17.4.14

Das ganze Land steht Kopf

Ein Interview mit Ulrich Sahm (Israel-Korrespondent)

 

Dieses Jahr begehen die Christen von Ost- und Westkirche die Karwoche, die Juden feiern Pessach. Der Journalist Ulrich Sahm ist in Jerusalem und berichtet im domradio.de-Interview vom Ausnahmezustand.


Hier das Interview anhören:




domradio.de

15.4.14

Wie manche Juden Christen sehen

„Schlimmer als Muslime“

„Und du bist tatsächlich Christ?“ Die junge Frau starrt mich mit ungläubigen Augen an. An ihrem langen bunten Rock und dem kunstvoll um den Kopf gebundenen Leinentuch ist sie deutlich als religiöse Jüdin zu erkennen.

Schauplatz ist der Busbahnhof in Jerusalem. Bevor ich zu meinem Termin fahre, hole ich mir noch ein Stück Pizza und bleibe in dem Schnellimbiss sitzen. Die Frau setzt sich neben mich. Sie ist hochschwanger und sicher nicht älter als 24. Wir teilen unser Pizza-Gewürz und kommen ins Gespräch. Sie erzählt mir, dass sie seit einem Jahr verheiratet ist und außerhalb von Jerusalem wohnt, „in einer Siedlung, die von arabischen Dörfern umgeben ist“.


Ihre Reaktion erinnert mich an die Gesichter mancher, vor allem religiöser, Juden, wenn sie hören, dass ich für einen „Christlichen Medienverbund“ arbeite. „Ach, dann bist du gar keine Chilonit, keine säkulare Jüdin?!“ Würde ich sagen: „Ich bin Terrorist“ – das in ihrem Gesicht zu lesende Unbehagen könnte nicht größer sein. Mein Bekenntnis scheint wie eine Drohung zu klingen. Normalerweise tauscht man nach so einer „Offenbarung“ die üblichen Höflichkeitsfloskeln aus und verabschiedet sich. Die Jahrhunderte lange Verfolgung durch Christen steckt tief im Bewusstsein religiöser Juden.

„Bei Nonnen und Priestern schaue ich weg“

Doch Moriah wendet sich nicht ab. Das Interesse der hübschen Frau mit den feinen Gesichtszügen scheint geweckt. Sie stellt viele Fragen und erklärt nach anfänglicher Skepsis: „Ich habe mich noch nie mit einem Christen unterhalten. Wenn ich in die Altstadt, zur Klagemauer, gehe, schaue ich immer weg, wenn ich Christen sehe. Besonders bei Nonnen und Priestern.“ Die hätten einen bösen Geist. Moriah hält ihre Hand vors Gesicht, der Ekel ist ihr anzusehen.


Die Tochter eines Rabbiners scheint überrascht, dass sie sich mit mir normal unterhalten kann: „Aber du bist ganz freundlich.“ Ich kontere: „Die Nonnen sind es sicher auch. Aber du hast ihnen noch nie eine Chance gegeben.“ Das stimmt, sagt sie. Hätte sie gewusst, dass ich aus Deutschland komme und Christ bin, hätte sie sich ja auch nicht neben mich gesetzt, geschweige denn, ein Gespräch mit mir begonnen.

Sie fragt, wo ich hinfahren möchte, und als ich ihr erzähle, dass ich in ein muslimisches Dorf fahre und mit den Bewohnern Arabisch spreche, ist sie erstaunt: „Ich habe mich auch noch nie mit einem Muslim unterhalten.“ Nach einer kurzen Pause fragt sie neugierig: „Wie sind die denn so?“ Ich frage sie, wem sie lieber begegnen würde, einem Christen oder einem Muslim. Die Antwort kommt prompt: „Wenn ich die Wahl hätte? Natürlich dem Muslim. Christen sind doch viel schlimmer als Muslime.“

Moriah ist erstaunt, als ich sage, dass der Glaube an Gott auch für mich eine große Rolle spielt: „Ja, aber welche denn?“, fragt sie: „Du siehst aus wie eine Frau, die nicht an Gott glaubt – du trägst Hosen und hältst nicht die Gebote. Ich hingegen richte meinen gesamten Tagesablauf auf Gott und seine Gebote aus.“ Ich erzähle ihr, dass auch ich mich an biblische Gebote halte und dass ich vor allem meine Gedanken davon bestimmen lassen möchte. Aber irgendwie erscheinen mir alle meine Erklärungsversuche banal. Sie ist so viel frömmer …

Nach der Pizza zieht sie ihr kleines Gebetsbüchlein aus der Tasche und liest den Segen, der zu einem Teiggericht gehört. In meinem stotternden Hebräisch darf ich mit ihr lesen. Bei meinem Lesetempo dauert der Segen mehrere Minuten, doch sie ist eine geduldige Lehrerin.

Als wir uns verabschieden, sind eineinhalb Stunden vergangen. Moriah gibt mir ihre Telefonnummer und stellt fest: „Dieses Treffen war ein Geschenk des Himmels.“ Ich warte auf den nächsten Bus und wünsche mir, dass die Gottesbeziehung auch in meinem Leben sichtbarer wird, dass wir Christen insgesamt gottgefälliger leben. Sodass Menschen wie Moriah irgendwann antworten werden: „Wem ich lieber begegnen würde? Natürlich dem Christen!“

Aus: nai - Israelnetz.com

14.4.14

Freiheit der Religion in der Palästinensischen Autonomie - wie es bei der Konferenz "Christ at the Checkpoint" gesehen wird

Freiheit in Palästina? Vielleicht nicht

Ein Thema der dritten „Christ at the Checkpoint“-Konferenz, die im März 2014 in Bethlehem stattfand, war, dass palästinensische Christen mit der moslemischen Mehrheit in ihrer Gesellschaft angeblich gut zurechtkommen, aber die israelische „Unterdrückung“ ihnen Probleme beim Ausleben ihres Glaubens bereitet. 

Die Organisatoren der Konferenz waren derart auf diese Argumentation fixiert, dass sie sich hinreißen ließen, einen Treueschwur auf die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) zu leisten und deren Hymne sangen.

Die Probleme der christlichen Gemeinde auf die „israelische Besatzung“ zu schieben, ist jedoch absolut falsch. Wie die Internationale Christliche Botschaft Jerusalem berichtete, ergab die letzte britische Volkszählung von 1948 etwa 30.000 christliche Araber in Jerusalem, während die erste israelische Volkszählung in Ost-Jerusalem von 1967 nur 11.000 vorfand. Fast zwei Drittel der christlichen Einwohner haben in der Zeit unter jordanischer und damit moslemischer Hoheit die Stadt verlassen. 

Viele christliche Araber fühlen sich jedoch nicht diskriminiert. „Gesetze diskriminieren keine Mitglieder der palästinensischen Gesellschaft“, sagte Dimitri Diliani, ein christlicher Sprecher der Fatah, welche die Regierung der PA stellt. „Praktisch existiert allerdings Diskriminierung, aber nur auf persönlicher Ebene, und zwar viel weniger als in anderen Demokratien. 

Palästina ist die Wiege des Christentums.“ Diliani rühmte „den toleranten Charakter des palästinensischen Volkes“. Christen und Moslems kämen in der Gegend gut miteinander zurecht.

Aber nicht alle stimmten ihm zu. Waleed Al Husseini ist ein palästinensischer Blogger, der als Moslem aufwuchs, sich heute jedoch als Atheist bezeichnet. Al Husseini erzählte IsraelHeute, dass es nicht ganz so einfach sei. „Obwohl es stimmt, dass Christen ihre Religion ausüben dürfen und zur Kirche gehen können, sind sie vielen Restriktionen ausgesetzt“, erläuterte er. 

„Das Bildungssystem zwingt auch christliche Schüler, den Koran zu lernen, auch solche Passagen, die andere Religionen als minderwertig beschreiben.“ 

Diliani besteht jedoch darauf, dass „der palästinensische Lehrplan von einem Komitee ausgearbeitet wurde, an dem auch Christen beteiligt waren.“ Deswegen sei es unverdächtig, Hass gegen Christen zu schüren. Al Husseini meint, dass Christen wie Diliani die Realität leugnen, weil sie Angst haben: „Jeder weiß, dass man die PA nicht kritisieren darf. Es ist viel bequemer, für alles Israel die Schuld zu geben. Leute, die diese Regel brechen, werden am Ende beschuldigt, mit dem Feind zusammen zu arbeiten.“ 


Der Blogger hatte am eigenen Leibe zu spüren bekommen, von welcher Sorte die Freiheit der palästinensischen Demokratie ist. „Ich war zehn Monate im Gefängnis, da bin ich physisch und psychisch gefoltert worden.Und das nur, weil ich gegen den Islam gesprochen und mich für einen Atheisten erklärt habe“, sagte Al Husseini. „Anfangs war es meiner Familie egal, ob ich bete oder Fastentage halte. Aber als ich dann inhaftiert war, kritisierten sie mich.“ Er ist sich sicher, dass die Veränderung bei seiner Familie von Angst motiviert war. 

Während Diliani behauptet, dass die palästinensische Gesellschaft tolerant gegenüber anderen Glaubensrichtungen und Weltanschauungen sei, wendet Al Husseini ein, dass er immer noch Droh E-Mails bekomme, weil er vom Islam abgefallen sei. Damit ist er nicht allein: „Drei Freunde von mir, aus Qalqilya (einer Stadt im Westjordanland), wurden verdächtigt, Atheisten zu sein. Sie bekamen Drohungen von der Hamas und von der Hizbul Tahrir. Sie gingen zur Polizei. Dort hat man ihnen nur geraten, ihre atheistische Lebensweise aufzugeben, da sie sonst verhaftet würden.“
 
Anhänger der radikalen, religiösen Partei Hizbul Tahrir demonstrieren in der West Bank


Al Husseini versteht nicht, dass die Palästinensische Autonomie einen eigenen Staat fordert, obwohl sie nicht einmal Willens ist, grundlegende Menschenrechte zu garantieren.„ Die PA versucht, die Welt zu überzeugen, dass sie Freiheit (von Israel) will, aber wenn dies wirklich so wäre, hätten sie mich nicht eingesperrt“, unterstrich er. „Sie lügen über meinen Fall, um internationale Anerkennung zu bekommen und ihre politische Agenda voranzutreiben. Genauso lügen sie über die Gleichberechtigung der Christen.“

Aus: IsraelHeuteMagazin

7.4.14

Ein stolzer arabischer Zionist

Muhammad Zoabi, 16, ein arabischer Muslim aus Nazareth bewegt die Gemüter in arabischen Kreisen in negativer Weise, in jüdischen dagegen in ausgesprochen positiver Weise.


Er gab in einem Interview nämlich an, dass er ein Zionist sei und den Staat Israel liebe. "Ich glaube wirklich, dass ich Glück habe - als Araber, als Mensch und als Nahostler - in diesem winzig kleinen Stückchen Land geboren worden zu sein!", sagte er. Dabei zeigt er durch das Fenster von dem israelischen Ort Massad, wo sein Interview stattfindet, auf die Golan Höhen und merkt an, wie schlimm das Leben jenseits dieser Grenze für die Syrer doch ist.

Muhammads begeisterter Zionismus wirkt um so mehr verblüffend angesichts der Tatsache, dass er mit der Anti-Zionistin (Knessetmitglied) Hanin Zoabi von der arabisch-nationalen Balad Partei verwandt ist.  

 
 
"Die Menschen in Syrien werden getötet weil sie Freiheit wollen", sagte Muhammad, "aber in Israel", erklärte er der Interviewerin Susan Deane Taylor-Gol, "leben wir in Freiheit, Freiheit ist unser Leben! Niemand kann uns unsere Freiheit nehmen. Wir sind die Hoffnung für diese Region. Ich glaube, dass wenn die Syrer und die Ägypter, die Libanesen und die Jordanier und alle unsere Nachbarn echtes demokratisches Leben haben möchten, sollten sie zu uns kommen, und sie sind mehr als willkommen!"

Zoabi erklärte, dass es nicht leicht ist ein muslimischer Zionist zu sein. Er sagte, dass "die schlechten Seiten der arabischen Kultur die Kontrolle in der Gesellschaft übernommen haben, dass er mehrmals für seine Sichtweise angegriffen worden ist und dass einige Leute ihn als Verräter beschimpfen, oder sogar als einen Juden." Er fügt mit einem Lächeln hinzu, dass er es gar nicht verstehen kann, wie mache das Wort "Juden" als Beleidigung sehen können, wenn die Juden doch erst vor kurzem aus einer Situation hervorkamen, wo sie erbarmungslos abgeschlachtet wurden, in die, in der sie jetzt sind, "eine der klügsten und stärksten Nationen der Welt." 

Als jemand der keine halben Sachen macht, erklärte er, dass Israel seine arabischen Bewohner zwingen sollte, zum Militär zu gehen oder als letzte mögliche Alternative wenigstens in den Staatsdienst. "Und ich bin auch sicher, dass die meisten Juden uns akzeptieren würden", fügte er hinzu, "weil die Juden nämlich eine großartige Nation sind und sie anerkennen andere immer, einfach immer!"

Die Abgeordnete Hanin Zoabi reagierte auf Muhammads pro-israelische Facebook Seite und sein Video mit den Worten: "der Staat Israel hat ihn Gehorsam gelehrt. Manchmal identifiziert sich der Unterdrückte mit dem Unter drücker, weil ihm Stolz und politische Erkenntnis fehlt."
Muhammad bleibt von solchen Äußerungen unbeeindruckt und schwört, "zu dem jüdischen Volk zu halten bis zum letzten Tag meines Lebens."

Arutz Sheva

31.3.14

Christen in Israel zur EU: "Tut etwas gegen die ethnische Säuberung von Christen in arabischen Ländern!"

150 christliche Bürger Israels haben am 23. März vor der Versammlung der EU-Delegation in Tel Aviv gegen das anhaltende Schweigen der EU bezüglich der - wie sie es nennen - ethnischen Säuberung von Christen im ganzen Nahen Osten demonstriert. 

von Aryeh Savir (23. März 2014)

Die Demonstranten forderten, dass die EU ihren eigenen Ruf nach Menschenrechten ernst nehmen und für die Christen im ganzen Nahen Osten kämpfen soll, die überall, außer in Israel, bald verschwunden sind. 
Pater Gabriel Nadaf, ein griechisch-orthodoxer Priester aus Nazareth, ein starker Verfechter für das Eintreten der christlichen Araber in die israelische Armee, forderte, dass die Angriffe auf Christen gestoppt werden müssen und dankte Israel dafür, eine warmherzige Heimat für Christen zu sein.

Shadi Halul, Sprecher der "Christian Lobby" (CL), die den Protest organisiert hatte, sagte: "Wir waren Zeuge wie in der Vergangenheit die Welt schwieg, als sechs Millionen Juden abgeschlachtet wurden. Hier in Israel, wo wir Freiheit des Glaubens, Schutz und ein normales Leben genießen dürfen, wollen wir aufstehen und es hinausrufen und an die EU appellieren, die Menschenrechte in Israel und in der ganzen Welt zu sichern. Tut etwas und wiederholt nicht die Fehler der Vergangenheit! Wir erhalten ständig Berichte von unseren christlichen Geschwistern überall in Nahost, in denen sie um Hilfe flehen und uns um unseren Status als israelische Bürger beneiden."

Foto: IsraelHeute
Die Woche zuvor hatte die "Christian Lobby" einen Brief an den EU Botschafter in Israel und 18 andere westliche Botschafter gesandt, indem sie gegen ihre Untätigkeit protestierten. "Wir, die Mitglieder der "Christian Lobby" in Israel fanden es an der Zeit, uns mit einem Aufschrei an Sie zu wenden und die Menschenrechts- und Bürgerrechtslage unserer christlichen Brüder im gesamten Nahen Osten zu beklagen. Die Metzelei, Verfolgung, Diskriminierung, Apartheid, ethnische Säuberung und sonstigen Verbrechen, die gegen die einheimische aramäischen und christliche Bevölkerung im Nahen Osten, in Ägypten, Syrien, Irak, Gaza, Libanon und der Palästinensischen Autonomie und vielen anderen begangen wurde und ohne jegliches Eingreifen der westlichen Länder weiter begangen wird," heißt es in dem Brief.

In dem Brief wird von der EU gefordert, dass sie etwas unternimmt. "Wir wenden uns an Sie, als Repräsentant der westlichen Länder, die die Werte der Rechte der Menschen und Bewohner auf ihrer Flagge eingraviert haben. Steht auf und greift ein! Beweisen Sie den Hingemordeten und den Verfolgten und auch sich selbst, dass Sie für diese Werte stehen und handeln Sie dementsprechend und zwar voll und ganz und nicht nur halbherzig."

Und dann greifen sie die EU wegen ihrer Doppelmoral bezüglich Israel an. "Dieses Fehlen eindeutiger Schritte durch die europäischen und westlichen Länder und das Andauern dieses grauenvollen Zustands verblasst im Gegensatz zu den Doppelstandards und der Heuchelei Europas und des Westens gegenüber Israel, dem jüdischen und demokratischen Land, welches Religionsfreiheit, Menschenrechte und Verteidigung für jede religiöse und ethnische Minderheit bereitstellt. Es gibt keinen Zweifel darüber, dass im Nahen Osten der sicherste und freieste Ort für Christen sowie auch für andere Minderheiten der Staat Israel ist ... das Ausbleiben jegliches Einsatzes für Christen in den arabischen Ländern im Nahen Osten, stellt die Aufrichtigkeit der Erklärungen und Absichten Europas und des Westens bezüglich Menschenrechte und Menschlichkeit in Zweifel. Es scheint sogar, dass der Umgang mit Israel die Fehler des Westens im Nahen Osten zudecken soll, Fehler, die die Verbrechen und Grausamkeiten gegen Christen fortdauern lassen."

Von hier aus, von dem Staat Israel aus, einem Staat, der von einem Volk gegründet wurde, das verfolgt und gemordet wurde, während die Welt dabeistand und zuschaute, rufen wir, die Mitglieder der "Christian Lobby" aus: "Nicht mehr!", wir wollen nicht mehr schweigen. Keine Preisgabe von Christen mehr im Nahen Osten. Keine Doppelmoral und Heuchelei mehr. Und "JA" zum Ergreifen von Maßnahmen für die verfolgte christliche Minderheit.

Wir fordern die Einmischung Ihres Landes, um die ethnische Säuberung, die gegen das östliche christliche Volk in den arabischen Ländern und im Nahen Osten begangen wird, zu stoppen," heißt es am Ende in dem Brief.

Eine kürzlich veranstaltete Studie warnt davor, dass Christen in den biblischen Kernländern des Nahen Ostens von der völligen Ausrottung bedroht sind. Laut dem London Daily Telegraph, der die Studie zitiert, sind 10 Prozent der Christen weltweit - etwa 200 Millionen - "wegen ihres Glaubens sozial benachteiligt, schikaniert oder aktiv unterdrückt." Mit über 2,3 Milliarden Christen weltweit, sagt die Studie, stehen die Christen in der Region, wo das Christentum seinen Ursprung hatte - dem Nahen Osten - im größten Maße Verfolgung gegenüber.

Aryeh Savir ist Direktor der internationalen Abteilung der Tazpit News Agency.

http://www.jewishpress.com/news/breaking-news/christians-in-israel-to-eu-stop-christian-ethnic-cleansing-in-arab-countries/2014/03/23/

24.3.14

Weltkirchenrat: Keinen Keil zwischen die Araber treiben

Der Weltkirchenrat warnt vor einer rechtlichen Unterscheidung zwischen christlichen und muslimischen Arabern in Israel.
 
Eine Ende Februar vom israelischen Parlament Knesset verabschiedete Gesetzreform definiere den Status palästinensisch-arabischer Christen im Staat Israel »gegen ihren eigenen Willen«, erklärte der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) in Genf. 

Auch der frühere Patriarch von Jerusalem, Michel Sabbach, und der Präsident des Lutherischen Weltbundes (LWB), Bischof Munib A. Younan von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land, kritisierten eine "Unterscheidung zwischen christlichen und muslimischen Palästinensern".

Hintergrund ist die Änderung bei der Besetzung einer Regierungskommission für gleiche Chancen bei der Arbeitsplatzvergabe. Bislang waren fünf benachteiligte Bevölkerungsgruppen durch jeweils einen Vertreter in der Kommission vertreten.

Künftig sollen zehn Gruppen repräsentiert werden, davon drei separate für die arabische Bevölkerung: Christen, Drusen und Muslime.

Tsiona Koenig-Yair, Vorsitzende der Kommission, lehnt die Reform ab, die sie als "künstlich" empfindet. "Die Araber haben sich bisher gesamt um die arabische Bevölkerung gekümmert", erklärte sie am Donnerstag dem Evangelischen Pressedienst. Es gäbe keinen Grund das künftig anders zu handhaben.

Der Likud-Abgeordnete Jariv Levin, der die Reform initiierte, macht keinen Hehl daraus, genau das zu beabsichtigen.
"Dies ist ein historischer Schritt", kommentierte Levin, der weitere Reformen plant. Ziel ist "uns (Juden) mit den Christen zu verbinden, und ich achte sorgsam darauf, sie nicht Araber zu nennen, denn sie sind keine Araber". Mit den Christen habe man vieles gemein. "Sie sind unsere natürlichen Verbündeten, ein Gegengewicht zu den Muslimen, die unser Land von innen zerstören wollen."

Mit der Rechtsreform ändert sich für Israels Christen konkret kaum etwas.
Doch zum ersten Mal in der Geschichte des Staates Israel wird die arabische Bevölkerungsgruppe mit zweierlei Maß gemessen. Bislang schien kein Zweifel darüber zu bestehen, dass sich die Christen selbst als Teil der arabischen Gruppe empfinden. Beide Religionen gehörten bei der Staatsgründung zur selben Schicksalsgemeinschaft.

Die jüdische Führung wiederum machte umgekehrt keinen Unterschied zwischen Christen und Muslimen.
Anstatt eine Aufspaltung zu fördern, sollte die Knesset "Barrieren abreißen, die die Menschen aufgrund ihrer ethnischen und religiösen Zugehörigkeit voneinander trennen", forderten jetzt Kirchenvertreter. 

Auch die derzeit von Politikern erwogene Wehrpflicht für Christen stößt auf Widerstand. "Die Christen sind stolzer Teil der arabischen Nation und des palästinensischen Volkes", erklärte ein christlicher Knesset-Abgeordnete.

UK UnsereKirche Evangelistische Zeitung für Westfalen und Lippe

siehe auch in diesem blog:

Neues Gesetz erlassen: Unterscheidung zwischen muslimischen und christlichen Arabern

 

22.3.14

Israels Außenministerium gegen „Christus am Checkpoint“

von David Lazarus

Das israelische Außenministerium hat im Vorfeld der „Christus am Checkpoint” (CaTC) Konferenz, die am 10.März 2014 in Bethlehem stattfand, Christen nahegelegt, von dieser Veranstaltung fernzubleiben, da sie als ernste Bedrohung der Sicherheit Israels angesehen werden kann. Eine Anfrage von IsraelHeute beantwortete das Außenministerium mit den Worten: „Der Versuch, religiöse Motive zu verwenden, um politische Propaganda zu verbreiten und die Gefühle von Gläubigen durch Manipulation von Religion und Politik aufzuhetzen, ist eine wahrlich schändliche Tat. Religion zur Aufhetzung im Dienste politischer Interessen zu nutzen, brandmarkt die so handelnde Person mit unauslöschlicher Schande.“

Durch die deutliche Warnung der israelischen Regierung sollen Christen weltweit davon abhalten werden, sich auf diese Konferenz einzulassen. Die Stellungnahme der israelischen Regierung wurde veröffentlicht, als klar wurde, dass palästinensische Evangelikale die Konferenz nutzen würden, um antiisraelische Ressentiments aufzubauen. Israelische Beamte trugen Sorge, dass althergebrachte Propaganda, bei der Israel die Schuld am Konflikt zugeschoben wird (wie es auf dieser Konferenz der Fall ist), gewalttätige Ausschreitungen provoziere und radikalen islamistischen Terror rechtfertige. 

„Eine schändliche Tat“

Das Außenministerium erklärte, es sei „wahrlich eine schändliche Tat“, Jesus als leidenden Palästinenser an einem israelischen Kontrollposten darzustellen. Hier werde klar die Religion im Dienste politischer Interessen missbraucht, so die Stellungnahme. Solche religiösen Motive, die hier beschworen werden, erinnern an die schlimmsten Zeiten christlichen Antisemitismus, hieß es weiter.
Das Außenministerium macht deutlich, dass Redner, die an solch einer religiöser Manipulation teilnehmen, gebrandmarkt seien. Wenn Israel eine offizielle Warnung vor einer Gruppe evangelikaler Christen ausspricht und darauf hinweist, dass diese „mit unauslöschlicher Schande gebrandmarkt“ sind, dann bedeutet das Ärger. Solche Leute haben einen Status wie jemand, der in böswillige Handlungen gegen den Staat verwickelt ist. Darunter fallen Handlungen wie der Boykott Israels oder die Behauptung, Israel wäre ein Apartheid-Staat. Dazu trägt auch der Sachverhalt bei, dass einige der führenden Köpfe hinter der Konferenz eng mit der BDS Organisation zusammenarbeiten, die einen weltweiten Boykott Israels anstrebt, um den jüdischen Staat letztendlich zu zerstören. (Siehe dazu den “BethlehemCall” der Kairos Palästina Website www.kairospalestine.ps)

Evangelikaler Freund oder Feind? 

Israel Heute ist bekannt, dass das Außenministerium hinter den Kulissen daran arbeitet, die gefährliche und manipulative Propaganda zu stoppen. „Leider wissen wir über die Christus am Checkpoint Konferenz Bescheid”, so ein Beamter des Außenministeriums zu Israel Heute. Das Außenministerium hat schon Kontakt zu bestimmten Teilnehmern der Konferenz und Gruppenleitern aufgenommen, um ihnen Israels Seite der Geschichte zu verdeutlichen. 

Die Bethlehemer Konferenz ist dem Außenministerium zufolge besonders problematisch, da sie sich an evangelikale christliche Führungspersönlichkeiten richtet – eine extrem wichtige Gruppe für den Staat Israel. Diese Christen sind eigentlich Freunde Israels. Nun versucht „Christus am Checkpoint“, Israel diese Freund abspenstig zu machen.

Aus IsraelHeute 

siehe auch vorherigen Artikel:

Erneut Anti-Israel Propaganda in Bethlehem

6.3.14

Erneut Anti-Israel Propaganda in Bethlehem


Dieses Jahr am 10. März findet in Bethlehem erneut die Konferenz von Christen mit Namen „Christ at the Checkpoint“ statt. Hier wird im Bethlehemer Bible-College unter Leitung von Bible-College Präsident Jack Sara, nachdem man wieder eine namhafte Liste von Rednern aus dem Land aber auch aus dem Ausland eingeladen hat, eine offene Ersatztheologie vertreten, d.h. die biblischen Verheißungen über Israel und sein Recht auf das Land werden abgelehnt. 

Dazu wird Israel verklagt, am Leid der Palästinenser alleine Schuld zu sein und alle diese  - man muss sagen, palästinensische Propaganda -  wird im Namen Jesu betrieben. Verschiedene Kirchenführer des Landes, evangelikale Leiter aus namhaften Gemeinden aus dem Ausland, diesmal auch der
Dr. Geoff Tunnicliffe
Generalsekretär der weltweiten evangelischen Allianz, Dr. Geoff Tunnicliffe, machen dabei mit, wenn in Vorträgen und Reden das Wort Gottes missbraucht und verdreht wird. Einige eingeladene Pastoren aus jüdisch-messianischen Gemeinden in Israel und christliche Leiter haben sich, mit Argumenten, sich einem Dialog mit allen Seiten, oder auch weil sie dort klares Wort Gottes unverfälscht dagegenstellen wollen, dazu hinreißen lassen, der Konferenz beizuwohnen. 


Es gibt aber auch andere Meinungen und Widerstand gegen diese Propaganda-Veranstaltung. Zu diesem Zweck wurde - wie in israelheute berichtet - von dem messianischen Rabbiner, Dozent und Autor Dr. David Friedman eine Petition verfasst, die von vielen in- und ausländischen messianischen Gemeindeleitern unterzeichnet wurde.

Sie beginnt mit einem Brief, der direkt an die Organisatoren und Sponsoren von „Christus am Checkpoint“ gerichtet ist:
„An die Sponsoren der „Christus am Checkpoint“ (CatC)-Konferenz,
wir hoffen, dass Sie unsere Bedenken in Betracht ziehen und diese nicht einfach abtun, sie sind ernst gemeint.
Niemand von uns strebt einen Konflikt oder Krieg zwischen Israelis und Palästinensern an; jedoch wollen wir auch keine versteckten antisemitischen Andeutungen sehen, die vorgeben, ein Beitrag zur Versöhnung zu sein. Genau das haben wir bei den beiden ersten CatC-Konferenzen beobachtet."

Ferner heißt es in dem Schreiben, falls die Organisatoren der Konferenz ein Gespräch mit Dr. Friedman über die antisemitischen Inhalte der Vorgänger-Konferenzen wünsche, sei er dazu bereit.

Der Text:
Wir, die Unterzeichner, werden die Konferenz „Christus am Checkpoint“ weder besuchen noch werden wir sie unterstützen, weil es nach unserer Bewertung antisemitische Inhalte und Untertöne gibt. Wir können in Zeiten wie diesen nicht dazu schweigen, und aus Gewissensgründen bringen wir unsere tiefe Besorgnis zum Ausdruck, sowohl über die Unterstützer der Konferenz, als auch über den Inhalt, die Botschaft und die Aktivitäten bei den beiden Vorgängerkonferenzen.
Wir bitten alle Teilnehmer, ihr Herz und ihren Geist hinsichtlich ihrer Haltung zum jüdischen Volk und zur jüdischen Nation zu überprüfen. Anti-israelische Politik und politische „Korrektheit“ haben sich zu Kernpunkten der Konferenz entwickelt, wobei letztlich der Staat Israel und das jüdische Volk dauerhaft und scharf kritisiert werden. Die Sponsoren der Konferenz unterhalten Kontakte zu pro-dschihadistischen Bewegungen und Personen, deren politischen Einstellungen den ganzen Nahen Osten bedrohen. Durch das Aufrechterhalten dieser Verbindungen widerspricht die Konferenz den Punkten 6 und 10 ihres eigenen Manifests.

Als aufrichtige Gläubige an Jesus den Messias können und wollen wir diese Konferenz nicht unterstützen.

Unterzeichnende sind unter anderem: 
Elyahu ben Chaim, Chuck Cohen, Ofer Amitai, Howard Bass, Dror Shannon, Fam. Ariel Berkowitz, Richard Gibson und viele mehr.

Bethlehem Bible College

Bleibt zu hoffen, dass sich viele Leiter, deren falsches Theologieverständnis leider dann auch noch in ihre Heimatgemeinden weitergetragen wird, wieder besinnen, und die Bibel so lesen, wie Gott sie gemeint hat und dann die Wahrheit über Gottes guten Plan für Israel, aber auch für die Palästinenser, erkennen.