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8.3.13

Heuschrecken - die Plage

Das stand im SpiegelOnline: 

Ausgerechnet kurz vor dem Pessach-Fest, mit dem die Juden die Flucht aus der ägyptischen Gefangenschaft feiern, drohten Heuschrecken in den Süden Israels einzufallen


Das Timing war offenbar zu passend, um Anspielungen auf die Bibel gänzlich zu unterlassen: Vor dem Exodus der Juden brachen laut der Bibel zehn Plagen über Ägypten herein, und die achte bestand aus: Heuschrecken.

Eine solche Plage biblischer Ausmaße blieb den Israelis jetzt erspart - denn moderne Gegenmittel hatten offenbar Erfolg. Am Mittwochmorgen wurde der Schwarm, der in der Nacht rund acht Quadratkilometer Wüstenboden bedeckt haben soll, aus der Luft und vom Boden aus mit Gift besprüht.
So sollten den Heuschrecken der Garaus gemacht werden, noch bevor der Morgentau von ihren Flügeln verschwunden war und sie weiter Richtung Osten gelangen konnten. Die Aktion ist offenbar gelungen: Wie das israelische Landwirtschaftsministerium und lokale Medien berichteten, konnte die Zahl der Heuschrecken deutlich gesenkt werden. Das Ministerium hatte zuvor eine Warnung ausgegeben; Landwirte im Süden Israels hatten um ihre Ernten gebangt.
Eine völlige Entwarnung gab es allerdings noch nicht. 


Der Schwarm entstand laut FAO im Südosten Ägyptens im Grenzgebiet zum Sudan und zog am Roten Meer entlang bis nach Kairo. Von dort aus trugen ihn östliche Winde über die Sinai-Halbinsel in Richtung Israel.

6.3.13

Heuschrecken

Riesige Schwärme mit Millionen Heuschrecken haben erst Ägypten überfallen und den Himmel über Kairo geschwärzt. Jetzt wird die Bevölkerung von Saudi Arabien vor der Ankunft von 800 Millionen Heuschrecken gewarnt. Die 2 Gramm schweren Insekten fressen sie alles, was grün ist und vernichten ganze Ernten. 

Schon in der Bibel werden Heuschrecken in Ägypten während des Auszugs der Kinder Israel unter Moses als „achte Plage“ beschrieben. Experten in Israel erklärten, dass jedes Tier pro Tag Grünzeug entsprechend seines eigenen Körpergewichts frisst. Das mag nicht viel sein. Aber wenn Millionen Heuschrecken einfallen, werden ganze Landstriche kahlgefressen

Im Jahr 2004 sind nach Angaben der UNO-Ernährungsorganisation (FAO) 38 Prozent der Ernten in Ägypten aufgefressen worden. Früher haben die Menschen mit Kochtöpfen getrommelt oder Reifen verbrannt, um die Tiere mit Krach und Rauch zu verscheuchen. Doch diese Methode erwies sich als wenig wirksam.
Die Heuschrecken verschmähen Dattelpalmen und Olivenbäume. „Das mag der tiefe Grund sein, weshalb ausgerechnet Datteln und Oliven im Heiligen Land seit Jahrtausenden überlebt haben“, erklärte ein Experte von der Tel Aviv Universität. 


Ausläufer der Heuschrecken-schwärme von Ägypten haben inzwischen die Sinai-Halbinsel überquert und den Gazastreifen sowie das „okkupierte Palästina“ erreicht, wie ein Nachrichtendienst der arabischen Emirate berichtete. Gemeint ist Israel, wo Flugzeuge bei Nitzana bereit stehen, um die Vielfresser mit Pestiziden zu besprühen und zu töten.
Ein israelischer Experte erklärte im Fernsehen, dass die Heimat der Heuschrecken im Sudan liege. Sowie es wegen starker Vermehrung zu einer „Überbevölkerung“ komme, entstünden die riesigen Schwärme. Die ließen sich vom Wind nach Ägypten und andere Länder des Nahen Ostens tragen. Auf dem Weg richten sie Millionenschaden an.
 

Schon im November habe die UNO Ägypten vor einer bevorstehenden Heuschreckengefahr gewarnt und geraten, die Brutstätten mit Pestiziden zu bekämpfen. Doch in Kairo habe man die Warnungen der UNO als „Gerüchte“ und „Kritik am ägyptischen Regime“ in den Wind geschlagen.
In Saudi Arabien wurde die Bevölkerung davor gewarnt, die Heuschrecken zu essen, weil sie in Israel „vergiftet“ würden.
Bei Saudis und Jemeniten gelten Heuschrecken als Delikatesse. Der größte Heuschreckenbasar in Saudi Arabien befindet sich in Buraydah, wo trotz der Warnungen des Landwirtschaftsministeriums lebende Heuschrecken in 5-Kilo Säcken für 80.- Euro verkauft werden. Sie werden in Wasser eingelegt, einige Tage lang an der Sonne getrocknet, in der Pfanne gebraten, gesalzen und schließlich „wie Nüsse“ gegessen.

Bei einer Fernsehdebatte zu Heuschrecken erzählte der bekannte israelische Chefkoch Israel Aahroni, dass er demnächst an einer Tagung in London über die kulinarische Verwertung von Heuschrecken, Käfern und anderen Insekten teilnehmen wollte. Diese im Westen verschmähten Tiersorten gebe es in riesigen Mengen. Sie seien sehr gesund und könnten der von Hunger bedrohten Menschheit Eiweiss liefern. Im Fernen Osten würden Skorpione und andere Insekten gegrillt auf öffentlichen Märkten angeboten.

Ulrich W. Sahm