3.2.10

Die schlichten Tatsachen

Hier noch mal ein eindrückliches Plädoyer für den einzigen demokratischen Staat im Nahen Osten:

von Yair Lapid


Nach langem Aufschub habe ich kürzlich Alan Dershowitz’ Film
„Plädoyer für Israel“ gesehen. Der renommierte US-Anwalt eröffnet den Film mit der Erklärung, dass er sowohl pro-israelisch als auch pro-palästinensisch sei und er die Zwei-Staaten-Lösung unterstütze, aber… Dershowitz ist weder ein Philosoph noch ein Filmemacher. Er ist nicht einmal rechtsgerichtet. Wir haben uns daran gewöhnt, dass das Plädoyer für Israel nur von Mitgliedern des rechten Lagers gehalten wird. Dershowitz jedoch unterstützt uns, eben weil er ein linksgerichteter Juraprofessor an der Harvard University ist, der sich mit Menschenrechten beschäftigt. Wie können sie sich trauen, Israel als Apartheidstaat zu bezeichnen? fragt er mit echter Verwunderung. Die arabische Gesellschaft zeigt Apartheid gegenüber Frauen, Apartheid gegenüber Homosexuellen und Apartheid gegenüber Christen, Juden und der Demokratie. In Saudi-Arabien werden Schwule gehängt, im Sudan geht ein Völkermord vonstatten, und in der gesamten arabischen Welt werden Frauen dafür ermordet, dass sie keinen Schleier tragen oder sich in den falschen Mann verlieben. Doch trotz all dem haben sich acht der letzten acht UN-Resolutionen, die den Menschenrechten galten, mit Israel beschäftigt – dem einzigen Staat in der Region, in dem Minderheiten das Wahlrecht haben, einem Land, dessen Gesetzgebung die Araber vom ersten Tag an mit einbezogen hat. Sind der globalen Linken – und auch der israelischen Linken – das schreckliche Taliban-Regime, die fürchterliche Unterdrückung von Frauen in den Golfstaaten und die Massenerhängungsfeiern im Iran wirklich egal? Ist ihnen nicht klar, dass alle Straßensperren im Westjordanland die zweifellos eine andauernde menschliche Tragödie verursachen, innerhalb von 24 Stunden entfernt werden würden, wenn die Palästinenser nur freundlich genug wären, mit dem Töten von Juden aufzuhören? Und wie kommt es, dass sie immer nur von den 750 000 palästinensischen Flüchtlingen sprechen und dabei die 800 000 jüdischen Flüchtlinge vergessen, die aus arabischen Staaten vertrieben wurden? Warum erinnert sich niemand daran, dass die Palästinenser bereits vier wirkliche Gelegenheiten hatten, ihren Staat zu gründen, es aber jedes Mal vorzogen, zum Terrorismus zurückzukehren? Und wer nimmt sich heraus, den Sicherheitszaun als „Apartheidzaun“ zu bezeichnen und dabei die Tatsache zu übersehen, dass er gemäß dem internationalen Recht erst errichtet würde, nachdem mehr als 1000 Israelis in weniger als drei Jahren ermordet worden waren? Ich schaute Dershowitz’ Film; doch anstatt mich zu freuen, kam ich mir ein bisschen dumm vor. Schließlich war ich mit all diesen Tatsachen schon vorher vertraut, so wie jeder andere Israeli mit ihnen vertraut ist. Woher kommt es also, dass wir immer defensiv sind, uns immer entschuldigen und immer die Schlacht um die globale öffentliche Meinung verlieren? Freilich ist es wahr, dass Millionen von Petro-Dollars für anti-israelische Propaganda ausgegeben werden (hoppla! Schon wieder kaufe ich ihnen ihre Geschichte ab – es ist keine anti-israelische Propaganda, sondern schlicht und einfach Antisemitismus). Aber wie zum Teufel haben wir es geschafft, in eine Situation zu kommen, in der die Wahrheit – die einfache, schlichte, Tatsachen-basierte Wahrheit – aus der Mode gekommen ist?

Y-net "the simple facts"

26.1.10

Israels Hilfe in Haiti ist vorbildlich

Seit Beginn ihres Einsatzes vor etwa elf Tagen haben israelische Rettungskräfte und Ärzte der vom Erdbeben erschütterten Bevölkerung in Haiti unermüdlich Hilfe geleistet.


Bis zum Montag wurden bereits 960 Menschen im israelischen Feldlazarett in Port-au-Prince behandelt; 294 lebensrettende Operationen wurden durchgeführt, und 16 Babys erblickten das Licht der Welt. Ein Baby bekam den Namen "Israel".


Ein hochmodernes Feldlazarett mit über 40 Ärzten und zusätzlich 100 Polizisten hat Israel sofort zur Hilfe nach Haiti entsandt. Während die Polizisten die Verteilung der Hilfsgüter überwachen, konnten die Ärzte hunderte lebensrettende Operationen durchführen.


Der außergewöhnliche israelische Einsatz hat auch im internationalen Vergleich für Aufmerksamkeit gesorgt. Einen Eindruck bietet der Beitrag des US-Nachrichtensenders ABC unter dem folgenden Link: http://abcnews.go.com/Video/playerIndex?id=9596876

11.1.10

40 Tage Fasten und Gebet Für die Gemeinde Jesu, Deutschland und Israel


Zeit: von 6. Januar bis 14. Februar 2010

Deutschland befindet sich – wie alle Nationen – auf dem Weg in das biblische „Tal der Entscheidung“ (Joel 4,14). Dort wird sich letztendlich entscheiden, ob unser Volk zu den „Schafen“ oder den „Böcken“ (Matt. 25,31ff) zählen wird. Auf dem Weg dorthin wird es zu Vorentscheidungen kommen. Zum Beispiel in Bezug auf unsere Stellung zu Gottes Plänen mit Israel und Jerusalem einerseits und den Plänen der EU und der UN auf der anderen Seite. Diese Frage wiederum hängt zusammen mit der Frage, wie ernst Deutschland – nicht zuletzt im Umgang mit dem radikalen Humanismus und dem radikalen Islam – seine eigenen jüdisch-christlichen Wurzeln nimmt.
Das Schicksal Deutschlands wiederum wird maßgeblich davon beeinflusst, inwieweit wir als Gemeinde Jesu in der Gnade Gottes (Röm. 5,20) in unsere Berufung hineinwachsen, inmitten
unserer Gesellschaft „Salz und Licht“ (Matt. 5,13–14) und eine „königliche Priesterschaft“ (1. Petr. 2,9) zu sein.

Und für einen derartigen nationalen geistlichen Durchbruch hin zu dieser neuen Ebene der Vision, der Einheit, der Demut und der Vollmacht der Gemeinde Jesu bedarf es des kollektiven Fastens und Gebets. Sich daran zu beteiligen, dazu möchte ich allen Lesern, ja allen gläubigen Christen in Deutschland von Herzen Mut machen! Die 40-Tages-Initiative Anfang 2010 bietet dazu eine hervorragende Gelegenheit.

Unterstützt wird diese Initiative durch:

Harald Eckert - Christen an der Seite Israels
Ortwin Schweizer - Wächterruf
Michael Winkler - Forum Leben Networking
Jobst Bittner - TOS
Keith Warrington -

Mehr Info hier

31.12.09

Arabische Christen im Heiligen Land

Arabische Christen sind kulturell, sprachlich und ethnisch gesehen Araber und Anhänger des christlichen Glaubens. Sie sind Einheimische der arabischen Welt und ihre Anwesenheit bestand schon bevor der Islam sich in West-Asien ausbreitete. Viele arabische Muslime der heutigen Zeit stammen von den Christen der vorislamischen Zeit, die aus verschiedenen Gründen zum Islam konvertiert waren, ab. Die meisten waren konvertiert, um die erzwungene Zahlung des Tributs zu umgehen, den die nicht muslimischen Bevölkerung an die muslimischen Herrscher zu zahlen hatte. Die Christen der Levante sind ethnisch gesehen Araber, die von den Kalani Kahtani Stämmen des antiken Jemen abstammen. (Z.B. Rhassanid, Lachmids, Banu Judham und Hamadan).

Die Mehrheit der Maronitischen Patriarchen der letzten 100 Jahre gingen aus dem weit bekannten noblen Volksstamm der Kahtani Rhassanid Araber hervor, die über Levante im Römischen/Byzantinischen Zeitalter herrschten. Arabische Christen erbrachten bedeutende Beiträge für die arabische Zivilisation und tun es noch heute. Einige der hervorragensten Dichter waren arabische Christen, und viele arabische Christen waren Ärzte, Schriftsteller, Regierungsangehörige und Literaten.

Es wurde sogar der Anspruch erhoben, dass die Maroniten ihre Abstammung bis zu den Phöniziern zurückverfolgen könnten. Unbestritten ist, dass die Maroniten Einwohner des Orontes (Al-Assi) Tales in Syrien waren. Sie sind möglicherweise Nachkommen arabischer Stämme, die nie zum Islam konvertiert waren oder Teile der Aramäer. Der bedeutende libanesische Historiker Kamal Salibi (übrigens ein Christ) schreibt in seinem Werk: „A House of Many Mansions“ (1988)(Kap.6): „Es ist gut möglich, dass die Maroniten, als Gemeinschaft arabischer Herkunft, unter den letzten arabischen christlichen Stämmen waren, die noch vor dem Islam in Syrien ankamen. Natürlich war ihre Sprache seit dem 14. Jahrhundert arabisch. Syrisch, welches die christliche literarische Form des Aramäischen ist, war, war ursprünglich die liturgische Sprache aller semitischen christlichen Sekten, in Arabien, wie auch in der Levante und Mesopotamien.“

Ein Teil der arabisch sprechenden Christen gehören auch noch den Assyrisch / Kaldäisch / Syrisch ethnischen Volksgruppen an. Sie halten ihre Liturgie in Syrisch-Aramäisch und manche von ihnen sprechen es sogar noch im Alltag. Sie sind eine separate Ethnie.

Einige der einflussreichsten säkularen arabischen Nationalisten waren levantine griechisch-orthodoxe Christen, wie Michel Aflak, der Gründer der Baath Partei, George Habash, Gründer der PFLP und Constantin Zureik.

Etwa 75.500 palästinensische Christen leben in den Palästinensischen Gebieten der West Bank und Gaza Streifen, ca. 122.000 palästinensische Christen in Israel und 400.000 in der palästinensischen Diaspora.

Hebrew Online Blog

6.12.09

Wer dir flucht

Verbrecher müssen vor Gericht. Darüber darf es keine Diskussion geben. Und es darf auch nicht unterschieden werden, wer Unrecht begeht, seien das nun Deutsche in Afghanistan, Amerikaner im Irak, Russen in Georgien, Israelis im Gazastreifen oder Palästinenser in Israel. Kein Land, das Kriegsverbrechen in den eigenen Reihen duldet oder vertuscht, wird auf Dauer blühen. Deshalb zollen wir jedem Menschen und jeder Organisation, die dabei helfen, Verbrechen ans Licht zu bringen, unseren Respekt.

„Ich werde segnen, die dich segnen, und wer dir flucht, den werde ich verfluchen“, hatte Gott den Abram wissen lassen (1. Mose 12,3). Segnen heißt, das Gute an jemandem sehen, das Gute suchen und Gutes wünschen. Segnen bedeutet, jemanden zu würdigen. Wenn man dagegen jemandem flucht, dann sieht man das Böse an ihm, sucht und wünscht das Schlechte. Verfluchen bedeutet, jemanden zu entwürdigen.

Interessant ist in bei diesem Wort Gottes noch die Beobachtung, dass zwei im Hebräischen vollkommen unterschiedliche Worte für „Fluchen“ verwendet werden: „Wer dir flucht (Wortwurzel „qalal“), den werde ich verfluchen (Wortwurzel „arar“).“ Qalal ist „nur deklarativ“, erklärt der deutsch-jüdische Schriftausleger Benno Jacob, während arar „auch effektiv“ ist. Gott sagt dem Abram also: „Wer dir Schlechtes wünscht, den wird das Böse treffen.“

Der Goldstone-Bericht ist kein Bemühen, das Unrecht aufzudecken, das im Zusammenhang mit Israels Feldzug „Gegossenes Blei“ zum Jahreswechsel 2008/2009 im Gazastreifen begangen wurde. Sonst hätte er beide Seiten gleichermaßen kritisch betrachten müssen. Dann hätte er die seit spätestens 1948 ausgestreckte Hand des jüdischen Volkes gegenüber seinen arabischen Nachbarn und den bis heute un-verschämt ausgesprochenen Vernichtungswillen der arabischen Welt gegenüber dem jüdischen Staat nicht gleichermaßen ignoriert, – um gleichzeitig den Augenzeugen im Gazastreifen, die mehrfach in der Vergangenheit als Lügner entlarvt wurden, unkritisch Glauben zu schenken.

Wenn es Goldstone und seinen Mitarbeitern tatsächlich darum gegangen wäre, ganz unbefangen Unrecht anzuprangern, hätten sie nicht nur von Israel Reparationen für die Schäden in Gaza gefordert, sondern auch die – materiellen und psychischen – Zerstörungen auf israelischer Seite in Betracht gezogen, um von „der anderen Seite“ – seien das nun die Palästinenser, die arabische Welt oder deren Sponsoren – eine Wiedergutmachung für die Schäden auf israelischer Seite zu fordern. Aber was der Raketenbeschuss für Israel bedeutet und wie ihm effektiv Einhalt geboten werden kann, scheint die UNO überhaupt nicht zu interessieren.

Ich habe keine Sorge um Israel, weil ich weiß, dass der lebendige Gott seine Hand über dieses Volk und Land hält. Der Hüter Israels schläft und schlummert nicht! Aber ich habe Angst um die Welt, die so unreflektiert, ja dumm, den Fluch des südafrikanischen Juden Richard Goldstone unterschreibt – und gar nicht merkt, wie sie dadurch ihr eigenes Schicksal besiegelt. Wer Israel flucht, kann keinen Segen erwarten.

von J. Gerloff

4.12.09

Im Rahmen der Friedenswochen in Metzingen

Im Rahmen der Friedenswochen in Metzingen -
Vortrag von Karl-Hermann Blickle:
"Wirtschaftsethik und Globalisierung im Zeichen der Krise" am 25.11.2009 in Metzingen

Persönlicher Wahrnehmungsbericht

Der Ex-Bürgermeister von Metzingen, Dieter Feucht leitete den Abend mit einer ausführlichen Huldigung des Engagements von Karl-Hermann Blickle ein und betonte besonders dessen 2007 erworbene Otto-Hirsch Medaille. Blickle hatte sie bekommen für seine Arbeit in der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Stuttgart, sein Engagement im Verein „Alte Synagoge e. V. Hechingen“, sowie die Mitarbeit in dem Freundeskreis „Shavei Zion“. Feucht holte weiter aus, um etwas über die Geschichte Otto Hirschs zu sagen, welcher sich mit dem Aufbau des Stuttgarter Jüdischen Lehrhauses im Jahre 1926 um die Begegnung und dem Austausch zwischen Christen und Juden befasst hatte. Nach der Machtergreifung Hitlers konnte er als Gründer der Reichsvertretung der Deutschen Juden bis 1941 vielen Juden zur Ausreise aus Deutschland verhelfen. Er wurde von den Nazis 1941 in Mauthausen ermordet. Die Medaille wurde von der Stadt Stuttgart gestiftet, um Leute zu ehren, die sich um den christlich-jüdischen Dialog verdient gemacht haben.

Durch diese etwas dick aufgetragene Lobpreisung der Leistungen von Karl-Hermann Blickle in Koppelung mit der Lebensgeschichte von Otto Hirsch verschaffte Feucht dem Referent bei den Zuhörern ein Image des Kenners des Nahostkonflikts und dessen über alle Zweifel erhabenen unparteiischen und gerechten Blicks auf die Situation der beiden Völker im Konflikt. Aber was man dann im Folgenden in Blickles Vortrag zu hören bekam, ließ Fragen aufkommen, wie eine solche Aufmerksamkeit und Hingabe für Juden in Deutschland und jüdische Belange mit dieser jetzt geäußerten gnadenlos kritischen Haltung dem israelischen Staat gegenüber zusammenpassen.

Dass Herr Blickle seinem Vortrag über Wirtschaftsethik zu Beginn das Thema Nahost voranstellte und über die Hälfte der Zeit über seine Anti-israelische Sicht der Politik des Staates Israel sprach, diente dem Zweck, eine offene Diskussion mit kritischen Fragen zu diesem Thema gleich im Keim zu ersticken. Eine solche war auch während der gesamten Friedenswochen in Metzingen nicht erwünscht. Blickle machte seine einseitige, Israel beschuldigende Haltung deutlich, darüber konnten auch seine steten Betonungen, er sei ein Freund Israels, nicht hinwegtäuschen. Er machte außerdem, stellvertretend für die Veranstalter der Friedenswochen, seinem Ärger Luft, indem er betonte, dass die entstandenen Kontroversen, ausgelöst vor allem durch den Artikel von Carola Eissler, für die Ziele der Veranstalter, sich auf ihre Weise mit Friedensfindung im Nahen Osten zu befassen, nicht dienlich seien. Der Artikel und die Veranstaltungen im Vorfeld hatten zur Folge gehabt, dass viele Christen aufgeschreckt wurden, die in der immer wieder scharfen Verurteilung Israels mittels der „Mauer“ und der israelischen Politik gegenüber den Palästinensern, Antisemitismus aufkommen sahen. Und so griff er erst mal das „engagierte Pro-Israel Lager“ der evangelikalen Christen wegen ihrer uneingeschränkten solidarischen Haltung zu Israel an, und brandmarkte sie als die evangelikal-fundamentalistischen Israel Befürworter – die mit den orthodoxen religiösen fundamentalistischen Juden in Israel gleichzusetzen sind, welche den verpönten Siedlungsbau in Israel betreiben und verteidigen. Immerhin wurden die gläubigen Christen hier nicht mit den fundamentalistischen Moslems gleichgesetzt, obwohl das im Rahmen der Friedenswochen auch schon gehört worden war. Bei solchen Äußerungen zeigte sich, dass Herr Blickle, als auch die Veranstalter genau das machten, was sie der Verfasserin des Artikels, sowie auch den Kritikern ihres Programms vorwerfen: gegenseitige Schuldzuweisungen.

Reichlich anmaßend war dann die Belehrung seinerseits, wie die Freunde Israels, die ihre Solidarität durch eine Liebe und Leidenschaft zu dem Volk und dem Land ausdrücken wollen, ihre Haltung zu korrigieren haben: man soll sich „mit Israel Sorgen machen“ und „damit umgehen, was Israel an den Palästinensern versäumt“, wenn man Israels Freund ist. Abgesehen davon, dass manche Freunde Israels Herrn Blickles Ratschläge, wie mit Israel umzugehen ist, ganz bestimmt nicht brauchen, sehen die meisten das auch ganz anders. Da die Israelis die Eigenart haben, ihre eigene Gesellschaft und Politik, manchmal bis fast zur Selbstzerfleischung zu kritisieren, können sie sich sehr gut um ihre Probleme selber Sorgen machen und brauchen nicht die Besserwisser aus dem Ausland, die mit dem moralischen Finger auf sie zeigen. Gerade die Deutschen sollten sich da sehr zurückhalten. Aber wie schon mehrfach in diesen Metzinger Friedenswochen geschehen, schlägt auch Herr Blickle in dieselbe Kerbe, Israel einseitig zu verurteilen und wirft mit scharfen, nicht nachweisbaren, bzw. falschen Statements und Urteilen nur so um sich: „die rechtswidrige Besetzung Palästinas“ und „die schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen durch die Sperranlage“ sind in diesen Friedens-Kreisen zu bevorzugten Schlagwörtern geworden. Auch hier kein Wort zu den Selbstmordattentaten, kein Wort zu der Unterdrückung und Vertreibung der christlichen Palästinenser durch ihre muslimischen Landsleute.

Von der vielbeschworenen Toleranz der Veranstalter dieser Friedenswochen blieb nicht viel zu merken, denn gegen diesen zu Tage tretenden Anti-Israelismus oder gegen die zweifelhaften „Friedensabsichten“ der Abrahams Herberge waren durchweg bei allen Veranstaltungen kritische Stimmen unerwünscht. Es war erschreckend zu sehen, wie die ideologische Beeinflussung bei den Abenden auf fruchtbaren Boden fiel und die Besucher sich entsprechend konditionieren ließen.

Traurig auch, wie bei einer von Kirchen organisierten Veranstaltung der Blick auf die Bibel mit den unzähligen Voraussagen Gottes für das Volk der Juden und die eingetretenen Erfüllungen völlig außer acht gelassen und verdrängt wurde. Statt dessen schließt man sich lieber an die allseits praktizierte Handhabung des Themas, die „Kritik am Staat Israel und dessen Politik“ ohne weiteres erlaubt. Dass dabei in Kauf genommen wird, dass, wenn vielleicht auch unbemerkt, ein Nährboden für Antisemitismus bereitet wird, lässt diesen Umkehrschluss zu: „Was dem Antisemiten früher der Jude war, ist ihm heute der Judenstaat.“

11.11.09

Auf welcher Seite stehst du?

Das ist die Evangelisch-Lutherische Kirche Beit Jala. In dieser Kirche habe ich damals, im Jahr 1985 / 86 zusammen mit einer anderen Deutschen und Pfarrer Shihade die Gottesdienste für die Gemeinde gestaltet, Lieder herausgesucht und dann im Gottesdienst gesungen.


Er war ein echt netter Mensch. Alle Palästinenser, die ich kennenlernte, waren nett und haben mich gut behandelt. Meine angeheiratete Familie hat mich angenommen, hineingenommen und die herzliche Verbindung besteht bis heute.

Ich wage heute gar nicht daran zu denken, welche Lehre mich beeinflusst und welche Sichtweise ich entwickelt hätte, wäre ich jedoch in Beit Jala geblieben. Ich hätte es aber wahrscheinlich gar nicht als falsch empfunden.


Man muss ja nur verhindern, dass ein Mensch die Bibel liest, als Gottes Wort ernst nimmt und die praktische Lehre dazu bekommt. (Normal in vielen Kirchen, nicht wahr?). Dann ist er offen für alles, was die Welt an Ideologien, Lehren, politischen Ansichten und Religionen zu bieten hat. Und das Vermischen mit dem christlichen Glauben ist dann kein Kunststück mehr. Für die Christen in Bethlehem sowieso nicht. Ihre Tradition und Gemeinschaft gibt ihnen zwar Halt aber keinen wirklichen Glauben. Schon damals konnte ich sehen, das nur da, wo echter Glau
be da war, die Leute sich von ihren moslemischen Landsleuten deutlich distanzierten. Allerdings hörte ich auch niemanden Solidarität mit Israel bekunden.

Ich glaube, die palästinensischen Christen lebten und leben heute noch in einer permanenten ideologischen Zwickmühle. Ihr Ausweg: möglichst über beide Themen, die Moslems und Israel, so wenig wie möglich reden. Dann kommt man auch nicht in die Verlegenheit, sich offenbaren zu müssen. Das führte bei vielen aber auch zu einer Identitätskrise. Die Lösung daraus war: a) emigrieren, b)
sich klar auf die eine oder andere Seite schlagen. Die meisten, die im Land blieben, schlugen sich auf die andere Seite, wie man an Jadalla Shihade sieht.
Ich wäre wahrscheinlich sowohl geistlich als auch politisch in einer Grauzone steckengeblieben. Aber bei mir hatte Gott - wie an vielen Stellen meines Lebens - seine Hand im Spiel.

Dass ich aber in dieser Zeit in meiner politischen Haltung (sofern ich überhaupt eine politische Haltung hatte!) sehr pro-palästinensisch beeinflusst worden war,
lässt sich daran erkennen, dass ich in den ersten Jahren in Deutschland (ab 1989) zu pro-palästinensischen Veranstaltungen gegangen bin. Ich hatte, weil mein Leben bei den Arabern ja nicht schlecht war, meine Identität verlagert und mich ganz eins mit den Palis gefühlt. Und dass wollte ich auch zeigen. Ich war sogar bei Felicia Langers Veranstaltungen in Tübingen und habe ihr Beifall geklatscht!
Allerdings hatte ich nie eine Israel-feindliche Einstellung. Da ich mit meinem Mann sehr oft in Israel rumgereist bin, haben wir viele nette Israelis kennengelern
t.
Dennoch konnte ich in den ersten Jahren in der CGR bei Vorträgen und Predigten über Israel nur mit Unruhe zuhören und musste manches Mal vorzeitig rausgehen, weil ich die Lobhudelei, wenn von dem wunderbaren, auserwählten Volk, das die Wüste zum Blühen bringt, geschwärmt wurde, nicht ertragen konnte. Erst nach und nach fing sich mir an, das Wort Gottes zu erschließen.

Wir wurden in der Gemeinde dazu angehalten, die Bibel ganz zu lesen. Die Bibel nach Bibelleseplan in einem Jahr durch! Das blieb nicht ohne Auswirkung. Zusammen mit einer guten Auslegung bzw. Lehre hat es den Effekt, dass man die größeren geistlichen Zusammenhänge erkennt, Gottes Wort als sein Wort an uns Menschen wertet und natürlich entdeckt, was die Bedeutung von Israel ist.
Wie ich allerdings eine geradezu enthusiastische Liebe für Sein Volk bekommen habe, ist mir bis heute unerklärlich. Denn Er hat mir diese Liebe für die Juden und Israel in mein Herz gelegt.

Ich wurde verwandelt, meine Haltung um 180 ° gedreht. Dennoch, mein Herz schlägt noch immer sehr für die Palästinenser, die ich immer als liebenswürdige, warmherzig Menschen kenengelernt habe. Aber es ist mittlerweile schwer, das zu zeigen. Denn die Palis sind einfach so erbärmlich und machen alles falsch, was man nur falsch machen kann. Die Christen lassen sich von den Moslems in eine politische Haltung drängen, die Moslems werden vom Islam verkorkst, und alle lassen sich von ihren moslemischen "Brüdern" im Ausland in diesem Konflikt gängeln und missbrauchen. Sie lassen zu, dass Radikale und Korrupte das Sagen haben und haben nicht den Mut gegen die Lügen und das offensichtliche Unrecht aufzubegehren. Sie überlassen ganz Bethlehem - die berühmteste christliche Stadt der Welt - und die angrenzenden Orte den Moslems und weinen dann, weil die Israelis in die gefährliche Region keine Touristen mehr lassen wollen.

Sie lassen sich seit sechzig (!) Jahren in dreckigen Flüchtlinglagern einpferchen. Wobei es wohlhabende Palis gibt, die ihr neues komfortables Haus mitten ins Lager bauen, aber so dass es nicht gleich sichtbar ist. Die teilweise immensen sozialen Unterschiede, werden aber natürlich ungern zu Sprache gebracht. Es geht dabei ja auch nicht um Mangel an Geld, sondern um ein politisches Druckmittel der Welt gegenüber, die nicht aufhören soll, das Leid der Palästinenser zu bedauern und als Ergebnis der unmenschlichen Unterdrückungspolitik der israelischen Besatzung anzuklagen.
Diese schwache und ganz eindeutig ungerechte und nicht friedensbereite Haltung der Palästinenser, wie sie sich heute mehr und mehr zeigt, macht es mir eher leicht, meine Sympathiebekundungen für die die Palästinenser zu zügeln.
Aber ich sehe, dass es auch anders geht. Es gibt ganz wenige echte Christen, die in ihrem Umfeld das Evangelium und die Liebe Gottes verbreiten. Ohne Rücksicht auf Verluste. Man weiß nicht, wie lange noch. Sie gilt es zu unterstützen und für sie zu beten.


Wenn ich die Fotos betrachte, denke ich immer mit etwas Wehmut an die Zeit zurück, als die Lage dort noch nicht ganz so hoffnunglos war die Grenzen offen und Bethlehem, Beit Jala und Beit Sahour noch christlich waren.
Wann werden die Palästinenser zum Frieden finden? Ich denke erst, wenn sie die Bibel aufschlagen und es einsehen:
"Auch wenn ich nicht bei euch bleibe, sollt ihr doch Frieden haben. Meinen Frieden gebe ich euch; einen Frieden, den euch niemand auf der Welt geben kann. Seid deshalb ohne Sorge und Furcht!" (Jesus zu seinen Jüngern)

4.11.09

Antiisraelische Aktion in Metzingen

Anfang November beginnt in Metzingen (bei Reutlingen) eine drei-wöchige sogenannte Friedenswoche unter dem Namen: "Mauern überwinden!". Der dort ansässige Pfarrer Peter Metzger leitet und initiert diese sehr einseitige anti-israelische Aktion zusammen mit seinen ebenso einseitig eingestellten Freunden aus Beit Jala, expl. der dort ansässige Pfarrer Jadalla Shihade, die in Beit Jala die Abrahamsherberge (siehe vorangeganener post von mir: "Film über Abrahamsherberge - Beit Jala") betreiben.

Die groß angelegte Aktion mit Vorträgen, Diskussionen, Filmvorträgen und Empfängen dient dazu die Herberge in Beit Jala bekannt zu machen, Geld für diese, unter dem irreführenden Namen "Friedensarbeit", laufende Unternehmung einzutreiben und dabei mit allen Regeln der Kunst gegen Israel zu kämpfen und Israel in ein schlechtes Licht zu rücken.

Es wird der anti-israelische, antisemitische Film "The Heart of Jenin" im Metzinger Kino gezeigt. Zu diesem schreibt Ulrich Sahm: "Ein wirklich guter Film, der gewiss viele Preise erhalten wird. Aber es ist gleichzeitig ein einseitiges propagandistisches Machwerk, dazu geeignet, beim deutschen Publikum antijüdische Gefühle zu schüren."

Im Ortsblatt von Metzingen, der Südwestpresse, erschien jetzt diesbezüglich der folgende Artikel:


Ein umstrittener Einfluss


Metzinger Friedenstage im Schatten der Abrahams Herberge

"Mauern" bei den Friedenstagen.

Die Ökumenische Friedensdekade hält Einzug. Dabei geht es vor allem um den israelisch-palästinensischen Konflikt. Die Redner kommen aus dem Umfeld der Abrahams Herberge. Und die ist nicht unumstritten.

CAROLA EISSLER

Metzingen "Mauern überwinden" lautet in diesem Jahr das Thema der Ökumenischen Friedensdekade, die vom 6. bis 25. November auch in Metzingen stattfindet. Den Machern geht es darum, dem Fall der Mauer vor 20 Jahren zu gedenken und Mauern in der Welt sichtbar zu machen. Pfarrer Klaus Peter Metzger und die Mitveranstalter der Metzinger Friedenstage nehmen dies zum Anlass, um Israel und die Situation in den palästinensischen Autonomiegebieten in den Mittelpunkt zu rücken. Dabei wird der Fokus auf den seit 2002 im Bau befindlichen Schutzzaun zwischen Israel und der Westbank und auf die Mauer zwischen Bethlehem und Jerusalem gerichtet. Ein Schutz vor palästinensischen Selbstmordattentätern. Immerhin sind seit Baubeginn die Bombenanschläge in Israel um 98 Prozent zurückgegangen.

Dennoch stehen gerade bei Friedensaktivisten dieser Schutzzaun und die damit einhergehende israelische Politik in der Kritik. Metzger sieht es so: "Dass diese Mauer auf palästinensischem Gebiet steht, ist völkerrechtlich ein Skandal." Der Situation der Palästinenser in der Westbank, der israelischen Politik, den Aktionen europäischer Friedensaktivisten und der Konsequenz, die man aus dem Fall der DDR-Mauer für die israelische Mauer ziehen kann, sind die Themen in Metzingen gewidmet. Dass gerade der Nahostkonflikt thematisiert wird, ist kein Zufall. "Es bestehen eben Kontakte zu profilierten Leuten", betont Metzger.

Dabei sind es mehr als bloße Kontakte. Denn Metzger hat zum einen bereits an Friedensaktionen entlang der Mauer teilgenommen, zum anderen kommen sämtliche Gastredner aus dem Umfeld der Abrahams Herberge Beit Jala in der Westbank, in dessen deutschem Förderverein Metzger im Vorstand aktiv ist. Die Abrahams Herberge, eine Einrichtung der Evangelisch-Lutherischen Kirche, sei eine "Brücke zum Frieden" heißt es in einer Selbstdarstellung des Fördervereins. Der Pfarrer der Abrahams Herberge, die ein Gästehaus und ein Internat betreibt, ist der alte Studienfreund Metzgers aus Tübinger Tagen, Jadallah Shihadeh. Er war im Februar sogar in Metzingen und hat hier die Werbetrommel für seine Einrichtung gerührt, genau so, wie er mehr als die Hälfte des Jahres in Deutschland und Europa unterwegs ist, um Geld für sein "Friedensprojekt", wie er es selbst nennt, einzutreiben und ideologisch Einfluss auf die Meinungsbildung zu nehmen. Unterstützt vom gleichnamigen deutschen Förderverein Abrahams Herberge. Auch aus Metzingen floss Geld nach Beit Jala.

Shihadeh kommt diesmal nicht selbst zu den Friedenstagen, sondern schickt seine deutsche Ehefrau, ebenso wurde der Oberbürgermeister der Stadt Jena, der Theologe und SPD-Mann Dr. Albrecht Schröter eingeladen, der ebenfalls an den von der Abrahams Herberge initiierten Demonstrationen in der Westbank teilgenommen hat, sowie ein weiteres Vorstandsmitglied des Fördervereins Abrahams Herberge, der Unternehmer Karl-Hermann Blickle, der über Ethik in der Wirtschaft reden will.

Metzinger Friedenstage also, die im Schatten des Einflusses der Abrahams Herberge und deren politischer und ideologischer Ausrichtung stehen. Dabei sind Shihadeh und seine Einrichtung in Beit Jala selbst alles andere als unumstritten. Shihadeh spreche keinesfalls für alle palästinensischen Christen, berichtet eine Informantin, die aus Sicherheitsgründen nicht genannt werden will, gegenüber dieser Zeitung. Zwar wettere Shihadeh vollmundig gegen die israelische Politik, sage jedoch kein einziges Wort zu den islamistischen Selbstmordattentaten und der Vertreibung der Christen aus den palästinensischen Autonomiegebieten. Wohl aus Angst. "Sonst würde am nächsten Tag seine Kirche brennen."

Die Abrahams Herberge hat sich in den sechs Jahren ihres Bestehens zu einem pompösen Luxushotel gewandelt. Wenn Shihadeh mit dem Argument, die Israelis würden den Palästinensern regelmäßig das Wasser abdrehen, in Deutschland für anti-israelische Stimmung sorgt, dann können Augenzeugen nur schmunzeln. Schließlich werden auf dem dortigen Areal aufwändige Wasserspiele betrieben.

Aber es gibt noch mehr Ungereimtheiten. So nimmt Shihadeh für sich in Anspruch, in der Abrahams Herberge Christen, Juden und Muslime zusammen zu bringen. Fakt ist aber, dass Juden das Betreten der so genannten A-Zone, in der Beit Jala liegt, seitens des israelischen Staates aus Sicherheitsgründen verboten ist. In Deutschland gibt sich Shihadeh gerne als Motor der Friedensbemühungen aus, im Dialog zwischen den Religionen spielt er jedoch, auch in der Westbank, eine unbedeutende Rolle. Dazu ist die Person Shihadehs zu umstritten. Von seinen lutherischen Amtsbrüdern wird er regelrecht gemieden. Vor ein paar Jahren stand der Pfarrer sogar kurz vor dem Rausschmiss aus der Kirche. Es soll Streit um die Verwendung von Spendengeldern gegeben haben. Möglicherweise schadet Shihadeh aber auch seines luxuriösen Lebensstils wegen dem Ansehen der Kirche. An Geld scheint es in der Abrahams Herberge jedenfalls nicht zu fehlen, obwohl das Gästehaus oft leer steht. So schloss die Abrahams Herberge im August sogar vier Wochen ihre Pforten und finanzierte ihren 16 Mitarbeitern einen teuren Aufenthalt in der Schweiz.

Dennoch kann sich Shihadeh breiter Unterstützung aus Deutschland erfreuen. Da ist zum Beispiel der Jenaer Oberbürgermeister Schröter, der wie erwähnt ebenfalls nach Metzingen kommt. Er übt regelmäßig den Schulterschluss mit den Friedensaktivisten in der Westbank. So demonstrierte er diesen Sommer gemeinsam mit Metzger an der Mauer zwischen Bethlehem und Jerusalem. Mitmarschiert im Protestzug ist auch der oberste islamische Richter in den palästinensischen Autonomiegebieten, Sheikh Tayseer Tamimi. Jener Mann, der zwei Monate zuvor beim Besuch des Papstes im Heiligen Land für einen Eklat gesorgt hatte, als er bei einem interreligiösen Friedensdialog eine Hasstirade über Israel ergoss und die Christen dazu aufrief, die Muslime in ihrem Kampf gegen den jüdischen Staat zu unterstützen.

In welche Richtung die Friedenstage weisen, hat bereits ein Informationsabend vor einigen Wochen im Martinsgemeindehaus gezeigt. Dort wurde kräftig für die Abrahams Herberge geworben. Und die altbekannten anti-israelischen Klischees anhand eines Films bedient. Auch der Film "Herz von Jenin", der im Luna-Theater gezeigt werden soll, ist alles andere als unumstritten. Der bekannte Nahost-Korrespondent Ulrich Sahm spricht sogar von propagandistischem Machwerk, das beim deutschen Publikum antijüdische Gefühle schüre.

Dass im Rahmen der Friedenstage in Metzingen die von einem kommunistischen Regime errichtete innerdeutsche Mauer mit der Mauer in Israel gleichgesetzt wird, sieht man auch bei der Deutsch-Israelischen Gesellschaft in Stuttgart überaus kritisch. Der Vorsitzende Hans-Hellmut Schürholz warnt vor einfachen Slogans und einseitiger Parteinahme. "Frieden kann es nämlich nur zusammen mit Sicherheit geben." Die Veranstalter der Metzinger Friedenstage werden sich die Frage stellen müssen, ob es ihnen um objektive Informationspolitik geht oder um schlichte einseitige Verurteilung Israels.

Info

Veranstalter: AK Gentechnik-Freies Ermstal, ACK, Bündnis 90/Grüne, Café International, Evangelische und Katholische Kirchengemeinde, Baptisten, SPD, Weltladen, Familienbildungsarbeit.


Erscheinungsdatum: Samstag 31.10.2009
www.suedwest-aktiv.de/region/metzingerurachervolksblatt/metzinger_volksblatt//4699333/druckansicht.php?=