30.7.14

Inzwischen ist klar: Christen werden von Muslimen aus Bethlehem gedrängt

Es ist ja bekannt, wie Israel Hasser gerne behaupten, dass die Besatzung durch Israel der Grund dafür ist, dass die Christen gezwungen sind aus Bethlehem auszuwandern, ohne zu erklären, warum ständig mehr Muslime nach Bethlehem ziehen.

aus Standpoint

Obwohl Bethlehem immer noch die beliebteste christliche Stadt in der West Bank ist, schrumpft seine christliche Bevölkerung, wie in der West Bank generell, dramatisch.

Vor nur 50 Jahren stellten die Christen 70 Prozent von Bethlehems Bevölkerung. Heute nur noch 15 Prozent! Es gibt ungefähr 38.000 Christen in der Westbank, was 2 Prozent der Gesamtbevölkerung sind.

"Wir waren einmal viele. Jetzt sind nur noch so wenige übrig. Jeder versucht, weg zu gehen," sagt Samir, ein anderer Verkäufer im benachbarten Laden, wo es orthodoxe Gegenstände zu kaufen gibt. Weil er jedoch Angst vor den Folgen hat, die es wegen seiner Kritik haben könnte, lehnt er es ab, mit seinem richtigen Namen zitiert zu werden. 
"Meine Mutter geht nachts nicht gerne auf die Straße, weil sie kein Kopftuch trägt und manchmal Leute ihr grobe Bemerkungen hinterherrufen," sagt er mir. 
Letzten Dezember, während der Weihnachtsfeierlichkeiten, haben sich junge Frauen, die mit ihren Eltern und Familien aus London zu Besuch gekommen waren und auf dem Krippenplatz standen, um die festlichen Darbietungen anzuschauen, beschwert, von einer Gruppe junger Männer belästigt worden zu sein. Die Jugendlichen hörten nicht auf, bis eine ortsansässige Frau sich dazu stellte und den Männern Einhalt gebot.

Jeder stimmt zu, dass wirtschaftliche harte Umstände und die niedrige Geburtenrate die Hauptursachen für den Rückgang sind. Aber seit den letzten Jahren beklagen die Christen Bethlehems auch ein zunehmendes Klima von Einschüchterungen von islamischen Extremisten. 

Straßenbild in Bethlehems Hauptstraße

"Wir können der Nation freudig verkünden, dass mit der Gnade Gottes die Ideologie des globalen Jihad einen Halt in der West Bank erreicht hat, nachdem jederman versucht hat, den hier gepflanzten Samen zu unterdrücken," hieß es in der Botschaft der "Mudschahedin Schura Counsil", eine mit Al-Kaida verbundene Gruppe, mit der es letzten Dezember seine Anwesenheit in der West Bank erklärte. Drei seiner Mitglieder wurden vom israelischen Innen-Geheimdienst getötet, nachdem herauskam, dass sie einen Terroranschlag geplant hatten.

Mitglieder der "Salafi-Bewegung", eine ultrakonservative Strömung innerhalb des sunnitischen Zweiges des Islam, haben sich im letzten Jahrzehnt im Gazastreifen niedergelassen, aber in den letzten Monaten haben sie ihre Aktivitäten auch auf die West Bank ausgedehnt. Obwohl die meisten Salafisten nicht gewalttätig sind, haben doch die extremistischen Randgruppen starke dschihadistische Elemente von der Al-Kaida Ideologie übernommen, wie man sie in Gaza, Syrien und dem Sinai in den letzten Jahren beobachten konnte. Das festgesetzte Ziel dieser Extremisten ist es, das islamische Kaliphat zu errichten - und Christen, Juden und andere werden als Ungläubige betrachtet.

In Bethlehem berichten die Bewohner von einem zunehmend feindschaftlichen Klima zwischen den Glaubensrichtungen. Wenige Wochen vor dem Besuch des Papstes in Bethlehem, verteilten missionierende Gruppen von Muslimen vor dem Eingang der Geburtskirche Ausgaben des Koran in verschiedenen Sprachen und drängten die Leute zu Allah zu beten, anstatt in die Kirche zu gehen. "Das war beleidigend. Ich habe das Gefühl, nicht mehr in einem christlichen Ort zu leben," sagt Samir und fügt an, dass solche Dinge immer öfter passieren.


Bethlehems Geburtskirche

Tage nach diesem Ereignis vor der Geburtskirche, erzählt Samir, bei dem Fest des Heiligen St. Georg, in einer anderen Kirche außerhalb von Bethlehem, brach ein hitziges Handgemenge zwischen christlichen und muslimischen Gläubigen aus. Steine flogen und ein Video des Vorgangs zeigt Menschen die in Angst davon laufen. Samir sagt, das Ereignis war schrecklich. "Sie werden uns aus unserem eigenen Land werfen." 

aus THE ELDER oF Ziyon

17.7.14

Arabisches Viertel: Christen werden verdrängt

In den vergangenen Wochen war der Jerusalemer Vorort Shuafat einer der schlimmsten Schauplätze der Gewalt auf den Straßen, die die Stadt in den letzten Jahrzehnten erlebt hat. 

Die Situation eskalierte nur 24 Stunden, nachdem die einzig bedeutsame christliche Präsenz in der Nachbarschaft gezwungen worden war, das Viertel zu verlassen.
Zum Gewaltausbruch in Shuafat kam es vor zwei Wochen, nachdem jüdische Extremisten einen jungen arabischen Jugendlichen aus dieser Gegend entführten und ermordeten. Arabische Jugendliche aus Shuafat und anderen Vierteln gingen daraufhin auf die Straße und forderten Rache.

Diese kriegsähnliche Szenerie brach ca. einen Tag, nachdem die Calvary Church aus Shuafat wegziehen musste, aus. Pastor Steven Khoury zu Israel Heute: „Es ist dort seither nicht mehr so, wie es einmal war.“
Calvary Church ist eine örtliche Gemeinde der „Holy Land Missions“ von Pastor Khoury. Der Dienst richtet sich darauf aus, palästinensische Araber zum Glauben an Jeschua zu bringen. 

Wir berichteten im letzten Jahr, dass die Gemeinde nicht nur regelmäßig von Brandanschlägen betroffen war, sondern auch in temporären Unterkünften arbeiten musste. Immer mehr Vermieter scheuten sich, den Christen Räumlichkeiten zu vermieten. 

Anfang des Monats stieg der Druck derart, dass die Gemeinde ihre Sachen packen und umziehen musste, wie Khoury im folgenden Video erklärt. Der Zeitpunkt hätte nicht schlechter sein können.
Im Video erklärt Khoury den Umzug und den plötzlichen Ausbruch der Gewalt, als er von einem jungen Araber angesprochen wird, der wissen will, wen er vor sich hat. Behutsam erklärt Khoury dem Jungen, dass er ein Christ sei und „mit einer Botschaft der Vergebung“ komme. Der Araber geht darauf nicht ein. “Es gibt keine Vergebung (für die Juden)”, behauptet er.

Es steht eindeutig fest, dass Shuafat, mehr als die meisten Orte im Land, dringend eine starke christliche Präsenz brauchen. Khoury hofft, dass seine Gemeinde eines Tages wieder zurückkehren kann. 


israelheute

12.7.14

Messianische Juden, Arabische Christen treffen sich in Zeiten von Gewalt und Wut

"Mit Arabern tanzen? Mit ihnen lachen? Das sind doch Leute, die ich mein Leben lang gehasst habe!" sagt Chava, ein messianisch-jüdisches Mädchen, die in einer jüdisch orthodoxen Familie in Israel aufgewachsen ist. Chava nahm an einer dreitägigen Zusammenkunft teil, wo sie in Haifa mit geschätzten 1000 messianische jüdischen und arabisch-christlichen Jugendlichen und Erwachsenen zusammentraf.

In einer Zeit, wo mörderische Entführungen, gewaltätige Ausschreitungen und ein sich entwickelnder Krieg in Gaza die Spannungen zum Überkochen bringen, kamen diese jungen Leute noch ganz aufgewühlt in heftigen Emontionen von dem arabisch-israelischen Konflikt bei der Konferenz an.
"Diese jungen Leute tragen innerlich Verletzungen wegen der vergangenen Gewalt hier in Israel", sagt Rick Ridings, der Organisator der jährlichen Elav Konferenz. "Vielen von ihnen dachten, dass sie mit den Gefühlen zurechtkommen, aber wegen der Entführungen und Tötungen sind sie voller Schmerz, auf beiden Seiten."

Für Chava, die in einem jüdisch-orthodoxen Ghetto aufgewachsen ist, war es neu, in so engen Quartieren mit Arabern zusammen zu sein. "Ich bin immer mit meiner Familie zur Klagemauer gegangen und dann haben wir gebetet, dass den Arabern Schlimmes wiederfährt", erinnert sie sich. "Wir sehen die Araber als schlechte Menschen an. Aber als ich sie jetzt zu Gott beten sah und sie in hebräisch und dann in arabisch Gott loben sah, hat Gott mein Herz berührt. Sie sind die verlorenen Brüder und Schwestern, die ich schon immer gesucht habe", sagt sie.

Ridings, der diese Treffen seit 2007 organisiert, war sich nicht mal sicher, ob die jungen Araber und Juden in solch angespannten Zeiten zusammen sein wollten. "Ich wusste nicht, ob die palästinensischen Araber überhaupt kommen konnten - oder wollten," sagt er. "Aber auf wundersame Weise, mit hohen Sicherheitsvorkehrungen, konnten etwa 50 palästinensische Gläubige kommen."


"Das waren die bedeutsamsten Zeiten, die ich hier bei der Konferenz erlebt habe," erzählt Ridings israel today. "Vielleicht hat die Situation die jungen Leute erst dazu gebracht, über das, was normalerweise Probleme bereitet, hinwegzukommen. Das war alles echt, kein gekünsteltes Programm."

Für viele der jungen Gläubigen war es das erste Mal, dass sie so eine tiefgreifende Begegnung mit der "anderen Seite" hatten. Als dann ein arabischer Christ, der in Gaza aufgewachsen war und ein junger messianischer Israeli mit einander ihre Erfahrungen mit Gott austauschten, war das eine Hilfe für die anderen, sich zu öffnen und über das zu sprechen, was sie wirklich empfinden, ganz ehrlich den andern mitzuteilen, was in der Armee erlebt hatten oder mit Freunden, die von Terroristen getötet worden waren.

"Als ich die Füße meiner arabischen Schwester wusch, konnte ich um Vergebung bitten für die Weise, wie meine Familie und mein Volk die Araber sehen", sagt Chava. "Sie dann zu hören, dass sie mir vergibt und dass sie mich liebt, war so heilsam. Das war die Liebe Jeshuahs, nichts anderes. Ich hatte noch nie eine arabische Freundin. Jetzt bin ich im täglichen Kontakt mit meinen Schwestern aus Ramallah, Jordanien und dem Libanon," lächelt sie.
"Nachdem ich meine Geschichte erzählt hatte," erzählt Chava weiter, "kam ein arabisches Mädchen auf mich zu und sagte mir, dass sie religiöse Juden hasste, wo immer sie welche sah. Auch sie hatte zum ersten Mal Kontakt mit jemanden mit einem orthodox-religiösen Hintergrund. Sie stürmte auf mich zu, bat um Vergebung und bat mich für sie zu beten, dass sie Liebe für mein Volk empfinden konnte."

Ridings erklärt, was die Vision solcher Treffen ist: "ein sicheres Umfeld für jüdische, arabische und palästinensische Jugendliche zu schaffen, wo sie persönliche Begegnungen mit dem Herrn haben können, Ihm in Anbetung und Lobpreis dienen können, wo sie in Einheit wachsen und angeregt werden im Reich Gottes zu dienen auf allen Ebenen der Gesellschaft."

Am letzten Abend der Konferenz, erzählte ein junger messianischer Jude allen von seinen Erfahrungen als er drei Monate in Syrien verbrachte, um Kriegsflüchtlingen zu helfen. Das Treffen endete mit einem Aufruf für die jungen Leute, hinzugehen und das kraftvolle Zeugnis weiterzugeben, was Jeshua für unsere zerrissene Welt tun kann.

Rick Ridings ist der Gründer und Leiter von "Sukkat Hallel" einer 24-Stunden Gebetsbewegung in Jerusalem. 
Die jährliche Elav Konferenz fand dieses Jahr Anfang Juli 2014 statt.
Rick Ridings predigt

10.07.204
von David Lazarus israel today

1.7.14

Homosexuelle bringen messianisches Zentrum in Not

Das Jerusalemer Bezirksgericht hat Yad Haschmona, eine Gemeinschaft von messianischen Juden und evangelischen Christen, in zweiter Instanz dazu verurteilt, eine Entschädigung in Höhe von 60.000 Schekeln (rund 12.300 Euro) an zwei lesbische Frauen zu zahlen. Der Grund dafür ist, dass die Glaubensgemeinschaft sich geweigert hatte, in ihren Räumen deren gleichgeschlechtliche Hochzeitsfeier auszurichten.
 

„Wir wussten, dass wir das Gesetz dadurch brechen. Aber jemand musste es tun“, erklärte Ayelet Ronen, die Geschäftsführerin der Gemeinschaft. Richter Moshe Cohen Yoad, der die Strafe verhängte, berief sich bei seinem Urteil auf ein Gesetz zum Verbot der Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung.

Während der Verhandlung zitierten die Vertreter der messianischen Gemeinschaft aus dem Alten und dem Neuen Testament. „Wir hassen Homosexuelle nicht. Im Gegenteil, wir lieben sie. Jedoch sagt Gottes Wort in der Bibel, dass die Homosexualität eine Abscheulichkeit ist“, erklärte Ronen gegenüber Israel Heute. „Als Glaubensgemeinschaft müssen wir dazu berechtigt sein, die Ausrichtung von Ereignissen abzulehnen, die total unseren religiösen Überzeugungen widersprechen. Wir haben dem Richter erklärt, dass eine gleichgeschlechtliche Feier auch unsere Geschäfte ruinieren würde, denn die Mehrheit unserer Kunden sind gläubige Christen, die homosexuelle Ehen verurteilen“, so Ayelet Ronen weiter.

Der Anwalt der Lesben wiederum beschuldigt die Mitglieder von Yad Haschmona der „Homophobie“. In die Kritik geriet eine öffentliche Ankündigung der Gemeinschaft, „keiner homosexuellen Organisation Platz für Feierlichkeiten“ in ihren Räumen zu gewähren. Die Ankündigung wurde publik gemacht, als nach dem ersten Urteil eine Flut von Anfragen für gleichgeschlechtliche Feiern einging – wohl in der Hoffnung, ebenfalls eine große Entschädigung gezahlt zu bekommen.

Dadurch wurde die Gemeinschaft gezwungen, letztendlich gar keine Hochzeitsfeiern mehr auszurichten. „Wir hatten in den letzten zwölf Jahren einen Durchschnitt von rund 35 bis 50 Hochzeitsfeiern im Jahr. Israelis aus dem ganzen Land liebten es, bei uns zu feiern. Nun gibt es gar keine Hochzeiten mehr – ansonsten würden wir horrende finanzielle Verluste riskieren.“

Richter Moshe Cohen Yoad bleibt jedoch dabei: Die Glaubensgemeinschaft muss gleichgeschlechtliche Hochzeitsfeiern veranstalten, auch wenn das gegen ihr Gewissen spricht. Der Anwalt von Yad Haschmona, Michael Decker, stellte das jedoch in Frage: „Herr Richter, was wäre, wenn ein Katholik in die ultraorthodoxe Stadt Bnei Barack zu einem streng gläubigen Zimmermann ginge und ihn bitten würde, eine Marienstatue zu bauen? Würden Sie ihn dazu zwingen, das Götzenbild zu bauen?“ Daraufhin entgegnete der Richter: „Er müsste es tun, ansonsten würde er bestraft werden. So ist das Gesetz.“


Die Geschäftsführerin der Gemeinschaft ist der Überzeugung, das Urteil zeige, dass die aktuellen Gesetze keinen ausreichenden Schutz für Religionsgemeinschaften bieten. „Viele religiöse Juden und Rabbiner haben unter der Hand zu uns gesagt, dass sie es gut finden, wie wir für unsere Rechte einstehen. Sie trauen sich aber nicht, gemeinsam mit uns öffentlich für eine Gesetzesänderung zu kämpfen“, erklärte Ronen. „Zum jetzigen Zeitpunkt planen wir, keine weiteren Rechtsmittel mehr einzulegen. Wieder zu verlieren, wäre einfach nicht gut.“

israelheute David Lazarus

31.5.14

Er führt mich auf rechter Straße um seines Namens willen

Dieses Ereignis, das zeigt, dass das Gebet von Christen oftmals größere Wirkung hat, als Widerstand und Kampf gegen die unerwünschten Umstände, was ohnehin nur ein Feindbild aufbaut und zermürbt, wird hier von Johnny Shahwan dargestellt.
Johnny Shahwan ist der Leiter eines christlichen Begegnungszentrum mit Kindergarten und Schulungszentrum in Beit Jala bei Bethlehem. Mit großem Garten, Kinderspielplatz, vielen Räumen mit Aktivitäten für Frauen und Jugendliche ist es ein wahrer Zufluchts- und Friedensort in der Region. Eine klare christliche Botschaft wird in vielfältiger Form vermittelt und gibt vielen Christen in der Stadt, aber auch muslimischen Menschen neue Sichtweisen.



Er führt mich auf rechter Straße um seines Namens willen

Seit vielen Generationen ist meine Großfamilie im Besitz eines Grundstückes am Rande unserer Stadt, von dem auch mir ein Erbteil von etwa 400 Quadratmetern zusteht. Etwa im Jahr 1997 wollten zwei Geschwister meines Vaters ihren Anteil verkaufen, weil sie in finanziellen Schwierigkeiten waren. Wir hatten damals zwar kein Geld, doch ich wollte nicht, dass das Land in fremde Hände fällt. Unsere eigene Wohnsituation war damals nicht gut und ich wünschte mir so sehr, dass wir irgendwann einmal als Familie auf diesem Land bauen können. Durch Freunde bekamen wir einen zinslosen Kredit, kauften das Land und zahlten es über viele Jahre hinweg ab.

Einige Zeit später wurde die Sicherheitsmauer von der israelischen Regierung rund um die Provinz Bethlehem gebaut und auf unserer Seite der Stadt sollte die Mauer mitten durch mein Grundstück führen. In anderen Gebieten stand die Mauer bereits und ich hatte schon viele Geschichten von Leuten gehört,
die ihr Land dadurch verloren hatten. Doch als ich jetzt plötzlich selbst betroffen war, hat mich das unheimlich wütend gemacht. Oft wusste ich nicht, wie ich mit meiner Wut umgehen sollte. Immer wieder gab ich sie im Gebet an Gott ab, doch es dauerte Jahre, bis ich wirklich Frieden über die Situation hatte.
 

Obwohl der Mauerbau beschlossene Sache war, wurde auf dem Abschnitt, der durch mein Grundstück führt, erstmal nur ein Sicherheitszaun gezogen. Einige der betroffenen Familien klagten gegen den Bau und vor etwa drei Jahren begannen die Gerichtsverhandlungen. Sie forderten, dass die Mauer weiter in
Richtung Jerusalem versetzt werden sollte. In dieser Zeit fragte mich unser Bürgermeister einige Male, ob ich mich nicht beteiligen wollte. Doch ich lehnte jedesmal ab. Ich hatte die Sache Gott abgegeben und wollte mich nicht wieder damit beschäftigen und mich ärgern.


Vor etwa zwei Monaten gab es die letzte Gerichtsverhandlung wegen dieser Mauergeschichte. Es sollte entschieden werden, ob die Mauer an der geplanten Stelle, an der schon achtzig Prozent der Fundamente und der Infrastruktur vorbereitet war, gebaut werden sollte, oder ob sie versetzt wird. Wieder
rief mich unser Bürgermeister an und fragte, ob ich nicht mitkommen wollte, um für mein Grundstück zu kämpfen. Auch dieses Mal lehnte ich ab. Doch in der Nacht vor der Gerichtsverhandlung konnte ich nicht schlafen. Gott gab mir so viele Gedanken und ich dachte, vielleicht bekomme ich beim Obersten
Gerichtshof in Jerusalem ja die Möglichkeit, etwas zu sagen!? Ich wollte so gerne etwas von dem weitergeben, was Gott mir aufs Herz gelegt hat.


Ich entschied mitzufahren. Wir waren insgesamt etwa neunzig Leute aus unserer Stadt und aus einem Nachbardorf. Auf dem Weg zum Gericht betete ich immer wieder: „Gott, ich will diese Mauer hier nicht mehr sehen. Das ist eine Mauer, die Men-schen trennt und das ist nicht gut. Du hast vor vielen Jahren das Wunder getan, dass die Mauer in Deutschland gefallen ist. Ich möchte solch ein Wunder auch hier bei uns erleben!“
 

Als wir vor dem Gerichtshof ankamen und noch warten mussten, setzte ich mich zu dem Bürgermeister, der mit einigen Männern über den bevorstehenden Prozess sprach. Als man mich um meine Meinung bat, sagte ich, dass ich nicht will, dass die Mauer versetzt wird. Verständnislos schauten die Männer mich
an. „Wenn die Mauer versetzt wird, schadet sie anderen Leuten! Ich fordere, dass der Bau der Mauer ganz gestoppt wird!“ Mit dieser Aussage erntete ich nur Gelächter. „Träum weiter!“, sagten einige. „Du kannst die Mauer nicht stoppen, der Staat Israel hat schon 800 Millionen Schekel für den Bau
ausgegeben. Du glaubst doch nicht im Ernst, dass die Mauer nicht weitergebaut wird?“


Während wir weiter auf unseren Termin warteten, schaute ich mich ein bisschen in den Räumlichkeiten um. Ich entdeckte einen Informationstisch und begann, einen der ausgelegten Flyer über das Gerichtsgebäude zu lesen. In den Ausführungen des Architekten wurden immer wieder alttestamentliche
Bibelverse zitiert. Gleich im ersten Abschnitt stand ein Vers aus dem 23. Psalm, in dem es heißt: „Du führst mich auf rechter Straße um deines Namens willen (oder auch auf der Straße der Gerechtigkeit)“ Nachfolgend wurde auf den Begriff Zedakah (Gerechtigkeit) eingegangen. Ich hielt einen Moment inne
und sprach mit meinem Vater im Himmel: „Ja, Gott. Du bist ein gerechter Gott und ich möchte, dass Deine Gerechtigkeit heute hier in diesem Prozess sichtbar wird!“
 

Zu Beginn der Verhandlung bat unser Anwalt darum, dass der Bürgermeister und ich als Pastor etwas sagen dürfen. Doch das wurde leider abgelehnt. „Siehste“, meinte der Bürgermeister, der neben mir saß. „Das hab ich mir gedacht, dass sie uns nicht anhören werden!“ „Kein Problem“, entgegnete ich ihm. „Wenn der Richter uns nicht zu Wort kommen lässt, dann rede ich eben mit seinem obersten Chef!“ Fünf lange Stunden dauerte die Gerichtsverhandlung und die ganze Zeit über war ich nur am Beten. Und
während ich mit Gott redete, breitete sich sein Frieden mehr und mehr in meinem Herzen aus. Ich spürte auf einmal, dass alles gut werden wird.


Wir fuhren wieder nach Hause und warteten jeden Tag ungeduldig auf die Entscheidung des Gerichts. Nach zehn Tagen wurde in einer israelischen Zeitung bekanntgegeben, dass der Bau der Mauer zwischen dem Rahels Grab und Har Gilo bis auf weiteres gestoppt wird! Das hat mich so ermutigt! Ich
war einfach überwältigt von dem Eingreifen Gottes! 


Einige Tage später traf ich unseren Bürgermeister und er sagte mir: „Johnny, du weißt schon, dass das noch keine endgültige Entscheidung ist?!“ „Ja, das weiß ich“, entgegnete ich. Wenn es Gottes Wille ist, dass die Mauer weiter gebaut wird, dann soll es eben geschehen. Aber ich glaube nicht, dass Gott diese Mauer gefällt und ich weiß, dass seine Gerechtigkeit siegen wird!“
 

Wenn ich Euch heute diese Erfahrung erzähle, dann hat das nur einen Grund: Ich möchte diese Mauer in unserem Land nicht mehr sehen! Es ist mein größter Wunsch, dass die Menschen aufeinander zugehen, anstatt weitere Trennungen zu schaffen. Ich bete dafür, dass Gott uns eine friedliche Lösung unseres Problems schenkt genau so wie damals die Berliner Mauer. Damals habe ich für den Fall Eurer Mauer gebetet. Helft Ihr jetzt uns? Und denkt immer daran, Beter sind Wundervollbringer!

Aus Beit AlLiqa - Rundbrief  Nr. 80, Mai 2014

26.5.14

Eine Bürgermeisterin verteidigt Bethlehem ... nur gegen wen?

Ein Interview folgt mit der Bürgermeisterin von Bethlehem, Vera Baboon, welches die frühere Lektorin und Rektorin, 50 und Mutter von fünf Kindern, kurz vor dem Papstbesuch in Bethlehem gab.

Baboon, die selbst katholische Christin ist, macht nicht nur unlogische und unwahre Aussagen über die Konfliktsituation, sondern sie verschweigt auch eisern - wie jedesmal - die Tatsache, dass Christen in Bethlehem und anderen Ortschaften in der Westbank und Israel, wo sie mit Muslimen zusammenleben müssen, bedrängt, verfolgt und vertrieben werden. 


Nicht nur sie ignoriert diese Tatsache, sonder auch der Pontifex erwähnt diese Ungerechtigkeit mit keiner Silbe. 
Aber dazu gehört eben Mut. Mehr Mut, als an die Sicherheitsmauer der Israelis zu gehen und dort zu stehen und zu beten. 

Aber Vera Baboon wird nicht müde, solchen Unsinn von sich zu geben:

"Es gibt Bethlehem mit seiner Botschaft – und mit seinen Christen. Aber der ganze Norden der Stadt ist nun eingemauert. Im Regierungsbezirk Bethlehem liegen 22 israelische Siedlungen, die eine nachhaltige Entwicklung verhindern und die Existenz der Stadt gefährden. Ich sage es immer wieder: Das ist nicht nur eine Mauer um Bethlehem, das ist eine Mauer um die Botschaft von Bethlehem – die Stadt, die mit der Geburt Jesu den Frieden in die Welt gebracht hat. Wir, die Gläubigen auf der ganzen Welt, müssen Bethlehem verteidigen."

Abgesehen von der gebetsmühlenartig wiederholten Leider vom eingemauerten Bethlehem, meint sie allen Ernstes, israelische Siedlungen verhindern die Entwicklung der Stadt. Verwunderliche Aussage, wenn sich die Bevölkerungszahl Bethlehems von 7000 in den 30er Jahren bis heute mehr als verzehnfacht hat. Außerdem frage ich mich, wie es kommt, dass die Araber in Israel, die in israelischen Siedlungen arbeiten, zum ersten Mal gut leben können, weil sie Frieden, Gerechtigkeit und ein faire Bezahlung bekommen?

Und warum sollten die Israelis die Existenz der Stadt Bethlehem gefährden, wenn es doch die biblische, ursprünglich jüdische Stadt Davids ist?
Vielleicht sollte sie doch mal in der Original Bibel nachschauen, wieweit die Historie der Stadt zurückreicht, die sie regiert.
Und nicht Bethlehem hat mit der Geburt Jesu Frieden in die Welt gebracht - ich sehe ihn jedenfalls nicht - sondern Jesus selber kann Frieden in die Welt bringen, überall dort, wo Menschen sein Botschaft hören und annehmen.

Hier das ganze Interview "Wir müssen Bethlehem verteidigen" auf ZeitOnline von Mechthild Herzog und Lukas Wiesenhütter.

25.5.14

Arabische Christen kämpfen für freie Entscheidung

Bedrängte Verbündete


Arabische Christen, die in Israels Armee Wehrdienst leisten, werden von anderen Arabern angefeindet und als Verräter beschimpft. Am Wochenende erhalten sie Unterstützung: Der Papst kommt ins Heilige Land. 


Hans-Christian Rößler schreibt von dem Dilemma in dem die arabischen Christen in Israel, die Minderheit innerhalb der Minderheit, wirklich sind. Sie kämpfen jetzt darum, sich selber entscheiden zu können, ob sie in der Armee ihres Landes dienen oder nicht. Sie wollen sich nicht von den muslimischen Mitbürgern bevormunden und auch nicht einschüchtern lassen. Wie massiv das aber von Seiten der muslimischen Bevölkerung geschieht, bestätigt auch dieser Bericht.

Dass sie, wenn sie in die israelische Armee eintreten, später einmal gegen ihr arabischen Brüder - innerhalb Israels, in der Westbank oder auch in angrenzenden arabischen Ländern -  kämpfen könnten, muss ihnen bewusst sein. 
Es zeigt sich für sie jedoch mehr und mehr, dass ihre muslimischen Zeitgenossen nicht ihre Brüder, sondern sich schon jetzt als Feinde erweisen, wenn sie sie unter Druck setzen, anfeinden und verfolgen, nur weil sie dienen wollen.

Bedrängte Verbündete


16.5.14

O Bethlehem, du kleine Stadt – wo sind alle deine Christen?

Unbekannte Tatsachen palästinensischer Christen, die nicht erzählt werden


Inmitten der Unzahl von Geschichten, die von denen erzählt werden, die sich über den palästinensisch-israelischen Konflikt äußern, gibt es auch noch eine Stimme, die komplett untergegangen ist. Es ist die Stimme der verfolgten palästinensischen Christen, die zwischen allen Stühlen sitzen. Ja sicher, da gibt es "Sabeel" und "Kairos" und dergleichen, aber diese setzen sich nicht für alle Christen in den palästinensischen Gebieten ein - genau genommen überhaupt nicht.

Um einen Eindruck dieser aufkommenden Tragödie zu bekommen, muss man nur auf die Statistiken schauen. 1931 hat eine britische Erhebung ergeben, dass die christliche Bevölkerung vom Gebiet Bethlehem bei 81% liegt. In den späten 80er Jahren kurz vor der ersten Intifada war die Bevölkerung der Christen immerhin noch 85%, heute sind nur noch 7% Christen und sie nehmen rapide ab.

"Wir nehmen an, dass es in fünf Jahren keine Christen in Bethlehem mehr geben wird", sagt der Pastor einer evangelikalen Untergrundkirche. Seine Kirche hält Versammlungen aus Sicherheitsgründen im Geheimen ab. In Ramallah, der Hauptstadt, gab es 1931 90% Christen, wogegen diese Stadt jetzt islamisch ist. Kritiker behaupten die Christen seien wegen der israelischen Besatzung geflohen. Man sieht aber bei genauer Betrachtung, dass das nicht ganz stimmt. Die Gesamtbevölkerung der palästinensischen Gebiete nimmt Jahr für Jahr um 2,2% zu.

Bethlehem

Ein junger Palästinenser textete mir neulich und sagte: "Wir wollen nicht unter einer PA-Kontrolle leben, wir wollen unter israelischer Herrschaft leben. Wir wollen, das Israel Bethlehem einnimmt, denn das ist besser für uns Christen." 
Die Fakten sind, das heute Gaza 99,99% islamisch ist. Gaza wird von der Hamas regiert, die von einigen westlichen Regierungen als terroristische Gruppe bezeichnet worden ist; eine Partei, die dem winzigen christlichen Überrest, der sich auf 1.300 Menschen von 1,7 Millionen beziffert, die Sharia aufzwingt!

Die Westbank, oder Judäa und Samaria ist zu 95,2% muslimisch. Wenn man also die Gesamtsituation betrachtet, muss man bedenken, dass die palästinensischen Gebiete im wesentlichen islamische Staaten sind und wie bei den benachbarten Cousins, die ideologisch gleich gestrickt sind, nimmt die Radikalisierung der islamischen Kräfte beständig zu; das wiederum führt zu Verfolgung und Diskriminierung der übrigen Christen. 
Ein anderer unserer Kontakte sprach die selbe Botschaft so aus: "Ich wünschte wirklich, dass Israel Bethlehem einnehmen und die Kontrolle darüber übernehmen würde."
Ich fragte warum und bekam das als Antwort: "Der Islam versucht uns aus dem Land hinaus zu drängen und haben uns getötet. Sie nehmen uns alles."

Einen der erstaunlichsten Kommentare, die ich von vielen Palästinensern hörte, ist, "Israels Besatzung ist unser Schutz." 
Viele Christen der Westbank, die mitbekommen haben, was im Gazastreifen passiert ist, sehen Israel als einzige hindernde Kraft, die den Islam in Schach hält. Sie sehen auch, was in Syrien, Jordanien, Irak und Ägypten geschieht. 
Kürzlich erst, Ende Oktober, habe ich extrem erschreckende Videos aus Syrien von drei Christen bekommen, die vor einer johlenden Menge junger Männer und Jugendlichen öffentlich enthauptet worden waren - nur weil sie Christen waren. Als die Messer durch ihre Kehlen fuhren brüllte ein aufgeheizte Meute "Allah hu akbar", während eine Schar Mobiltelefone diesen Moment für die Nachwelt aufzeichnete.

Nonnen des griechisch-orthodoxen Klosters in Betanien schickten dem Palästinenser Präsidenten Mahmoud Abbas einen Brief, in dem sie ihn inständig baten auf die eskalierenden Attacken auf das christliche Haus zu reagieren, das das Werfen von Steinen, zerbrochene Scheiben, Diebstahl und Plünderungen auf dem Klostergelände beinhaltete. "Jemand will uns hier vertreiben", schrieb Schwester Ibraxia an Abbas, "aber wir werden nicht fliehen." Wie es auch zunehmend bei anderen Klöstern der Fall ist - wie das Kloster aus dem fünften Jahrhundert in der Türkei - hat, nach Angaben von Christen dort, eine muslimische palästinensische Familie das Land des Klosters "eigenmächtig" für sich gefordert!

Das Problem mit Organisationen wie Kairos und Sabeel, die behaupten die Christen zu repräsentieren, ist, dass indem sie die weitgefassten politischen und meistens Anti-israelischen Geschichten unterstützen, sie die Position der muslimischen PA verstärken. Das wird am Ende der Christen Schaden sein, denn, wie man es jetzt schon überall sehen kann, werden am Ende die Radikalen versuchen, die christlichen Institutionen zu vertreiben. Das ist einfach nicht logisch - sie schießen sich selbst ins Bein - und die Geschichte lehrt, dass Apeasement mit Arabern nicht funktioniert, die es nur als Schwäche sehen.

Die Kirche muss aufstehen und für Wahrheit und Gottes Gerechtigkeit eintreten. Egal was falsch oder richtig auf beiden Seiten ist, Kairos, Sabeel und all die anderen christlichen  NGOs und Gruppen, die dort operieren müssen die palästinensischen Christen ermutigen, sich zuallererst unter das Wort Gottes zu stellen, so wie es in Hebräer heißt: "Jagt nach dem Frieden mit jedermann und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird!" (Hebräer 12,14) Gott kann Gebete von denen, die entgegengesetzt zu seinem Willen leben, nicht erhören.

Als Christ muss ich deshalb die Leute fragen: "Warum versucht ihr den Splitter aus dem Auge Israels zu nehmen, wenn in eurem Auge ein Balken ist?"

"Glückselig sind die Friedfertigen, denn sie werden Söhne Gottes heißen!" Matthäus 5,9  

Original:

O little town of Bethlehem – where are all your Christians?,HEART of Sussex