Christen und messianische Juden - Ihr Stand, ihre Probleme, ihre Wünsche, ihre Ansichten
26.12.13
Christen in den Palästinensergebieten werden bedroht
Das berichtet der Politikwissenschaftler Prof. Heinz Theisen (Köln) in der Zeitschrift „Christ in der Gegenwart“ (Freiburg). Besonders schwer haben es nach seinen Angaben die zahlreicher werdenden Evangelikalen im Heiligen Land. Nicht nur ehemalige Muslime, die den christlichen Glauben angenommen haben, würden mit dem Tode bedroht, sondern auch ihre Missionare. Theisen: „Während die traditionellen Kirchen eine Art Bestandsschutz genießen, können die Evangelikalen darauf nicht vertrauen." Einer ihrer Pastoren im Raum Bethlehem erhalte ständig Morddrohungen.
Bevölkerungsanteil der Christen sinkt drastisch
Der Anteil der Christen unter den Palästinensern ist laut Theisen drastisch gesunken. Um 1900 seien noch etwa 30 Prozent der Palästinenser Christen gewesen. Heute stellten sie nur weniger als 1,4 Prozent der Bevölkerung. Im früher christlich geprägten Bethlehem sei ihr Anteil von 80 Prozent auf 28,2 Prozent gesunken und im gesamten Distrikt einschließlich der Flüchtlingslager auf 12,7 Prozent. Diese Zahlen erklärten sich nicht einfach aus der israelischen Besatzung. Vielmehr müsse man sie im Rahmen des Auszugs der Christen aus dem gesamten Nahen Osten sehen.
Belohnung: Toleranz und Respekt
In Bethlehem spiegele sich die Vielfalt des Christentums. Dazu gehörten orientalisch orthodoxe Kirchen, katholische Kirchen des Ostens sowie evangelische Kirchen und freikirchliche Vereinigungen. Sie lebten trotz einer „oft mangelnden Solidarität“ nebeneinander.
Auch für das Zusammenleben mit Muslimen gebe es Spielregeln. Dabei spiele Bethlehem eine Sonderrolle. Die Pilger und Touristen böten auch Muslimen ein Einkommen. Christen würden mit Toleranz und Respekt belohnt.
Im Gaza-Streifen gelte dies für die etwa 3.000 Christen unter 1,5 Millionen Muslimen nicht. Schon Schulkinder würden auf den islamischen Kurs eingeschworen; Mädchen müssten in der Schule islamische Kleidung tragen.
Palästinenserstaat wäre „katastrophal“
Nach Theisens Einschätzung wäre der von den Palästinensern geforderte eigene Nationalstaat für die Christen „katastrophal“. Die Machtkonflikte zwischen Säkularisten und Islamisten, die bisher durch die Teilung von Westjordanland und Gaza eingedämmt würden, würden dann ungebremst ausgetragen. Die internationalen Hilfen würden zurückgehen, und der Staat wäre – so Theisen – „mangels jeder Kontrolle noch korrupter als die Autonomiebehörden“.
Sein Fazit: „Je mehr die Nationalstaaten im Nahen Osten in inneren Bürgerkriegen zerfallen, desto vorsichtiger sollten die Palästinenser bezüglich ihres eigenen Staates sein.“
idea
25.2.08
Palästinensische Christen in ständiger Angst
Niemand bekannte sich zu diesem Angriff, wenngleich die Fatah die Hamas der Tat beschuldigte. Die Hamas jedoch bestritt die Verantwortung dafür und verurteilte gleichzeitig die Attacke. In der Zwischenzeitlich haben vertrauliche Quellen in Gaza der Jerusalem Post aufgedeckt, dass der Angriff eine Reaktion auf die wiederaufgelegten Mohammed Karikaturen in dänischen Zeitungen war. Die vermutete Motivation hinter dem Angriff und die Tatsache, dass es nicht groß in den Zeitungen kam, zeigt deutlich, in welch trostloser Lage viele Christen sind, die in den palästinensischen Gebieten wohnen.
Lediglich etwa 3.500 Christen, hauptsächlich griechisch-orthodoxe, leben im Gazastreifen. In den letzten zwei Jahren haben vor allem Al-Kaida nahestehende Extremisten-gruppen sich zu Anschlägen gegen Christen, sowohl Personen wie auch Institutionen, bekannt, und zwar mit den erklärten Ziel, die Christen aus Gaza zu vertreiben. Sollte die Attacke auf das YMCA Gebäude letzte Woche tatsächlich nur durch die dänischen Gewaltwelle wegen der Karikaturen ausgelöst worden sein, dann wird einem klar, wie heikel die Situation für die Christen ist und dass sie nicht tun können, die Gewalt zu verhindern. Das YMCA ist auch für Moslems zugänglich und enthält eine Schule, eine Sport Club und einen Gemeinschaftsraum. Aber nicht was die Christen tun, sondern ihre bloße Anwesenheit ist den gewalttätigen Jihad Islamisten ein Dorn im Auge. Wen wundert es, dass Christen in solch einer Situation ans Auswandern denken? Wer könnte sie dafür verurteilen, wenn sie alle wegziehen würden?
Und wenn Christen im Gazastreifen bleiben, wer wird über ihr Schicksal berichten, wenn es doch keine freie Presse in diesem von Hamas regierten Landstrich gibt? Ausländische Reporter, die etwas berichten wollen, kennen nicht die Umgebung, nicht die Sprache und die entscheidenden Personen und werden durch „Überwacher“ daran gehindert frei zu recherchieren. Aber selbst dann bekommen sie von den Christen vor Ort oftmals von sehr guten Verhältnissen zu hören und wie friedlich sie angeblich mit der moslemischen Nachbarschaft leben. Um keine Probleme mit den Jihad Extremisten zu provozieren, schweigen sie lieber. Und so geht es weiter: Nachrichten über Übergriffe auf Christen tröpfeln nur ins Netz, gehen aber schnell vorüber, wenn sie überhaupt wahrgenommen werden. Und die Christen in Gaza und der West Bank versuchen einfach nur ruhig und unauffällig zu leben und wissen nie, wann die Gewalt wieder vor ihrer Türe landet. Es ist ein schreckliches Leben, umso mehr, dass es so wenige interessiert und kümmert.
aus: Father Raymond J. De Souza, National Post (Dienstag, 19.02.2008)
Bild 1: Jugendliche im YMCA vor der Zerstörung
Bild 2: Bethlehem
16.2.08
Und du, Bethlehem Efrata
Erst kürzlich berichteten mehrere israelische Tageszeitungen von christlichen Familien in Bethlehem, die ihr Schweigen brechen und offen aussprechen, wie sehr sie unter der moslemischen Verfolgung in ihrer einst christlichen Stadt leiden. In den letzten Monaten häufen sich Übergriffe moslemischer Palästinenser auf christliche Palästinenser.Die christlichen Familien haben bereits Hilfegesuche an den Vatikan, an Kirchenoberhäupter, an den Vorsitzenden der palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas, und sogar an europäische Regierungen gerichtet, stoßen aber stets nur auf taube Ohren. Bislang haben die Christen aus Angst vor Vergeltung nicht die Öffentlichkeit gesucht, denn wen Moslems als „israelfreundlichen Kollaborateur“ ausmachen, lebt gefährlich.
- Das schmerzt mich sehr. Ich habe längere Zeit in Bethlehem gelebt, der christlichsten Stadt überhaupt und die Gott namentlich in seinem Wort hervorhebt, weil sie auserkoren ist, die Geburtsstadt unseres Herrn Jesus Christus zu sein.
Und seit Generationen haben die Christen dort gelebt (in der Mehrheit!) und haben die heiligen Stätten gepflegt und die Traditionen gewahrt - nicht dass ich darauf so großen Wert legen würde, aber schließlich ist doch Verpflichtung mit dem Namen verbunden und Besucher, Pilger und Interessierte kommen aus aller Welt in diesen kleinen Ort. Mittlerweile ist er nicht mehr so klein, leider gibt es keine zuverlässigen Angaben über die Bevölkerungszahl und die Anzahl der Christen. Aber die Christen sind in der absoluten Minderheit. Sukzessive übernehmen die Moslems das Land, die Wirtschaft und die Gesellschaft in den ganzen Ortschaften Bethlehem, Beit Jala, Beit Sahour und vertreiben die Christen in der oben beschriebenen gewaltsamen Weise.
Ich werde für die Christen im ganzen Westjordanland und im Gazastreifen beten, damit die die noch da sind, den Mut haben zu bleiben. Denn die Christen haben die friedenbringende Botschaft von Jesus Christus weiterzugeben. Das ist die Botschaft für alle Menschen in der ganzen Welt: Vergebung, Erlösung und Frieden.
Und du, Bethlehem Efrata, das du klein unter den Tausendschaften von Juda bist, aus dir wird mir der hervorgehen, der Herrscher über Israel sein soll; und seine Ursprünge sind von der Urzeit, von den Tagen der Ewigkeit her.
30.1.08
Religiöser Zwang im Gazastreifen
„Frauen scheinen in einer besonders verwundbaren Situation zu sein und tragen die Hauptlast des religiösen Eifers. Ich wurde über Fälle von Ehrenmorden informiert, die im Namen der Religion ungestraft ausgeführt werden“, so Jahangier in ihrem Bericht. „Uns vorliegenden Berichten zufolge fühlen Frauen im Gaza-Streifen in letzter Zeit, dass sie einem Zwang zur Verschleierung unterliegen.“
Die Studentin Sahar aus Beit Hanoun berichtet, wie Studenten der Universität Al-Azhar in Gaza-Stadt, mehr und mehr bodenlange Gewänder tragen und manche ihr Gesicht verschleiern. Von einem weltoffenen Studium kann keine Rede mehr sein, seit die Hamas regiert.
Im Zusammenhang mit ihrer Reise durch Israel äußerte die UN-Gesandte auch Kritik an der jüdischen Orthodoxie in Israel, erkannte aber an: „Während meiner Gespräche mit Angehörigen religiöser Minderheiten in Israel haben meine Gesprächspartner im Großen und Ganzen bestätigt, dass es keinerlei religiöse Verfolgung von Seiten des Staates gibt. Innerhalb der israelischen Demokratie möchte ich die wichtige Rolle hervorheben, die der Oberste Gerichtshof in der Vergangenheit gespielt hat und für die Sicherung von Religions- oder Glaubensfreiheit spielen kann.“
19.6.07
Christen im Gazastreifen
Der Kopf der Bewegung „Jihadia Salafiya“ hat dabei betont, dass Christen von nun an nur dann sicher in Gaza leben könnten, wenn sie das islamische Gesetz akzeptieren. Darin eingeschlossen sei etwa das Verbot von Alkohol und die Kopftuchpflicht für Frauen. Wörtlich verkündete Abu Saqer: „Ich erwarte von unseren christlichen Nachbarn, dass sie verstehen, dass die neue Hamas-Herrschaft einen radikalen Wandel bedeutet. Sie müssen bereit sein für die islamische Herrschaft, wenn sie weiterhin in Frieden in Gaza leben wollen.“
Abgesehen von der christlichen Missionierung führt der radikal-fundamentalistische Muslim auch einen Feldzug gegen westliche Vergnügungseinrichtungen: „Auch die Aktivitäten von Internetcafés, Billardhallen und Bars müssen gestoppt werden. Wenn es weitergeht, werden wir diese Dinge mit aller Härte angreifen.“
(Yedioth Ahronot, 19.06.07)
Ein hochrangiger Islamist aus dem Gazastreifen hat gegenüber WND geäußert, dass Christen dort weiterhin nur sicher leben könnten, wenn sie die islamischen Gesetze beherzigen würden, darunter das Alkoholverbot und Kopftuchpflicht für die Frau. Das Hamasmitglied erklärte, dass mit Christen, die in Gaza in missionarischen Tätigkeiten verwickelt seien, hart ins Gericht gegangen werde. Die Drohungen gegen die christliche Minderheit wurden nur zwei Tage nach der Verwüstung einer christlichen Schule und einer Kirche in Gaza ausgestoßen. In unserer neuen israel heute Ausgabe haben wir für Sie einen Pastor aus Gaza befragt und mit dem Direktor der Bibelgesellschaft in Israel und den palästinensischen Gebieten, Labib Madanat, gesprochen, der den Gläubigen weltweit ans Herz legt, für Gazas Christen ins Gebet zu gehen. Anders als die Christen im so genannten Westjordanland konzentrieren sich die Gläubigen in Gaza mehr darauf, was Gottes Wille für sie in ihrer Situation ist. Das Gespür dafür, wie sehr sie einer totalen Abhängigkeit vom Herrn bedürfen, ist viel ausgeprägter.
