16.9.08

Reise nach Israel - Teil 2


Teil II - Jerusalem

Auf der Highway 6 nach Süden geht es weiter und am Mittwoch abend treffen wir in Jerusalem ein. Am Straßenrand, den Berg zur Stadt hinauf, leuchtet ganz groß ein Schriftzug: 60 Jahre Israel. Da bin ich allerdings während der Fahrt mit der Kamera nicht schnell genug. Ein Kribbeln geht durch mich wenn ich diese Stadt erblicke. Und nun im Wirrw
arr der Straßen immer dem Zeichen „Old City“ folgen, denn wir werden bei einer Verwandten in der Altstadt, in der Nähe des Neuen Tores übernachten.


Ach, Jerusalem, wie sehr hat es sich verändert! Vieles wirkt so fremd auf mich und doch ist alles so vertraut, als wäre ich nur Tage weggewesen. Fast alle Straßen sind neu befestigt worden, viele Straßen dazugekommen, neue Gebäude, und dann die neue Brücke, die vom Spanier Calatrava entworfene 118 Meter hohe „Brigde of Strings“, die wie eine Harfe sich über die Ez Chaim Anhöhe bei der Central Bus Station neigt.

Hier in der goldenen Stadt steht auf dem Programm: „Yad Va Shem“ - Die Gedenkstätte ist 2005 erneuert und erweitert worden und das Areal ist so groß, dass man auch an einer anderen Stelle als dem eigentlichen Eingang anfangen kann, je nach dem wo man parkt. Das Museumsgebäude ist eigentlich ein prismenartiges Dreieick, wobei der größte Teil unter der Erde liegt und nur die Glasspitze zu sehen ist, was sehr schön plastisch darstellt, was gemeint ist, wenn wir von der Spitze des Eisberges reden, wenn wir von einer Tragik nur einen kleinen Teil erahnen. Wenn man sich Kopfhörer kauft, um sich an jeder Station in der eigenen Landesprache Erklärungen anzuhören, dann tut man gut daran, gleich am Anfang etwas schneller voranzukommen, ob wohl jede kleine Einheit für sich hochinteressant ist. Man merkt, nachdem man schon Stunden am Hören, Schauen und Weiterschreiten war, dass man erst etwas über die Hälfte der ganzen Gedenkausstellung geschafft hat. Besonders hat mich beeindruckt, was die Absicht von Yad va Shem (Erinnerung und Name) ist. Jedes einzelnenen Menschen, der im Holocaust umkam, soll gedacht werden, indem man versucht über jedes Schiksal zu recherchieren, bis alle Namen gefunden sind und jeder Person die Würde und die Erinnerung wiedergegeben werden kann. Und das ist genau das, wozu der Mensch nicht fähig ist, was aber Gott tut: er kennt jeden Menschen beim Namen und hat die Haare auf seinem Kopf gezählt. Das ist seine Liebe.


Der obligatorische Rundgang auf der Mauer der Altstadt vermittelt einen
klaren Überblick über die vier Bezirke innen, das armenische und jüdische Viertel, und nach Norden das christliche und moslemische Viertel, sowie einige Ansichten der Neustadt Jerusalems. Vor dem Jaffa-Tor, dem Startpunkt, sieht es jetzt sehr modern aus. Einen ziemlich großen Platz mit Bäumen und Sitzgelegenheiten sieht man gleich, wenn man aus dem Tor herauskommt und der führt auf breiten Stufen hinunter zu der Einkaufspassage, einem „Kanjion“, wie sie jetzt überall in Israel zum Shoppen und zum Bummeln einladen, die zum Teil neu, zum Teil die früheren Gebäude mit einbeziehend direkt in die Neutstadt führt. Die Einkaufspassage und die vielbefahrene Hativat Jerushalaijm liegen tiefer als die Spazierpromenade, die wie gehabt an der Mauer entlang führt.

Man sieht nur noch die mit Grün angelegten Terassen, die den Restaurants des Kanijon für ihre Außensitzpläte dienen. Die Hativat Jerushalaijm die am Jaffator abknickt, führt in einen Tunnel, der nach Norden, herum um das Neue Tor bis zum Damaskustor geht. Das ist jedoch nicht alles, was sich verändert hat. Wenn man sich wundert, warum viele Straßen einen aufgerissenen Mittelstreifen haben in dem gebaut wird (vor allem in der Jaffastraße), dann kriegt man die Erklärung in der Chaim Bar Lev Straße Richtung Beit Hannina im Norden. Dort werden bereits Schienen auf die Mittelstreifen verlegt, denn man höre und staune: eine Straßenbahn soll von Norden nach Süden durch ganz Jerusalem fahren. Mir ist bei meiner Stadtmauerwanderung aufgefallen, dass die Westseite der Stadt gepflegt aussieht, während die christlich/moslemische Hälfte, je weiter man läuft, umso schmutziger und unwegsamer wird. So ist auch der Stadtteil im Norden beim Damaskustor: verwitterte Wege und Straßen, auf denen Abfall liegt, dreckig, staubig, laut, voller hupender Autos und zu vieler Menschen. Am Ende, in der Nähe des Felsendoms, hört der Pfad auf der Mauer ganz plötzlich auf und man findet erst nach einigem Suchen den Abstieg von der hohen Mauer. Ich komme durch die Via Dolorosa, den Muristan Square und die David Street wieder bis zum Jaffator.

Es ist mit nichts zu vergeichen, durch diesen Basar zu gehen. Im christlichen Viertel nahe der griechisch-orthodoxen Ecke hat Johnny Ozgul seine Werkstatt, wo er Silberschmuck aus altem Besteck und allerlei Ketten mit biblischen Motiven anfertigt. Meine Empfehlung, wenn es mal um ein ausgefallenes Geschenk geht!


Tage später rufe ich Jürgen Bühler von der ICEJ (International Christian Embassy Jerusalem) an. Wir vereinbaren ein Treffen. Weil er, ein vielbeschäftigter Mann, nur wenig Zeit für mich hat, werde ich von seiner netten Sekretärin Brigitte Weghaus herumgeführt und lasse mir die Arbeit der Christlichen Botschaft erklären. Die Internationale Christliche Botschaft in Jerusalem ist seit 1980 dort tätig, um Christen aus aller Welt zu vertreten, die den Zionismus aus biblischer Sicht und Israel unterstützen und Messianischen Gemeinden im Land geistliche, tatkräftige und auch finanzielle Unterstützung zu geben. Ich lerne Judith Setz, eine Holländerin, kennen, die dort für die Sozialabteilung zuständig ist. Wir plaudern über die Schwierigkeiten der Botschaft sich in noch mehr Bereichen und Gebieten einzusetzten, da der arabisch-israelische Konflikt andere Voraussetzungen schafft und Hilfe und Unterstützung nicht überall möglich macht. Von Brigitte bekomme ich einige wichtige Kontakte, wie den zu Maron Raheb, Karen Dunham und die Gemeinden, bei denen ich bei nächster Gelegenheit den Gottesdienst besuchen will.
Die „King Of Kings“ Gemeinde veranstaltet ihre Gottesdienste im Untergeschoss des Binjian Klal, eines hohen Bürogebäudes in der Jaffastraße. Der Saal des alten Kinos ist ideal für den Lobpreis, denn in der
Mitte hängt die große Leinwand, auf die die Texte der Lieder erscheinen. So ist denn auch Lobpreis und Predigt von Pastor Wayne Hilsden sehr abgerundet.

Christ Church beim Jaffa Tor

Der dritte Gottesdienst, den in ich, auch ein Tipp von Brigitte, in der letzten Woche erlebe, findet ebenfalls in dem Hochhaus in der Jaffastr. statt; diesmal ganz oben im 14. Stock, von wo man eine herrliche Aussicht auf die Weststadt hat. Shimon Nahum, ein Jude, der sich bekehrt hat, nachdem er von seiner Drogensucht befreit worden war, leitet die „Kingdom Ministries Jerusalem“ mit großem Eifer und ansteckender Begeisterung. Die Faszination, seiner Predigt zuzuhören, wird dadurch noch gesteigert, dass er in zwei Sprachen predigt, indem er bei jedem Satz zwischen hebräisch und englisch hin und her springt, sich quasi selbst übersetzt. Da die kleine messianische Gemeinde jetzt nicht mehr in den Räumen im Binjian Klal bleiben kann, wird die Weiterentwicklung dieses Projekts eines unserer Gebetsanliegen sein.


15.9.08

Reise nach Israel - Teil I

Dieses Jahr zwischen 16. August und 6. September war ich mit meinem Sohn Munir drei Wochen in Israel. Hier ist mein Reisebericht in vier Teilen:

Teil I - Im Norden

Shabbat, Ankunft am schönen neuen Ben Gurion Airport am Nachmittag. Mit dem Mietauto nach Tel Aviv. Wenn wir bis jetzt noch der Meinung waren, an Verkehrsregeln hält man sich, dann entdecken wir jetzt, dass man auch ohne auskommen kann; so gewöhnen wir uns gezwungenermaßen an einen anderen Fahrstil – besser gesagt: Freistil. Wir finden das Gilgal, das Hotel von Jakob Damkani, aber keinen Parkplatz, um das Auto abzustellen. Nach langer „Herumkurverei“ wird uns klar: in der Innenstadt und nahe dem Strand in Tel Aviv kann man sein Auto nur auf bewachten Parkplätzen unterbringen, die allerdings kosten.

Das Hotel ist neu, modern eingegrichtet, mit dem nötigen Komfort und steht in der kurzen engen Nes Ziona Straße in ganz kurzer Entfernung zum Strand. Es ist ein hohes 6-stöckiges Gebäude, das zwischen anderen Hotels und Wohnhäusern in dieser Straße eingezwängt steht. Die Zimmer haben alle eine Nummer und einen biblischen Namen. Der Speisesaal und ein schöner Anbetungsraum, beide mit sehr schönen Gemälden mit biblischen Szenen an den Wänden, befinden sich in den Untergeschossen.

Jakob Damkani konnte ich predigen hören, als ich am Abend in eine nicht öffentliche Veranstaltung hineinplatzte. Er kam im Anschluss auf mich zu und wollte wissen, was ich hier zu suchen hätte. Meine stotternde Antwort gar nicht abwartend, fragte er nur noch: „Do you know the Lord?“ Als ich bejahte, hatte er keine weiteren Fragen und ließ mich sitzten. Die Gruppe, die sich hier traf, war die letzten zwei Tage für Jakobs „berühmte“ Evangelisations-Straßen-Einsätze hier und er war jetzt dadurch ganz in Anspruch genommen. So hatte ich leider keine Gelegenheit mehr, mit ihm zu sprechen. Morgendliche Lobpreis-Gottesdienste werden aber jeden Tag angeboten, den ich dann am Sonntag auch nicht verpasse.

Natürlich wird das Meer noch am Abend von uns getestet und stellt sich als wunderbar heraus, sehr erfrischend, ganz warm, die sprudelnden Wellen, sanfter Wind und salzige Luft runden das einmalige Erlebnis ab. Wie schön der Strand mit feinem weißen Sand ist, sehen wir am nächsten Tag noch besser. Weil der Strand breit angelegt ist, wirkt er trotz vieler Badegäste nie übervölkert. Und das Mittelmeer ist, wie bereits gesagt, ein Traum! Es gibt in Tel Aviv die kleinen Tante-Emma Läden genauso, wie den gigantischen Shopping Mall, die Trödelmärkte, wo man alles(!) kriegt genauso, wie exklusiven Fachgeschäfte und die Hochhäuser in der Innenstadt geben der Stadt den Flair einer westlichen Metropole –

das New York des Mittelmeers. Ich muss noch unbedingt in die Rothschild-Boulevard, denn dort steht ein vollkommen unscheinbares und hässliches Gebäude, in dem einstmals der Bürgermeister Dizengoff wohnte und das einen geschichtsträchtigen Raum beherbergt: der Raum der dem damaligen jüdischen Volksrat diente, um durch David Ben Gurion im Mai 1948 den Staat Israel auszurufen. Alles genauso, wie wir es von Bildern kennen: der blaue Vorhang mit den zwei Nationalflaggen rechts und links und dem Bild Herzls in der Mitte hinter dem Rednerpult. Natürlich konnte ich mir die Gelegenheit nicht entgehen lassen, meine Kamera diesen Anblick einmal echt einfangen zu lassen.

Unsere Rundreise geht weiter, indem wir nach Zfat (auch Safed genannt) fahren, um zwei Tage im “Safed Inn“ zu übernachten. Von dort aus machen wir eine Rundfahrt durch den Nordosten Israels, d.h. durch das wunderschöne Golangebirge vorbei an kleinen Moshav Siedlungen, Äpfel-Plantagen und Äpfelgärten überall, hier und dort ein atemberaubenendes Panorama. Gamla ist ein Naturreservat in dem man Adler und andere Raubvögel beobachten kann. Wir sind mittags dort, zahlen unseren Eintritt, nachdem wir ausführliche Anweisungen erhalten haben, was wir alles in dem Gebiet nicht machen dürfen. Von den drei Rundgängen, die angeboten werden – 10 Minuten, 1 ½ Stunden und 3 Stunden – entscheidet sich mein Sohn für den mittleren, nachdem er meinen Vorschlag für den Kurzen abgelehnt hat. Mit einer Flasche kalten Wassers, Mütze auf dem Kopf und einer sehr guten Sonnencreme auf der Haut, wandern wir los, um uns wie zwei Hähnchen im Ofen braten zu lassen. Die Schlucht kaum erreicht, versagt meine Kamera. Das ist nicht schlimm, denn die Vögel kriege ich sowieso nicht vor die Kamera. Der Wasserfall wirkt etwas mickrig, was ja kein Wunder ist, bei dem Wassermangel der zur Zeit in Israel herrscht. Was die Adler angeht, da herrscht Flugbetrieb wie auf einem Airport.

Die Landschaft ist, was man trotz gnadenloser Hitze wahrnehmen muss, sehr schön! In unserem Auto mit AC erholen wir uns von der Hitzebehandlung und legen meine neue auf dem Trödelmarkt in Tel Aviv erstandene CD mit hebräischer Musik ein – (Munir hat sich leider leider (;-)) keine CD's von zu Hause mitgebracht) und jetzt läuft Gad Elbaz bei uns im Auto rauf und runter. Am Schluss findet's Munir sogar gut. Wenn wir hungrig sind, bestelle ich Falafel und kaufe im Supermarkt auf hebräisch ein.... na, ja halbwegs, und kann wenigstens meinem Sohn ein wenig imponieren. Wir fahren bis an die nördlichsten Anhögen des Golan in eine Stadt voller verwinkelter, sehr steiler Straßen, wo die Häuser an die steilsten Hänge gebaut werden, nach Majdal Shams, eine Drusensiedlung. An einer Wegbiegung, dann heißt es: nur noch für offizielle Fahrzeuge; dort müssen nach Westen abbiegen. Trotz der Trockenheit ist hier viel Grün zu sehen, es gibt einige Quellen aus dem Gebirge hier und zudem sind wir im Quellgebiet des Jordans.

Noch in Zfat nehmen wir Kontakt mit Hermann Haustein auf und er hat, welch ein „Zufall“, gerade heute in Zfat zu tun. Also vereinbaren wir einen Treffpunkt und fahren hinter ihm her bis nach Afula. Zu seiner Wohnung hätten wir es ohnehin nicht ohne gute Beschreibung gefunden. Hermann wohnt in einem mehrstöckigem Wohnhaus mit einem kleinen Vorgarten in einer recht aufgeräumten Straße. Überhaupt ist Afula eine freundliche, saubere Stadt mit viel Grün.

Nachdem wir uns einiges über uns zum Kennenlernen erzählt haben, den jüngsten Sohn Johannes kennenlernen und Hanna berichtet, wie es der Gemeinde geht, die sich in den Räumen der Technischen Hochschule trifft und durch die Verbindung ein Zeugnis für viele Moslems sein kann, geht es zum Geschäft über. Die Seifenproduktion stagniert gerade, das eine neue Betriebstätte gesucht wird, damit die Arbeit wieder aufgenommen werden kann. Alle Arbeitsmaterialien und Seifen mussten in einer Wohnung vorrübergehend gelagert werden. Die Werkstätte in Ariel hatte noch eine stattliche Anzahl verschiedener Olivenöl-Seifen produziert, von denen mir und Munir je eine Kiste zum Mitnehmen nach Deutschland eingepackt wird. Alle Sorten riechen sehr gut: Olivenöl, Olivenöl mit Seetang, Olivenöl mit Zitronengrasesenz oder Lavendel, Olivenöl mit Totes Meer-Schlamm oder Seesalz u. v. a. Bei uns im Israel Gebetskreis könnt ihr die wunderbar riechenden Seifensorten alle erstehen. Vielleicht finden wir Möglichkeiten, den Vertrieb dieser handgemachten Seifen hier in Deutschland anlaufen zu lassen, und können damit Hermann und seine geistliche Arbeit in Israel unterstützen.

1.8.08

Die grandiose Wandlung des Masab Yousef

Es ist so grandios, dass man es fast nicht glauben mag!

Masab Yousef hat eine ungewöhnliche Biographie. Als Sohn des Hamas-Führers im Westjordanland Sheikh Hassan Yousef lernte er die palästinensische Terrororganisation von innen kennen, konvertierte zum Christentum und ging ins kalifornische Exil. Im Interview mit der Haaretz erzählt der 30jährige nun von seinen jungen Jahren in der Jugendorganisation, seinem Vater und seinem Verhältnis zu Israel. Aufgrund seiner scharfen Kritik an der Hamas ist ihm eine Rückkehr in seine Heimatstadt Ramallah einstweilen unmöglich.

„Im Gymnasium lernte ich die Sharia, das islamische Recht. 1996, ich war gerade 18, wurde ich von den Israelischen Verteidigungsstreitkräften verhaftet, weil ich der Vorsitzende der Islamischen Gesellschaft in meinem Gymnasium war. Es ist eine Art Jugendbewegung der Organisation. Damit begann mein Erweckungsprozess.

Bis dahin kannte ich die Hamas über meinen Vater, der ein sehr bescheidenes und liebevolles Leben führte. Zuerst bewunderte ich die Organisation, weil ich meinen Vater so sehr bewunderte. Aber während der 16 Monate, die ich im Gefängnis verbrachte, war ich dem wahren Gesicht der Hamas ausgeliefert. Es ist eine negative Organisation. Ganz einfach. Eine grundsätzlich böse Organisation. Ich saß im Gefängnis von Megiddo und verstand plötzlich, wer die wirkliche Hamas war. Ihre Führer im Gefängnis hatten bessere Bedingungen, so etwa das beste Essen und auch mehr Familienbesuche und Handtücher für die Dusche. Diese Leute haben keine Moral, keine Integrität. Aber sie sind nicht so dumm wie die Fatah, die am helllichten Tag vor jedermanns Augen stiehlt und sofort der Korruption verdächtigt wird. Die Leute von der Hamas erhalten ihr Geld auf unehrliche Weise, investieren es an geheimen Orten und legen nach außen eine einfache Lebensführung an den Tag. Früher oder später verwenden sie das Geld und legen die Leute rein.“

„Ich respektiere Israel und bewundere es als Staat. Ich bin gegen jede Politik, die Zivilisten ermordet oder sie als Mittel zum Zweck missbraucht, und ich verstehe, dass Israel das Recht dazu hat, sich selbst zu verteidigen. Wenn die Palästinenser keinen Feind zum Bekämpfen haben, bekämpfen sie sich untereinander. In etwa 20 Jahren werden Sie sich an das erinnern, was ich Ihnen sage, der Konflikt wird zwischen verschiedenen Gruppierungen innerhalb der Hamas stattfinden. Sie fangen schon jetzt an, über die Kontrolle der Finanzen zu streiten.“

„Ihr Juden solltet aufpassen: Ihr werdet nie, niemals Frieden mit der Hamas haben. Der Islam als die Ideologie, die sie leitet, wird ihnen nicht erlauben, ein Friedensabkommen mit den Juden zu schließen. Sie glauben, dass die Überlieferung sagt, dass der Prophet Mohammed gegen die Juden gekämpft hat und man sie daher weiter bekämpfen muss bis zum Tod. Sie müssen Rache an jedem nehmen, der den Propheten Mohammed nicht akzeptiert hat, wie die Juden, die im Koran als Affen und Söhne von Schweinen betrachtet werden. Sie sprechen in Begriffen historischer Rechte, die ihnen genommen wurden. In den Augen der Hamas widerspricht ein Frieden mit Israel der Sharia und dem Koran, und die Juden haben kein Recht, in Palästina zu bleiben.“

„Eine gesamte Gesellschaft hält den Tod und die Selbstmordterroristen heilig. In der palästinensischen Kultur wird ein Selbstmordterrorist zum Helden, zum Märtyrer (Shahid). Die Sheikhs erzählen ihren Schülern vom ‚Heldentum der Shahids’, und das bringt die jungen Leute dazu, die Selbstmordbomber nachzuahmen, um Ruhm zu erlangen.“

„Wussten Sie, dass die Hamas die erste war, die die Waffe der Selbstmordbomber gegen zivile Ziele eingesetzt hat? Sie sind blind und ignorant. Es stimmt, es gibt überall gute und schlechte Leute, aber die Unterstützer der Hamas verstehen nicht, dass sie von einer irren und grausamen Gruppierung geführt werden, die den Kindern eine Gehirnwäsche verpasst und sie glauben macht, dass sie ins Paradies kommen, wenn sie einen Selbstmordanschlag verüben. Aber kein Selbstmordbomber wird dorthin gelangen, und keine Jungfrauen werden auf sie warten, nachdem sie einen Anschlag verübt haben. Sie müssen verstehen, das der Islam von Menschen geschaffen wurde und nicht von Gott.“

Haaretz 08.2008

Lest unbedingt den vollständigen Bericht auf der Haaretz website mit dem ganzen Interview (in englisch).
Das ist ein Wunder von Gott vor unseren Augen und ein gewaltiges Zeugnis. Wer seinem Zeugnis und seinen Aussagen nicht glaubt, dem ist wirklich nicht zu helfen. Man sollte es der ganzen Welt erzählen!
Es ist so wunderbar, dass man es fast nicht glauben mag!


30.7.08

Olmert tritt zurück


Olmert will zurücktreten! Heute wurde es bekannt und alle Abendnachrichten brachten das Top Thema zuerst. Er hat vor, schon im September seinen Posten zu räumen, sobald für seine Partei "KADIMA" ein neuer Vorsitzender gewählt worden ist.

Grund ist die Belastung der Korruptionsvorwürfe, die in in den letzten Monaten nicht mehr losließen. Er bestreitet bis jetzt, in die Bankverkauf und Schmiergeldaffäre zur Zeit seiner Ämter als Bürgermeister Jerusalems und als Handelsminister verwickelt gewesen zu sein. Aber die massiven Anklagen und Vorwürfe haben ihn mürbe gemacht. Außenministerin Tzipi Livni malt sich Chancen als Nachfolgerin Olmerts aus.

21.7.08

Israelis zu Gast in Reutlingen

In diesen Tagen haben zehn Israelis aus Hadera neun Tage in Reutlingen in Baden-Württemberg verbringen können. Sie waren von einer freien Christlichen Gemeinde eingeladen worden. Bei den Gästen handelte es sich um Angehörige von Terror-Opfern, die jeder ein Familienmitglied bei einem Bombenanschlag im Jahr 2002 auf einen Linienbus in Haifa verloren hatten. Bei diesem Anschlag waren die meisten Opfer Kinder und Jugendliche.

Der Kontakt wurde zwischen dem Gemeinde Ehepaar Christel und Klaus Amman und dem in Israel wohnenden Reiseleiter Heinz Reusch hergestellt.

Bei einem Empfang im Rathaus hielt Bürgermeister Robert Hahn eine Willkommens-Ansprache und hieß die Gruppe herzlich in Reutlingen willkommen. Eben so sprach der Pastor Gerhard Kirschenmann zu den Eingeladenen sowie der Stadtrat der Stadt Hadera, Yigal Yaakobi, sozusagen als Sprecher der kleinen Gruppe. Er betonte, wie sich alle sehr wohlgefühlt haben und sagte: "Wir sind hier eine kleine 'Familie', doch in Israel sind wir eine große Familie von Geschädigten. Wir sind hier als Botschafter des Friedens, für eine bessere Welt."

Er segnete anschließend die Stadt Reutlingen, die Gemeinde und Israel.

(Dieser kleine Berich entstand, da ich in Reutlingen wohne und an dem Empfang im Rathaus teilnahm.)

18.7.08

Kondolenzbuch


Um seinem Mitgfühl Ausdruck zu verleihen, kann man sich auf dieser Web-Seite in ein Kondolenzbuch eintragen.

Brief an das libanesische Volk

Israel hat keinen Streit über Grenzen mit euch, dem libanesischen Volk, aber wir haben sicherlich einen großen Streit, wenn es um unsere moralischen Grenzen geht. Wir haben die Leichen von Udi und Eldad innerhalb weniger Stunden identifiziert. Und ihr? Ihr habt es in 30 Jahren nicht geschafft, festzustellen, wer euer Samir Kuntar ist.

30 Jahre sind vergangen, und ihr könnt noch immer nicht zwischen einem Nationalhelden und einem Kindermörder unterscheiden. Euch reicht es schon, dass jemand einen Juden getötet hat - selbst wenn es ein kleines Mädchen aus Nahariya ist -, um ihn mit höchsten Ehren zu empfangen.

Ihr feiert euren „Sieg“ und zeigt Verachtung für unseren Schmerz. Noch solch ein Triumph, und ihr werdet verloren sein. Während ihr von einem Sieg zum nächsten schreitet, bleibt ihr in Elend und Fanatismus stecken.

Mit jeder stolzen Vorführung und Kundgebung für eure Helden werdet ihr mehr von der Hisbollah übernommen, mit ihrem Leichenfresser Scheich Nasrallah an der Spitze. Das Feuer, das aus seinem Gestrüpp hervorlodert, zehrt seit Jahren die Zedern des Libanon auf.

Nasrallah ist ein Mann, der sein wahres Gesicht im Versteck offenbart; er ist der Mann, der auch euer wahres Gesicht zeigt.

Dies ist ein trauriger Tag in Israel, er trägt Schmerz und Zurückhaltung und Stolz auf das, was wir sind: eine standhafte jüdische Mauer gegen die Speerspitze des iranischen Wahnsinns, welche dort ist wegen eures Schweigens und eurer Förderung. Die Söhne sind zu unseren Grenzen zurückgekehrt, während der Kindermörder zu euren Grenzen zurückgekehrt ist.
Uri Orbach

16.7.08

ES IST SO TRAURIG

Im Rahmen des Gefangenenaustauschs für die Freilassung der beiden entführten israelischen Soldaten sind Israel heute Morgen am Grenzübergang Rosh Hanikra zwei Särge übergeben worden. Die israelische Armee hat nach eingehenden Untersuchungen bestätigt, dass es sich bei den darin liegenden Leichen um die Überreste von Eldad Regev und Ehud Goldwasser handelt.

Der Staat Israel und die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (ZAHAL) betrachten die Rückführung der entführten Soldaten als ihre oberste Pflicht. Diese rührt von den hohen moralischen Werten der israelischen Gesellschaft her und der tiefen Verpflichtung gegenüber den Soldaten, die zur Verteidigung des Landes ausgeschickt werden. Darin besteht Israels wahre Stärke.

Der Bericht der Hisbollah zu Ron Arad stellt eine Tarnschrift dar, die die Hisbollah und den Iran von der Verantwortung in der Angelegenheit befreien soll. Daher hat die Regierung entschieden, ihn zurückzuweisen. Die Regierung betrachtet die Hisbollah und den Iran als verantwortlich für das Schicksal Ron Arads. Somit wird die israelische Regierung ihre Bemühungen um alle möglichen Informationen in Bezug auf das Schicksal Ron Arads und auch die Lokalisierung und Rückführung der entführten und vermissten Soldaten fortsetzen.

Der 1961 im Libanon geborene Samir Kuntar ist ein verabscheuungswürdiger Mörder, dessen Verbrechen fürchterlich sind: Am 22. April 1979 gelangte die Bande Kuntars mit einem Schlauchboot an die Küste Nahariyas, schoss auf eine Polizeistreife und ermordete den israelischen Polizisten Eliyahu Shahar. Um Mitternacht brach die Bande in das Haus der Familie Haran ein und entführte den Vater Dani sowie die vierjährige Tochter Einat als Geiseln. Die Mutter Smadar und die zweijährige Tochter Yael versteckten sich im Schlafzimmer. Die zweijährige Yael erstickte im Versteck, als ihre Mutter versuchte, sie zum Schweigen zu bringen, damit sie nicht von der Terrorbande entdeckt würden.

Die Täter schleppten die Geiseln in Richtung Meer. Nachdem sie von Polizisten und Soldaten der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte gestellt worden waren, schoss Samir Kuntar aus kürzester Distanz auf Dani Haran und ermordete kaltblütig Einat, indem er ihren Schädel mit seinem Gewehrkolben auf einem Felsen zertrümmerte. Während des Schusswechsels am Strand wurden ein israelischer Polizist und zwei Mitglieder der Terrorbande getötet. Die beiden überlebenden Terroristen, Kuntar und Ahmed al-Abras, wurden verhaftet, verurteilt und in Israel eingesperrt. Al-Abras wurde im Mai 1985 als Teil des als „Jibril Deal“ bekannten Gefangenenaustauschs freigelassen.

Samir Kuntar wurde des Mordes, des versuchten Mordes und der Entführung schuldig gesprochen und zu fünf lebenslänglichen Haftstrafen plus 47 Jahren Haft verurteilt Während seiner Zeit im Gefängnis heiratete er die 1963 geborene Kifak Kayyal, eine israelische Araberin aus Akko, die zuletzt in Ramalllah gelebt hatte und wegen ihrer Aktivitäten in der Terrororganisation Volksfront für die Befreiung Palästinas, der auch Kuntar angehörte, eine lebenslängliche Haftstrafe verbüßte.

Jede Gesellschaft muss einen solchen Mörder ächten. Stattdessen wird Kuntar von vielen in der arabischen Welt, die die Gehirnwäsche von Extremisten wie der Hisbollah und anderer durchlaufen haben, die nur Tod, Hass und Terror heilig halten, als Held betrachtet.

Die Hisbollah ist auch direkt verantwortlich für das schwere Leid der Familien der Entführten und dafür, dass sie zwei Jahre lang keinerlei Informationen über das Schicksal ihrer Lieben erhalten haben. Zynisch hat man ihre menschlichen Gefühle missbraucht, entschieden hat man sich über internationale Abkommen hinweg gesetzt und humanitären Organisationen den Zutritt verweigert.

Es ist wichtig, daran zu erinnern, dass die israelische Reaktion auf die Entführung von Regev und Goldwasser ungewöhnlich schwer war. Das Handeln Israels hat der Hisbollah schweren Schaden zugefügt, durch die Tötung hunderter ihrer Aktivisten, die schwere Beschädigung ihres Waffenarsenals, die Zerstörung von Kommandoposten, befestigten Stellungen und ihres Viertels in Beirut sowie die tagtägliche Existenzangst ihrer Anführer. Israel wird auf jeden zukünftigen Entführungsversuch von welcher Seite auch immer mit aller Härte antworten.

Man darf Soldaten, die eine Grenze überwachen, um Zivilisten zu schützen, nicht mit Terroristen auf eine Stufe stellen, die diese Grenze durchbrechen, um sie zu töten. Ehud Goldwasser und Eldad Regev dienten als gewöhnliche Reservisten der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte und befanden sich auf israelischem Hoheitsgebiet, als sie bei der Kontrolle des Grenzzauns am 12. Juli 2006 von der Hisbollah entführt wurden.

Die Hisbollah stellt nicht nur eine Bedrohung für Israel dar, sondern auch ein Hindernis für den Frieden und eine Bedrohung für die Stabilität des Libanon. Die vom Iran finanzierte Terrororganisation hat sich der Vernichtung Israels mittels Gewalt und Terrorismus verschrieben. Ihre extremistische islamische Ideologie weist alle Friedensgespräche zurück und bedroht jede pragmatische arabische Partei, die such um ein Abkommen mit Israel bemüht. Obgleich die Hisbollah im Libanon ansässig ist und behauptet, dessen Interessen zu vertreten, ist sie blind gegenüber den Aspirationen der libanesischen Bevölkerung. Es sei daran erinnert, dass es neben der gleichzeitigen Bombardierung Nordisraels die nicht provozierte Entführung der beiden israelischen Reservisten war, die – zum Nachteil von Millionen israelischer und libanesischer Bürger gleichermaßen - den zweiten Libanonkrieg ausgelöst hat.

Die Hisbollah verhöhnt weiterhin die internationale Gemeinschaft. Sie setzt unter eklatanter Verletzung der UN-Sicherheitsratsresolution 1701 den Waffenschmuggel und den Ausbau ihres Raketenarsenals fort Sie trainiert und versorgt Terroristen nicht nur in der Grenzregion zu Israel, sondern im gesamten Libanon, und schüchtert sowohl die libanesischen Sicherheitskräfte als auch die UN-Friedenstruppen ein. Die internationale Gemeinschaft muss mit Entschiedenheit handeln, um diese handfeste Bedrohung für Zivilisten sowohl in Israel als auch im Libanon zu beseitigen.

Es muss betont werden, dass der Handel zur Rückführung der israelischen Soldaten die Hisbollah in keiner Weise legitimiert. Israels Entscheidung, seine Soldaten zurückzubringen darf nicht als Indikator eines Politikwechsels gegenüber der vom Iran finanzierten Terrororganisation interpretiert werden. Die internationale Gemeinschaft muss die Gefahr erkennen, die die Hisbollah und ihre extremistischen Kohorten für die Stabilität des Nahen Ostens darstellen, und sollte ihre Unterstützung der pragmatischen Elemente in der Region, die Frieden durch Dialog und Kompromiss zu erreichen trachten, verstärken.

Außenministerium des Staates Israel

6.7.08

Israels Nationalvogel

Der Staat Israel, in seinem 60 sten Jahr, beschloss, dass es Zeit wäre einen Nationalvogel zu bestimmen. Der demokratische Staat ist mit Wahlen sehr erfahren, hatte er während seines 60 jährigen Bestehens schon 17 Parlamentswahlen, und ließ daher zunächst 1000 Vogelliebhaber, die Vögel beobachten, eine Liste mit 10 Vogel-Kandidaten aufstellen.
Die Wahl selber fand dann im Internet statt, aber es wurden auch in Kaufhäusern, Unterhaltungsplätzen, Schulen,
Armeestützpunkten und sogar in Israels Auslandsdelegationen Wahlen abgehalten. Die Anzahl der Wähler belief sich auf 155000. In großer Vorfreude erklärte der Staatspräsident Shimon Peres den Wiedehopf als Israels Nationalvogel. Bei der Krönungszeremonie drückte er sein ganz persönliches Interesse an dieser Wahl aus, als Träger eines Nachnamens der auch ein Vogelname ist, Peres = Bartgeier.
Der Wiedehopf, hebr. = dukifat, ist ein schöner Vogel mit einem Federbush auf seinem Kopf und außergewöhnlichem Aussehen, Verhalten und Stimme. Wenn er ruft, klingt es wie: „hud hud hud“ und daher wird er in arabisch „Hud-hud“genannt. Sein lateinischer Name: Upupa Epops.

Der Charakter des Vogels erinnert an den durchschnittlichen Israeli. Obwohl er eine „Krone“ trägt, benimmt er sich nicht wie ein Snob und man kann ihn überall antreffen. In vielen Schriften wir der Dukifat als klug bezeichnet, er hat keine Wohnprobleme, denn er nimmt auch mit Mauerspalten und Mulden vorlieb. Außerdem sind Männchen und Weibchen in gleicher Weise hübsch anzusehen, aber nicht nur diesbezüglich herrscht Gleichberechtigung, beide kümmern sich in gleichem Maße um den Nachwuchs.

Aus: Hebrewonline Newsletter