwas über die Geschichte Otto Hirschs zu sagen, welcher sich mit dem Aufbau des Stuttgarter Jüdischen Lehrhauses im Jahre 1926 um die Begegnung und dem Austausch zwischen Christen und Juden befasst hatte. Nach der Machtergreifung Hitlers konnte er als Gründer der Reichsvertretung der Deutschen Juden bis 1941 vielen Juden zur Ausreise aus Deutschland verhelfen. Er wurde von den Nazis 1941 in Mauthausen ermordet. Die Medaille wurde von der Stadt Stuttgart gestiftet, um Leute zu ehren, die sich um den christlich-jüdischen Dialog verdient gemacht haben.

Durch diese etwas dick aufgetragene Lobpreisung der Leistungen von Karl-Hermann Blickle in Koppelung mit der Lebensgeschichte von Otto Hirsch verschaffte Feucht dem Referent bei den Zuhörern ein Image des Kenners des Nahostkonflikts und dessen über alle Zweifel erhabenen unparteiischen und gerechten Blicks auf die Situation der beiden Völker im Konflikt. Aber was man dann im Folgenden in Blickles Vortrag zu hören bekam, ließ Fragen aufkommen, wie eine solche Aufmerksamkeit und Hingabe für Juden in Deutschland und jüdische Belange mit dieser jetzt geäußerten gnadenlos kritischen Haltung dem israelischen Staat gegenüber zusammenpassen.

Dass Herr Blickle seinem Vortrag über Wirtschaftsethik zu Beginn das Thema Nahost voranstellte und über die Hälfte der Zeit über seine Anti-israelische Sicht der Politik des Staates Israel sprach, diente dem Zweck, eine offene Diskussion mit kritischen Fragen zu diesem Thema gleich im Keim zu ersticken. Eine solche war auch während der gesamten Friedenswochen in Metzingen nicht erwünscht. Blickle machte seine einseitige, Israel beschuldigende Haltung deutlich, darüber konnten auch seine steten Betonungen, er sei ein Freund Israels, nicht hinwegtäuschen. Er machte außerdem, stellvertretend für die Veranstalter der Friedenswochen, seinem Ärger Luft, indem er betonte, dass die entstandenen Kontroversen, ausgelöst vor allem durch den Artikel von Carola Eissler, für die Ziele der Veranstalter, sich auf ihre Weise mit Friedensfindung im Nahen Osten zu befassen, nicht dienlich seien. Der Artikel und die Veranstaltungen im Vorfeld hatten zur Folge gehabt, dass viele Christen aufgeschreckt wurden, die in der immer wieder scharfen Verurteilung Israels mittels der „Mauer“ und der israelischen Politik gegenüber den Palästinensern, Antisemitismus aufkommen sahen. Und so griff er erst mal das „engagierte Pro-Israel Lager“ der evangelikalen Christen wegen ihrer uneingeschränkten solidarischen Haltung zu Israel an, und brandmarkte sie als die evangelikal-fundamentalistischen Israel Befürworter – die mit den orthodoxen religiösen fundamentalistischen Juden in Israel gleichzusetzen sind, welche den verpönten Siedlungsbau in Israel betreiben und verteidigen. Immerhin wurden die gläubigen Christen hier nicht mit den fundamentalistischen Moslems gleichgesetzt, obwohl das im Rahmen der Friedenswochen auch schon gehört worden war. Bei solchen Äußerungen zeigte sich, dass Herr Blickle, als auch die Veranstalter genau das machten, was sie der Verfasserin des Artikels, sowie auch den Kritikern ihres Programms vorwerfen: gegenseitige Schuldzuweisungen.

Reichlich anmaßend war dann die Belehrung seinerseits, wie die Freunde Israels, die ihre Solidarität durch eine Liebe und Leidenschaft zu dem Volk und dem Land ausdrücken wollen, ihre Haltung zu korrigieren haben: man soll sich „mit Israel Sorgen machen“ und „damit umgehen, was Israel an den Palästinensern versäumt“, wenn man Israels Freund ist. Abgesehen davon, dass manche Freunde Israels Herrn Blickles Ratschläge, wie mit Israel umzugehen ist, ganz bestimmt nicht brauchen, sehen die meisten das auch ganz anders. Da die Israelis die Eigenart haben, ihre eigene Gesellschaft und Politik, manchmal bis fast zur Selbstzerfleischung zu kritisieren, können sie sich sehr gut um ihre Probleme selber Sorgen machen und brauchen nicht die Besserwisser aus dem Ausland, die mit dem moralischen Finger auf sie zeigen. Gerade die Deutschen sollten sich da sehr zurückhalten. Aber wie schon mehrfach in diesen Metzinger Friedenswochen geschehen, schlägt auch Herr Blickle in dieselbe Kerbe, Israel einseitig zu verurteilen und wirft mit scharfen, nicht nachweisbaren, bzw. falschen Statements und Urteilen nur so um sich: „die rechtswidrige Besetzung Palästinas“ und „die schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen durch die Sperranlage“ sind in diesen Friedens-Kreisen zu bevorzugten Schlagwörtern geworden. Auch hier kein Wort zu den Selbstmordattentaten, kein Wort zu der Unterdrückung und Vertreibung der christlichen Palästinenser durch ihre muslimischen Landsleute.

Von der vielbeschworenen Toleranz der Veranstalter dieser Friedenswochen blieb nicht viel zu merken, denn gegen diesen zu Tage tretenden Anti-Israelismus oder gegen die zweifelhaften „Friedensabsichten“ der Abrahams Herberge waren durchweg bei allen Veranstaltungen kritische Stimmen unerwünscht. Es war erschreckend zu sehen, wie die ideologische Beeinflussung bei den Abenden auf fruchtbaren Boden fiel und die Besucher sich entsprechend konditionieren ließen.

Traurig auch, wie bei einer von Kirchen organisierten Veranstaltung der Blick auf die Bibel mit den unzähligen Voraussagen Gottes für das Volk der Juden und die eingetretenen Erfüllungen völlig außer acht gelassen und verdrängt wurde. Statt dessen schließt man sich lieber an die allseits praktizierte Handhabung des Themas, die „Kritik am Staat Israel und dessen Politik“ ohne weiteres erlaubt. Dass dabei in Kauf genommen wird, dass, wenn vielleicht auch unbemerkt, ein Nährboden für Antisemitismus bereitet wird, lässt diesen Umkehrschluss zu: „Was dem Antisemiten früher der Jude war, ist ihm heute der Judenstaat.“

11.11.09

Auf welcher Seite stehst du?

Das ist die Evangelisch-Lutherische Kirche Beit Jala. In dieser Kirche habe ich damals, im Jahr 1985 / 86 zusammen mit einer anderen Deutschen und Pfarrer Shihade die Gottesdienste für die Gemeinde gestaltet, Lieder herausgesucht und dann im Gottesdienst gesungen.


Er war ein echt netter Mensch. Alle Palästinenser, die ich kennenlernte, waren nett und haben mich gut behandelt. Meine angeheiratete Familie hat mich angenommen, hineingenommen und die herzliche Verbindung besteht bis heute.

Ich wage heute gar nicht daran zu denken, welche Lehre mich beeinflusst und welche Sichtweise ich entwickelt hätte, wäre ich jedoch in Beit Jala geblieben. Ich hätte es aber wahrscheinlich gar nicht als falsch empfunden.


Man muss ja nur verhindern, dass ein Mensch die Bibel liest, als Gottes Wort ernst nimmt und die praktische Lehre dazu bekommt. (Normal in vielen Kirchen, nicht wahr?). Dann ist er offen für alles, was die Welt an Ideologien, Lehren, politischen Ansichten und Religionen zu bieten hat. Und das Vermischen mit dem christlichen Glauben ist dann kein Kunststück mehr. Für die Christen in Bethlehem sowieso nicht. Ihre Tradition und Gemeinschaft gibt ihnen zwar Halt aber keinen wirklichen Glauben. Schon damals konnte ich sehen, das nur da, wo echter Glau
be da war, die Leute sich von ihren moslemischen Landsleuten deutlich distanzierten. Allerdings hörte ich auch niemanden Solidarität mit Israel bekunden.

Ich glaube, die palästinensischen Christen lebten und leben heute noch in einer permanenten ideologischen Zwickmühle. Ihr Ausweg: möglichst über beide Themen, die Moslems und Israel, so wenig wie möglich reden. Dann kommt man auch nicht in die Verlegenheit, sich offenbaren zu müssen. Das führte bei vielen aber auch zu einer Identitätskrise. Die Lösung daraus war: a) emigrieren, b)
sich klar auf die eine oder andere Seite schlagen. Die meisten, die im Land blieben, schlugen sich auf die andere Seite, wie man an Jadalla Shihade sieht.
Ich wäre wahrscheinlich sowohl geistlich als auch politisch in einer Grauzone steckengeblieben. Aber bei mir hatte Gott - wie an vielen Stellen meines Lebens - seine Hand im Spiel.

Dass ich aber in dieser Zeit in meiner politischen Haltung (sofern ich überhaupt eine politische Haltung hatte!) sehr pro-palästinensisch beeinflusst worden war,
lässt sich daran erkennen, dass ich in den ersten Jahren in Deutschland (ab 1989) zu pro-palästinensischen Veranstaltungen gegangen bin. Ich hatte, weil mein Leben bei den Arabern ja nicht schlecht war, meine Identität verlagert und mich ganz eins mit den Palis gefühlt. Und dass wollte ich auch zeigen. Ich war sogar bei Felicia Langers Veranstaltungen in Tübingen und habe ihr Beifall geklatscht!
Allerdings hatte ich nie eine Israel-feindliche Einstellung. Da ich mit meinem Mann sehr oft in Israel rumgereist bin, haben wir viele nette Israelis kennengelern
t.
Dennoch konnte ich in den ersten Jahren in der CGR bei Vorträgen und Predigten über Israel nur mit Unruhe zuhören und musste manches Mal vorzeitig rausgehen, weil ich die Lobhudelei, wenn von dem wunderbaren, auserwählten Volk, das die Wüste zum Blühen bringt, geschwärmt wurde, nicht ertragen konnte. Erst nach und nach fing sich mir an, das Wort Gottes zu erschließen.

Wir wurden in der Gemeinde dazu angehalten, die Bibel ganz zu lesen. Die Bibel nach Bibelleseplan in einem Jahr durch! Das blieb nicht ohne Auswirkung. Zusammen mit einer guten Auslegung bzw. Lehre hat es den Effekt, dass man die größeren geistlichen Zusammenhänge erkennt, Gottes Wort als sein Wort an uns Menschen wertet und natürlich entdeckt, was die Bedeutung von Israel ist.
Wie ich allerdings eine geradezu enthusiastische Liebe für Sein Volk bekommen habe, ist mir bis heute unerklärlich. Denn Er hat mir diese Liebe für die Juden und Israel in mein Herz gelegt.

Ich wurde verwandelt, meine Haltung um 180 ° gedreht. Dennoch, mein Herz schlägt noch immer sehr für die Palästinenser, die ich immer als liebenswürdige, warmherzig Menschen kenengelernt habe. Aber es ist mittlerweile schwer, das zu zeigen. Denn die Palis sind einfach so erbärmlich und machen alles falsch, was man nur falsch machen kann. Die Christen lassen sich von den Moslems in eine politische Haltung drängen, die Moslems werden vom Islam verkorkst, und alle lassen sich von ihren moslemischen "Brüdern" im Ausland in diesem Konflikt gängeln und missbrauchen. Sie lassen zu, dass Radikale und Korrupte das Sagen haben und haben nicht den Mut gegen die Lügen und das offensichtliche Unrecht aufzubegehren. Sie überlassen ganz Bethlehem - die berühmteste christliche Stadt der Welt - und die angrenzenden Orte den Moslems und weinen dann, weil die Israelis in die gefährliche Region keine Touristen mehr lassen wollen.

Sie lassen sich seit sechzig (!) Jahren in dreckigen Flüchtlinglagern einpferchen. Wobei es wohlhabende Palis gibt, die ihr neues komfortables Haus mitten ins Lager bauen, aber so dass es nicht gleich sichtbar ist. Die teilweise immensen sozialen Unterschiede, werden aber natürlich ungern zu Sprache gebracht. Es geht dabei ja auch nicht um Mangel an Geld, sondern um ein politisches Druckmittel der Welt gegenüber, die nicht aufhören soll, das Leid der Palästinenser zu bedauern und als Ergebnis der unmenschlichen Unterdrückungspolitik der israelischen Besatzung anzuklagen.
Diese schwache und ganz eindeutig ungerechte und nicht friedensbereite Haltung der Palästinenser, wie sie sich heute mehr und mehr zeigt, macht es mir eher leicht, meine Sympathiebekundungen für die die Palästinenser zu zügeln.
Aber ich sehe, dass es auch anders geht. Es gibt ganz wenige echte Christen, die in ihrem Umfeld das Evangelium und die Liebe Gottes verbreiten. Ohne Rücksicht auf Verluste. Man weiß nicht, wie lange noch. Sie gilt es zu unterstützen und für sie zu beten.


Wenn ich die Fotos betrachte, denke ich immer mit etwas Wehmut an die Zeit zurück, als die Lage dort noch nicht ganz so hoffnunglos war die Grenzen offen und Bethlehem, Beit Jala und Beit Sahour noch christlich waren.
Wann werden die Palästinenser zum Frieden finden? Ich denke erst, wenn sie die Bibel aufschlagen und es einsehen:
"Auch wenn ich nicht bei euch bleibe, sollt ihr doch Frieden haben. Meinen Frieden gebe ich euch; einen Frieden, den euch niemand auf der Welt geben kann. Seid deshalb ohne Sorge und Furcht!" (Jesus zu seinen Jüngern)

4.11.09

Antiisraelische Aktion in Metzingen

Anfang November beginnt in Metzingen (bei Reutlingen) eine drei-wöchige sogenannte Friedenswoche unter dem Namen: "Mauern überwinden!". Der dort ansässige Pfarrer Peter Metzger leitet und initiert diese sehr einseitige anti-israelische Aktion zusammen mit seinen ebenso einseitig eingestellten Freunden aus Beit Jala, expl. der dort ansässige Pfarrer Jadalla Shihade, die in Beit Jala die Abrahamsherberge (siehe vorangeganener post von mir: "Film über Abrahamsherberge - Beit Jala") betreiben.

Die groß angelegte Aktion mit Vorträgen, Diskussionen, Filmvorträgen und Empfängen dient dazu die Herberge in Beit Jala bekannt zu machen, Geld für diese, unter dem irreführenden Namen "Friedensarbeit", laufende Unternehmung einzutreiben und dabei mit allen Regeln der Kunst gegen Israel zu kämpfen und Israel in ein schlechtes Licht zu rücken.

Es wird der anti-israelische, antisemitische Film "The Heart of Jenin" im Metzinger Kino gezeigt. Zu diesem schreibt Ulrich Sahm: "Ein wirklich guter Film, der gewiss viele Preise erhalten wird. Aber es ist gleichzeitig ein einseitiges propagandistisches Machwerk, dazu geeignet, beim deutschen Publikum antijüdische Gefühle zu schüren."

Im Ortsblatt von Metzingen, der Südwestpresse, erschien jetzt diesbezüglich der folgende Artikel:


Ein umstrittener Einfluss


Metzinger Friedenstage im Schatten der Abrahams Herberge

"Mauern" bei den Friedenstagen.

Die Ökumenische Friedensdekade hält Einzug. Dabei geht es vor allem um den israelisch-palästinensischen Konflikt. Die Redner kommen aus dem Umfeld der Abrahams Herberge. Und die ist nicht unumstritten.

CAROLA EISSLER

Metzingen "Mauern überwinden" lautet in diesem Jahr das Thema der Ökumenischen Friedensdekade, die vom 6. bis 25. November auch in Metzingen stattfindet. Den Machern geht es darum, dem Fall der Mauer vor 20 Jahren zu gedenken und Mauern in der Welt sichtbar zu machen. Pfarrer Klaus Peter Metzger und die Mitveranstalter der Metzinger Friedenstage nehmen dies zum Anlass, um Israel und die Situation in den palästinensischen Autonomiegebieten in den Mittelpunkt zu rücken. Dabei wird der Fokus auf den seit 2002 im Bau befindlichen Schutzzaun zwischen Israel und der Westbank und auf die Mauer zwischen Bethlehem und Jerusalem gerichtet. Ein Schutz vor palästinensischen Selbstmordattentätern. Immerhin sind seit Baubeginn die Bombenanschläge in Israel um 98 Prozent zurückgegangen.

Dennoch stehen gerade bei Friedensaktivisten dieser Schutzzaun und die damit einhergehende israelische Politik in der Kritik. Metzger sieht es so: "Dass diese Mauer auf palästinensischem Gebiet steht, ist völkerrechtlich ein Skandal." Der Situation der Palästinenser in der Westbank, der israelischen Politik, den Aktionen europäischer Friedensaktivisten und der Konsequenz, die man aus dem Fall der DDR-Mauer für die israelische Mauer ziehen kann, sind die Themen in Metzingen gewidmet. Dass gerade der Nahostkonflikt thematisiert wird, ist kein Zufall. "Es bestehen eben Kontakte zu profilierten Leuten", betont Metzger.

Dabei sind es mehr als bloße Kontakte. Denn Metzger hat zum einen bereits an Friedensaktionen entlang der Mauer teilgenommen, zum anderen kommen sämtliche Gastredner aus dem Umfeld der Abrahams Herberge Beit Jala in der Westbank, in dessen deutschem Förderverein Metzger im Vorstand aktiv ist. Die Abrahams Herberge, eine Einrichtung der Evangelisch-Lutherischen Kirche, sei eine "Brücke zum Frieden" heißt es in einer Selbstdarstellung des Fördervereins. Der Pfarrer der Abrahams Herberge, die ein Gästehaus und ein Internat betreibt, ist der alte Studienfreund Metzgers aus Tübinger Tagen, Jadallah Shihadeh. Er war im Februar sogar in Metzingen und hat hier die Werbetrommel für seine Einrichtung gerührt, genau so, wie er mehr als die Hälfte des Jahres in Deutschland und Europa unterwegs ist, um Geld für sein "Friedensprojekt", wie er es selbst nennt, einzutreiben und ideologisch Einfluss auf die Meinungsbildung zu nehmen. Unterstützt vom gleichnamigen deutschen Förderverein Abrahams Herberge. Auch aus Metzingen floss Geld nach Beit Jala.

Shihadeh kommt diesmal nicht selbst zu den Friedenstagen, sondern schickt seine deutsche Ehefrau, ebenso wurde der Oberbürgermeister der Stadt Jena, der Theologe und SPD-Mann Dr. Albrecht Schröter eingeladen, der ebenfalls an den von der Abrahams Herberge initiierten Demonstrationen in der Westbank teilgenommen hat, sowie ein weiteres Vorstandsmitglied des Fördervereins Abrahams Herberge, der Unternehmer Karl-Hermann Blickle, der über Ethik in der Wirtschaft reden will.

Metzinger Friedenstage also, die im Schatten des Einflusses der Abrahams Herberge und deren politischer und ideologischer Ausrichtung stehen. Dabei sind Shihadeh und seine Einrichtung in Beit Jala selbst alles andere als unumstritten. Shihadeh spreche keinesfalls für alle palästinensischen Christen, berichtet eine Informantin, die aus Sicherheitsgründen nicht genannt werden will, gegenüber dieser Zeitung. Zwar wettere Shihadeh vollmundig gegen die israelische Politik, sage jedoch kein einziges Wort zu den islamistischen Selbstmordattentaten und der Vertreibung der Christen aus den palästinensischen Autonomiegebieten. Wohl aus Angst. "Sonst würde am nächsten Tag seine Kirche brennen."

Die Abrahams Herberge hat sich in den sechs Jahren ihres Bestehens zu einem pompösen Luxushotel gewandelt. Wenn Shihadeh mit dem Argument, die Israelis würden den Palästinensern regelmäßig das Wasser abdrehen, in Deutschland für anti-israelische Stimmung sorgt, dann können Augenzeugen nur schmunzeln. Schließlich werden auf dem dortigen Areal aufwändige Wasserspiele betrieben.

Aber es gibt noch mehr Ungereimtheiten. So nimmt Shihadeh für sich in Anspruch, in der Abrahams Herberge Christen, Juden und Muslime zusammen zu bringen. Fakt ist aber, dass Juden das Betreten der so genannten A-Zone, in der Beit Jala liegt, seitens des israelischen Staates aus Sicherheitsgründen verboten ist. In Deutschland gibt sich Shihadeh gerne als Motor der Friedensbemühungen aus, im Dialog zwischen den Religionen spielt er jedoch, auch in der Westbank, eine unbedeutende Rolle. Dazu ist die Person Shihadehs zu umstritten. Von seinen lutherischen Amtsbrüdern wird er regelrecht gemieden. Vor ein paar Jahren stand der Pfarrer sogar kurz vor dem Rausschmiss aus der Kirche. Es soll Streit um die Verwendung von Spendengeldern gegeben haben. Möglicherweise schadet Shihadeh aber auch seines luxuriösen Lebensstils wegen dem Ansehen der Kirche. An Geld scheint es in der Abrahams Herberge jedenfalls nicht zu fehlen, obwohl das Gästehaus oft leer steht. So schloss die Abrahams Herberge im August sogar vier Wochen ihre Pforten und finanzierte ihren 16 Mitarbeitern einen teuren Aufenthalt in der Schweiz.

Dennoch kann sich Shihadeh breiter Unterstützung aus Deutschland erfreuen. Da ist zum Beispiel der Jenaer Oberbürgermeister Schröter, der wie erwähnt ebenfalls nach Metzingen kommt. Er übt regelmäßig den Schulterschluss mit den Friedensaktivisten in der Westbank. So demonstrierte er diesen Sommer gemeinsam mit Metzger an der Mauer zwischen Bethlehem und Jerusalem. Mitmarschiert im Protestzug ist auch der oberste islamische Richter in den palästinensischen Autonomiegebieten, Sheikh Tayseer Tamimi. Jener Mann, der zwei Monate zuvor beim Besuch des Papstes im Heiligen Land für einen Eklat gesorgt hatte, als er bei einem interreligiösen Friedensdialog eine Hasstirade über Israel ergoss und die Christen dazu aufrief, die Muslime in ihrem Kampf gegen den jüdischen Staat zu unterstützen.

In welche Richtung die Friedenstage weisen, hat bereits ein Informationsabend vor einigen Wochen im Martinsgemeindehaus gezeigt. Dort wurde kräftig für die Abrahams Herberge geworben. Und die altbekannten anti-israelischen Klischees anhand eines Films bedient. Auch der Film "Herz von Jenin", der im Luna-Theater gezeigt werden soll, ist alles andere als unumstritten. Der bekannte Nahost-Korrespondent Ulrich Sahm spricht sogar von propagandistischem Machwerk, das beim deutschen Publikum antijüdische Gefühle schüre.

Dass im Rahmen der Friedenstage in Metzingen die von einem kommunistischen Regime errichtete innerdeutsche Mauer mit der Mauer in Israel gleichgesetzt wird, sieht man auch bei der Deutsch-Israelischen Gesellschaft in Stuttgart überaus kritisch. Der Vorsitzende Hans-Hellmut Schürholz warnt vor einfachen Slogans und einseitiger Parteinahme. "Frieden kann es nämlich nur zusammen mit Sicherheit geben." Die Veranstalter der Metzinger Friedenstage werden sich die Frage stellen müssen, ob es ihnen um objektive Informationspolitik geht oder um schlichte einseitige Verurteilung Israels.

Info

Veranstalter: AK Gentechnik-Freies Ermstal, ACK, Bündnis 90/Grüne, Café International, Evangelische und Katholische Kirchengemeinde, Baptisten, SPD, Weltladen, Familienbildungsarbeit.


Erscheinungsdatum: Samstag 31.10.2009
www.suedwest-aktiv.de/region/metzingerurachervolksblatt/metzinger_volksblatt//4699333/druckansicht.php?=




20.10.09

Goldstone Mission kontra Friedensprozess

von Danny Ayalon

Acht Jahre lang, während derer die Hamas wahllos israelische Zivilisten mit Raketen beschoss, hat die UNO geschwiegen. Erst als Israel nach Jahren der Zurückhaltung daran ging, dem Terror ein Ende zu setzen, handelte der Menschenrechtsrat – indem er Israel verurteilte. Dieses einseitige Gremium verabschiedete eine einseitige Resolution, die eine einseitige Untersuchung verlangte. Im vergangenen Monat wurden die Ergebnisse dieser „Untersuchung“ von Richter Richard Goldstone dem Menschenrechtsrat vorgelegt. Doch statt verantwort
ungsbewusst mit dem Bericht umzugehen, haben sich die Ratsmitglieder in eine weitere antiisraelische Farce eingefunden, die selbst Goldstone als einseitig empfand.

Es hat bereits Dutzende internationaler Untersuchungen zur Gaza-Operation gegeben, und Israel hat mit beinahe allen von ihnen voll zusammengearbeitet, einschließlich derjenigen des UN-Generalsekretärs. Nur in Fällen, wo es ohne jeden Zweifel klar war, dass eine Untersuchung von einer politischen Agenda – und nicht von der Sorge um Menschenrechte - motiviert war, entschied sich Israel gegen die Zusammenarbeit. Die Untersuchungsmission des Menschenrechtsrats war leider solch ein Fall.

Traurigerweise ist das, was Israel von Beginn an klar war, erst jetzt Goldstone klar geworden. Er sucht sich nun selbst von den Ergebnissen seines eigenen Tuns zu distanzieren. Vergangenen Freitag berichtete er der Schweizer Tageszeitung Le Temps über seine Enttäuschung über das Vorgehen des Menschenrechtsrats: „Der Resolutionstext betrübt mich, da er nur Anschuldigungen gegen Israel enthält und nicht einen einzigen Satz, der die Hamas verurteilt.“

Wir müssen nun mit den Konseq
uenzen fertig werden. Die Übernahme des Goldstone-Berichts stellt in mehr als einer Hinsicht nichts weniger als eine Belohnung für den Terrorismus dar. Erstens pervertiert die am Freitag verabschiedete Resolution die Wirklichkeit der Hamas-Kriminalität und beschuldigt das Opfer statt des wahren Täters der Kriegsverbrechen in Gaza. Für den Menschenrechtsrat war es völlig irrelevant, dass die Hamas schwere Kriegsverbrechen begangen hat, indem sie offen zu Israels Vernichtung aufrief, gezielt Tausende von Raketen auf israelische Zivilisten abfeuerte, Zivilisten in Gaza durch das Feuern aus bewohnten Gebieten gefährdete und Gilad Shalit entführte. Ebenso irrelevant war es für den Menschenrechtsrat, dass Israel eine Verantwortung für den Schutz seiner Bürger trug und alles unternommen hatte, um eine Konfrontation und zivile Opfer zu vermeiden.

Die einzige relevante Überlegung für den Menschenrechtsrat war die Tatsache, dass sich eine Gelegenheit bot, Israel in der internationalen Arena zu dämonisieren.
Zweitens unterminiert die Resolution gemäßigte Palästinenser, die an einem Frieden mit Israel interessiert sind. Innerhalb der palästinensischen Gesellschaft geht ein Machtkampf vonstatten. Es ist ein Nullsummenspiel, in dem jeder Erfolg für den Extremismus auf Kosten der Unterstützung der Mäßigung geht. Wenn der „Schwanz“ der Hamas mit dem „Hund“ des Nahen Ostens wedeln darf, nimmt die palästinensische Straße sich das zu Herzen, und die gesamte Region nimmt das zur Kenntnis. In unserer Nachbarschaft liebt jeder den Gewinner. Wenn also ein internationales Gremium das brutale Verhalten der Hamas unterstützt und es abermals zum Israel-Bashing missbraucht, verliert die Palästinensische Autonomiebehörde von Mahmoud Abbas ihr Gesicht, verlieren die moderaten arabischen Staaten an Boden und gewinnt die Achse Hisbollah-Syrien-Iran an Stärke.

Drittens schafft die Resolution ein neues Hindernis im globalen Kampf gegen den Terrorismus. Eine neue Form der Kriegsführung hat sich entwickelt, in der Terrorgruppen „feindliche“ Zivilisten von hinter einem Schutzschild „freundlicher“ Zivilisten aus angreifen. Diese Resolution gewährt den Terroristen Immunität und hindert gesetzestreue Staaten daran, ihre Bürger zu beschützen. Mit dem Segen des Menschenrechtsrats wird diese Taktik von Terroristen auf der ganzen Welt wiederholt werden, zum Nachteil all der anderen Demokratien, die gegen den Terrorismus kämpfen; Millionen unschuldiger Zivilsten werden in Gefahr gebracht.
Schließlich – und das ist das Tragischste – hat diese ganze Episode Israelis dazu verleitet, die Grundannahmen anzuzweifeln, die sie bislang in ihrer internen Debatte um den besten Weg zum Frieden geleitet haben. Die meisten Israelis haben die Bereitschaft ihrer politischen Führung unterstützt, kalkulierte Risiken auf sich zu nehmen, um den Friedensprozess voranzutreiben, in der Annahme, dass die „Welt“ solche Bemühungen unterstützen und sie sich nach allen Seiten absichern.

Die Israelis nahmen an, dass sie, wenn die Dinge nach dem Schließen von Kompromissen nicht funktionierten, zumindest das Recht auf Selbstverteidigung beibehalten würden und die Welt die in ihrem Kampf unterstützen würde.
Nun jedoch ist ein Albtraum wahr geworden. Nach man das greifbare Risiko auf sich genommen hatte, ein umstrittenes Gebiet um des Friedens willen zu verlassen, wurde Gaza zu einer gesetzlosen Enklave des von der Hamas geführten und vom Iran getragenen Terrorismus. Doch als Israel zur Selbstverteidigung gezwungen wurde, reagierte die Welt nicht mit Unterstützung und Verständnis, sondern mit Anschuldigungen wegen „Verbrechen gegen die Menschheit“. Verdammt, gleich ob sie handeln oder nicht, fragen sich die Israelis jetzt: „War es das Opfer wert?“ Während die Israelis ihre Optionen abwägen, kommt der Goldstone-Schneeball in Fahrt. Von Genf ist die Angelegenheit nun an die UN-Vollversammlung in New York zur weiteren Behandlung überwiesen worden. Aber es ist noch immer nicht zu spät. Eine internationale Zurückweisung des Umgangs des Menschenrechtsrats mit dem Goldstone-Bericht würde der israelischen Öffentlichkeit signalisieren, dass die Welt ihre Kompromisse für den Frieden tatsächlich unterstützt.

Danny Ayalon ist der stellvertretende Außenminister in Israel.

jpost

24.9.09

Film über Abrahamsherberge - Beit Jala

Am Mittwoch, den 23.09.2009 gab es eine Filmvorführung im Gemeindehaus der Metzinger Martinskirche mit Pfarrer Peter Metzger. Im Film, den ein Herr Udo Dreutler selber gedreht hat, geht es um die Abrahamsherberge in Beit Jala, die eine internationale Begegnungsstätte ist und eine Brücke zum Frieden im besetzten Palästina sein soll.

In der Vorrede stimmt Pfarrer Metzger die Zuhörer mit der Herstellung von Zusammenhängen, die einen tendenziösen Eindruck vermitteln, und Falschaussagen, auf die Thematik ein. Von dem großen Gefängnis Gaza ist die Rede, in dem die Palästinenser größter Not ausgesetzt sind, da Israel den Gazastreifen abgeriegelt hat und keine Produkionswaren hinaus und keine Gebrauchsgüter hinein lässt, was schlichtweg nicht stimmt! Die Israelis würden die Wasserzufuhr für die Palästinenser so reglementieren, dass die Bewohnern nur einmal alle zwei Wochen Wasser in ihre Tonnen auf dem Dach geliefert bekommen, was zum Leben nicht reichen kann. Dieses ist ebenfalls eine Falschaussage, verfehlt aber ihre Wirkung nicht, denn ob gewollt oder ungewollt, dass der Zuhörer den Ausführungen über die Westbank, um die es im Film ausschließlich geht, nun nicht mehr so unvoreingenommen zuhören wird, ist nicht zu verhindern.

Gleich zu Anfang wird im Film eine Art interreligiöser Gottesdienst in der Lutheranischen Kirche in Beit Jala gezeigt, bei dem auch zwei moslemische Imame in der Kirche sprechen und beten (!). Ein Rabbi, der nur als Rabiner Ashermann, ohne genaue Zuordnung, vorgestellt wird, spricht ein allgemein gehaltenes Friedensgebet und gibt damit der Veranstaltung den Anschein, Friedensarbeit zwischen Christen, Juden und Moslems zu betreiben. In Wirklichkeit geht es dieser Arbeit in Beit Jala darum, die Opferrolle der Palästinensischen Bevölkerung unter einer gewalttätigen Besatzung Israels hervorzuheben mit der eindeutigen Schuldzuweisung gegen Israel.
Diese Einseitigkeit der Betrachtungsweise wird deutlich, als in dem Film der Pfarrer der Lutheranischen Kirche in Beit Jala, Jadallah Shihade, erklärt, dass in den Kindergarten, der zum "Friedensprojekt" gehört, sowohl christliche als auch palästinensische Kinder gehen. Von jüdischen Kindern ist auf einmal keine Rede mehr.

Einer angereisten Besuchergruppe aus Deutschland, die in der Abrahamsherberge Station macht, erklärt Shihade, dass die Mauer, die Israel um die Gebiete gebaut hat, (die nur bei Bethlehem und Jerusalem eine Mauer ist, in dem ganzen Rest der Länge aber ein Zaun), nicht wirklich, wie Israel begründet, zum Schutz der israelischen Bevölkerung vor Terroranschlägen gebaut wurde, sondern um die bestehende Grenze von 1967 zu verschieben, damit Israel von den Palästinensern Land klauen (Wortwahl von Shihade) kann. Das wird anhand einer interaktiven Karte im Film verdeutlicht.
Es werden israelische Siedlungen gezeigt, die angeblich auf palästinensischem Boden erbaut worden sind und eine Fläche mit Baumstümpfen, wo die Olivenbäume der Araber gestanden haben sollen, die ihnen die Israelis abgeholzt hätten.
Die Israelis dürfen die Westbank nicht betreten, wird uns erklärt, und unausgesprochen dringt die Aussage durch, dass man auch froh ist darüber, denn mit ihnen will man nichts zu tun haben. Ausführlich wird dargestellt, wie die angebliche Unterdrückung der Israelis durch Landnahme, Mauerbau, Checkpoints, Wasserknappheit den Palästinensern in Beit Jala das Leben erschwert und am Ende steht die ungerührte Aussage: Friedensarbeit steht nicht auf der Agenda von Israels Politik.
Dennoch wird im Filmbericht hinreichend oft über Frieden und Friedensarbeit gesprochen. Es kommt im ganzen Film jedoch kein Israeli zu Wort, um eventuell die "andere Seite" darzustellen. Man hört lediglich eine jüdische Künstlerin, die etwas über ihre Bilder erzählt und dann allgemeine Aussagen macht, wie: jeder Mensch, auch die Palästinenser haben das Recht in Frieden zu leben. Eine Bemerkung, der ja nun niemand widersprechen will.

Dem ganzen tendenziös und vorurteilsbehafteten Bericht, wird gegen Ende die Krone aufgesetzt, in dem man die heruntergekommenen Wohnzustände im Flüchtlingslager Dhe-heishe bei Bethlehem zeigt und dazu dem Zuschauer erklärt, das die Palästinenser seit vielen Jahren in diesem Elend leben müssen, weil Israel die Mauer um die Gebiete gebaut hat. Völlig zusammenhanglos wird ein Thema mit dem anderen verbunden, um zu propagieren, dass allein Israel Schuld an dem Leid und der Armut der Palästinenser sei.

Die Frage drängt sich dem aufmerksamen Betrachter auf, warum die Palästinenser vor dem Bau der Mauer, der Checkpoints und der Einschränkung der Bewegungsfreiheit auch schon jahrelang in Flüchtlingslagern hausten und sich von der UNRWA ernähren ließen.

Hunderte Christen wandern jedes Jahr aus den Gebieten ins Ausland ab. Das ist eine Tatsache, die aber mit einer genauso falschen, wie absurden Begründung erklärt wird: weil Israel die Mauer gebaut hat und daher die christlichen Palästinenser keine Zukunftsperspektiven haben. Es gibt kaum Ausbildungsstätten, noch weniger Arbeitsplätze. Aber auch daran ist Israel schuld, und hier wird nun endgültig klar, dem Macher des Films geht es darum, Israel für die Situation der Palästinenser in den Gebieten die Schuld zu geben. Warum die vielen Geldzuwendungen der UNO, der EU, der arabischen Länder und auch Deutschlands, nicht dazu verwendet worden sind, die Lager abzuschaffen, eine Infrastruktur und Häuser für alle zu bauen und die Wirtschaft statt den Terror aufzubauen, wird dem Zuhörer in diesem Film jedenfalls nicht erklärt.

Was für einen Frieden wünschen sich den die palästinensischen Christen in Beit Jala und der Westbank, die solche ein „Friedensarbeit“ betreiben, fragt man sich nach diesen völlig nach innen gerichteten einseitigen Vorstellungen. Dass die beteiligten Pfarrer, die eigentlich das Wort Gottes kennen sollten, beim Lesen in den Propheten des Alten Testaments eigentlich klar erkennen müssen, dass Israel in diesem Land ist, dieses Land beansprucht, weil es Gottes Wille ist, und dort auch in Frieden leben möchte, wird dem Zuhörer vorenthalten. Friedensbrücken bauen, Friedensarbeit machen, das schließt doch den Gegner ein und nicht aus. Friedensarbeit bedeutet dem Gegner, die Hand zu reichen, ihn versuchen zu verstehen und Versöhnung zu initiieren, anstatt das Feindbild zu stärken, wie es in diesem Film getan wird.

Was mich besonders traurig macht, ist, dass ausgerechnet viele Christen im Heiligen Land, die einmalige Chance vertun, den Frieden anzuregen, die Gott durch sein Wort und durch Jesus Christus, der doch der Friedensfürst ist, gegeben hat. Jesus allein kann die Versöhnung und damit Frieden stiften, weil er uns gezeigt hat, was Vergebung ist.

Es gibt Gott sei Dank einige Organisationen im Heiligen Land, die ernsthafte Versöhnungsarbeit und Friedensarbeit betreiben und dabei Grundlagen schaffen, wo Brücken gebaut werden, wo Palästinenser und Israelis aufeinander zu gehen können.

Wer als Besucher in der Abrahamsherberge weilt, der wird unter Umständen damit konfrontiert, massive Propaganda gegen Israel zu hören, wenn auch alles mit den schönen Worten „Friedensarbeit“ verkleidet ist. Um sich bezüglich des Nahostkonflikts nicht in eine einseitige und damit ungerechte Sichtweise treiben zu lassen, sollte sich jeder unbedingt vielseitig informieren, beiden Seiten des Konflikts Gehör schenken. Ein Christ, der ernsthaft um Frieden bemüht ist, muss zu allererst in der Bibel nachlesen, was Gott dazu zu sagen hat.

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Es ist nur ein kleines Beispiel, und spielt außerdem außerhalb Israels, aber dieses Ereignis zeigt, wie Brücken zum Frieden gebaut werden und was an Begegnung möglich ist. "Geteiltes Leid" - Wie sich Juden und Palästinenser bei einem bundesweit einzigartigen Experiment die Lebensgeschichte erzählen. Aus der Hannoverschen Allgemeinen.